Hochjochhospiz

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Hochjochhospiz
DAV-Hütte Kategorie I
Hochjochhospiz
Lage hinteres Rofental, südlich unterhalb der Guslarspitze; Bezirk Imst, Bundesland Tirol, Österreich; Talort: Vent
Gebirgsgruppe Ötztaler Alpen
Geographische Lage: 46° 49′ 31″ N, 10° 50′ 2″ OKoordinaten: 46° 49′ 31″ N, 10° 50′ 2″ O
Höhenlage 2413 m ü. A.
Hochjochhospiz (Tirol)
Hochjochhospiz
Besitzer Sektion Berlin des Deutschen Alpenvereins
Erbaut 1927
Bautyp Hütte
Übliche Öffnungszeiten Ende Juni bis Ende September
Beherbergung 20 Betten, 50 Lager, 16 Notlager
Winterraum 16 Lager
Weblink Hochjochhospiz
Hüttenverzeichnis ÖAV DAV
p1

Das Hochjochhospiz (auch Hochjoch-Hospiz) ist eine Alpenvereinshütte der Sektion Berlin des Deutschen Alpenvereins. Sie liegt im hintersten Rofental am Südosthang der Guslarspitzen im Weißkamm der Ötztaler Alpen auf einer Höhe von 2413 m ü. A. und ist der Stützpunkt für die Überquerung des Hochjochs, zur Besteigung der drei Guslarspitzen, sowie die Zwischenstation auf dem Weg zum Brandenburger Haus.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erste Hütte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf Anregung von Franz Senn wurde auf 2450 m Höhe die ursprüngliche Hütte am südöstlichen Hang des Rofentals von 1869 bis 1872 erbaut. Seit 1911 gehörte sie der damaligen Sektion Mark Brandenburg des Deutschen und Österreichischen Alpenvereins (DOeAV). Das Haus war in der damals verbreiteten Form eines geduckten Baues mit blechgedecktem Pultdach direkt am Hang ausgeführt, um eventuell abgehende Lawinen über das Dach ableiten zu können. Im Ersten Weltkrieg wurde die Hütte geplündert, es zeigten sich außerdem Verformungen der Außenwände durch den Hangdruck, und das Dach wurde durch Lawinen mehrmals zerstört, sodass sie nicht mehr benutzbar war.

Alte Hütte um 1900

Neubau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit den frühen 1920er-Jahren sollte ein neues Haus an anderer Stelle gebaut werden. 1927 wurde das neue Hochjoch-Hospiz auf der gegenüberliegenden Talseite der Rofenache eröffnet. Der alte Bau wurde seitdem nicht mehr unterhalten und verfiel. Von 2002 bis 2004 wurde das Haus grundlegend saniert und mit neuer Haustechnik ausgestattet.[1]

Hüttenanstieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Aufstieg erfolgt von Vent auf dem bezeichneten Weitwanderweg Nr. 902 (Gehzeit: 2½ Stunden). Zunächst vorbei an den Rofenhöfen und der Abzweigung zur Vernagthütte. Der Weg führt am felsigen Hang entlang und in sanfter Steigung hinauf zur Hütte.

Der Aufstiegsweg war früher nach Waldemar Titzenthaler benannt, dem langjährigen Vorsitzenden der Berliner Sektion Mark Brandenburg des Deutschen und Österreichischen Alpenvereins, die bereits seit ihrer Gründung 1899 keine jüdischen Bergsteiger als Mitglieder aufnahm. Daher wurde der Weg 2003 als eine Zeichen gegen Antisemitismus in Cyprian-Granbichler-Weg umbenannt. Cyprian Granbichler war Führer und Begleiter von Franz Senn. Eine Erinnerungstafel an Titzentaler, hinter der auch seine Urne beigesetzt wurde, befindet sich nach wie vor am Weg.[2]

Übergänge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tourenmöglichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Hochjochhospiz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. DAV-Sektion Berlin, Faltblatt zum Hochjochhospiz, Berlin 2007
  2. Pressemitteilung des DAV vom 3. September 2014