Horst Brandstätter

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Horst Brandstätter (* 27. Juni 1933 in Zirndorf; † 3. Juni 2015 in Fürth[1]) war ein deutscher Unternehmer.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Brandstätter wurde am 27. Juni 1933 als Sohn von Georg Brandstätter geboren. Mit sieben Jahren verlor er seinen Vater im Zweiten Weltkrieg und verbrachte anschließend seine Kindheit und Jugend in Kinderheimen.[2]

1954 trat Horst Brandstätter in das Unternehmen seines Onkels, geobra Brandstätter, in Zirndorf bei Nürnberg ein. Hergestellt wurden damals vor allem Spielzeugtelefone, Spardosen und Kaufladenartikel, zunächst aus Blech, später aus Kunststoff.

Im Jahr 1958 verzeichnete man mit Hula-Hoop-Reifen einen ersten Erfolg. Danach expandierte die Firma mit verschiedenen Produkten aus dem Spielzeug- und Freizeitbereich, wobei Kunststoff der hauptsächlich verwendete Werkstoff war.

In den 1960er Jahren eröffnete Brandstätter in Dietenhofen eine neue Produktionsstätte, da damals Busse die Mitarbeiter von den Dörfern nach Zirndorf bringen mussten. Seither wird dieser Standort ständig erweitert.

1964 gründete er die HOB GmbH & Co. KG zum Bau von Plattenspielern und Wechselsprechanlagen. 1981 trat sein Sohn Klaus Brandstätter in das Unternehmen ein und veränderte die Produktion in Richtung Software, insbesondere für Remote Access.[3]

Im Jahre 1971 eröffnete Brandstätter die erste Auslandsproduktion „Brand Malta“ in Hal Far auf Malta. Seit 1976 verlassen jedes Jahr bis zu 100 Millionen Playmobilfiguren die Insel.

Die Ölkrise Anfang der 1970er Jahre beeinflusste das traditionelle geobra-Spielwarensortiment. Das veranlasste Brandstätter zur Schaffung eines ausbaufähigen Systemspielzeugs mit hohem Spielwert bei möglichst geringem Rohstoffverbrauch. Er dachte an eine Fahrzeugserie für Kleinkinder, in der auch schlichte Figuren sitzen können. Dem Entwickler Hans Beck war dieser Ansatz zu einfach und er entwickelte eine Reihe von gleichartigen Grundfiguren, die sich lediglich durch die Farbgebung und die Zugabe entsprechender Ausstattungsteile unterschieden: das Systemspielzeug Playmobil. Die ersten Figuren wurden 1974 auf der Internationalen Spielwarenmesse vorgestellt. Bis zum Jahresende 1974 hatte die Firma damit bereits 3,5 Mio. D-Mark umgesetzt, bis dahin waren 300.000 „Klickys“ hergestellt worden. 1990 eröffnete die Firma in Zirndorf eine neue Zentrale für Verwaltung, Marketing, Entwicklung und Vertrieb.

Horst Brandstätter war Gründer der Stiftung Kinderförderung von Playmobil und des Freizeitparks Playmobil FunPark, die auf aktive Beschäftigung und körperliche Bewegung von Kindern ausgerichtet sind.

Seit 2000 werden neben Playmobil auch Lechuza-Pflanzgefäße und -Gartenmöbel hergestellt. Seit 2000 hat sein jüngster Sohn Conny Brandstätter, die Marke Lechuza bis zum Weltmarktführer gebracht. In den Jahren 2013 und 2014 ließ Brandstätter in Herrieden (Landkreis Ansbach) ein Logistikzentrum errichten.

2014 erzielte die Brandstätter-Gruppe mit über 4100 Mitarbeitern weltweit einen Umsatz von 595 Millionen Euro.

Das Wirtschaftsmagazin Forbes bezifferte Horst Brandstätters Vermögen auf ca. 1,3 Milliarden US-Dollar.[4]

Brandstätter war Vater zweier Söhne und vierfacher Großvater. Er war zweimal geschieden.

Am 3. Juni 2015 starb Horst Brandstätter mit 81 Jahren.

Nachrufe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Im Grunde hing alles an der einen Erfindung, der Playmobil-Spielfigur, und die wurde konsequent weiterentwickelt, man ist aber immer beim Kern geblieben und Horst Brandstätter hat einfach ein feines Gespür entwickelt, für die Herzen und Seelen der Kinder auf der ganzen Welt, ist dabei aber immer bodenständig und heimatverbunden geblieben.“

Playmobil-Vater Horst Brandstätter ist gestorben – Nachruf von Dirk von Vopelius, Präsident IHK Mittelfranken – Bayerischer Rundfunk, Abendschau vom 8. Juni 2015 [5]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Playmobil-Chef Horst Brandstätter gestorben. Nordbayern.de, 8. Juni 2015
  2. Horst Brandstätter – Chef von Playmobil: Der Vater der Plastikmännchen
  3. Vom Plattenspieler zur Software-Programmierung: Die Cadolzburger HOB feiert 40-jähriges Bestehen – Pressemitteilung vom 21. November 2007
  4. The World's Billionaires, abgerufen am 4. Oktober 2015
  5. Playmobil-Vater Horst Brandstätter ist gestorben Nachruf von Dirk von Vopelius, Präsident der IHK Mittelfranken, ab 00:35