Wasserburg am Inn

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Wasserburg a.Inn
Wasserburg am Inn
Deutschlandkarte, Position der Stadt Wasserburg a.Inn hervorgehoben
Koordinaten: 48° 4′ N, 12° 14′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Rosenheim
Höhe: 427 m ü. NHN
Fläche: 18,8 km2
Einwohner: 12.759 (31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 679 Einwohner je km2
Postleitzahl: 83512
Vorwahl: 08071
Kfz-Kennzeichen: RO, AIB, WS Vorlage:Infobox Verwaltungseinheit in Deutschland/Wartung/Kfz enthält Kleinbuchstaben
Gemeindeschlüssel: 09 1 87 182
Stadtgliederung: 22 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Marienplatz 2
83512 Wasserburg a.Inn
Webpräsenz: www.wasserburg.de
Bürgermeister: Michael Kölbl (SPD)
Lage der Stadt Wasserburg a.Inn im Landkreis Rosenheim
Chiemsee (Gemeinde)Chiemsee (Gemeinde)ChiemseeÖsterreichLandkreis AltöttingLandkreis EbersbergLandkreis ErdingLandkreis MiesbachLandkreis MünchenLandkreis Mühldorf am InnLandkreis TraunsteinRosenheimRotter Forst-SüdRotter Forst-NordAlbachingAmerangAschau im ChiemgauBabenshamBad AiblingBad EndorfBad FeilnbachBernau am ChiemseeBrannenburgBreitbrunn am ChiemseeBruckmühlEdlingEggstättEiselfingFeldkirchen-WesterhamFlintsbach am InnFrasdorfGriesstättGroßkarolinenfeldGstadt am ChiemseeHalfingHöslwangKiefersfeldenKolbermoorNeubeuernNußdorf am InnOberaudorfPfaffing (Landkreis Rosenheim)Prien am ChiemseePruttingRamerbergRaublingRiederingRimstingRohrdorf (am Inn)Rott am InnSamerbergSchechenSchonstettSöchtenauSoyenStephanskirchenTuntenhausenVogtareuthWasserburg am InnKarte
Über dieses Bild

Wasserburg am Inn (amtlich: Wasserburg a.Inn) ist eine Stadt im oberbayerischen Landkreis Rosenheim und liegt etwa 55 km östlich der bayerischen Landeshauptstadt München.

Blick auf Wasserburg vom Kellerbergweg
Brucktor an der Inn-Brücke

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wasserburg am Inn bietet mit seiner landschaftlichen Lage eine Besonderheit: Die Altstadt liegt auf einer vom Inn fast vollständig (zu ca. 7/8) umflossenen Halbinsel, die nur über eine schmale Landzunge erreichbar ist. Vom gegenüberliegenden bis zu 70 Meter hohen Steilufer, der Innleiten, überblickt man die ganze Altstadt mit ihrer bis ins Mittelalter zurückreichenden Bausubstanz. Im Fluss, direkt neben der Stadt, liegt die kleine bewaldete Kapuzinerinsel, deren Name an das ehemalige Kapuzinerkloster Wasserburg erinnert.

Wie am Grundriss der Altstadt und dem nach außen abnehmenden Alter der Bausubstanz unschwer zu erkennen ist, ist die Halbinsel im Lauf der vergangenen Jahrhunderte stetig nach Osten und Norden gewachsen, während der Inn das gegenüberliegende Steilufer abgetragen hat.[2] Dieser Prozess kam erst mit der Befestigung der Ufer im Rahmen des Kraftwerksbaus am Inn in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zum Stillstand. Auf alten Stadtansichten und Fotografien ist dementsprechend zu sehen, dass der gegenüberliegende Prallhang bis vor wenigen Jahrzehnten praktisch nicht bewachsen war, während er heute weitgehend bewaldet ist.[3]

Entsprechend der geringen Höhe des angeschwemmten Landes gegenüber dem starken Schwankungen unterliegenden Wasserspiegel des Inns wurden weite Teile der Altstadt bei Hochwasser regelmäßig unter Wasser gesetzt, bis dies durch den Bau der Hochwasserfreilegung 1986 bislang unterbunden werden konnte.[4]

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu Wasserburg am Inn gehören 22 Stadtteile[5]:

Einige Stadtteile Wasserburgs werden nur umgangssprachlich als Ortsteile bezeichnet, sind aber keine „offiziellen“ Ortsteile nach dem Bayerischen Gemeindeverzeichnis. Hierzu zählen auch die beiden bevölkerungsreichsten Stadt- bzw. Ortsteile Burgau und Burgerfeld.

Name[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name Wasserburgs leitet sich vermutlich von der ähnlich einer Wasserburg fast allseits von Wasser umgebenen Burganlage ab. Schon die frühesten erhaltenen Urkunden und Pläne verwenden diese Bezeichnung auch für die Siedlung am Fuß der Burg Wasserburg.[6] In den Karten Apians im 16. Jahrhundert wird die Siedlung seltsamerweise als „Newenhochenaw“ (Neuenhohenau) bezeichnet. Der Name könnte auf das Kloster „Hohenoue“ hinweisen, etwa sieben Kilometer südlich von Wasserburg a.I. gelegen, das heute unter dem Namen Altenhohenau bekannt ist.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kupferstich von Michael Wening in Topographia Bavariae um 1700

Mittelalter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben bronzezeitlichen Funden[7] belegen archäologische Befunde am Rande der mittelalterlichen Stadt Reste eines von einer Tuffsteinmauer aus der Mitte des 9. Jahrhunderts umfriedeten Bereichs mit einem Begräbnisplatz. Die offensichtlich später eingestürzte Mauer zeigt Brandspuren, die Ansiedlung war zumindest im ausgegrabenen Gebiet wieder aufgegeben worden. Dabei wurde auch ein als „Fletzi“ bekanntes Skelett aus dieser Zeit gefunden.[8][9]

Erstmals erwähnt wird Wasserburg in einer auf den Zeitraum von 1085 bis 1088 datierten Urkunde, deren Abschrift in einem Traditionsbuch des Klosters St. Emmeram in Regensburg erhalten ist.[10] Da darin bereits von einem Dietrich von Wasserburg die Rede ist, muss der lange als Gründung der Stadt gesehene Vorgang, dass Hallgraf Engelbert seinen Stammsitz Mitte des 12. Jahrhunderts von der Burg Limburg in seine „Wasserburg“ verlegte, bezweifelt werden. Die zugehörige Urkunde wurde inzwischen auch als Fälschung erkannt.[10]

Durch die Innschifffahrt, den Salzhandel und die hiermit verbundenen Einnahmen gelangte die am Fuße der Burg bald entstandene Siedlung zu Wohlstand und erwarb in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts Stadtrechte. Im Jahr 1220 hatte die Stadt bereits Ringmauern und einen Graben[11], 1247 wurde Wasserburg trotzdem nach 17-wöchiger Belagerung durch Herzog Ludwig (später Ludwig II., der Strenge) erobert. Die Besitzungen des Grafen von Wasserburg gingen unmittelbar an den Herzog über und Wasserburg war somit Wittelsbacher Besitz (Erbvertrag). 1248 erfolgt die Aufnahme Wasserburgs in die Bayer. Landtafel (Landstände), vier Jahre später wurde das Rathaus erbaut.[12]

Über die frühe Geschichte der Stadt ist relativ wenig bekannt, da im Stadtbrand von 1339 alle Urkunden aus dieser Zeit verloren gingen.[13]

Neuzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Dreißigjährigen Krieg wurde München durch die Schweden besetzt, welche um 1632 bis an den Inn kamen. Die Bewohner des linken Ufers flohen deshalb, oft in Begleitung ihres Viehs, auf die rechte Seite des Flusses, wo die Orte infolge dessen viele Flüchtlingen aufzunehmen hatten. Außerdem waren dort die kaiserlichen und bayerischen Soldaten stationiert, was in der Bevölkerung für Widerstand sorgte. Etwa 1500 Bauern aus den Gerichtsbezirken Kling und Kraiburg versammelten sich 1634 bei Achatz oberhalb Wasserburgs. Nachdem diese der offiziellen Aufforderung, sich zu trennen nicht folgten, wurde der Kapuzinermönch P. Johann als Vermittler geschickt. Ihm gelangt es schließlich, die Bauern vorerst zu besänftigen. Als aber abermals kaiserliche und bayerische Soldaten rechts des Inns stationiert wurden, entflammte der Aufstand erneut, kleinere Reiterabteilungen wurden überfallen und im Schloss Kling gefangene Bauern befreit. Ein weiterer Kapuzinermönch, P. Romanus, konnte zwischen den Bauern und dem nach Salzburg gezogenen Kurfürsten Maximilian I. vermitteln. Als sich die Bauern aber weiterhin weigerten, sich zu trennen, wurde das Militär auf den Achatzberg geschickt. Dort wurden 170 Bauern gefangen genommen und drei davon als Rädelsführer hingerichtet.[14]

Im späteren Dreißigjährigen Krieg wurden alle Brücken über den Inn mit Ausnahme von Wasserburg durch den Kurfürsten abgebrochen; hier konnte der Weg über den Fluss allerdings erfolgreich gegen die schwedischen Truppen verteidigt werden, was eine entscheidende Rolle in der Verteidigung der Gebiete östlich des Inns spielte. Der zu dieser Zeit durch lang anhaltenden Regen besonders hohe Wasserstand des Inns konnte außerdem eine Überschreitung des Flusses bei Mühldorf durch den Feind verhindern.[15]

Wasserburg am Inn war vor 1803 Pflegamt und Sitz des Landgerichts. Wasserburg besaß ein Stadtgericht mit wichtigen magistratischen Eigenrechten. 1807 wurde dem Landgericht Wasserburg das Landgericht Haag zugeschlagen.

1835 bestand die Stadt aus 300 Wohnhäusern und hatte 2100 Einwohner bzw. 546 Familien.[16]

Moderne[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Mai 1978 wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Attel (mit Reitmehring) und Edling eingegliedert. Am 29. April 1981 wurde Edling aus der Stadt ausgegliedert und wieder zu einer selbständigen Gemeinde im Landkreis Rosenheim.[17]

Chronik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 11. Jahrhundert: Mehrfache Erwähnungen des Ortes Wasserburg in Traditionsbüchern, wie 1085–1088 als Wazzerburch, 1091–1098 als Wazirpurch
  • 12. Jahrhundert: Hallgraf Engelbert verlegt wohl in der Mitte des 12. Jahrhunderts seinen Stammsitz von der Burg Limburg in seine Wasserburg
  • 1220: Ringmauern und Graben vorhanden
  • ca. 1245: Graf Konrad stattet Wasserburg mit dem Burgrecht (ältere Form des Stadtrechts) aus
  • 1248: Aufnahme Wasserburgs in die Bayerische Landtafel (Landstände)
  • um 1252: Bau eines ersten Rathauses
  • 1255: Bau der ersten Bürgerkirche
  • vor 1291: Ausübung eigener Stadtrechte (Gewerbe- und Steuerhoheit)
  • 1323: Nachweis eines Stadtrichters (Gerichtsbarkeit)
  • vor 1324: Städtische Verfassung (1324 werden Haag die „Rechte und Freiungen“ der Stadt Wasserburg verliehen)
  • 1334: Verleihung des Allgemeinen Stadtrechts durch Kaiser Ludwig den Bayern
  • danach: Verleihung wichtiger„Einzelprivilegien“, die in ihrer Gesamtheit das „Stadtrecht“ ausmachen
  • 1339: Stadtbrand
  • 1392: Bayerische Landesteilung: Wasserburg fällt durch Losentscheid mit dem „Land vor dem Gebirg“ an Bayern-Ingolstadt.
  • ab 1410: Neubau der Stadtpfarrkirche durch „Meister Hans von Burghausen“. Später die Baumeister Stephan Krumenauer u. Wolfgang Wieser.
  • ab 1415: Ausbau der Stadtbefestigung
  • 1422: Vergebliche Belagerung der Stadt durch Herzog Heinrich von Landshut (Denkmal im Seiteneingang des Rathauses)
  • 1439: Verleihung des Salzscheibenpfennigs auf ewige Zeiten
  • 1447: Erneute Landesteilung: Wasserburg wird Landshut zugesprochen.
  • 1457–1459: Neubau des Rathauses durch Jörg Tünzl
  • 1504: Landshuter Erbfolgekrieg: Die Bürgerschaft übergibt die Stadt an Ruprecht von der Pfalz
  • 1526–1537: Herzog Wilhelm IV. baut die Burg zum herzöglichen Schloss um.
  • 1624: Kapuzinerkloster wird durch den Propst aus Gars am Inn gegründet.
  • 1634: Große Pest-Epidemie: Gelöbnis der Bürgerschaft, die Pfarrkirche zu erneuern.
  • ab 1635: Ausstattung der Pfarrkirche durch die Gebrüder Zürn aufgrund des Pestgelübdes von 1634
  • 1648: Erfolglose Belagerung Wasserburgs durch Schweden und Franzosen
  • 23. November 1705: Bauernschlacht am Achatzberg (Spanischer Erbfolgekrieg)
  • 1793: Letzter bayerischer Kreistag in Wasserburg
  • 1800: Schlacht bei Hohenlinden
  • 1879: Einrichtung der Königlichen Realschule Wasserburg
  • 1885: Letzter Stadtbrand
  • 1888: Einrichtung einer stadtgeschichtlichen Sammlung mit Ausstellungsraum in der ehemaligen St.Michaels-Kapelle (heute Museum Wasserburg)
  • 1902: Eröffnung der Bahnlinie Wasserburg Bahnhof (Reitmehring) – Wasserburg Stadt
  • 1905: Eröffnung der Bahnlinie Ebersberg - Wasserburg Bahnhof
  • 1914: Einweihung der Luitpold-Realschule an der Salzburger Straße
  • 1929: Einsturz der „Roten Brücke“ durch Eisstoß
  • 30. Juni 1972: Auflösung des Landkreises Wasserburg im Zuge der Landkreis-Gebietsreform Bayern; der Großteil des Gebietes wurde dabei dem Landkreis Rosenheim zugeschlagen, kleinere Teile gingen nach Mühldorf a. Inn, Ebersberg und Erding
  • 1975–1977: Bau der Sport und Freizeitanlage Badria
  • 1984–1986: Hochwasserfreilegung der Altstadt
  • 1985–1987: Bau der Umgehungsstraße B304
  • März 1987: Unterbrechung der Bahnlinie Wasserburg Bahnhof – Wasserburg Stadt (Dammrutsch); seither Stadtbusverkehr
  • 1992 Wiederaufnahme der Innschifffahrt
  • ca. 1980–2002: Zahlreiche Großprojekte im Rahmen der Stadtsanierung werden verwirklicht: Bau von Umgehungsstraße, Kläranlage, Ausbau der Kanalisation, Bau der beiden kostenlosen Parkhäuser, Stadtarchiv, Bau der Verbindungsrampe Münchner Straße sowie zahlreiche Gebäude- und Straßensanierungen in der Altstadt
  • 2007/2008: Erhöhung der Hochwasserschutzanlagen

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtrat und Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

24 ehrenamtliche Stadträte bilden zusammen mit dem hauptamtlichen Bürgermeister den Stadtrat von Wasserburg am Inn. Nach der Wahl vom 16. März 2014 setzt er sich so zusammen:[18]

Rathaus von Wasserburg
Partei Sitze Stimmenanteil
SPD 7 31,05 %
CSU 6 26,68 %
Grüne 3 12,40 %
Bürgerforum Wasserburg 3 10,60 %
Freie Wähler – Wasserburger Block 2 07,70 %
Freie Wähler Reitmehring Wasserburg 2 07,37 %
Linke Liste Wasserburg 1 04,20 %

Erster Bürgermeister ist seit 2002 Michael Kölbl (SPD). Bei der Kommunalwahl 2014 wurde er mit 81,7  % der gültigen Stimmen erneut im Amt bestätigt.

Partnerstädte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit September 1999 pflegt die Stadt Wasserburg am Inn eine offizielle Partnerschaft mit der Stadt Vincennes (Indiana) in den USA. Mit der Stadt Cugir in Transsilvanien (Rumänien) ist Wasserburg am Inn seit November 2009 offizielle Partnerstadt. Die freundschaftlichen Beziehungen zwischen Cugir und Wasserburg bestehen jedoch schon seit den frühen 1990er Jahren.[19]

Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Dichte von kulturellen Einrichtungen in der kleinen Inn-Stadt ist hoch. In und um Wasserburg haben sich darüber hinaus viele Künstler aus bildender und darstellender Kunst angesiedelt.

Theater, Kabarett[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Theater Wasserburg
  • Theaterkreis Wasserburg
  • Erzählcafe mit Ilona Picha-Höberth
  • Musik- und Theaterverein Attel
  • Gabersee live
  • wortwechsel Improvisationstheater

Musik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Stadtkapelle Wasserburg
  • Wasserburger Bach-Chor
  • Wasserburger Kammerorchester
  • Wasserburger Rathauskonzerte
  • Wasserburger Volksmusiktage
  • Wasserburger Adventssingen

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Museum Wasserburg (Herrengasse 15): Das Museum zeigt kunst- und kulturhistorische Ausstellungsstücke von der Spätgotik bis zum 19. Jahrhundert (Volkskunst, Möbel, Sakrale Kunst, Stadtgeschichte, Innschifffahrt und Handel, bürgerliches Leben, Zunft und Handwerk)
  • Wegmacher-Museum in der Straßenmeisterei (Herderstraße 5): Geschichtliche Entwicklung des Straßenbaus und der Straßenunterhaltung
  • Galerie im Ganserhaus des Arbeitskreises 68
  • Bierkellermuseum „Wasserburger Bierkatakomben“ (Besichtigung nur im Rahmen von Führungen)
  • Skulpturenweg am Inndamm rund um die Altstadt (jederzeit und ohne Eintritt zu besichtigen!)
  • Psychiatriemuseum im kbo-Inn-Salzach-Klinikum (vormals Bezirksklinikum Gabersee; nur nach Anmeldung und mit Führung zu besichtigen) [20]

Ehemalige Kneipp-Kurstadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Etwa ab 1483 ist in der Nähe der heutigen Kirche St. Achatz eine erdig-alkalische Mineralquelle bekannt. Sie war unter dem Namen Agatiusquelle oder Agatiusbad bekannt, das Heilwasser sollte vor allem gegen Hämorrhoidalleiden helfen.[21] Später wurde das Wasser mit Holzröhren 1400 Schritt weit zum dortigen Badehaus geleitet.[11]

1857 gab es einen Neubau der Gebäude, wobei das Bad ausgebaut wurde. Zuvor wurde das Wasser nur für die Reinigung der Stadtbewohner genutzt, ab dieser Zeit fand es aber auch für erste medizinische Zwecke einen Nutzen. Bis zum Bau der städtischen Wasserversorgungsanstalt im Jahr 1888 lief das Bad mit wirtschaftlichem Erfolg, danach sank allmählich das Interesse.

Das Realschulpensionat St. Achatz um 1900.

In Folge dessen wurde der Entschluss gefasst, das Bad zu einer Wasserkuranstalt nach den Prinzipien Sebastian Kneipps umzuwandeln und trotz einigen Unstimmigkeiten während der Planung wurde das Projekt am 1. Februar 1890 fertiggestellt. Die Nachfrage war groß, also wurden schon im Jahr 1891 erneut 65.000 Mark in den Ausbau von Gästezimmern, sowie die Errichtung eines Speise- und Aufenthaltsraumes und eines Gartens mit einem Springbrunnen investiert.

Als aber im Jahr 1892 ein neuer Arzt eingestellt wurde, der statt Kneippkuren andere Heilverfahren wie Heilgymnastik, elektrische Kuren oder Diätkuren anwendete, entflammte ein Streit zwischen diesem Arzt und den angestellten Ordensschwestern. Daraufhin blieben die Kurgäste aus und das Heilbad wich einem Internat.

Heute gibt es in Wasserburg allerdings einen der größten Kneipp-Vereine Bayerns.[22]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die mittelalterliche Altstadt von Wasserburg am Inn ist fast vollständig erhalten und als Gesamtheit äußerst sehenswert. Einige herausragende Gebäude in der Altstadt sind:

  • Rote Brücke (Innbrücke)
  • Brucktor (hierdurch führte die ehemalige Salzstraße in die Altstadt, mehrmals umgebaut, die Wandmalerei an der Innfront stammt von 1568)
  • Heilig-Geist-Spital mit Spitalkirche (Pfingstwunder) in der Bruckgasse 2: Das Spitalgebäude und die Kirche stammen aus dem 14. Jahrhundert. Das ehemalige Spital beherbergt heute das Erste Imaginäre Museum (auch Sammlung Günter Dietz), in dem Nachbildungen von Gemälden und Zeichnungen internationaler Künstler aus verschiedenen Epochen zu sehen sind.
  • Marktplatz mit Neuem und Altem Mauthaus, Rathaus und Marktkirche: Das Rathaus mit Doppelgiebeln stammt aus dem 15. Jahrhundert, wurde jedoch im 19. Jahrhundert umgebaut. Bemerkenswert die geschnitzte Holzbalkendecke im kleinen Rathaussaal von 1564.
  • Kirche St. Michael
  • Burg und Burgkapelle: auf der schmalsten Stelle der Landverbindung auf einem Höhenrücken gelegene Burg der ehemaligen Hallgrafen. Entstehungszeit der Burg im 12. Jahrhundert. Der herzogliche Getreidekasten wurde 1526 umgebaut. Das Schloss mit Treppengiebeln wurde 1531–1537 erbaut.
  • Pfarrkirche St. Jakob: spätgotische Hallenkirche, erbaut 1410–1478 von Hans von Burghausen, Hans Stethaimer und Stephan Krumenauer. Sehenswert die Renaissance-Kanzel der Gebrüder Zürn von 1635. An der Chorwand ist eine Darstellung des Heilsgeschehens als Lebensbaum aus dem 15. Jahrhundert zu sehen.
  • Frauenkirche: Das katholische, als Marktkirche erbaute Gebäude stammt aus der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts und ist die älteste Kirche der Stadt. 1750 erfolgte eine Umgestaltung im Stil des Barock. Bemerkenswert ist die Schöne Madonna auf dem Hochaltar.
  • Kernhaus am Marienplatz: ehemaliges Patrizierhaus mit spätmittelalterlichen Lauben im Erdgeschoss und Rokokofassade von Johann Baptist Zimmermann aus den Jahren 1738–1740. Heute befindet sich im Gebäude ein Hotel.
  • Max-Emanuel-Kapelle
  • Hungerturm (Im Hag, gegenüber der Freiwilligen Feuerwehr)
  • Pulverturm
  • Roter Turm (zwischen Schlachthausstraße und Ledererzeile, Ecke Hofstatt)
  • Stadtmauer und Altstadtfriedhof (Im Hag)
  • Schöne Aussicht: Aussichtsplatz mit Blick auf die Altstadt an der Salzburger Straße, Kellerberg

Etwas außerhalb der Altstadt:

  • Schloss Weikertsham
  • Kirche St. Achatz
  • Klosteranlage Attel
  • Kapelle in Elend
  • Inn-Salzach-Klinikum (bis 31. Dezember 2006 Bezirksklinikum Gabersee)
  • Inn-Staustufe
  • Innbrücke an der Umgehungsstraße

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Damen-Basketball-Mannschaft des TSV 1880 Wasserburg spielt in der 1. Damen-Basketball-Bundesliga (DBBL) und wurde in den Jahren von 2004 bis 2008, 2011, 2013, 2014, 2015, 2016 und 2017 Deutscher Meister, sowie in den Jahren von 2005 bis 2007, 2011, 2014, 2015, 2016, 2017 und 2018 Deutscher Pokalsieger.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Industrie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wasserburgs Wirtschaft ist geprägt von den großen Industrieanlagen am Stadtrand. Im Süden erstrecken sich die Anlagen der Molkerei Bauer, der RKW SE (Rheinische Kunststoffwerke), der Wasserburger Arzneimittelwerke und der Firma Gronbach. Bei der Anfahrt aus Richtung München erblickt man schon von weitem die Industrie-Silhouette der Meggle AG im Stadtteil Reitmehring.

Handel und Gewerbe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vor allen Dingen in der Altstadt und den umliegenden Stadtteilen sind zahlreiche Dienstleistungsgewerbe und Einzelhändler vertreten.

Insgesamt verzeichnet das Gewerberegister der Stadt Wasserburg am Inn ca. 1.000 angemeldete Gewerbebetriebe.

Verwaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit der Gemeindegebietsreform 1972 ist Wasserburg am Inn kein eigener Landkreis und somit keine Kreisstadt mehr. Dennoch konnte sich die Stadt viel von ihrer Zentralität bewahren. Viele wichtige Behörden und öffentliche Einrichtungen, auch des Bundes und des Freistaates Bayern, sind vor Ort zu finden.

Gesundheit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wasserburg am Inn ist stark vom Gesundheitswesen geprägt. Das Inn-Salzach-Klinikum (bis 31. Dezember 2006 Bezirksklinikum Gabersee) versorgt ganz Südostbayern mit seinen Leistungen im Bereich Psychiatrie und Neurologie. Zusammen mit der Triamed Kreisklinik und zahlreichen Gesundheitseinrichtungen sind weit über 1.500 Menschen im Gesundheitswesen beschäftigt. Die Anzahl der Fachärzte ist für ein Mittelzentrum weit überdurchschnittlich.

Im Ortsteil Attel befindet sich darüber hinaus eine (nichtkirchliche) Anstalt für geistig Behinderte, die Stiftung Attl.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine der Besonderheiten Wasserburgs ist die große Anzahl an Schulen: Die Stadt mit nur ca. 12.500 Einwohnern wird von über 6000 Schülern besucht.

  • Grundschule Wasserburg
  • Mittelschule Wasserburg
  • Anton-Heilingbrunner-Realschule
  • Grundschule Reitmehring
  • Luitpold-Gymnasium Wasserburg am Inn
  • Staatliche Berufsschule Wasserburg
  • Staatliche Berufsoberschule – BOS
  • Staatliche Fachoberschule – FOS
  • Berufsfachschule für Krankenpflege am Bezirksklinikum Gabersee
  • Berufsfachschule für Krankenpflegehilfe am Bezirksklinikum Gabersee
  • Berufsfachschule für Krankenpflege an der Triamed Kreisklinik Wasserburg
  • Berufsfachschule für Physiotherapie an der Triamed Kreisklinik Wasserburg
  • Staatliche Fachhochschule für öffentliche Verwaltung und Rechtspflege in Bayern – Fachbereich Sozialwesen
  • Akademie der Sozialverwaltung
  • Sonderpädagogisches Förderzentrum Wasserburg
  • Makarius-Wiedemann-Schule der Stiftung Attl (privates Förderzentrum, Förderschwerpunkt geistige Entwicklung)
  • Volkshochschule Wasserburg
  • Musikpädagogisches Institut
  • Kunststoff-Institut Wasserburg e. V. (KIW)

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schiene[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Bahnhof Wasserburg im Ortsteil Reitmehring treffen sich die Bahnstrecken Grafing–Wasserburg (im Volksmund Filzenexpress genannt) und Mühldorf–Rosenheim. Erstgenannte Bahnstrecke führt weiter zum in der Altstadt gelegenen Bahnhof Wasserburg Stadt. Auf diesem Abschnitt verkehrt seit der Einstellung des Schienenpersonenverkehrs im Jahre 1987 der Stadtbus. Im Jahr 2004 hat die Stadt Wasserburg die Eisenbahninfrastruktur der vier Kilometer langen Stichstrecke zum Altstadtbahnhof von DB Netz übernommen, um durchgehende Zugverbindungen nach München zu ermöglichen. Aufgrund der hohen Sanierungskosten beschloss der Stadtrat die Stilllegung, zu der es jedoch wegen des Übernahmeinteresses eines Bahnkonsortium bisher nicht kam.[23]

Straße[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch Wasserburg führen die Bundesstraßen 15 von Regensburg über Landshut nach Rosenheim, direkt an der Strecke Deutsche Ferienroute Alpen–Ostsee, und 304 von München nach Salzburg. Als weitere wichtige regionale Verbindungsstraßen durchqueren die Staatsstraßen 2352 und 2091 die Stadt.

Das Schienenverkehrsangebot des Filzenexpress Richtung München wird zwischen Grafing und Wasserburg durch die Buslinie 9421 des Busunternehmens Regionalverkehr Oberbayern ergänzt.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bilder von Wasserburg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Panoramen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wasserburg vom Aussichtspunkt „Schöne Aussicht“ im April
im Februar
Panorama-Aufnahme der Innbrücke
Wasserburg Stadtansicht vom Innufer aus

Galerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der in Wasserburg am Inn lebende Autor Christian Böhm verortet seine „Watzmann“-Krimireihe in seiner Heimatstadt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Franz Dionys Reithofer: Kurzgefaßte Geschichte der königl. baierischen Stadt Wasserburg. Aus Urkunden und anderen guten Quellen verfaßt und nach Sachen- und Zeitfolge geordnet. Wasserburg 1814 (E-Kopie).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Wasserburg am Inn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 4. Januar 2018 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Martin Geiger: Wasserburg a.Inn – Ein geschichtlicher Abriß, Verlag Die Bücherstube, Wasserburg, 1980, ISBN 3-922310-04-4, S. 1
  3. Man vergleiche z. B. den Kupferstich auf dieser Seite mit den Fotografien
  4. W. Kraus: Der Hochwasserschutz von Wasserburg am Inn, Bau Intern, Zeitschrift der Bayerischen Staatsbauverwaltung, Heft 7, Verlag Karl M. Lipp, München, 1987
  5. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?val=534&attr=OBJ&modus=automat&tempus=20111023/131132&hodie=20111023/131132
  6. Martin Geiger: Threulich und ohne Gefährde – Ämter und Eide im alten Wasserburg, Verlag Wasserburger Bücherstube, Wasserburg, 2011, ISBN 978-3-9812005-9-1
  7. bronzezeitliche Funde, ovb-online.de, Abruf 29. Oktober 2013
  8. Ausgrabungen aus dem 9. Jahrhundert, wasserburger-stimme.de, Abruf 29. Oktober 2013
  9. Ausgrabungen aus dem 9. Jahrhundert, rosenheim24.de, Abruf 29. Oktober 2013
  10. a b re: Wasserburger Schätze nochmal im Original in OVB online am 4. Mai 2012, online unter ovb-online.de
  11. a b Josephine von Drouin: Kurze Beschreibung des Bades Seeon's: im königlich bayerischen Isarkreise, nebst dessen Umgebungen mit geschichtlichen Erinnerungen. 1835, S. 13 (google.de [abgerufen am 28. März 2018]).
  12. 750 Jahre Rathaus. Stadt Wasserburg a.Inn, 2002, abgerufen am 24. März 2018.
  13. Martin Geiger: Threulich und ohne Gefährde – Ämter und Eide im alten Wasserburg, Verlag Wasserburger Bücherstube, Wasserburg, 2011, ISBN 978-3-9812005-9-1, S. 13f.
  14. Michael Braun: Beiträge zur Geschichte der Pfarrei Schnaitsee. Selbstverlag, Reichertshausen a. d. Ilm 1928, S. 24–25.
  15. Michael Braun: Beiträge zur Geschichte der Pfarrei Schnaitsee. Selbstverlag, Reichertshausen a. d. Ilm 1928, S. 26 f.
  16. Josephine von Drouin: Kurze Beschreibung des Bades Seeon's: im königlich bayerischen Isarkreise, nebst dessen Umgebungen mit geschichtlichen Erinnerungen. 1835, S. 12 (google.de [abgerufen am 24. März 2018]).
  17. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 588 und 589.
  18. Archivlink (Memento des Originals vom 28. Oktober 2012 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.wasserburg.de
  19. Wasserburg - Unsere Partnerstädte. Abgerufen am 20. Dezember 2017.
  20. Eckart Roloff und Karin Henke-Wendt: Vorbei mit dem ,therapeutischen Nihilismus' von damals. (Das Psychiatriemuseum im kbo-Inn-Salzach-Klinikum Wasserburg) In: Besuchen Sie Ihren Arzt oder Apotheker. Eine Tour durch Deutschlands Museen für Medizin und Pharmazie. Band 2, Süddeutschland. Verlag S. Hirzel, Stuttgart 2015, S. 148–150, ISBN 978-3-7776-2511-9.
  21. Gabriel Andral et al.: Universal-Lexicon der practischen Medicin und Chirurgie. Franke, 1836, S. 295 f. (google.de [abgerufen am 28. März 2018]).
  22. Wasserburgs kurze Zeit als Kneipp-Kurstadt. Kneipp-Verein Wasserburg am Inn e.V., abgerufen am 28. März 2018.
  23. Altstadtbahn: "So nimmt die Vision Fahrt auf" (Pressemeldung Ortsgruppe Wasserburg Pro Bahn e.V.). Oberbayerisches Volksblatt GmbH & Co. Medienhaus KG, 30. Juli 2014, abgerufen am 20. Dezember 2015.