Hinterriß

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Hinterriß (Dorf)
Ortschaft
Hinterriß (Österreich)
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Basisdaten
Pol. Bezirk, Bundesland Schwaz (SZ), Tirol
Gerichtsbezirk Schwaz
Pol. Gemeinde Vomp  (KG Vomp)
Koordinaten 47° 28′ 23″ N, 11° 28′ 0″ OKoordinaten: 47° 28′ 23″ N, 11° 28′ 0″ Of1
Höhe 928 m ü. A.
Einwohner der Ortschaft 34 (1. Januar 2015)
Gebäudestand 27 (1. Januar 2015)
Postleitzahl 6215 Achenkirchf0
Vorwahl +43/5245 (Hinterriß)
Statistische Kennzeichnung
Ortschaftskennziffer 17045
Zählsprengel/ -bezirk Vomp (70936 000)
Quelle: STAT: Ortsverzeichnis; BEV: GEONAM; TIRIS

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Hinterriß (Rotte)
Ortschaft
Basisdaten
Pol. Bezirk, Bundesland Schwaz (SZ), Tirol
Gerichtsbezirk Schwaz
Pol. Gemeinde Eben am Achensee  (KG Eben)
Einwohner der Ortschaft 7 (1. Januar 2015)
Gebäudestand 18 (1. Januar 2015)
Postleitzahl 6215 Achenkirchf0
Vorwahl +43/5245 (Hinterriß)
Statistische Kennzeichnung
Ortschaftskennziffer 16996
Zählsprengel/ -bezirk Eben am Achensee (70907 000)
Quelle: STAT: Ortsverzeichnis; BEV: GEONAM; TIRIS
Hinterriß um 1900
Hinterriß mit Kirche und Gasthof
Das Naturparkhaus in Hinterriß

Hinterriß ist ein Dorf in Tirol und die einzige Dauersiedlung innerhalb des Karwendels. Politisch ist es geteilt und zwei Gemeinden zugeordnet, deren Kernorte am Süd- bzw. Ostrand dieser Gebirgsgruppe liegen. Der Teil westlich des Rißbachs gehört zur Marktgemeinde Vomp, der Teil östlich des Bachs zur Gemeinde Eben am Achensee. Nach Vomp und Eben existiert keine direkte Straßenverbindung. Bei einer Luftlinienentfernung zwischen Hinterriß und dem Dorf Vomp von 21 Kilometern beträgt die Straßenentfernung, die über Achenkirch führt, 65 km.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hinterriß liegt auf 928 m ü. A. etwa in der Mitte des Rißtales. Dessen innerster Teil, die Eng, liegt im südöstlichen Viertel des Karwendelgebirges am westlichen Fuß der Sonnjochgruppe. Am nördlichen Rand des Gebirges hat das Tal bei Vorderriß Anschluss an den Isarwinkel, einen Abschnitt des Isartals. Da Vorderriß in Deutschland liegt und es keine Passstraße über das Karwendelgebirge gibt, ist Hinterriß eine funktionelle Enklave. Im Gegensatz zu ähnlichen funktionellen und geografischen Enklaven, wie das Kleinwalsertal oder Jungholz, ist Hinterriß kein Zollanschlussgebiet zu Deutschland. Die umliegenden Berge haben Gipfelhöhen von knapp 1500 bis über 2000 Meter. Ihre Hänge sind bis zur Baumgrenze größtenteils mit Wald bedeckt. Die Wiesen im engen Tal umfassen zusammen weniger als einen Quadratkilometer. Zwölf Kilometer taleinwärts liegt das Almdorf Eng im Großen Ahornboden.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im 16. Jahrhundert erlangte das Rißtal Bedeutung als Jagd- und Forstgebiet. Schon 1484 wurden Eisenerzvorkommen entdeckt, die seitdem abgebaut und vor Ort in einem Schmelzwerk verhüttet wurden. 1544 gelangte der Bergbau in den Besitz der Fugger.[1]

Die Bergleute errichteten eine kleine Kapelle „Maria auf der Schmelz“, die mit der Zeit zum Ziel einer regen Wallfahrt, insbesondere aus dem bayrischen Raum, wurde. Bis 1822 gehörte Hinterriß zur Diözese Freising und kam erst dann zur Diözese Brixen. Auf Bitte des Brixner Ordinariats übernahmen Franziskaner aus dem Schwazer Kloster zunächst aushilfsweise die Seelsorge. 1831 übernahmen sie die Expositur mit zwei Patres und einem Laienbruder. Die Ansiedlung bestand damals aus Kirche und Widum samt Stall und Stadl sowie einem Försterhaus und einzelnen verstreuten Gebäuden und Almen in der Umgebung.[2]

In der Mitte des 19. Jahrhunderts setzte der Tourismus ein. Fürst Karl zu Leiningen ließ die Wege nach Hinterriß erneuern und in der Nähe der Kirche ein Jagdschloss erbauen, das 1859 von Ernst II. von Sachsen-Coburg und Gotha übernommen wurde.[2]

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Laut Volkszählung aus dem Jahre 2001 lebten 41 Einwohner im Ortsteil der Gemeinde Vomp und 13 im Ortsteil der Gemeinde Eben. 2010 wurden drei Gebäude (zwei Einwohner) aus der Gemeinde Eben in die Gemeinde Vomp umgegliedert.[3]

2015 waren 34 Einwohner im Vomper Teil und 7 im Ebener Teil gemeldet (Stand 1. Jänner 2015[4]).

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hinterriß ist ganzjährig auf einer mautfreien Straße vom bayerischen Vorderriß aus erreichbar. Da über diese Straße und weiter östlich um das Gebirge herum auch die Straßenverbindungen zu den Kernorten der Gemeinden verlaufen, beträgt die Entfernung nach Eben 52 km, die nach Vomp 65 km.

Von Hinterriß führt eine Mautstraße (Wintersperre) weitere 14 km ins Tal hinein zur Eng.

Im Sommer fährt ein Linienbus von Lenggries in Bayern bis in die Eng. Betrieben wird dieser „Bergsteigerbus“ in Kooperation zwischen dem RVO und den Sektionen München und Oberland des Deutschen Alpenvereins.

Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Hinterriß existiert eine kleine, der Pfarrei Achenkirch zugeordnete Kirche Mariä Schmelz / Zu Unserer Lieben Frau Mariä Heimsuchung. Hier finden mehrmals im Jahr Wallfahrtsgottesdienste statt. Es gibt ein Patrozinium, Kranken- und Tiersegnung, eine Motorrad- und Fahrradsegnung sowie einen Autogottesdienst.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaftlich hängt Hinterriß neben der Forstwirtschaft und der Jagd hauptsächlich vom Tourismus ab, Unterkünfte gibt es u. a. im Gasthof zur Post und im Café Klösterle Hinterriß.

In der Tourismuswerbung wird das Gebiet unter dem Namen Hinterriß-Eng zusammengefasst. Besonders Wanderer, Mountainbiker und im Winter Skiläufer (Langlauf und Tourenski) sind hier anzutreffen. Am 6. Juni 2009 wurde das neu erbaute Naturparkhaus als Infozentrum des Alpenparks Karwendel eingeweiht.

Hinterriß hat eine eigene Telefonvorwahl (05245), gehört aber im Postverkehr zu Achenkirch (Postleitzahl 6215).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Hinterriß – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Hinterriß – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Robert R. v. Srbik: Überblick des Bergbaues von Tirol und Vorarlberg in Vergangenheit und Gegenwart. In: Berichte des Naturwissenschaftlich-Medizinischen Vereines in Innsbruck, Band 41 (1929), S. 113–279 (PDF; 7,2 MB)
  2. a b Pascal M. Hollaus: Das Klösterlein im Karwendel. Die Besucher der Franziskanerexpositur Hinterriß. In: Austria franciscana Nr. 5 (2010), S. 78–85 (PDF; 391 kB)
  3. Kundmachung der Landesregierung vom 12. Juli 2010 über die Genehmigung einer Änderung der Gemeindegrenze zwischen den Gemeinden Eben am Achensee und Vomp. Landesgesetzblatt für Tirol, Nr. 45/2010 (PDF; 129 kB)
  4. Einwohner nach Ortschaften (Excel-Datei, 766 KB); abgerufen am 29. Juli 2015