Hermann Graml

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Hermann Graml (* 10. November 1928 in Miltenberg) ist ein deutscher Historiker und Publizist.

Leben[Bearbeiten]

Hermann Graml, Sohn eines Forstschuldirektors, der unter anderem Forstmeister des Fürsten Esterhazy war, wuchs auf Schlössern in Edelstetten und in Günzburg auf. Im Zweiten Weltkrieg wurde er als Luftwaffenhelfer und zum Reichsarbeitsdienst herangezogen. 1945 geriet er in amerikanischer Kriegsgefangenschaft.

Nach dem Abitur 1947 in Günzburg studierte er Geschichte, Germanistik und Politikwissenschaften an der Ludwig-Maximilians-Universität München bei Franz Schnabel und der Eberhard Karls Universität Tübingen bei Hans Rothfels und Theodor Eschenburg. 1953 wurde er Hilfskraft am Instituts für Zeitgeschichte in München. 1958/59 war er Redakteur der Monatszeitschrift Hinter dem Eisernen Vorhang von Free Europe Press. Er war wissenschaftlicher Referent und später Chefredakteur (bis 1993) des Instituts.

Er ist verheiratet und Vater von zwei Kindern.

Wirken[Bearbeiten]

Graml gilt als führender Experte für die internationalen Beziehungen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Er beschäftigte sich mit allen Perioden der deutschen Geschichte; insbesondere mit den internationalen Beziehungen des 20. Jahrhunderts. Intensiv setzte er sich vor allem mit dem Antisemitismus der Nationalsozialisten und dem Widerstand gegen Adolf Hitler auseinander. Ausgehend von seinen Forschungen entstanden viele Nachschlagewerke, die breiten Anklang fanden.

Ehrungen[Bearbeiten]

Am 2. Juli 2002 wurde ihm die Ehrendoktorwürde durch die Fakultät für Geschichts- und Kunstwissenschaften der Ludwig-Maximilians-Universität München für sein Lebenswerk verliehen. 2004 erhielt er das Bundesverdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten]

  • als Herausgeber mit Wolfgang Benz: Europa nach dem Zweiten Weltkrieg. 1945–1982 (= Fischer-Weltgeschichte. Bd. 36: Das zwanzigste Jahrhundert 2). Fischer-Taschenbuch-Verlag, Frankfurt am Main 1983, ISBN 3-596-60035-9.
  • als Herausgeber mit Wolfgang Benz: Weltprobleme zwischen den Machtblöcken (= Fischer-Weltgeschichte. Bd. 36: Das zwanzigste Jahrhundert 3). Fischer-Taschenbuch-Verlag, Frankfurt am Main 1981, ISBN 3-596-60036-7.
  • als Herausgeber: Widerstand im Dritten Reich. Probleme, Ereignisse, Gestalten. (= Fischer-Taschenbücher 4319). Fischer-Taschenbuch Verl, Frankfurt am Main 1984, ISBN 3-596-24319-X.
  • Die Alliierten und die Teilung Deutschlands. Konflikte und Entscheidungen. 1941–1948 (= Fischer-Taschenbücher 4310). Fischer-Taschenbuch-Verlag, Frankfurt am Main 1985, ISBN 3-596-24310-6.
  • Reichskristallnacht. Antisemitismus und Judenverfolgung im Dritten Reich (= dtv 4519). Deutscher Taschenbuch-Verlag, München 1988, ISBN 3-423-04519-1.
  • als Herausgeber mit Wolfgang Benz und Hermann Weiß: Enzyklopädie des Nationalsozialismus. Klett-Cotta, Stuttgart 1997, ISBN 3-608-91805-1.
  • Europas Weg in den Krieg. Hitler und die Mächte 1939 (= Quellen und Darstellungen zur Zeitgeschichte. Bd. 29). Oldenbourg, München 1998, ISBN 3-486-55151-5.
  • Zwischen Stresemann und Hitler. Die Außenpolitik der Präsidialkabinette Brüning, Papen und Schleicher (= Schriftenreihe der Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte. Bd. 83). Oldenbourg, München 2001, ISBN 3-486-64583-8.
  • Hitler und England. Ein Essay zur nationalsozialistischen Außenpolitik 1920 bis 1940. Oldenbourg Wissenschaftsverlag, München 2009, 124 S. ISBN 978-3-486-59145-3.
  • Bernhard von Bülow und die deutsche Außenpolitik. Hybris und Augenmaß im Auswärtigen Amt Oldenbourg, München 2012, ISBN 978-3-486-70945-2 (Rezension)

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]