Fumio Kishida

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Fumio Kishida (2017)

Fumio Kishida (jap. 岸田 文雄, Kishida Fumio; * 29. Juli 1957 in Minami-ku, Hiroshima) ist ein japanischer Politiker der Liberaldemokratischen Partei (LDP), wo er seit 2012 die Kishida-Faktion führt, und ehemaliger Außenminister. Er ist seit 1993 Abgeordneter im Shūgiin für den 1. Wahlkreis Hiroshima.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kishida studierte Rechtswissenschaften an der Waseda-Universität, wo er 1982 seinen Abschluss machte. Anschließend arbeitete er fünf Jahre lang für die Long-Term Credit Bank of Japan (LTCB, engl. für die 日本長期信用銀行 Nippon chōki shin’yō ginkō). Ab 1987 war er Sekretär seines Vaters, des Shūgiin-Abgeordneten Fumitake Kishida (SNTV-Mehrmandatswahlkreis Hiroshima 1). Nach dessen Tod 1992 wurde er bei der Shūgiin-Wahl 1993 sein Nachfolger. Bei der Wahl 1996 übernahm er nach der Wahlrechtsreform den neuen Einmandatswahlkreis Hiroshima 1.

Von 1999 bis 2000 war Kishida Staatssekretär im Bauministerium, von 2001 bis 2002 im Bildungsministerium. Premierminister Shinzō Abe berief ihn bei der Kabinettsumbildung kurz vor seinem Rücktritt 2007 zum seit Staatsminister für Angelegenheiten von Okinawa und der Nördlichen Territorien, Deregulierung, Lebensqualität, Wissenschaft und Technologie. Premierminister Yasuo Fukuda übernahm Kishida im September 2007 in sein Kabinett, ersetzte ihn aber bei der Kabinettsumbildung im August 2008. Am 26. Dezember 2012 wurde er Außenminister im Kabinett Shinzō Abe II und wurde bei der dritten Umbildung des Kabinetts Shinzō Abe III im August 2017 von Tarō Kōno abgelöst. Vom 28. Juli bis zum 3. August 2017 war er gleichzeitig kommissarischer Verteidigungsminister, nachdem Tomomi Inada zuvor von diesem Posten zurückgetreten war. Kishida steht, wie Premier Abe und weitere Kabinett- und LDP-Parteimitglieder, der als revisionistisch geltenden Nippon Kaigi nahe.[1]

Von 2017 bis 2020 gehörte Kishida unter Abe als PARC-Vorsitzender zum engsten Kreis der LDP-Führung. Als Abe zurücktrat, kandidierte er bei der Wahl eines Nachfolgers, unterlag aber abgeschlagen Yoshihide Suga, der sich die Unterstützung von fünf Faktionen gesichert hatte. Nur seine eigene Faktion, einige andere Abgeordnete und mehrheitlich die Präfekturverbände Hiroshima (alle drei Delegierten) und Yamanashi (zwei von drei) sowie fünf einzelne Delegierte anderer Präfekturen stimmten für Kishida. Er erhielt bei den lokalen Vorwahlen landesweit nur rund 91.000 Stimmen (Suga >364.000, Shigeru Ishiba >216.000), aber da verschiedene LDP-Präfekturverbände ihre Delegierten auf verschiedene Weise bestimmten (z. B. in der LDP Akita gab es gar keine breitere Abstimmung/Umfrage und der Exekutivrat bestimmte die Delegierten), ist diese Zahl ohne Aufschlüsselung nach Präfekturverband nur begrenzt aussagekräftig.[2][3]

Kishidas Großvater war der Unterhausabgeordnete Masaki Kishida (岸田 正記); seine Tante war die Frau des Gouverneurs von Hiroshima Miyazawa Hiroshi, dem jüngeren Bruder von Premierminister Miyazawa Kiichi.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://koreajoongangdaily.joins.com/news/article/article.aspx?aid=2994558
  2. 自民党総裁選 地方票確定 菅氏89票 石破氏42票 岸田氏10票. In: NHK News Web. 14. September 2020, abgerufen am 17. September 2020 (japanisch).
  3. 早わかり! 自民党総裁選2020. In: Yomiuri Shimbun Online. 17. September 2020, abgerufen am 17. September 2020 (japanisch).