Herzoglich Nassauische Armee

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Darstellung von nassauischen Truppen in der Uniform zur Zeit des Krieges in Spanien

Die Herzoglich Nassauische Armee war die Armee des Herzogtums Nassau von 1806 bis 1866.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vorgeschichte - das Militär der Vorgängerstaaten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Getreidespeicher in Diez wurde bereits vom Fürstentum Oranien-Nassau zur Kaserne ausgebaut und vom Herzogtum Nassau weiterverwendet

Das Militär von Nassau-Weilburg und Nassau-Usingen im Heiligen Römischen Reich war weitgehend bedeutungslos. Beide Fürstentümer hatten nur die Mindestzahl an Soldaten, die das Reich für die so genannten Kreistruppen forderte, also jeweils zwei Kompanien à 56 Mann. Die Kampfstärke dieser vier nassauischen Kompanien galt als gering.

Mit den Gebietserweiterungen nach dem Reichsdeputationshauptschluss 1803 war den beiden Herrschern klar, dass das größer gewordene Nassau seine Rüstungsanstrengungen verstärken musste. Hierzu wurden zunächst die Truppen der übernommenen Gebiete in das nassauische Heer übernommen. Wichtig war hier vor allem die Übernahme des sogenannten „Scheitherschen Jägerkorps“, dass Nassau nach Verhandlungen mit dem Mainzer Kurfürsten Ende 1802 in voller Montur und Bewaffnung übernahm. Das Korps war 1800 mit britischen Subsidiengeldern für den Kurfürsten für den Kampf gegen Frankreich aufgestellt worden. Es bestand aus vier kompletten und vor allem kampferfahrenen Kompanien, hatte eine Stärke von 13 Offizieren und 312 Unteroffizieren und Gemeinen, und bildete in den nächsten Jahren den Kern der nassauischen Armee. Wichtig war auch, dass Nassau mit diesem Bataillon erfahrene Offiziere erhielt, die in der Nassauer Armee Karriere machen sollten. Sein Kommandeur, Major Conrad von Schäffer, wurde sechs Jahre später zum ersten Nassauer General befördert; der als Hauptmann übernommene Ludwig von Bismark stieg zum General-Adjutanten auf.

Napoleonische Zeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Uniformen des 2. Infanterie-Regimentes, 1810 in Spanien

Die Geschichte der nassauischen Armee ist eng mit den jeweiligen Bündnisverpflichtungen des Herzogtums verbunden. Bereits mit der Gründung des Rheinbundes hatte sich Nassau, wie die übrigen Staaten, verpflichtet Napoléon mit Truppen zu unterstützen. Die Rheinbundstaaten mussten zusammen 63.000 Soldaten stellen, dies entsprach je einem Soldaten je 155 Einwohner. Auf das Herzogtum Nassau entfielen damit 1680 Mann.

Die Organisation der nassauischen Truppen erfolgte bereits 1803 unter Einbeziehung von Verbänden, die aus Vorgängerstaaten übernommen wurden. Es wurden folgende Einheiten aufgestellt:

Jedes Bataillon bestand aus vier Kompanien, mit insgesamt 15 Offizieren und 536 Mann. Da hierbei die Truppenanzahl deutlich aufgestockt wurde, erfolgte die Rekrutierung der erforderlichen Soldaten durch Konskription. Das Offizierskorps bestand anfänglich aus Offizieren der Vorgängerstaaten. Den Oberbefehl über die Truppen lag beim Herzog, der durch einen General-Adjutanten vertreten wurde. Der erste Herzog, Friedrich August hatte umfassende militärische Erfahrung und war 1790 vom Kaiser zum Feldmarschall ernannt worden.

Die Soldaten trugen ab 1803 grüne Uniformröcke. Bei der Infanterie trug man graue oder weiße Hosen, gelbes Lederzeug und Tschakos, beim 1. Bataillon Raupenhelme, ab 1810 einheitlich Pelzmützen. Die Bewaffnung bestand aus Steinschlossgewehren mit Bajonett. Bei der Kavallerie gab es grüne Spenzer und Hosen, schwarzes Lederzeug sowie Raupenhelme, ab 1810 Pelzmützen. Das Zentraldepot der Armee wurde 1808 im zunächst im säkularisierten Kloster Eberbach im Rheingau errichtet.[1] Im Zuge des Ausbaus der Wiesbadener Kasernen erfolgte eine Verlegung nach Wiesbaden.

Mit Ausbruch des Krieges zwischen Preußen und Frankreich 1806 musste Nassau seine Bündnisverpflichtung mit Frankreich erfüllen. Die Bataillone wurden auf sechs Kompanien vergrößert und zu einer Brigade zusammengefasst. Weiterhin wurde eine zusätzliche Kompanie berittener Jäger aufgestellt. Die Armee beteiligte sich auf französischer Seite an der Schlacht bei Jena. Im Winter 1806 stellen drei nassauische Bataillone die Besatzungstruppen von Berlin. Im April 1807 erfolgte die Verlegung nach Pommern. Die Truppen beteiligten sich an der Kämpfen bei Ueckermünde und Anklam, sowie an der Belagerung von Kolberg und Stralsund. Ab November 1807 kehrten die Truppen nach Nassau zurück und wurden reorganisiert. Die Armee sollte aus zwei Regimentern mit je 2 Bataillonen zu fünf Kompanien bestehen. Hintergrund war die Forderung Napoleons, die Sollstärke der Truppen um 25 % zu erhöhen. Die Sollstärke der nassauischen Armee betrug nun 2750 Mann. Die Organisation in Regimenter sollte verhindern, dass die Kompanien in französische Regimenter eingegliedert und von französischen Obersten befehligt wurden.

Bereits im August 1808 marschierte das vergrößerte 2. Herzogliche Nassauische Infanterieregiment nach Spanien zur Unterstützung der französischen Truppen. Es war aus dem 2. und 3. Bataillon, je einer Kompanie der anderen Bataillone, einer Eskadron reitender Jäger und 300 neuen Rekruten gebildet worden. Jedes Bataillon bestand aus einer Grenadierkompanie, vier Füsilierkompanien und einer Voltigeuerkompanie Der Einsatz dauerte fast fünf Jahre. In dieser Zeit nahmen die Truppen an sieben Schlachten und 33 Gefechten teil.

Das 1. Herzogliche Infanterieregiment und eine weitere Eskadron wurde ab April 1809 gegen Österreich im Fünften Koalitionskrieg eingesetzt. Es war aus den verbliebenen Teilen des 1. und 4. Bataillons sowie Truppen der Fürstentümer Hohenzollern-Hechingen, Hohenzollern-Sigmaringen und Isenburg gebildet worden. Im Frühjahr 1810 erfolgte die Verlegung nach Spanien. Dort war es in den nächsten Jahren an 35 Gefechten beteiligt. Aufgrund des umfangreichen Spanieneinsatzes musste das Herzogtum keine Truppen für den Russlandfeldzug 1812 stellen.

Mit dem Wechsel zur antinapoleonischen Allianz erhielten die Truppen den Befehl zum Frontwechsel. Oberst August von Kruse wechselte mit dem 2. Regiment am 10. Dezember 1813 bei Bayonne zu den Engländern. Es sollte per Schiff über England in die Niederlande verlegt werden. Bei einem Sturm vor der Insel Texel sanken zwei der Schiffe. Dabei ertranken 230 Soldaten und Offiziere. Oberst Friedrich Wilhelm Meder hielt seinen Eid auf Napoléon und verweigerte mit dem 1. Regiment den Frontwechsel. Das Regiment wurde von den Franzosen am 22. Dezember 1813 entwaffnet und gefangengenommen. Oberst Meder wechselte in die französische Armee und fiel in Spanien. Insgesamt starben etwa 62 % der am Spanieneinsatz beteiligten nassauischen Soldaten während des Feldzugs.

Gleichzeitig musste Nassau nach dem Wechsel weitere Truppen aufstellen. Mit einer Brigade bestehend aus dem 3. Infanterie-Linienregiment, dem Landwehr-Regiment und einem Jägercorps beteiligte es sich 1813/14 an der Belagerung von Mainz. Zusätzlich musste Nassau einen Landsturm von bis zu 36.000 Mann organisieren.

Waterloo-Denkmal, Wiesbaden
Die nassauische Waterloo-Medaille

Nach der französischen Kapitulation 1814 überließ das Herzogtum das 2. Infanterieregiment dem Königreich der Niederlande für sechs Jahre und löste den Landsturm wieder auf. In der Schlacht bei Waterloo kämpften die herzoglichen Truppen in der englisch-niederländischen Armee. In dieser Schlacht verloren 887 nassauische Soldaten ihr Leben. Für die Überlebenden wurde die Waterloo-Medaille gestiftet. Das Waterloo-Denkmal auf dem Wiesbadener Luisenplatz erinnert an die Nassauer Gefallenen.

Infolge des Wiener Kongresses kam es zu weitreichenden Änderungen. So wurden mit Preußen infolge der Gebietsabtretungen auch ca. 1700 Soldaten ausgetauscht. Das 3. Infanterie-Linienregiment, das Landwehr-Regiment und die berittenen Jäger wurden aufgelöst.

Deutscher Bund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehemalige nassauische Infanteriekaserne in Wiesbaden (erbaut 1817–1819)
Ehemaliges Militärhospital (1828 ~ 1840) und Offiziersschule (1840 ~ 1912); letztes erhaltenes Gebäude der nassauischen Kasernen in Wiesbaden[2]

Die ab 1815 bestehende Truppenorganisation richtete sich nach der Bundeskriegsverfassung des Deutschen Bundes. Die beiden nassauischen Bataillone gehörten zur 2. Division des IX. Bundes-Corps. Sie umfassten 4039 Mann. In Friedenszeiten standen hiervon jedoch nur etwa ein Sechstel unter Waffen. Die übrigen wurden nach der Ausbildung, mit Ausnahme der Herbstmanöver, beurlaubt. Garnisonstädte der Armee waren Weilburg (1. Regiment 1. Bataillon), Diez (1. Regiment 2. Bataillon), Wiesbaden (2. Regiment und Artillerie) und Biebrich (Jäger und Pioniere). Eine besondere Einrichtung war die Garnisonskompanie auf der Festung Marxburg; sie diente der Versorgung pensionsberechtigter Militärangehöriger, die auf ihre Entlassung aus dem aktiven Militär verzichteten.[3] Daneben bestand der Landsturm, der in 27 Kompanien gegliedert war. Die Rekruten wurden aus dem Kreis der Wehrpflichtigen ausgelost, ihre Dienstzeit dauerte vom 20. bis zum 26. Lebensjahr, zuzüglich ein Jahr in der Reserve. Der erloste Rekrut konnte sich von einem „Einsteher“ vertreten lassen.

Die „Hainkaserne“ entwickelte sich aus der 1820 zur Kaserne umgebauten Weilburger Münze.

Ab 1819 verfügte Nassau über eine eigene Militärschule für die Offiziersausbildung in Wiesbaden. Das Offizierkorps sollte, nach den Koalitionskriegen, schrittweise durch junge Offiziere aus dem Kreis der eigene Untertanen ersetzt werden. Dies führte in der Armee zu erheblichen Spannungen mit den Kriegsveteranen, die sich hierdurch ihrer Aufstiegsmöglichkeiten beraubt sahen. Eine Folge dieser Spannungen war der „Weilburger Kadettenmord“, bei dem der Kadett Adolf Vigelius in der Nacht zum 8. Dezember 1827 in Weilburg ermordet wurde. Die langjährigen Ermittlungen ergaben, dass der Mord von zahlreichen Angehörigen des 1. Bataillons gemeinschaftlich begangen worden war. Am 26. März 1832 verkündete das Kriegsgericht das Urteil: 37 noch lebende Armeeangehörige wurden wegen gemeinschaftlich begangenen Mordes zum Tode verurteilt. Bei den vier Rädelsführern wurde das Urteil mit dem Schwert vollstreckt, in den übrigen Fällen gewährte der Herzog eine Begnadigung in Form von Zuchthausstrafen zwischen 2 und 21 Jahren.[4]

August von Kruse, General-Adjutant der nassauischen Truppen

Ab 1821 unterstand die Truppe dem „Generalcommando“ unter Generalmajor August von Kruse. Anstelle der Landsturmbataillone wurde ein Reservebataillon zu acht Kompanien aufgestellt. Dieses nahm bevorzugt Polizeiaufgaben wahr. Die in der Schlacht von Waterloo erbeuteten Kanonen bildeten den Grundstock der 1820 aufgestellten 1. nassauischen Artillerie-Kompanie. Die erbeuteten Kanonen wurden zügig durch eigenentwickelte Kanonen ersetzt. Die Artillerie genoss den Ruf der Elitetruppe des Herzogtums. Ihre Garnison war ab 1828/29 die neue Artillerie-Kaserne Wiesbaden.

In Folge der Julirevolution von 1830 kam es zu Mobilmachungen, zur Abwehr der in Kurhessen, besonders um Hanau, ausgebrochenen Unruhen. Im folgenden Jahr kam es erneut zur Mobilmachung für die geplante Bundesexekution aufgrund der Belgischen Revolution in Belgien und Luxemburg. Aufgrund des inzwischen geschlossenen Belgisch-Niederländischen Friedensvertrages unterblieb das Ausrücken.

Die Infanterie wurde 1831 in drei Bataillone zu je vier Kompanien gegliedert. Zusätzlich wurde eine Pioniereinheit aufgestellt. Für alle Soldaten wurde einheitlich der Tschako als allgemeine Kopfbedeckung eingeführt. Die Artillerie wurde 1833 zu einer Division aus zwei Kompanien vergrößert. Ab 1836 erfolgte die generelle Umstellung auf Perkussionsgewehre, ab 1846 auf gezogene Gewehre.

Die Jahre 1848 und 1849 führten erneut zu Mobilmachungen und Aufmärschen. Nassauische Truppen waren an der Niederschlagung des republikanischen Aufstandes in Baden beteiligt. Hier waren sie am Gefecht bei Mannheim und dem Sturm auf Freiburg beteiligt.

Unter persönlicher Führung von Herzog Adolf befand sich ein Kontingent im Krieg gegen Dänemark. In dem Gefecht bei Eckernförde verhinderten die nassauische und die schleswig-holsteinische Artillerie die Landung der dänischen Flotte. Für die 126 nassauischen Teilnehmer des Gefechts stiftete der Herzog eine Erinnerungsmedaille. Bei dem Gefecht gab es auf nassauischer Seite keine Gefallenen. Nach dem Krieg gegen Dänemark war die nassauische Armee wieder gegen Aufständische in Baden eingesetzt.

Infolge der Märzrevolution kam es auch im nassauischen Militär zu Veränderungen. So wurde der Regimentsverband aufgelöst und die allgemeine Volksbewaffnung durch das Volkswehrgesetz geregelt. Diese Änderungen wurden jedoch in der Reaktionsära wieder zurückgenommen. Das Reserve-Bataillon, das bisher Aufgaben der Landespolizei wahrgenommen hatte, wurde aufgelöst und seine Aufgaben wurden auf das neu geschaffene Landjägerkorps übertragen. Auch kam es 1849 zu einer Änderung der Uniform. Sie bestand nun aus grünem Waffenrock und Pickelhaube.

Rheinkaserne in Biebrich (um 1860 erbaut)
Die ab 1862 eingeführten Uniformen

1862-64 erfolgte eine erneute Änderung der Uniformen, nach österreichischen Vorbild. Die Grundfarben, grüner Waffenrock mit gelbem Lederzeug, blieben jedoch erhalten. Der Tschako wurde wieder eingeführt.

Ihren letzten Einsatz hatte die nassauische Armee im Deutschen Krieg von 1866, an dem Nassau mit etwa 6100 Soldaten teilnahm. Herzog Adolf führte persönlich den Oberbefehl. Nach dem Gefecht bei Zorn (12. Juli 1866) verließ Herzog Adolf sein Herzogtum. Die nassauische Armee wurde in den Odenwald verlegt und nahm noch an den Gefechten bei Tauberbischofsheim (24. Juli 1866) und Gerchsheim (25. Juli 1866) teil. Insgesamt hatte die Armee in diesem Krieg fünf Gefallene und sieben Vermisste zu verzeichnen.

Am 8. September 1866 verabschiedete der Herzog im bayerischen Günzburg die Truppe, die danach von ihrem Fahneneid entbunden wurde. Die Soldaten kehrten in das jetzt von Preußen annektierte Land heim. Die Verbände wurden aufgelöst. Offiziere, Unteroffiziere sowie neue Wehrpflichtige wurden in die preußische Armee übernommen.

Nachgeschichte: Übernahme in die preußische Armee[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der preußischen Armee wurde die nassausche Tradition fortgeführt. Mehrere Truppenteile führten die Bezeichnung Nassauisch im Namen und das Datum der Errichtung der nassauischen Einheiten als Stiftungstag.

General-Adjutanten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anton von Ziemiecki

Die Truppe stand unter dem direkten Befehl des Herzogs. Dieser wurde durch den General-Adjutanten vertreten. Der Posten wurde von einem Offizier im Range eines Generalmajors wahrgenommen. Während seiner Dienstzeit konnte die Beförderung zum Generalleutnant erfolgen.

Die Militärverwaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1803 wurde die „Militärdeputation“ oder „Kriegsdeputation“ als zentrale Verwaltungsorganisation für Militärfragen geschaffen. Sie war für Rekrutierung und Stationierung der Truppen sowie Disziplinarsachen und Beschwerden gegen Militärpersonen verantwortlich. Sie hatte die Aufsicht über die Verwaltung des Unterhalts, der Bekleidung und Verpflegung der Truppen und des Pensionswesens. Sie bestand zunächst aus einem Regierungsrat, zwei Offizieren und einem Mitglied der Hofkammer. Ab dem 7. November 1806 wurde sie in „Kriegskollegium“ umbenannt und erhielt erweiterte Kompetenzen, vergleichbar einem Kriegsministerium; sie war jedoch unabhängig von der Regierung des Herzogtums Nassau und stand direkt unter dem Vorsitz des Herzogs. Zu ihren Aufgaben gehörte die Verwaltung des Militärfonds, das militärische Beschaffungswesen, die Oberaufsicht über die Magazine, Rüstkammern und Depots, Konskriptionswesen einschließlich der Dispension vom Militärdienst, Vormundschaft über Kriegswaisen und die Oberaufsicht über die Militärgerichtsbarkeit. Sie war Appellationsinstanz der Militärgerichte und Gericht erster Instanz für Eheprozesse von Militärangehörigen. Das Organisationsedikt vom 9. / 11. September 1815 ließ die Aufgaben des Kriegskollegiums unverändert.

Liste der Schlachten des Herzoglich Nassauischen Militärs[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schlachten und Gefechte der Herzoglich Nassauische Armee
Datum Einheit Schlacht/Gefecht Ort Gegner
3. Oktober 1806 3. Jäger-Bataillon Schlacht Jena Preußen
15. April 1807 2./3./4. Bataillon Gefecht Pasewalk Preußen
16. April 1807 2./3./4. Bataillon Schlacht Ferdinandshoff Preußen
17. April 1807 2./3./4. Bataillon Gefecht Uckermünde Preußen
29. Juni 1807 2./3./4. Bataillon Gefecht Colberg Preußen
30. Juni 1807 2./3./4. Bataillon Gefecht Colberg Preußen
22. Juli 1807 2./3./4. Bataillon Gefecht Stralsund Preußen
23. Juli 1807 2./3./4. Bataillon Gefecht Stralsund Preußen
27. Juli 1807 2./3./4. Bataillon Gefecht Stralsund Preußen
6. August 1807 2./3./4. Bataillon Gefecht Stralsund Preußen
11. August 1807 2./3./4. Bataillon Gefecht Stralsund Preußen
25. August 1807 2./3./4. Bataillon Gefecht Stralsund Preußen
27. August 1807 2./3./4. Bataillon Gefecht Stralsund Preußen
28. August 1807 2./3./4. Bataillon Gefecht Stralsund Preußen
29. August 1807 2./3./4. Bataillon Gefecht Stralsund Preußen
9. September 1807 2./3./4. Bataillon Besitzergreifung Rügen Preußen
25. Oktober 1808 2. Inf. Regiment Gefecht Zornosa Spanien
26. Oktober 1808 2. Inf. Regiment Gefecht Durango Spanien
31. Oktober 1808 2. Inf. Regiment Schlacht Durango Spanien
8. November 1808 2. Inf. Regiment Gefecht Valmaseda Spanien
24. Januar 1809 2. Inf. Regiment Gefecht Jaraiceo Spanien
25. Januar 1809 2. Inf. Regiment Gefecht Miravette Spanien
26. Januar 1809 2. Inf. Regiment Gefecht Lugar Nuevo Spanien
27. Januar 1809 2. Inf. Regiment Gefecht Almaraz Spanien
3. Februar 1809 2. Inf. Regiment Gefecht Almaraz Spanien
9. Februar 1809 2. Inf. Regiment Gefecht Almaraz Spanien
10. Februar 1809 2. Inf. Regiment Gefecht Almaraz Spanien
15. Februar 1809 2. Inf. Regiment Gefecht Almaraz Spanien
17. März 1809 2. Inf. Regiment und reitende Jäger Gefecht Talavera la vieje Spanien
17. März 1809 2. Inf. Regiment und reitende Jäger Gefecht Mesa de Ibor Spanien
27. März 1809 2. Inf. Regiment und reitende Jäger Gefecht Medellin Spanien
28. März 1809 2. Inf. Regiment und reitende Jäger Schlacht Medellin Spanien
16. Mai 1809 2. Inf. Regiment Gefecht Merida Spanien
17. Mai 1809 2. Inf. Regiment Gefecht Merida Spanien
18. Mai 1809 2. Inf. Regiment Gefecht Merida Spanien
19. Mai 1809 2. Inf. Regiment Gefecht Merida Spanien
20. Mai 1809 2. Inf. Regiment Gefecht Merida Spanien
5. Juni 1809 1. Inf. Regiment Gefecht Pfaffenhofen Österreich
27. Juli 1809 2. Inf. Regiment Schlacht Talavera de la Reyna Spanien
28. Juli 1809 2. Inf. Regiment Schlacht Talavera de la Reyna Spanien
8. August 1809 2. Inf. Regiment Gefecht Toledo Spanien
9. August 1809 2. Inf. Regiment Gefecht Toledo Spanien
11. August 1809 2. Inf. Regiment Schlacht Almonacid Spanien
21. August 1809 2. Inf. Regiment Gefecht Fuenti duena Spanien
21. August 1809 Reitende Jäger Gefecht Escaray Spanien
22. August 1809 2. Inf. Regiment Gefecht Villa maurique Spanien
23. August 1809 Reitende Jäger Gefecht Logrono Spanien
19. November 1809 2. Inf. Regiment Schlacht Ocana Spanien
25. November 1809 Reitende Jäger Gefecht Brivieska Spanien
2. Dezember 1809 Reitende Jäger Gefecht Villovejo Spanien
19. Dezember 1809 Reitende Jäger Gefecht Prieva Spanien
21. März 1810 1. Inf. Regiment und reitende Jäger Gefecht auf dem Montserrat Spanien
22. März 1810 1. Inf. Regiment und reitende Jäger Gefecht Manresa Spanien
22. März 1810 1. Inf. Regiment und reitende Jäger Gefecht auf dem Col de David Spanien
23. März 1810 1. Inf. Regiment und reitende Jäger Gefecht Manresa Spanien
24. März 1810 1. Inf. Regiment und reitende Jäger Gefecht Manresa Spanien
25. März 1810 1. Inf. Regiment und reitende Jäger Gefecht auf dem Montserrat Spanien
2. April 1810 1. Inf. Regiment Gefecht Manresa Spanien
3. April 1810 1. Inf. Regiment Gefecht Manresa Spanien
4. April 1810 1. Inf. Regiment Gefecht Manresa Spanien
5. April 1810 1. Inf. Regiment Gefecht Manresa Spanien
15. April 1810 1. Inf. Regiment Gefecht a la Cruz cubierta Spanien
27. April 1810 2. Inf. Regiment Gefecht Puerto la Piche Spanien
1. Mai 1810 Reitende Jäger Gefecht Malagon Spanien
16. Mai 1810 2. Inf. Regiment Gefecht Puerto la Piche Spanien
24. Mai 1810 Reitende Jäger Gefecht la Motta Spanien
4. Juli 1810 Reitende Jäger Gefecht Villa nueva de los Infantes Spanien
18. Juli 1810 Reitende Jäger Gefecht Mestanza bei Puertollano Spanien
29. Juli 1810 2. Inf. Regiment Gefecht Sta. Cruz de Modela Spanien
3. August 1810 Reitende Jäger Gefecht Malagon Spanien
25. August 1810 Reitende Jäger Gefecht Abenojar Spanien
26. August 1810 Reitende Jäger Gefecht Agudo Spanien
7. September 1810 2. Inf. Regiment und reitende Jäger Gefecht Soquellamos Spanien
12. September 1810 Reitende Jäger Gefecht La Nova Spanien
7. Oktober 1810 1. Inf. Regiment Gefecht Hospitalet Spanien
15. Oktober 1810 Reitende Jäger Gefecht Picon Spanien
17. Oktober 1810 Reitende Jäger Gefecht Malagon Spanien
25. Oktober 1810 1. Inf. Regiment Gefecht Barcelona Spanien
31. Oktober 1810 1. Inf. Regiment Gefecht Molinos del Rey Spanien
16. November 1810 Reitende Jäger Gefecht Puertolano Spanien
18. November 1810 Reitende Jäger Gefecht Argamassilla Spanien
19. November 1810 1. Inf. Regiment Gefecht San Andres bei Barcelona Spanien
12. Dezember 1810 Reitende Jäger Gefecht Migueltura Spanien
30. Januar 1811 2. Inf. Regiment Gefecht Penas de San Pedro Spanien
5. März 1811 2. Inf. Regiment und reitende Jäger Gefecht Albacete Spanien
6. März 1811 2. Inf. Regiment und reitende Jäger Gefecht Albacete Spanien
6. März 1811 2. Inf. Regiment und reitende Jäger Gefecht Villa nueva de los Infantes Spanien
19. März 1811 1. Inf. Regiment und reitende Jäger Gefecht Barcelona Spanien
5. April 1811 1. Inf. Regiment Gefecht Trenta Passos Spanien
25. Mai 1811 1. Inf. Regiment Gefecht St. Celoni Spanien
11. Juli 1811 1. Inf. Regiment Gefecht Mataro Spanien
12. Juli 1811 2. Inf. Regiment Gefecht Alcaraz Spanien
17. Juli 1811 2. Inf. Regiment und reitende Jäger Gefecht Lezuza Spanien
25. Juli 1811 1. Inf. Regiment Gefecht auf dem Montserrat Spanien
7. August 1811 2. Inf. Regiment und reitende Jäger Gefecht Villarobledo Spanien
13. August 1811 1. Inf. Regiment Gefecht Diana Spanien
25. August 1811 2. Inf. Regiment Gefecht Alcaraz Spanien
21. September 1811 1. Inf. Regiment Gefecht Moncada Spanien
17. Oktober 1811 2. Inf. Regiment Gefecht Sta. Cruz Spanien
2. November 1811 2. Inf. Regiment und reitende Jäger Gefecht Villa Nueva de la Fuente Spanien
12. November 1811 1. Inf. Regiment Gefecht Mataro Spanien
20. November 1811 2. Inf. Regiment Gefecht Villa Nueva de los Infantes Spanien
31. Dezember 1811 Reitende Jäger Gefecht Ciudad Real Spanien
16. Januar 1812 Reitende Jäger Gefecht Almagro Spanien
18. Januar 1812 Reitende Jäger Gefecht Porzuna Spanien
24. Januar 1812 1. Inf. Regiment Gefecht Alta Fulla Spanien
31. März 1812 2. Inf. Regiment und reitende Jäger Gefecht Villa nueva de los Infantes Spanien
25. April 1812 Reitende Jäger Gefecht Quintanar del Orden Spanien
6. Mai 1812 1. Inf. Regiment Gefecht Granollers Spanien
20. Mai 1812 1. Inf. Regiment Gefecht St. Vincens bei Molinos del Rey Spanien
26. Mai 1812 1. Inf. Regiment Gefecht Molinos del Rey Spanien
31. Mai 1812 1. Inf. Regiment Gefecht Molinos del Rey Spanien
6. Juni 1812 1. Inf. Regiment Gefecht Matorell Spanien
1. Juli 1812 Reitende Jäger Gefecht Colmenar el Viejo Spanien
17. Juli 1812 2. Inf. Regiment und reitende Jäger Gefecht Mora Spanien
29. Juli 1812 1. Inf. Regiment Gefecht auf dem Montserrat Spanien
31. Juli 1812 1. Inf. Regiment Gefecht Matorell Spanien
1. August 1812 Reitende Jäger Gefecht Navas del Marques Spanien
7. August 1812 1. Inf. Regiment Gefecht St. Celoni Spanien
6. September 1812 1. Inf. Regiment Gefecht Mataro Spanien
7. September 1812 1. Inf. Regiment Gefecht Palleja Spanien
22. September 1812 2. Inf. Regiment Gefecht Consuegra Spanien
14. November 1812 Reitende Jäger Gefecht Salamanca Spanien
30. November 1812 1. Inf. Regiment Gefecht Villa Franca Spanien
20. Dezember 1812 Reitende Jäger Gefecht Mataro Spanien
8. Mai 1813 Reitende Jäger Gefecht Valladolid Spanien
18. Mai 1813 1. Inf. Regiment Gefecht Bisbal Spanien
1. Juni 1813 1. Inf. Regiment Gefecht Molinos del Rey und Palleja Spanien
18. Juni 1813 2. Inf. Regiment und reitende Jäger Gefecht Arinuela und St. Domingo Spanien
21. Juni 1813 2. Inf. Regiment und reitende Jäger Schlacht Vitoria (Spanien) Spanien
24. Juni 1813 2. Inf. Regiment und reitende Jäger Gefecht Pamplona Spanien
28. Juli 1813 Reitende Jäger Gefecht Pamplona Spanien
15. August 1813 1. Inf. Regiment Gefecht Tarragona Spanien
31. August 1813 2. Inf. Regiment Gefecht an der Biddassoa Spanien
14. September 1813 1. Inf. Regiment Gefecht Villa Franca Spanien
10. Dezember 1813 2. Inf. Regiment Gefecht Bayonne Spanien/Frankreich
15. Juni 1815 2. Inf. Regiment Treffen Quatre-bras Frankreich
16. Juni 1815 2. Inf. Regiment Treffen Quatre-bras Frankreich
18. Juni 1815 1./2. Inf. Regiment Schlacht Waterloo Frankreich
24. April 1848 2. Inf. Regiment Gefecht Freiburg Baden
26. April 1848 1. Inf. Regiment Gefecht Mannheim Baden
5. April 1849 Artillerie Gefecht Eckernförde Dänemark
6. Juni 1849 1. Inf. Regiment Gefecht auf den Düppeler Höhen Dänemark
16. Juni 1849 1. Inf. Regiment Gefecht Großsachsen Dänemark
22. Juni 1849 1. Inf. Regiment Gefecht Sinsheim Baden
29. Juni 1849 1. Inf. Regiment Gefecht Gernsbach Baden
30. Juni 1849 1. Inf. Regiment Gefecht Oos Baden
12. Juli 1866 1. Inf. Regiment Gefecht Zorn Preußen
24. Juli 1866 Brigade Treffen Tauberbischofsheim Preußen
25. Juli 1866 Brigade Gefecht Gerchsheim Preußen
26. Juli 1866 Brigade Gefecht Würzburg Preußen

Zur Erinnerung für alle Teilnehmer an verschiedenen Schlachten wurden nassauische Medaillen verliehen:

Besoldung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Besoldung der Soldaten wies die für die damalige Zeit hohe Lohnspreizung auf. Ein Oberst erhielt etwa den 100fachen Sold wie ein Gemeiner. Die folgende Tabelle nennt beispielhaft die Besoldung des 2. herzoglich-nassauischen Infanterieregiments in niederländischen Kriegsdiensten im Juli 1814.[5]

Dienstgrad Sold in Franc, Centimes
Oberst 833,30
Oberstleutnant 358,30
Major 300,00
Hauptmann 1. Klasse 200,00
Bataillonsarzt 125,00
Leutnant 1. Klasse 104,15
Unterleutnant 83,31
Fahnenträger 40,50
Feldwebel 31,25
Sergant 22,63
Korporal 14,01
Gemeiner 9,70

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Philipp von Roeßler (Hrsg.): Die historischen Begebenheiten und die Entwickelung der staatlichen Einrichtungen in den Nassauischen Landen. Wiesbaden 1893 (online).
  • Historische Kommission für Nassau (Hrsg.): Herzogtum Nassau 1806–1866 Politik · Wirtschaft · Kultur. Historische Kommission für Nassau, Wiesbaden 1981, ISBN 3-922244-46-7.
  • Winfried Schüler: Das Herzogtum Nassau 1806–1866. Historische Kommission für Nassau, Wiesbaden 2006, ISBN 3-930221-16-0.
  • Otto Renkhoff: Nassauische Biographie. Historische Kommission für Nassau, Wiesbaden 1992, ISBN 3-922244-90-4.
  • Guntram Müller-Schellenberg: Das nassauische Militär in napoleonischer Zeit. Schellenberg'sche Verlagsbuchhandlung, Wiesbaden 2007, ISBN 978-3-922027-79-9.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Wolfgang Einsingbach, Wolfgang Riedel: Kloster Eberbach im Rheingau. S. 25.
  2. Sigrid Russ: Kulturdenkmäler in Hessen Wiesbaden I.2 – Stadterweiterungen innerhalb der Ringstraße. Hrsg.: Landesamt für Denkmalpflege Hessen. 1. Auflage. Band 1. Theiss, Wiesbaden 2005, ISBN 3-8062-2010-7.
  3. Staats- und Adreß-Handbuch des Herzogthums Nassau. Wiesbaden 1827. (online)
  4. Edith Bröckel u.a.: Weilburg-Lexikon. Magistrat der Stadt Weilburg, Weilburg 2006, OCLC 179983121, S. 198.
  5. Peter Wacker: Das herzoglich-nassauische Militär 1813–1866, Band 2, 1998, ISBN 3-922027-85-7, S. 670–671