Hungerwinter 1946/47

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Hungerwinter 1947. Wegen der katastrophalen Ernährungslage legten am Montag, 31. März 1947, in Krefeld Tausende die Arbeit nieder und versammelten sich zu einer Protestkundgebung auf dem Karlsplatz.

Der Hungerwinter 1946/47 ereignete sich zwischen November 1946 und März 1947. Es war einer der kältesten Winter in Deutschland seit Jahrzehnten (Liste hier) und gilt als strengster Winter des 20. Jahrhunderts im Nordseeraum.[1]

Ablauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In seiner Silvesterpredigt rechtfertigte der Kölner Erzbischof Joseph Kardinal Frings Mundraub für den Eigenbedarf; das Organisieren von Nahrung und Kohle wird daraufhin auch „fringsen“ genannt.[2][3]

Anfang Januar 1947 brach eine Kältewelle über Westeuropa herein.[4]

Ab dem 21. Januar 1947 traf die Kältewelle auch die Britischen Inseln. Kälte und Schneefälle beeinträchtigten das öffentliche Leben. Zahlreiche Menschen starben in meterhohen Schneeverwehungen. Es kam im Vereinigten Königreich und Irland zu Stromrationierungen, weil Kohlekraftwerke zu wenig Kohle hatten. Ab dem 10./11. März ließ die Kälte nach; im Zuge des Tauwetters kam es zu Hochwassern und Überschwemmungen. Zum Beispiel traten in Ostengland River Wharfe, River Derwent, River Aire und River Ouse über die Ufer und überfluteten große Teile von South Yorkshire.

Die Lebensmittelversorgung brach vielerorts zusammen,[5] vor allem in den städtischen Ballungszentren. Die Lebensmittelkrise hatte schon Anfang 1946 begonnen.[6] In Deutschland starben nach Schätzungen von Historikern mehrere hunderttausend Menschen; etwa zeitgleich starben in der Sowjetunion während der Jahre von 1946 bis 1948 zwei Millionen Menschen an den Folgen des Hungers und extremer Wetterbedingungen.[7]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Filme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Anja Riediger, Heike Römer-Menschel: Wollt ihr wieder Krieg? Der Hungerwinter - Überleben im zerbombten Deutschland. ARD, 2007 (online)[8]
  • Alexander Häusser, Gordian Maugg: Hungerwinter – Überleben nach dem Krieg. TV-Dokumentation, ARD, 2009[9]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. DWD Klimastatusbericht 2001: Extreme Wetter- und Witterungsereignisse im 20. Jahrhundert (S. 5) (2001)
  2. https://www.ndr.de/kultur/geschichte/chronologie/Hungerwinter-194647,hungerwinter166.html
  3. Katja Iken, Caroline Schiemann, Benjamin Braden: "Die Moral geht zum Teufel" In: einestages, 20. Februar 2017.
  4. Von Rußland brach eine Kältewelle. In: Der Spiegel, 2/1947, 11. Januar 1947.
  5. Lorenz Jäger: Zum Hunger trat der „weiße Tod“. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 27. Dezember 2009, abgerufen am 14. Dezember 2014.
  6. Eugen Georg Schwarz: Krise nach dem Untergang. In: Focus. 13. März 2006, abgerufen am 14. Dezember 2014.
  7. Historische Hintergründe zum Hungerwinter 1946/47 Teil 1 auf Das Erste.de
  8. TV-Rückblick: Der Hungerwinter, Der Spiegel, 7. April 2007
  9. Hungerwinter – Überleben nach dem Krieg, Das Erste, 27. Dezember 2009