Hirota Kōki

Hirota Kōki (jap. 広田 弘毅; * 14. Februar 1878 in Fukuoka; † 23. Dezember 1948 im Sugamo-Gefängnis, Tokio) war ein japanischer Diplomat und Politiker. Vom 9. März 1936 bis zum 2. Februar 1937 amtierte er als 32. Premierminister von Japan. In drei weiteren Regierungen war er von 1933 bis 1936 sowie von 1937 bis 1938 Außenminister. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde er in den Tokioter Prozessen wegen Kriegsverbrechen angeklagt und zum Tode verurteilt.
Leben
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Herkunft, Familie, Ausbildung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Hirota Kōki stammte aus einfachen Verhältnissen. Er kam am 14. Februar 1878 in Fukuoka als ältester von vier Söhnen des Steinmetzes Hirota Tokubei (1848–1945) und dessen Ehefrau Take (1848–1928) zur Welt.[1] Ursprünglich trug er den Vornamen Jōtarō (丈太郎).[2]

Bereits als Kind zeigte er eine starke Begabung auf dem Gebiet der Kalligraphie, sodass sein Vater seine Handschrift als Vorlage für Steintafeln nutzte. Als 17-Jähriger durfte er eine Steinsäule gestalten, die anlässlich des Sieges im Ersten Japanisch-Chinesischen Krieg 1895 vor dem Suikyō-Tenmangū-Schrein in Fukuoka aufgestellt wurde.[3]
Von 1894 bis 1898 besuchte er die angesehene Shūyūkan-Mittelschule in Fukuoka. Anschließend zog er nach Tokio, um an der Ersten Höheren Schule (Daiichi Kōtō Gakkō) zu studieren, die er 1901 abschloss.[4] Hirota hatte ursprünglich vorgehabt, dem Militär beizutreten, entschied sich aber unter dem Eindruck der Tripel-Intervention 1895, in deren Folge das im Ersten Japanisch-Chinesischen Krieg siegreiche Japan die Halbinsel Liaodong an China zurückgeben musste, für eine Laufbahn als Diplomat.[5] Nach dem Abschluss der Höheren Schule wurde er in das politikwissenschaftliche Programm der juristischen Fakultät der Kaiserlichen Universität Tokio aufgenommen. Im Juli 1905 schloss er sein Universitätsstudium ab.[6]
Als Jugendlicher kam Hirota über ein von der Gen’yōsha betriebenes Judo-Dojo unter den Einfluss dieser in Fukuoka sehr aktiven nationalistischen und panasiatischen Organisation, der er lebenslang verbunden blieb. Entgegen anderslautenden Behauptungen in der älteren Literatur war Hirota formelles Mitglied der Gen’yōsha.[7] Während seiner Ausbildung wurde er von der Gen’yōsha intensiv gefördert. Hiraoka Kōtarō, der erste Gen’yōsha-Präsident, finanzierte ihm den Besuch der Ersten Höheren Schule in Tokio. Tōyama Mitsuru, dem einflussreichsten Vordenker der Organisation, verdankte er den für seine spätere Laufbahn besonders wichtigen Kontakt zu Yamaza Enjirō.[8] Neben Judo, das er zeitlebens praktizierte – er erreichte während seiner zweiten Amtszeit als Außenminister den 5. Dan[9] und absolvierte noch 1946 im Sugamo-Gefängnis regelmäßige Übungen[10] –, widmete er sich unter dem Einfluss der Gen’yōsha dem Zen-Buddhismus. Nach Abschluss der Shūyūkan-Mittelschule lebte Hirota Jōtarō kurzzeitig als Zen-Priester im Shorin-ji-Tempel der Rinzai-shu in Gifu und änderte bei dieser Gelegenheit seinen Vornamen in „Kōki“.[11] Den Namen, der „aufgeschlossen und zielstrebig“ bedeutet, wählte er in Anlehnung an eine Stelle aus den Gesprächen des Konfuzius, seinem Lieblingsbuch.[12]

In seinem zweiten Jahr an der Ersten Höheren Schule in Tokio gründete er im Stadtteil Koishikawa (heute Bunkyō) gemeinsam mit Hirata Tomoo (1879–1918), einem Jugendfreund und späteren diplomatischen Weggefährten, sowie vier weiteren Kommilitonen in einem kleinen Mietshaus das Kōkōkyo, eine Wohngemeinschaft für Studenten.[13] Hirota betreute das Projekt nach Ende seiner eigenen Studienzeit weiter und unterhielt bis zu seiner Verhaftung 1945 regelmäßigen persönlichen Kontakt mit den jeweiligen Bewohnern. 1924 erhielt das Kōkōkyo den Status einer eingetragenen Stiftung.[14] 1936, kurz nach Hirotas Ernennung zum Premierminister, wurde für das Kōkōkyo ein eigenes Gebäude im Stadtbezirk Suginami fertiggestellt. Es wurde in Gegenwart Hirotas und Tōyama Mitsurus eingeweiht.[15]
1905 heiratete er in den Räumlichkeiten des Kōkōkyo die Haushälterin der Wohngemeinschaft, Tsukinari Shizuko (1885–1946),[16] Tochter des führenden Gen'yosha-Mitglieds Tsukinari Kōtarō.[17] Sie bekamen zusammen sechs Kinder: Chiyoko (* 1906), Hiroo (* 1908), Tadao (1910–1930), Masao (* 1912), Miyoko (* 1914) und Toyoko (* 1917).[18] Nach der Verhaftung ihres Mannes nahm sich Hirota Shizuko am 18. Mai 1946 das Leben.[19]
Frühe diplomatische Laufbahn
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Hirotas wichtigster Förderer während seiner frühen Jahre als Diplomat war Yamaza Enjirō, damals Direktor des Büros für politische Angelegenheiten im Außenministerium. Hirota hatte Yamaza über Tōyama Mitsuru kennengelernt und wurde von ihm bereits während seiner Studentenzeit mit diplomatischen Aufgaben betraut. So reiste Hirota im Sommer 1903 in die Mandschurei, um Yamaza über die dortige Lage zu berichten. 1904, während des Russisch-Japanischen Krieges, wurde Hirota in ein Kriegsgefangenenlager in Matsuyama entsandt, um Soldaten der russischen Armee zu verhören.[20] Nach Abschluss seines Universitätsstudiums unterzog sich Hirota im September 1905 der staatlichen Diplomatenprüfung, scheiterte aber aufgrund mangelnder Englischkenntnisse. Anschließend reiste er nach Seoul, um eine Anstellung in der japanischen General-Residenz in Korea anzutreten. Im September 1906 trat er erneut zur Diplomatenprüfung an und schloss sie diesmal als Jahrgangsbester ab.[21]

Im November 1906 trat Hirota als Assistenzdiplomat ins japanische Außenministerium ein. Als Schützling Yamazas gehörte er einer Fraktion an, die im Gegensatz zu Shidehara Kijūrō, dem damaligen Leiter der Telegraphischen Abteilung, stand.[22] Ab Oktober 1907 arbeitete Hirota in der japanischen Gesandtschaft in Peking, zeitweise war er auch in Shanghai tätig. Nachdem Yamaza als Botschaftsrat nach London gegangen war, holte er Hirota zu sich. So übernahm Hirota im August 1909 den Posten des dritten Sekretärs in der japanischen Botschaft in London. Im Juni 1913 wurde Hirota ins Außenministerium nach Tokio zurückberufen und zum Direktor der 1. Abteilung des Büros für Handelsangelegenheiten ernannt.[23] Nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs beriet Hirota Außenminister Katō Takaaki bei der Formulierung der Einundzwanzig Forderungen an China. Seinem Vorschlag, darin ein Angebot aufzunehmen, das China Hilfe bei der Flutkontrolle am Gelben Fluss zusicherte und als Gegenleistung die Nutzung des Flusses durch japanische Schiffe verlangte, wurde allerdings nicht entsprochen.[24]
Im Dezember 1918 wurde Hirota an die japanische Botschaft in Washington entsandt, um als erster Sekretär unter Botschafter Shidehara zu dienen. Auf der Reise dorthin besuchte er als erster Vertreter des Außenministeriums japanische Einwandererviertel in San Francisco.[25] Im November 1920 verließ er Amerika, um in Tokio Leiter der 2. Abteilung des Informationsbüros im Außenministerium zu werden. Als solcher beaufsichtigte er auf den Westen bezogene Geheimdienstarbeit und Propaganda.[26] Im Dezember 1922 wurde er zum stellvertretenden Direktor des Informationsbüros ernannt. Im September 1923 stieg er unter Außenminister Ijūin Hikokichi zum Direktor des Büros für europäische und amerikanische Angelegenheiten auf. In dieser Funktion hatte er 1925 Anteil an der Normalisierung der diplomatischen Beziehungen Japans zur Sowjetunion.[27]
Als Shidehara Kijūrō 1924 Außenminister wurde, geriet Hirotas Karriere ins Stocken. Er gehörte nicht zu den Vertrauten Shideharas und galt im Außenministerium als Außenseiter. Debuchi Katsuji, Shideharas Vizeminister, äußerte 1926 die Ansicht, Hirota werde im Ministerium nicht weiter aufsteigen. Für einen japanischen Diplomaten dieser Zeit war Hirota ungewöhnlich stark an Innenpolitik interessiert. So wurde er 1925 eines der Vorstandsmitglieder der Shin Nippon Dōmei (Neue japanische Allianz), einer gegenüber Parteipolitik kritisch eingestellten Organisation, die den Einfluss des Sozialismus in Japan bekämpfte. Hirota war einer von nur zwei Mitarbeitern des Außenministeriums, die in dieser vor allem innenpolitisch ausgerichteten Organisation aktiv waren.[28] Im Laufe der 1920er Jahre bildete sich im Außenministerium eine als „Reformisten“ bekannt gewordene Gruppe jüngerer Diplomaten um Arita Hachirō, Shigemitsu Mamoru, Tani Masayuki und Shiratori Toshio, die im Gegensatz zur unter Shidehara vorherrschenden Ausrichtung auf den Westen für eine stärkere Ausrichtung auf Asien plädierte. In Hirota, der sich ihrem Denken immer stärker zuwandte, fanden sie einen Förderer.[29]
Von Juni 1927 bis April 1930 wirkte Hirota als japanischer Gesandter in den Niederlanden. In dieser Funktion nahm er im August 1929 an der ersten Konferenz zur Ausformulierung des Young-Plans in Den Haag teil. Im folgenden Monat gehörte er zu den Vertretern Japans bei der 10. Plenarsitzung des Völkerbundes in Genf.[30] 1930 wurde Hirota zum Botschafter in der Sowjetunion ernannt. Am Tag seiner Abreise, dem 14. November wurde er auf dem Bahnhof Tokio Zeuge des Attentats auf Premierminister Hamaguchi Osachi.[31]
Botschafter in der Sowjetunion, Aufstieg zum Außenminister
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Hirotas Aufstieg ins Amt des Außenministers steht in engem Zusammenhang mit der Mandschurei-Krise, die das Ende der Shidehara-Diplomatie markierte. Nach dem am 18. September 1931 von japanischen Offizieren inszenierten Mukden-Zwischenfall besetzte die im Pachtgebiet Kwantung stationierte Kwantung-Armee ohne Zustimmung der japanischen Regierung die zu China gehörende Mandschurei, wo sie im folgenden Jahr das Kaiserreich Mandschukuo, einen von ihr kontrollierten Marionettenstaat, ausrief.
Als Botschafter in der Sowjetunion gelang es Hirota, die sowjetische Regierung während der Krise zum Stillhalten zu bewegen, indem er ihr zusicherte, dass Japan die sowjetische Hoheit über die Ostchinesische Eisenbahn nicht antasten würde. Die Machtlosigkeit der japanischen Regierung gegenüber der Kwantung-Armee richtig einschätzend, entschied er sich, das Schreiben Shideharas, in welchem dieser der sowjetischen Regierung zusicherte, die japanischen Truppen rasch wieder abzuziehen, nicht weiterzuleiten. Stattdessen rechtfertigte er das Vorgehen der Kwantung-Armee mit dem Schutz japanischer Siedler und Investitionen.[32] 1932 erreichte Hirota, dass die Sowjetunion der vom Völkerbund zur Untersuchung der Mandschurei-Krise eingesetzten Lytton-Kommission die Zusammenarbeit verweigerte. Außerdem gelang es ihm, ein für Japan vorteilhaftes Fischereiabkommen mit der Sowjetunion auszuhandeln.[33]
Im September 1932 legte Hirota das Amt des Botschafters nieder und kehrte nach Japan zurück.[34] Dort knüpfte er in den folgenden Monaten enge Verbindungen zur Kokuikai, einer gegen Parteipolitik gerichteten Organisation, deren Direktorium er im Dezember 1932 beitrat. Im März 1933 gehörte er mit Konoe Fumimaro, Matsui Iwane, Shiratori Toshio, Homma Masaharu u. a. zu den Gründungsmitgliedern der panasiatischen Dai Ajia Kyōkai (Großasiatische Gesellschaft).[35]
Als Außenminister Uchida Kōsai, ein bekennender Befürworter Mandschukuos, im September 1933 sein Amt aus gesundheitlichen Gründen niederlegte, sprach er sich, unterstützt von seinem Vizeminister Shigemitsu Mamoru, dafür aus, Hirota zu seinem Nachfolger zu ernennen. Hirota erschien wegen seiner diplomatischen Erfolge in der Sowjetunion, aufgrund seiner Unterstützung der „Reformisten“ sowie seiner panasiatischen Einstellung als geeigneter Kandidat.[36] Nach der Einschätzung des Diplomaten Morishima Gorō sprach in Uchidas Augen auch für Hirota, dass er nie ein Vertrauensmann Shideharas gewesen war. Für seinen Eintritt in die Regierung stellte Hirota die Bedingungen, dass er die Außenpolitik bestimmen und dabei auf die volle Unterstützung des Premierministers Saitō Makoto zählen könne, sowie dass sich die Außenpolitik Japans an dem kaiserlichen Reskript vom 27. März 1933 orientieren müsse, worin Kaiser Hirohito angemahnt hatte, dem Austritt aus dem Völkerbund zum Trotz keinen isolationistischen Kurs zu verfolgen. Nach Saitōs Zustimmung wurde Hirota am 14. September 1933 zum Außenminister ernannt.[37] Das Amt behielt er auch unter dem folgenden Premierminister Okada Keisuke, der ab Juli 1934 regierte.[38]
Außenminister 1933–1936
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Nach seiner Amtsübernahme grenzte sich Hirota in der Öffentlichkeit von seinem Vorgänger Uchida und dessen „Diplomatie der verbrannten Erde“ ab, indem er seine Diplomatie unter das Motto der „internationalen Harmonie“ stellte.[39] Hirotas Hauptziele als Außenminister bestanden darin, den Staat Mandschukuo aufzubauen, dessen internationale Anerkennung zu erreichen, und ein japanisch-chinesisch-mandschurisches Bündnis zustande zu bringen, das sich gegen die Ausbreitung des Kommunismus – und damit tendenziell gegen die Sowjetunion – richten sollte.
Politik gegenüber der Sowjetunion
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Hirota vertrat die Ansicht, dass die Sowjetunion die „Aggressivität“ des Russischen Kaiserreiches geerbt habe[40] und „die fundamentalen ideologischen Differenzen ein harmonisches Zusammenleben erschweren“, brachte während der Fünf-Minister-Konferenzen des Kabinetts Saitō im Oktober 1931 aber auch zum Ausdruck, dass es „von größter Wichtigkeit ist, einen Zusammenstoß zu vermeiden“. Hirota konnte sich mit dieser Haltung gegen den Heeresminister Araki Sadao durchsetzen, den Führer der antisowjetisch eingestellten Kōdō-ha, die sich zu dieser Zeit auf dem Höhepunkt ihres Einflusses befand. Zugleich sicherte er Araki zu, keinen Nichtangriffspakt mit der Sowjetunion abzuschließen.[41]
Hirotas größter diplomatischer Erfolg im Umgang mit der Sowjetunion war der im Namen Mandschukuos getätigte Kauf der Nordmandschurischen Eisenbahn (der ehemaligen Ostchinesischen Eisenbahn) für 140 Millionen Yen, den er bereits in seiner Zeit als Botschafter vorbereitet hatte, am 23. März 1935.[42]
Politik gegenüber westlichen Mächten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die im Zuge der Mandschurei-Krise angeschlagenen Beziehungen Japans zu Großbritannien und den Vereinigten Staaten verbesserten sich unter Hirota zunächst wieder. Seine Versuche, die westlichen Mächte zu Investitionen in Mandschukuo zu bewegen (und dadurch eine De-facto-Anerkennung zu erreichen), verliefen jedoch erfolglos, zumal sie auch auf Widerspruch in Mandschukuo selbst stießen.[43]
1934 scheiterte er daran, einen Nichtangriffspakt mit Großbritannien abzuschließen, da er nicht bereit war, damit Einschränkungen der japanischen China-Politik zu verbinden.[44]
Eine Rede Hirotas vor dem japanischen Unterhaus am 30. November 1934, in der er forderte, in Bezug auf Flottenstärken „einen gemeinsamen Maximalstand militärischer Stärke“ für alle an einem Flottenabkommen teilnehmender Länder zu etablieren und den bisherigen Fokus auf Kräfteverhältnisse abzuschaffen, wurde von den Vereinigten Staaten zutreffend als Entscheidung der japanischen Regierung gedeutet, das Washingtoner Flottenabkommen aufzukündigen.[45]
Politik gegenüber China
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Hirotas China-Politik wurde anfangs stark von seinem Vizeminister Shigemitsu Mamoru bestimmt, den er von Uchida übernommen hatte und dem er weitgehend freie Hand ließ. Unter Shigemitsus Anleitung verfasste Morishima Morito, ein Abteilungsleiter im Büro für asiatische Angelegenheiten, eine Erklärung, die China als japanische Einflusssphäre und Japan als alleinige Ordnungsmacht Ostasiens definierte und außerdem ein Ende des Einflusses westlicher Mächte in diesem Teil der Welt forderte. Nach Amō Eiji, der als Direktor des Informationsbüros die Erklärung am 17. April 1934 öffentlich verlas, wurde sie als Amō-Doktrin (oder Amau-Doktrin) bekannt und als japanisches Gegenstück zur Monroe-Doktrin der USA aufgefasst.[46] Als Hirota von leitenden Mitarbeitern seines Ministeriums, u. a. Tōgō Shigenori, wegen der Erklärung heftig kritisiert wurde, behauptete er, sie sei ohne sein Wissen herausgebracht worden, zog aber weder Shigemitsu, noch Morishima oder Amō von ihren Posten ab.[47] Die Kontrolle über die China-Politik übernahm er in der Folge wieder selbst.[48]
Am 22. Januar 1935 hielt Hirota vor dem Parlament eine Rede, in der er seine Hoffnung zum Ausdruck brachte, China würde „so schnell wie möglich seine Stabilität wiedererlangen, sich der allgemeinen Situation in Ostasien bewusst werden und den ernsthaften Erwartungen des [Japanischen] Reiches entgegenkommen. Als guter Nachbar, und angesichts unseres Status als stabilisierende Macht in Ostasien, ist es die Strategie unseres Landes, noch härter daran zu arbeiten, dies Wirklichkeit werden zu lassen.“[49] Die Rede wurde von der Führung der Republik China um Chiang Kai-shek und Wang Jingwei wohlwollend aufgenommen. In den anschließenden Verhandlungen setzte Hirota auf die Verstärkung der Wirtschaftsbeziehungen zwischen China und Japan. Die De-facto-Existenz Mandschukuos kam dabei nicht zur Sprache. Auch waren Vertreter der japanischen Armee nicht in die Verhandlungen einbezogen worden.[50] Als äußeres Zeichen der sich verbessernden diplomatischen Beziehungen erhoben Japan und China am 17. Mai 1935 ihre Vertretungen im jeweils anderen Land in den Rang von Botschaften.[51]
Beim japanischen Militär stieß diese Entwicklung auf Ablehnung. In der Folge arbeiteten Offiziere der in China stationierten japanischen Truppen unter Führung von Umezu Yoshijirō und Doihara Kenji gegen Hirotas Pläne und schlossen separate Abkommen mit lokalen chinesischen Kriegsherren ab, um den Einfluss der Zentralregierung in Nordchina zu schwächen. Hirota wagte nicht, offen gegen das Vorgehen der Armee zu protestieren, da diese nominell unter dem direkten Befehl des Kaisers stand. Unter dem Druck des Militärs riet er den chinesischen Behörden zu Verhandlungen mit den japanischen Truppen. In China kam es zu antijapanischen Ausschreitungen.[52]
Beim Versuch, die Lage wieder zu entspannen, konnte Hirota in Verhandlungen von Juni bis September 1935 erreichen, dass Chiang Kai-shek anbot, in Bezug auf Mandschukuo „die Sache liegen zu lassen“ und keinen Abzug der japanischen Truppen zu fordern, sowie antijapanischen Aktivitäten in China entgegenzutreten.[53] Dennoch ging Hirota auf die von China formulierten Prinzipien der chinesisch-japanischen Zusammenarbeit nicht ein und legte stattdessen China ein Dokument vor, das als „Hirotas Drei Prinzipien der China-Politik“ bekannt wurde:
1.) Die Chinesen werden die antijapanischen Aktivitäten zum völligen Zusammenbruch bringen. Sie werden eine Politik des guten Willens gegenüber Japan verfolgen und sich von ihrer Politik der Abhängigkeit vom Westen lösen. Sie werden diese Politik in die Tat umsetzen und in konkreteren Angelegenheiten mit dem Kaiserreich zusammenarbeiten.
2.) Die Chinesen werden Mandschukuo dereinst formal anerkennen müssen. Bis dahin müssen sie nicht nur die Unabhängigkeit Mandschukuos de facto garantieren und ihre antimandschurische Politik einstellen, sondern auch eine wirtschaftliche und kulturelle Zusammenarbeit mit Mandschukuo eingehen, zumindest in den an Mandschukuo angrenzenden Regionen.
3.) Da die kommunistische Bedrohung aus der Äußeren Mongolei und anderen Regionen eine gemeinsame Bedrohung für die drei Nationen Japan, China und Mandschukuo darstellt, müssen die Chinesen, wie von uns gewünscht, mit verschiedenen Einrichtungen in den an die Äußere Mongolei angrenzenden Gebieten zusammenarbeiten, um dieser Bedrohung zu begegnen.[54]
Nach der Einschätzung des Generals Masaki Jinzaburō waren die Drei Prinzipien ein Versuch, alle Beteiligten zufriedenzustellen.[55] Mit Rücksicht auf das japanische Militär enthielten sie nur Forderungen an China, aber keine Zugeständnisse. Zugleich waren sie an ein China gerichtet, das sich Hirota als unter einer Zentralregierung vereint dachte, was im Gegensatz zur Strategie des Militärs stand, China in weitere japanische Marionettenregime aufzuspalten.[56]
Unmittelbar nach der Übergabe des Papiers an die chinesische Botschaft brachen die Verhandlungen zwischen China und Japan zusammen.[57] Die Vertreter der projapanischen Fraktion in der chinesischen Regierung verloren daraufhin rasch an Einfluss. Auf Wang Jingwei und seinen Vizeaußenminister Tang Youren wurden im November bzw. Dezember 1935 Attentate verübt.[58] Am 13. Januar 1936 gab die Regierung Okada ihre Zustimmung zur Strategie der Armee, Nordchina aufzuteilen.[59]
Premierminister
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Der blutige Putschversuch, den junge Offiziere aus den Reihen der Kōdō-ha am 26. Februar 1936 unternahmen, stürzte Japan in eine innenpolitische Krise und führe zum Rücktritt der Regierung Okada. Saionji Kimmochi, dem es als einzig verbliebenem Genrō zustand, den Premierminister vorzuschlagen, hatte dazu zunächst Konoe Fumimiaro ausersehen. Nachdem Konoe abgelehnt hatte, riet Ichiki Kitokurō, der Vorsitzende des Sūmitsu-in (Kronrat), zur Ernennung Hirotas. Das Angebot wurde Hirota von Yoshida Shigeru überbracht, der ihn darin bestärkte, das Amt anzunehmen.[60] Laut den Aufzeichnungen von Kido Koichi fiel die Wahl auf Hirota, weil ihm seine Fürsprecher zutrauten, in der schwierigen Situation nach dem Putschversuch die Beziehungen gegenüber der Sowjetunion und den Vereinigten Staaten zu entspannen.[61]
Regierungsbildung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Am 5. März 1936 erschien Hirota vor Kaiser Hirohito, um den Auftrag zur Bildung einer Regierung entgegenzunehmen. Neben den üblichen drei kaiserlichen Anweisungen (1. Führen der Regierungsgeschäfte in Übereinstimmung mit den Vorgaben der Verfassung; 2. Keine unnötigen Zerwürfnisse durch unüberlegte Handlungen in außenpolitischen Angelegenheiten; 3. Keine plötzlichen Veränderungen im Wirtschaftsleben) erhielt er – als gewöhnlicher Bürgerlicher – eine vierte Anweisung, „keine Störungen gegenüber dem Adel“ zu verursachen.[62] Mit Hirota kam zum ersten Mal in der Geschichte Japans ein Mann ins Amt des Premierministers, der die staatliche Diplomatenprüfung bestanden hatte.[63]
Bei der Regierungsbildung sah sich Hirota mit wiederholten Versuchen des Militärs konfrontiert, die Auswahl seiner Minister zu beeinflussen, wobei sich Oberstleutnant Mutō Akira, ein Mitarbeiter des Heeresministeriums, als Sprecher der Armee hervortat. Mehrere von Hirotas Vorschlägen, u. a. die Ernennung Yoshida Shigerus zum Außenminister, scheiterten am Widerspruch des Militärs.[64]
Wie seine Vorgänger Okada und Saitō plante auch Hirota, Parteipolitiker in seine Regierung einzubinden. Gegenüber dem Militär, das eine Beschränkung auf höchstens einen Minister aus jeder der beiden Parteien Minseitō und Seiyūkai verlangte, konnte Hirota durchsetzen, dass jeweils zwei Mitglieder beider Parteien ins Kabinett berufen wurden.[65] Seine Wahl für das Amt des Heeresministers fiel auf General Terauchi Hisaichi, da dieser unverdächtig schien, mit den Putschisten des 26. Februar sympathisiert zu haben.[66] Bei den Verhandlungen über die Zusammensetzung des neuen Kabinetts begann Terauchi jedoch, die Forderungen Mutōs zu unterstützen und lenkte erst ein, nachdem ihm Hirota angedroht hatte, ihn öffentlich der Verhinderung der Regierungsbildung zu beschuldigen.[67]
Am 8. März war die Regierungsbildung abgeschlossen. Das Amt des Außenministers übte Hirota zunächst noch selbst aus, um es nach einem Monat an Arita Hachirō abzugeben.[68]
Militärpolitik
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Infolge der Ereignisse des 26. Februar strebte Hirota nach der Disziplinierung des Militärs. Durch die Niederschlagung des Putschversuchs war die Position der Kōdō-ha entscheidend geschwächt worden. Die mit ihr rivalisierende Tōsei-ha stieg zur dominierenden Kraft der Armee auf und vergrößerte ihren Einfluss auf die Politik.[69] Terauchi ließ die Armee von Anhängern der Kōdō-ha säubern. Die Anführer des Putsches wurden standrechtlich erschossen. Höhere Offiziere, die im Verdacht standen, den Putschisten nahegestanden zu haben, wurden in die Reserve versetzt. In dieser Situation ging Hirota auf einen Vorschlag seitens der Armee ein, die 1913 eingeführte Regelung, dass auch Reservisten zu Heeres- oder Marineministern ernannt werden können, aufzuheben und diese Ämter wie zuvor einzig aktiven Offizieren im Rang mindestens eines Generalleutnants oder Vizeadmirals vorzubehalten.[70] Da alle bisherigen Heeres- und Marineminister Offiziere im aktiven Dienst gewesen waren, hatte die Abschaffung der Regelung von 1913 zunächst nur symbolische Bedeutung. Sie wirkte sich später jedoch insofern nachteilig aus, als dass sie 1937 die Regierungsbildung Ugaki Kazushiges verhinderte und 1940 zum Sturz der Regierung Yonai Mitsumasas führte, da sich in beiden Fällen kein aktiver Offizier bereit fand, das Amt des Heeresministers zu übernehmen. Faktisch vergrößerte sich durch die Wiedereinführung der alten Regelung der Einfluss des Militärs auf die Zusammensetzung der Regierungen.[71]
Um negativen Auswirkungen interner Streitigkeiten in Heer und Marine auf die Außenpolitik entgegenzuwirken, plante Hirota die Einrichtung eines dem Kaiser direkt unterstellten militärischen Oberkommandos. Dies wurde jedoch nicht in die Tat umgesetzt.[72]
Unter Hirota vergrößerte sich die japanische Militärpräsenz in China: Zur Bekämpfung der Kommunisten in Nordchina ließ seine Regierung die Garnisonsarmee China verstärken, womit zugleich dem Einfluss der Kwantung-Armee südlich von Mandschukuo entgegengewirkt werden sollte. Damit kam sie dem Wunsch der Heeresführung entgegen, die die Aktivitäten der Kwantung-Armee an der Grenze zur Sowjetunion konzentrieren wollte.[73]
Die Wünsche des Militärs wurden auch bei den Revisionen der japanischen Außenpolitik berücksichtigt, die in Hirotas Amtszeit als Premierminister beschlossen wurden. Auf zwei Konferenzen, die er am 7. August 1936 mit den Ministern des Äußeren, des Heeres und der Marine, sowie dem später hinzugekommenen Finanzminister abhielt, wurde die Notwendigkeit betont, „die militärische Bedrohung“ seitens der Sowjetunion „zu beseitigen und die Ausbreitung des Kommunismus zu verhindern“, und außerdem „die Position des Reiches auf dem ostasiatischen Festland zu sichern, während es in die Südsee expandiert“. Zwar wurde in der bei dieser Gelegenheit beschlossenen Imperialen diplomatischen Strategie betont, freundliche Beziehungen zu Großbritannien aufrechtzuerhalten, doch hatte der Kaiser zuvor, am 3. Juni, der von Heer und Marine ohne wesentliche Beteiligung der Regierung erarbeiteten Imperialen Verteidigungsstrategie zugestimmt, in der Großbritannien, gemeinsam mit den Vereinigten Staaten, der Sowjetunion und China, als möglicher Gegner in einem zukünftigen Krieg bezeichnet wurde. In Vorbereitung auf das Auslaufen des Londoner Flottenabkommens im Jahr 1937, stellte Finanzminister Baba Eiichi die Hälfte des Staatshaushalts für militärische Ausgaben zur Verfügung.[74]
Zwecks Bereitstellung weiterer Gelder für das Militär bereitete Baba trotz zunehmender Verarmung der Landbevölkerung Steuererhöhungen vor. Wegen der Planung eines Sprengstoffanschlags auf Hirota wurden im Herbst 1936 fünf Männer verhaftet. Als Motiv gaben sie an, verarmte Bauern retten zu wollen.[75]
Antikominternpakt
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Am 25. November 1936 schloss die Regierung Hirota den Antikominternpakt mit dem nationalsozialistischen Deutschen Reich ab. Der wesentlich auf Betreiben des japanischen Militärattachés in Deutschland, Ōshima Hiroshi, zustande gekommene Vertrag markierte den Beginn der Hinwendung Japans zu den Achsenmächten.
Hirota, dessen Außen-, Heeres-, Marine- und Finanzminister im August 1936 Pläne zur Unterstützung der Marionettenregime in den abtrünnigen chinesischen Provinzen Hebei und Chahar erarbeitet hatten,[76] sah in dem Abkommen eine weitere Möglichkeit, die von ihm erhoffte Zusammenarbeit mit der nationalchinesischen Regierung zustande zu bringen. Er ließ Chiang Kai-shek seinen „ernsthaften Wunsch“ ausrichten, ein antikommunistisches Abkommen abzuschließen, um die Republik China zu einer De-facto-Teilnahme am Antikominternpakt zu bewegen. Chiang, der den Kampf gegen die Kommunistische Partei Chinas als innerchinesische Angelegenheit betrachtete, lehnte ab. In Folge des Zwischenfalls von Xi’an im Dezember 1936 bildete er mit den Kommunisten die Zweite Einheitsfront gegen Japan.[77]
Der sowjetische Geheimdienst hatte von dem Antikominternpakt noch vor dessen Unterzeichnung erfahren. Die Verschlechterung der japanisch-sowjetischen Beziehungen infolge des Abkommens zeigten sich erstmals, als die Sowjetunion den mit Japan abgeschlossenen Fischereivertrag nur in Form einer provisorischen Übereinkunft verlängerte.[78]
Ende der Regierung Hirota
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Anfang 1937 war sich Hirota darüber im Klaren, dass das Ende seiner Regierungszeit kurz bevorstand. Er stürzte schließlich infolge einer Debatte während einer Sitzung des Unterhauses, die als Harakiri-Schlagabtausch bekannt wurde. Am 21. Januar 1937 hielt Hamada Kunimatsu, ein Abgeordneter der Seiyūkai, eine Rede, in der er der Regierung Hirota einseitige Bevorzugung des Militärs, Hinneigung zu faschistischen Ideen und den Zusammenbruch der diplomatischen Beziehungen zu China vorwarf. Daraufhin beschuldigte Heeresminister Terauchi Hamada, das Militär beleidigt zu haben. Hamada verwies Terauchi auf die Sitzungsmitschrift und forderte ihn auf, ihm nachzuweisen, an welcher Stelle seiner Rede er das Militär beleidigt habe. Hamada erklärte sich bereit, Harakiri zu begehen, sollte Terauchi fündig werden; andernfalls solle Terauchi Harakiri begehen. Der erzürnte Terauchi forderte Hirota daraufhin auf, das Unterhaus aufzulösen, und drohte im Falle einer Weigerung mit seinem Rücktritt. Daraufhin entschloss sich Hirota, am 23. Januar den Rücktritt seines gesamten Kabinetts zu erklären.[79]
Nach seinem Ausscheiden aus dem Amt des Premierministers wurde Hirota im Mai 1937 zum Mitglied des Kizokuin, des japanischen Oberhauses, ernannt.[80]
Außenminister im Kabinett Konoe
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Nachdem Ugaki Kazushige bei der Bildung einer Nachfolgeregierung gescheitert und die Regierung Hayashi nach nur drei Monaten zurückgetreten war, wurde Hirota ein zweites Mal Außenminister. Nach kurzem Zögern trat er dem Kabinett von Konoe Fumimaro bei, das am 4. Juni 1937 zustande kam. Er löste damit Satō Naotake ab, der unter Premierminister Hayashi Senjūrō versucht hatte, die Beziehungen zu China zu entspannen und dazu der von der Armee initiierten Strategie der Zersplitterung Nordchinas entgegengetreten war.[81] Satō kritisierte später, dass Hirota in dem einen Monat zwischen der Amtsübergabe und dem Ausbruch des Zweiten Japanisch-Chinesischen Krieges diesen Kurs nicht fortgesetzt habe.[82]
Beginn des Krieges gegen China
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Auslöser des Krieges war der Zwischenfall an der Marco-Polo-Brücke: Am Stadtrand von Peking (damals Beiping genannt) hatten sich japanische und chinesische Soldaten in der Nacht vom 7. zum 8. Juli 1937 ein Feuergefecht geliefert. Nachdem die Nachricht davon am Morgen des 8. Juli das japanische Außenministerium erreicht hatte, entschied Hirota, dass „die Angelegenheit lokal zu lösen und nicht zu eskalieren“ sei. In einer Kabinettssitzung am folgenden Tag trat er gemeinsam mit Marineminister Yonai Mitsumasa dem Vorschlag des Heeresministers Sugiyama Hajime entgegen, drei Divisionen nach China zu entsenden, woraufhin die Regierung Konoe sich zunächst für eine Deeskalationsstrategie entschied.[83]
Am 11. Juli wurde zwischen den japanischen und chinesischen Truppen in Beiping ein Waffenstillstand vereinbart. Obwohl sich die chinesische Seite in dem Abkommen verpflichtete, ihre Truppen von der Marco-Polo-Brücke abzuziehen, die für den Zwischenfall verantwortlichen Chinesen zu betrafen und antijapanische Organisationen zu unterdrücken, drängte Sugiyama weiter auf eine Entsendung von Truppen nach China. Auf einer Fünf-Minister-Konferenz und der anschließenden Kabinettssitzung gelang es ihm, Konoe davon zu überzeugen, insgesamt fünf Divisionen, davon drei sofort, zu entsenden. Hirota riet zwar, die Ergebnisse noch ausstehender Verhandlungen mit China abzuwarten, gab aber schließlich seinen Widerstand auf und stimmte Sugiyamas Plan auf einer weiteren Ministerkonferenz am 17. Juli zu. Nachdem Chiang Kai-shek bei einer Rede in Lushan zum Widerstand gegen Japan aufgerufen hatte, fiel die endgültige Entscheidung zur Truppenverlegung auf einer Kabinettssitzung am 20. Juli, in der Hirota sich passiv verhielt. Die Nachgiebigkeit ihres Vorgesetzten stieß bei seinen Mitarbeitern im Außenministerium auf heftige Kritik. Die Rücktrittsgesuche des Direktors des Büros für ostasiatische Angelegenheiten, Ishii Itarō, und des diesem unterstellten Abteilungsleiters Kamimura Shin’ichi konnte Hirota abwenden, indem er auf die positiven Entwicklungen der lokalen Verhandlungen in Beiping verwies, sowie auf die Erklärung Sugiyamas, trotz der Mobilisierung würden die Truppen nicht entsendet, „außer die Situation drängt“.[84]
Friedensverhandlungen während des japanischen Vormarschs
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Nachdem die japanischen Truppen am 28. Juli in Beiping und Tianjin in die Offensive gegangen waren, versuchte Hirota, den Vormarsch als Druckmittel für weitere Friedensverhandlungen mit China zu nutzen und sein Konzept der japanisch-chinesischen Zusammenarbeit, einschließlich der Anerkennung Mandschukuos, auf militärischem Weg durchzusetzen. Dabei stellte er, je weiter die Armee vorrückte, immer härtere Bedingungen.
Die Verhandlungen über die japanische Botschaft in Shanghai endeten nach der Tötung zweier in Shanghai stationierter japanischer Marineangehöriger durch chinesische Paramilitärs am 9. August und der Beschießung der Stadt durch japanische Kriegsschiffe ab dem 13. August.[85] Am 14. August traf sich Hirota mit dem chinesischen Botschafter Xu Shiying, dem er bei dieser Gelegenheit sagte: „Ich glaube, die Zeit für die Anerkennung Mandschukuos ist gekommen.“ Seine Versuche, anderen Ländern gegenüber die Invasion in China als Akt der Selbstverteidigung zu rechtfertigen und territoriale Ambitionen Japans abzustreiten, waren wenig erfolgreich.[86]
Am 27. Oktober schlug Hirota die Einladung Belgiens aus, an der Brüsseler Konferenz der Unterzeichnerstaaten des Neun-Mächte-Vertrages teilzunehmen, da er die Ansicht vertrat, Japans Aktionen in China fielen als „Selbstverteidigungsmaßnahmen“ nicht in den Bereich des Vertrages. Stattdessen führte er die Verhandlungen mit China über die deutschen Botschafter Herbert von Dirksen (in Japan) und Oskar Trautmann (in China) weiter. Die sieben Bedingungen für den Friedensschluss, die er Chiang Kai-shek auf diesem Wege am 2. November ausrichten ließ, lauteten: Etablierung einer autonomen mongolischen Regierung, Schaffung einer entmilitarisierten Zone in Nordchina, Ausdehnung der entmilitarisierten Zone in Shanghai, Eliminierung antijapanischer Politik, eine gemeinsame Verteidigung gegen den Kommunismus, Reduzierte Zölle auf japanische Waren, Respektierung der Rechte von Ausländern in China.[87]
Am 7. Dezember teilte Dirksen Hirota die Worte Chiangs mit, dass „die Chinesen Friedensgespräche im Geiste der Versöhnung aufnehmen werden und hoffen, dass die Japaner dasselbe tun“. Am selben Tag war Chiang aus Nanjing geflohen, da die japanische Armee sich der Stadt näherte. Unter Berufung auf die lange Wartezeit von über einem Monat, die in Japan herrschende Kriegsbegeisterung und den raschen Vorstoß der Truppen sagte Hirota zu Dirksen, das japanische Volk fordere nun, „die sino-japanischen Beziehungen von Grund auf neu“ zu errichten. Im Kabinett erklärte er: „Angesichts der bisher dargebrachten Opfer wäre es schwer, solch leichte [Friedens-]Bedingungen zu akzeptieren.“ Damit hatte er nach härteren Friedensbedingungen verlangt, ohne dass Vertreter des Militärs ihm zuvorgekommen waren. Das Kabinett entschied auf seinen Vorschlag hin, dass man nicht mehr auf Grundlage der zuvor gestellten Bedingungen verhandeln werde.[88]
Nach der Eroberung Nanjings formulierte Hirota vier neue Friedensbedingungen, die er Dirksen am 22. Dezember zukommen ließ:
1.) China wird seine prokommunistische, antijapanische und antimandschurische Politik beenden und mit Japan und Mandschukuo bei der Bekämpfung des Kommunismus zusammenarbeiten.
2.) Entmilitarisierte Zonen müssen in den notwendigen Gebieten geschaffen werden, und spezielle Körperschaften müssen in diesen Gebieten eingerichtet werden.
3.) Eine Übereinkunft zur wirtschaftlichen Zusammenarbeit ist zwischen China, Mandschukuo und Japan zu schließen.
4.) China wird dem Kaiserreich [Japan] die verlangten Reparationen zahlen.
Wie er Dirksen erklärte, waren in der ersten Forderung die Anerkennung Mandschukuos und Chinas Beitritt zum Antikominternpakt inbegriffen. Außerdem wünschte er die Aufkündigung des chinesisch-sowjetischen Nichtangriffspaktes. Unter den „entmilitarisierten Zonen“ seien Nordchina, die Innere Mongolei und die Region Jiangnan zu verstehen. Die Innere Mongolei solle eine autonome Regierung erhalten. Nordchina brauche nicht notwendigerweise eine autonome Regierung und könne unter chinesischer Souveränität verbleiben, es müsse aber eine „weitreichende Autorität“ eingerichtet werden, die die wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen Japan, Mandschukuo und China verwaltet. Trautmann händigte die Bedingungen am 26. Dezember der chinesischen Regierung aus.[89]
Als China am 14. Januar 1938 mit der Bitte um weitere Einzelheiten antwortete, wertete Hirota dies als Hinhaltetaktik und brach die Verhandlungen über die deutschen Botschafter ab. Am 16. Januar erklärte die Regierung Konoe, nicht mehr mit der nationalchinesischen Regierung zu verhandeln, sondern einer neuen chinesischen Regierung entgegenzusehen, „die wahrhaft fähig ist, mit dem Reich zusammenzuarbeiten.“ Die Erklärung war von Hirotas Mitarbeiter Kamimura Shin’ichi verfasst worden.[90]
Das Massaker von Nanjing
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Am 13. Dezember 1937 eroberte die Shanghai-Expeditionsarmee die chinesische Hauptstadt Nanjing. Unmittelbar nach dem Einmarsch begannen die japanischen Soldaten mit Massenmorden an der chinesischen Zivilbevölkerung, denen mindestens 200.000 Menschen zum Opfer fielen. Von den diplomatischen Vertretern Japans in China erhielt das Außenministerium ausführliche Berichte über die Gräueltaten. Zudem trafen Proteste des Internationalen Komitees für die Sicherheit von Nanking ein, das von in der Stadt ansässigen Ausländern gegründet worden war. Ishii Itarō stellte für Hirota einen Überblick über das Massaker zusammen. Unmittelbar, nachdem er davon Kenntnis genommen hatte, ließ Hirota dem Heeresministerium über Ishii den Protest des Außenministeriums ausrichten und verlangte von Heeresminister Sugiyama die Wiederherstellung der militärischen Disziplin. Da Hirota das Massaker aber nicht im Kabinett zur Sprache brachte, erfuhren die meisten Mitglieder der Regierung nichts über die Verbrechen des japanischen Militärs. Dieses Versäumnis trug nach dem Krieg entscheidend zu seiner Verurteilung als Kriegsverbrecher bei.[91]
Anerkennung Mandschukuos durch europäische Faschisten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Während der Verhandlungen über den Frieden in China vertiefte Hirota Japans Beziehungen zum Deutschen Reich, zu Italien und zu den spanischen Franquisten, die sich noch im Bürgerkrieg mit der Zweiten Spanischen Republik befanden. Italien trat am 6. November 1937 dem Antikominternpakt bei und erkannte noch im selben Monat das Kaiserreich Mandschukuo an. Francisco Franco erwiderte die Anerkennung seines Regimes durch Japan im Dezember 1937 mit der Anerkennung Mandschukuos. Die Anerkennung des japanischen Marionettenstaates durch Deutschland folgte im Mai 1938. Von der Anerkennung Mandschukuos seitens der europäischen Faschisten erhoffte sich Hirota eine Stärkung seiner Verhandlungsposition gegenüber China.[92]
Hirotas Rücktritt
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Im Laufe des Frühjahrs 1938 zeigten sich sowohl Hirota als auch Konoe über den Fortgang des sich ausweitenden Krieges ernüchtert. Da er zur Ansicht gelangt war, es würde „derzeit diplomatisch nichts gut laufen“, bot Hirota Konoe im Mai 1938 seinen Rücktritt an. Am 26. Mai schied er aus dem Amt aus. Sein Nachfolger wurde Ugaki Kazushige.[93]
Um die Zusammenarbeit mit den in Nanjing und Beiping eingerichteten Marionettenregimen zu erleichtern, wurden noch während Hirotas Amtszeit Pläne entworfen, Kompetenzen des Außenministeriums an eine neu einzurichtende Regierungsbehörde abzugeben. Diese Überlegungen führten nach Hirotas Ausscheiden aus dem Kabinett zur Gründung des Kōain (Rat für Ostasiatische Entwicklung), der 1942 im Ministerium für Groß-Ostasien aufging.[94]
Jūshin und Zweiter Weltkrieg
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Nach seinem Ausscheiden aus der Regierung blieb Hirota in seiner Funktion als Jūshin bedeutsam: als Mitglied eines Rates ehemaliger Premierminister, der nach dem Ende einer Regierung gemeinsam mit dem Naidaijin (Lordsiegelbewahrer) und dem Vorsitzenden des Sūmitsu-in (Kronrat) den nächsten Premierminister vorschlagen durfte.[95]
Im Februar 1940 ernannte ihn Premierminister Yonai Mitsumasa zum offiziellen Berater (sangi) seiner Regierung. In dieser Funktion sprach sich Hirota nach dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs für eine neutrale Haltung Japans gegenüber den kriegführenden europäischen Staaten sowie für eine rasche Beendigung des Krieges mit China aus.[96]
Nachdem Konoe ein zweites Mal zum Premierminister ernannt worden war, riet ihm Hirota vergeblich davon ab, Matsuoka Yōsuke zum Außenminister zu ernennen, und schlug stattdessen Tōgō Shigenori vor. Den Abschluss des Dreimächtepakts durch Matsuoka am 27. September 1940 kritisierte Hirota scharf:
„Es liegt jenseits meines Verständnisses, was diesen Vertrag notwendig macht. Was Japan jetzt in seiner Außenpolitik am dringendsten nötig hat, ist, den China-Zwischenfall zu einem Abschluss zu bringen. Und nun haben wir durch den Abschluss dieses Vertrages Amerika und Großbritannien zu unseren ausgesprochenen Feinden gemacht. Chiang Kai-shek wird natürlich alles tun, was er vermag, um dies zu nutzen und diese beiden Länder auf die Seite Chinas zu ziehen. Das wird eine Lösung des China-Zwischenfalls noch schwerer machen. […] Großbritannien und Amerika haben bislang gleichermaßen China und Japan mit Waren beliefert. Wo werden wir diese Lieferungen nun herbekommen, nachdem wir sie zu unseren Feinden gemacht haben?“[97]
In den Konferenzen der Jūshin hatte sich Hirota wiederholt für die Ernennung eines Offiziers zum Premierminister ausgesprochen. Nach dem Rücktritt des dritten Kabinetts Konoe unterstützte er im Oktober 1941 den Vorschlag des Lordsiegelbewahrers Kido Kōichi, Tōjō Hideki mit der Regierungsbildung zu betrauen.[98] Kurz vor Ausbruch des Pazifikkriegs riet Hirota dem Außenminister Tōgō Shigenori, nicht zurückzutreten, um das Amt nicht einem Kriegsbefürworter zu überlassen. Damit durchkreuzte er den Plan Yoshida Shigerus, der durch Tōgōs Rücktritt den Sturz der Regierung Tōjō herbeiführen und auf diese Weise den Kriegsausbruch verhindern wollte.[99]
1942 diente Hirota als Sondergesandter Japans in Thailand, nachdem dieses ein Bündnis mit Japan abgeschlossen und Großbritannien und den USA den Krieg erklärt hatte.[100]
Gegen Ende des Krieges beteiligte sich Hirota an Verhandlungen, um das Verhältnis zur Sowjetunion zu verbessern, die sich zwar mit Deutschland im Krieg befand, mit Japan aber noch durch den 1941 geschlossenen Japanisch-Sowjetischen Neutralitätspakt verbunden war. Im September 1944 sollte er als Sondergesandter nach Moskau geschickt werden, doch wies der sowjetische Außenminister Wjatscheslaw Molotow das Angebot zurück.[101] Im Auftrag des unter Suzuki Kantarō erneut zum Außenminister ernannten Tōgō Shigenori traf sich Hirota im Juni 1945 viermal mit dem sowjetischen Botschafter Jakow Malik in Hakone, um über ein Fortbestehen der Neutralität zwischen beiden Ländern zu verhandeln.[102] Die Gespräche hatten auf den Verlauf des Krieges keine Auswirkungen mehr. Am 9. August 1945 erklärte die Sowjetunion Japan den Krieg und begann sofort mit der Invasion der Mandschurei.
Eine Konferenz am 10. August, auf der die Jūshin dafür stimmten, die Potsdamer Erklärung anzunehmen, war Hirotas letzte Handlung in seiner politischen Laufbahn.[103]
Prozess und Hinrichtung
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Am 2. Dezember 1945 erließ General Douglas MacArthur als Supreme Commander for the Allied Powers den Befehl, 59 Personen, darunter Hirota, als mutmaßliche Kriegsverbrecher festzusetzen.[104] Am 15. Januar 1946 wurde Hirota ins Sugamo-Gefängnis überstellt, wo er in den nächsten sechs Wochen vom International Prosecutorial Service unter der Leitung von Joseph B. Keenan verhört wurde. Hirota zeigte sich bei den Verhören kooperativ und bekannte sich zu seiner Verantwortung für die während seiner Amtszeiten als Außen- und Premierminister geschehenen Ereignisse.[105]
Während der Verhöre belastete sich Hirota unwissentlich schwer, indem er sich zu einer ihm vorgehaltenen Rede bekannte, die am 5. September 1937 im japanischen Parlament gehalten worden war. In dieser Rede hieß es: „Die einzige verbleibende Option für das Kaiserreich ist es, so schnell wie möglich der chinesischen Armee einen überwältigenden Schlag zu versetzen, der ihren Willen zu kämpfen bricht.“ Tatsächlich war diese Rede nicht von Hirota, sondern von Premierminister Konoe Fumimaro gehalten worden.[106]
Aufgrund seiner Aussagen wurde Hirota als mutmaßlicher Kriegsverbrecher der Klasse A eingestuft und zusammen mit 27 weiteren Personen am 29. April 1946 vor dem Internationalen Militärgerichtshof für den Fernen Osten angeklagt. Laut Bert Röling, dem niederländischen Richter, war die Anklage gegen Hirota auf Anfrage Chinas erhoben worden, das ihn wegen des Massakers von Nanking zur Verantwortung ziehen wollte.[107]
Hirota musste sich in 48 der 55 Anklagepunkte verantworten. Wie alle anderen Angeklagten plädierte er auf „nicht schuldig“. Hirota selbst war nicht davon überzeugt, unschuldig zu sein, und hatte von seinem Verteidiger Hanai Tadashi zu diesem Plädoyer überredet werden müssen. Anschließend äußerte Hirota in den zweieinhalb Jahren bis zum Ende des Prozesses kein Wort mehr und verweigerte eine Zeugenaussage in eigener Sache.[108]
Die Strategie der Verteidiger Hirotas bestand darin, die Schuld für die ihm angelasteten Verbrechen auf das Militär zu schieben. In einem Fall verbot Hirota den Verteidigern jedoch, Dokumente aus seiner Zeit als Premierminister zu seiner Entlastung zu verwenden, da diese den damaligen Stabschef der Kwantung-Armee, Itagaki Seishirō, hätten belasten können.[109]
Bei der Anhörung der von Hirotas Verteidigung aufgestellten Entlastungszeugen gelang es dem britischen Ankläger Arthur Comyns Carr mehrfach, diese zu Aussagen zu bewegen, die sich für Hirota nachteilig auswirkten.[110] Nach Ansicht Comyns Carrs war Hirota „von Anfang bis Ende ein Aggressor“ gewesen, und „ein besonders schlauer Vertreter dieser Art“, was sich an dem „Kontrast zwischen seinen öffentlichen und privaten Worten und Taten“ zeige.[111]
Am Ende des Prozesses kam die Mehrheit der Richter in ihrem Urteil zu dem Schluss, dass Hirota, „offensichtlich ein sehr fähiger Mann und ein kraftvoller Führer, teils Urheber, teils Unterstützer der aggressiven Pläne war, die vom Militär und den verschiedenen Regierungen angenommen und ausgeführt wurden.“[112] Der Einwand der Verteidigung, Hirota sei stets um eine diplomatische Lösung der Probleme bemüht gewesen, wurde zurückgewiesen, da er dabei nie daran gedacht habe, japanische Eroberungen oder zu erwartende Eroberungen preiszugeben. Im Zusammenhang mit dem Massaker von Nanking bescheinigten die Richter Hirota „verbrecherische Nachlässigkeit“. Zwar sei erwiesen, dass er nach Eintreffen erster Berichte über die Kriegsverbrechen der Armee bei Heeresminister Sugiyama Hajime Einspruch eingelegt habe, doch habe er es in der Folge unterlassen, diese im Kabinett zur Sprache zu bringen und sofortige Gegenmaßnahmen zu fordern. Als trotz der Zusage des Heeresministeriums, die Ausschreitungen einzudämmen, weitere Berichte über japanische Kriegsverbrechen eintrafen, habe Hirota keine Initiative mehr ergriffen.[113]

Hirota wurde schließlich in folgenden Anklagepunkten schuldig gesprochen:
- 1.) Beteiligung als Führer, Organisatoren, Anstifter oder Komplizen an der Planung oder Ausführung eines gemeinsamen Plans oder einer Verschwörung zum Führen von Angriffskriegen und eines Kriegs oder Kriegen, die internationales Recht verletzten
- 27.) Führen eines unprovozierten Krieges gegen China
- 55.) Vorsätzliche und rücksichtslose Vernachlässigung der Pflicht, angemessene Schritte zur Prävention von Gräueltaten einzuleiten
Am 12. November 1948 wurde Hirota zum Tode durch Erhängen verurteilt.
Hirota war der einzige Zivilist, über den vom Internationalen Militärgerichtshof für den Fernen Osten die Todesstrafe verhängt wurde. Während die elf Richter im Falle der sechs ebenfalls zum Tode verurteilten Generäle sich jeweils mit einer Mehrheit von 7 zu 4 für die Höchststrafe aussprachen, kam Hirotas Urteil lediglich mit der knappen Mehrheit von einer Stimme zustande.[114] Das Richterkollegium gelangte in seinem Fall zu stark voneinander abweichenden Entscheidungen: Für die Todesstrafe stimmten die Richter aus den USA, Großbritannien, China, Kanada, Neuseeland und den Philippinen. Während Henri Bernard (Frankreich) und Radhabinod Pal (Indien) aus verschiedenen Gründen die Rechtmäßigkeit des Tribunals anzweifelten und allgemein gegen eine Verurteilung der Angeklagten stimmten, sprachen sich Iwan Michejewitsch Sarjanow (Sowjetunion) und der Vorsitzende William F. Webb (Australien) dafür aus, Hirota zu einer Haftstrafe zu verurteilen. Bert Röling (Niederlande), der im Falle der sechs Generäle für die Todesstrafe gestimmt und diese auch für drei weitere Offiziere gefordert hatte, befasste sich in seinem abweichenden Sondervotum intensiv mit Hirota und gelangte zu der Ansicht, dass dieser freizusprechen sei: „Die Schritte, die Hirota unternahm, so schicksalhaft sie sich auch auf die Zukunft Japans und der Welt ausgewirkt haben, fallen nicht in den Bereich konkreter Planungen von Angriffskriegen.“[115] In Bezug auf das Massaker von Nanking argumentierte Röling, dass dem Gericht niemals ein konkreter Zeitpunkt mitgeteilt werden konnte, wann Hirota erfahren hatte, dass sein Einspruch bei Sugiyama folgenlos geblieben sei. Er könne somit nicht in Verbindung mit den Ereignissen in Nanking verurteilt werden.[116]
Unmittelbar nach der Verurteilung riefen Anhänger Hirotas eine Petition ins Leben, um eine Reduktion des Strafmaßes zu erwirken. Insgesamt kamen 29.985 Unterschriften zustande.[117] Auch namhafte Politiker wie Shidehara Kijūrō and Matsudaira Tsuneo setzten sich für sein Leben ein. Dem steht Hirotas Warnung an seinen Sohn Masao gegenüber, sich nicht für eine mildere Bestrafung einzusetzen.[118]
In einem letzten Versuch, die Hinrichtung zu verhindern, appellierten Hirotas Anwälte gemeinsam mit dem ebenfalls zum Tode verurteilten General Doihara Kenji an den Obersten Gerichtshof der Vereinigten Staaten. In ihrer Eingabe bestritten sie die Rechtmäßigkeit der Einrichtung des Internationalen Militärgerichtshofs für den Fernen Osten durch General Douglas MacArthur, da dieser dabei nicht nach den in den USA üblichen Regeln vorgegangen sei und dadurch die US-Verfassung verletzt habe.[119] Die Klage wurde vom Obersten Gerichtshof der USA am 20. Dezember 1948 mit der Begründung abgewiesen, dass die Kläger nicht als unter der Kontrolle der Vereinigten Staaten stehend angesehen werden können. Sie seien nicht durch die US-Verfassung geschützt und unterlägen daher nicht der Gerichtsbarkeit der Vereinigten Staaten, da der Internationale Militärgerichtshof für den Fernen Osten als eine Institution der „Alliierten Streitkräfte“ eingerichtet wurde.
Am 23. Dezember 1948 wurden Hirota und die übrigen zum Tode Verurteilten kurz nach Mitternacht im Sugamo-Gefängnis hingerichtet.[120]
Rezeption
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Reaktionen auf das Todesurteil
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das Todesurteil gegen Hirota wurde oft als zu hart kritisiert, da man ihn als machtlos innerhalb der durch das Militär bestimmten Regierung ansah.[121] Selbst der Chefankläger des Internationalen Militärgerichtshofs, Joseph B. Keenan, war der Ansicht, dass Hirota höchstens zu lebenslanger Haft hätte verurteilt werden sollen.[122] Noch heute wird Hirotas Name erwähnt, wenn in Japan die Tokioter Prozesse als "Siegerjustiz" debattiert werden.[123]
Präzedenzfall Hirota v. MacArthur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Entscheidung des US Supreme Court, Hirotas Klage abzuweisen, wurde später als Präzedenzfall Hirota v. MacArthur in weiteren Fällen herangezogen, in denen Personen, die vom US-Militär in verbündeten Staaten festgehalten wurden, sich vergeblich auf Rechtsschutz durch die Vereinigten Staaten beriefen.
Gedenkstätten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Leichname Hirotas und der mit ihm hingerichteten Generäle Matsui, Doihara, Tōjō, Itagaki, Kimura und Mutō wurden unter Aufsicht von US-Soldaten in einem Krematorium in Yokohama verbrannt. Ihre Asche wurde über dem Pazifik verstreut. Dennoch gelangte eine Urne, die angeblich letzte Reste der Asche enthält, in den Tempel der Göttin der Barmherzigkeit (Koa Kannon) bei Atami, zu dessen Stiftern Matsui Iwane gehört hatte.[124] Im April 1959 wurde dort in Anwesenheit des einstigen Mitangeklagten Araki Sadao und des Nachkriegs-Premierministers Yoshida Shigeru ein Gedenkstein eingeweiht, der in Yoshidas Kalligraphie die Inschrift Denkmal für sieben Patrioten trägt.[125]
Seit 1978 werden die zum Tode Verurteilten des Tokioter Kriegsverbrecherprozesses gemeinsam mit sieben weiteren Männern, die als Angeklagte oder nach ihrer Verurteilung in der Haft starben, im Tokioter Yasukuni-Schrein als Kami verehrt.

Die Familie Hirota Kōkis nahm an beiden Ehrungen keinen Anteil. Im Jahr 2015 äußerte sich sein Enkel Hirota Kōtarō gegenüber der Zeitung Sankei Shimbun ablehnend hinsichtlich der im Yasukuni-Schrein betriebenen Verehrung Hirotas: Eine solche stehe ihm nicht zu, da es sich bei ihm weder um einen Angehörigen des Militärs, noch um einen Kriegstoten handele.[126]
Ein Denkmal für Hirota Kōki in Form einer überlebensgroßen Bronzestatue steht vor dem Kunstmuseum in Fukuoka.[127] Es wurde auf Betreiben des Bürgermeisters Shintō Kazuma errichtet, der 1944, u. a. auf Empfehlung Hirotas, zum letzten Präsidenten der Gen'yōsha gewählt worden war.[128]
Biographische Darstellungen
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Die postume Wahrnehmung Hirotas in Japan wurde stark durch den Schriftsteller Shiroyama Saburō beeinflusst, der 1974 unter dem Titel Rakujitsu Moyu (落日燃ゆ, „Das Brennen der Abendsonne“) eine Biographie des früheren Premierministers veröffentlichte.[129] Das Buch wurde mit dem Mainichi-Kulturpreis und dem Yoshikawa-Literaturpreis ausgezeichnet und in den ersten vier Jahren nach der Veröffentlichung in über einer halben Million Exemplaren verkauft. 1977 erschien es auf Englisch unter dem Titel: War Criminal. The Life and Death of Hirota Koki.[130] Zweimal, 1976 und 2009, wurde es für das Fernsehen verfilmt.[131] Einflussreiche Politiker rechneten Shiroyamas Werk zu ihren Lieblingsbüchern.[132] Shiroyama konnte bei seiner Arbeit auf persönliche Auskünfte von Familienmitgliedern und politischen Weggefährten Hirotas zurückgreifen,[133] übernahm allerdings auch Fehler älterer biographischer Darstellungen, etwa die (eigenen Aussagen Hirotas widersprechende)[134] Behauptung, Hirota sei kein formelles Mitglied der Gen’yōsha gewesen.[135] Shiroyama schildert Hirota als „einen ehrlichen Mann, gefangen in den Zahnrädern des Schicksals; sein Prozess war eine Demonstration, in Richter William O. Douglas' Worten, nicht der Gerechtigkeit, sondern politischer Macht; […]“[136] Hirotas durchaus vorhandene Konflikte mit dem Militär werden von Shiroyama deutlich hervorgehoben. Die Stilisierung Hirotas zu einem Gegner des Militarismus geht jedoch stellenweise so weit, dass sie den historischen Tatsachen widerspricht. Dies zeigt sich namentlich am Ende des Buches, wo Hirota sich weigert, in die Banzai-Rufe der mit ihm zum Galgen geführten Generäle einzustimmen[137] – eine Darstellung, die dem Augenzeugenbericht des buddhistischen Gefängnispriesters Hanayama Shinshō diametral zuwiderläuft.[138]
Aufgrund der dichterischen Freiheiten Shiroyamas bezeichnet der Historiker Hattori Ryuji, der 2008 (auf Englisch 2025) eine wissenschaftliche Biographie Hirotas vorlegte, Rakujitsu Moyu konsequent als „Roman“.[139] Laut Hattori enthält die von Shiroyama vermittelte populäre Darstellung Hirotas als „tragischer Premierminister“ zwar einige Wahrheit, doch reiche sie nicht aus, um seinen Charakter völlig zu erfassen.[140] Entsprechend trägt Hattoris Arbeit im japanischen Original den Untertitel Das wahre Bild des „tragischen Premierministers“.[141] Hattoris Einschätzung zufolge war Hirota „ein Mann, der, entgegen seiner populären Darstellung, in seinem Widerstand gegen das Militär eher schwach war, seine Untergebenen nicht völlig unter Kontrolle hatte, und dazu neigte, vom Populismus fortgerissen zu werden“.[142] Bei der Zusammenstellung seines Kabinetts habe Hirota 1936 zwar Geschick gezeigt, sei aber anschließend ein generell mittelmäßiger Premierminister gewesen.[143] Insbesondere macht ihm Hattori zum Vorwurf, dass er es, obwohl erfahrener Diplomat, während seiner zweiten Amtszeit als Außenminister nicht als seine Pflicht begriff, „den deutlich jüngeren Konoe im Zaum zu halten“. Stattdessen habe Hirota, dem es nicht gelungen sei, zu Konoes populistischen Methoden Distanz zu halten, die verhängnisvollen Entscheidungen der japanischen Regierung zu Beginn des Zweiten Japanisch-Chinesischen Krieges durch seine „wiederholte passive Zustimmung“ mitgetragen.[144]
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Saburo Shiroyama: War Criminal. The Life and Death of Hirota Koki. Kodansha International 1977, ISBN 0-87011-368-2.
- Ryuji Hattori: War and Diplomacy in Modern Japan. Prime Minister Kōki Hirota and His Times. Springer 2025, ISBN 978-981-96-5309-6.
- Shinsho Hanayama: The Way of Deliverance. Three Years with the Condemned Japanese War Criminals. New York: Charles Scribner's Sons [1950].
- S. Noma (Hrsg.): Hirota Kōki. In: Japan. An Illustrated Encyclopedia. Kodansha, 1993, ISBN 4-06-205938-X, S. 541-
- Hunter, Janet: Hirota Kōki. In: Concise Dictionary of Modern Japanese History. Kodansha International, 1984. ISBN 4-7700-1193-8.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Ausstellung der japanischen Parlamentsbibliothek mit Porträts und kurzen Biografien bedeutender japanischer Persönlichkeiten der Moderne (englisch und japanisch)
- Zeitungsartikel über Hirota Kōki in den Historischen Pressearchiven der ZBW
- Ruyji Hattori: War and Diplomacy in Modern Japan: Prime Minister Kōki Hirota and His Times (E-Book)
- Shinsho Hanayama: The Way Of Deliverance (Internet Archive)
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Lebensdaten der Eltern nach Shiroyama, S. 59, 140, 293.
- ↑ Hattori, S. 7.
- ↑ Hattori, S. 8.
- ↑ Hattori, S. 10–12.
- ↑ Shiroyama, S. 9.
- ↑ Hattori, S. 12f.
- ↑ Hattori, S. 9f., 160.
- ↑ Hattori, S. 9f.
- ↑ Hattori, S. 12.
- ↑ Shiroyama, S. 227.
- ↑ Brian Victoria: Zen War Stories. Taylor & Francis Group, 2003, S. 179.
- ↑ Shiroyama, S. 10.
- ↑ Shiroyama, S. 11.
- ↑ Hattori, S. 28.
- ↑ Hattori, S. 100.
- ↑ Shiroyama, S. 19.
- ↑ Hattori, S. 13.
- ↑ 『人事興信録 第8版』(人事興信所、1928年)ヒ67頁
- ↑ Hattori, S. 164.
- ↑ Shiroyama, S. 14–16.
- ↑ Hattori, S. 13f.
- ↑ Hattori, S. 17f.
- ↑ Hattori, S. 18f.
- ↑ Hattori, S. 21.
- ↑ Hattori, S. 22.
- ↑ Hattori, S. 24.
- ↑ Hattori, S. 26f.
- ↑ Hattori, S. 28f.
- ↑ Hattori, S. 24.
- ↑ Hattori, S. 29–31.
- ↑ Hattori, S. 31f.
- ↑ Hattori, S. 33.
- ↑ Hattori, S. 35.
- ↑ Hattori, S. 36.
- ↑ Hattori, S. 44f.
- ↑ Hattori, S. 45f.
- ↑ Hattori, S. 46.
- ↑ Hattori, S. 54.
- ↑ Hattori, S. 50.
- ↑ Hattori, S. 36.
- ↑ Hattori, S. 48.
- ↑ Hattori, S. 54f.
- ↑ Hattori, S. 50.
- ↑ Hattori, S. 54.
- ↑ Hattori, S. 55.
- ↑ Hattori, S. 51f.
- ↑ Hattori, S. 53.
- ↑ Hattori, S. 57.
- ↑ Hattori, S. 56.
- ↑ Hattori, S. 57.
- ↑ Hattori, S. 60.
- ↑ Hattori, S. 61.
- ↑ Hattori, S. 62.
- ↑ Hattori, S. 63.
- ↑ Hattori, S. 65.
- ↑ Hattori, S. 64.
- ↑ Hattori, S. 63.
- ↑ Hattori, S. 64.
- ↑ Hattori, S. 66.
- ↑ Hattori, S. 78.
- ↑ Hattori, S. 79f.
- ↑ Hattori, S. 78f.
- ↑ Hattori, S. 84.
- ↑ Hattori, S. 82.
- ↑ Hattori, S. 83f.
- ↑ Shiroyama, S. 135.
- ↑ Hattori, S. 83.
- ↑ Hattori, S. 84.
- ↑ Hattori, S. 87.
- ↑ Hattori, S. 88.
- ↑ Hattori, S. 89.
- ↑ Hattori, S. 94f.
- ↑ Hattori, S. 90.
- ↑ Hattori, S. 91f.
- ↑ Hattori, S. 97.
- ↑ Hattori, S. 93.
- ↑ Hattori, S. 96f.
- ↑ Hattori, S. 96.
- ↑ Hattori, S. 97–99.
- ↑ Hattori, S. 106.
- ↑ Hattori, S. 106.
- ↑ Hattori, S. 108.
- ↑ Hattori, S. 109.
- ↑ Hattori, S. 110–112.
- ↑ Hattori, S. 115.
- ↑ Hattori, S. 116.
- ↑ Hattori, S. 117.
- ↑ Hattori, S. 119f.
- ↑ Hattori, S. 122–124.
- ↑ Hattori, S. 126f.
- ↑ Hattori, S. 124f.
- ↑ Hattori, S. 118.
- ↑ Hattori, S. 129f.
- ↑ Hattori, S. 129.
- ↑ Ben-Ami Shillony: Politics and Culture in Wartime Japan. Clarendon Press, 1991, ISBN 978-0-19-820260-8, S. 8.
- ↑ Hattori, S. 141.
- ↑ Hattori, S. 142f.
- ↑ Hattori, S. 144.
- ↑ Hattori, S. 145.
- ↑ Hattori, S. 147.
- ↑ Hattori, S. 149.
- ↑ Hattori, S. 152f.
- ↑ Hattori, S. 154.
- ↑ Hattori, S. 159.
- ↑ Hattori, S. 162.
- ↑ Hattori, S. 162.
- ↑ Hattori, S. 163.
- ↑ Hattori, S. 164.
- ↑ Hattori, S. 170.
- ↑ Hattori, S. 169–172.
- ↑ Gary J. Bass: Tribunal in Tokio. Die Kriegsverbrecherprozesse in Japan und die Neuordnung Asiens nach 1945. S. Fischer, Frankfurt am Main 2025, ISBN 978-3-10-002504-3, S. 456.
- ↑ INTERNATIONAL MILITARY TRIBUNAL FOR THE FAR EAST. Judgment of 4 November 1948. In: ICC Legal Tools Database. S. 49,789, abgerufen am 29. August 2025 (englisch): „Thus during his tenure of office HIROTA, apparently a very able man and a forceful leader, was at times the originator and at other times a supporter of the aggressive plans adopted and executed by the military and the various Cabinets.“
- ↑ INTERNATIONAL MILITARY TRIBUNAL FOR THE FAR EAST. Judgment of 4 November 1948. In: ICC Legal Tools Database. S. 49,791, abgerufen am 29. August 2025 (englisch).
- ↑ Hattori, S. 179.
- ↑ Bert Röling: Opinion of Mr. Justice Roling, Member for the Netherlands. In: ICC Legal Tools Database. S. 195, abgerufen am 29. August 2025 (englisch).
- ↑ Bert Röling: Opinion of Mr. Justice Roling, Member for the Netherlands. In: ICC Legal Tools Database. S. 220, abgerufen am 29. August 2025 (englisch).
- ↑ 戦争責任・戦後責任: 日本とドイツはどう違うか 粟屋憲太郎 朝日新聞出版, 1994 - 272 ページ
- ↑ Hattori, S. 180.
- ↑ Shiroyama, S. 293–295.
- ↑ Hattori, S. 182.
- ↑ Siehe Hunter: Hirota Kōki.
- ↑ Shiroyama, S. 289.
- ↑ 戦争責任・戦後責任: 日本とドイツはどう違うか 粟屋憲太郎 朝日新聞出版, 1994 - p272
- ↑ Tomoya Ishikawa: Atami final resting place for Tojo, 6 others. In: Asahi Shimbun. 15. September 2009, abgerufen am 20. Oktober 2025 (englisch).
- ↑ Shiroyama, S. 2.
- ↑ 東京裁判で処刑された唯一の文官、広田弘毅元首相の孫・弘太郎さん語る 「評価は歴史がする」. In: The Sankei News. 31. Dezember 2015, abgerufen am 20. Oktober 2025 (japanisch).
- ↑ Hattori, S. 161.
- ↑ Hattori, S. 149.
- ↑ 【書評】軍部と闘った悲劇の宰相:城山三郎著『落日燃ゆ』
- ↑ Angaben nach der ersten englischsprachigen Taschenbuchausgabe, Tokio u. a.: Kodansha 1978.
- ↑ テレビ朝日開局50周年記念ドラマスペシャル「落日燃ゆ」
- ↑ Hattori, S. 187.
- ↑ Shiroyama, S. 300.
- ↑ Hattori, S. 187.
- ↑ Shiroyama, S. 8.
- ↑ Shiroyama 1978, Umschlagtext.
- ↑ Shiroyama, S. 298.
- ↑ Shinsho Hanayama: The Way of Deliverance. In: Internet Archive. 6. Juli 2015, S. 274, abgerufen am 20. Oktober 2025 (englisch).
- ↑ Hattori, S. 2, 187f.
- ↑ Hattori, S. 2.
- ↑ Hattori, S. IV.
- ↑ Hattori, S. 188f.
- ↑ Hattori, S. 99.
- ↑ Hattori, S. 131.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Hirota, Kōki |
| ALTERNATIVNAMEN | Hirota, Kôki; 広田 弘毅 (japanisch) |
| KURZBESCHREIBUNG | 32. japanischer Premierminister |
| GEBURTSDATUM | 14. Februar 1878 |
| GEBURTSORT | Präfektur Fukuoka |
| STERBEDATUM | 23. Dezember 1948 |
| STERBEORT | Sugamo-Gefängnis |
- Premierminister (Japanisches Kaiserreich)
- Außenminister (Japanisches Kaiserreich)
- Mitglied des Kizokuin
- Japanischer Botschafter in der Sowjetunion
- Person im Zweiten Weltkrieg (Japan)
- Verurteilte Person (japanische Kriegsverbrechen im Zweiten Weltkrieg)
- Hingerichtete Person (Tokioter Prozesse)
- Japaner
- Geboren 1878
- Gestorben 1948
- Mann