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Hyazinth von Polen

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Rochus Haas: Der Heilige Hyazinth – Dominikanerkirche Friesach
Der heilige Hyazinth

Hyazinth von Polen OP (polnisch Jacek Odrowąż, lateinisch Hyazinthus Odrovantius) (* 1183 in Groß Stein, Herzogtum Oppeln ; † 15. August 1257 in Krakau, Herzogtum Krakau) war ein Adliger und Priester, der als Begründer des Dominikanerordens in Polen gilt. 1594 wurde er heiliggesprochen.

Jugend und Studium

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Als Sohn des Grafen Eustachius von Kątsky und der Beate Koński[1] wurde Hyazinth (polnisch Jacek) 1183 auf Schloss Groß Stein das der Familie seit 1104 gehörte – im Herzogtum Oppeln geboren. Als sein Geburtsjahr wird auch 1176, 1200 oder 1220 angegeben.[2] Das polnische Adelsgeschlecht Koński gehörte zur Wappengemeinschaft Odrowąż, weshalb der polnische Name Hyazinth Jacek Odrowąż lautet. Ein Vetter oder Bruder Hyazinths war der später seliggesprochene Czesław Odrowąż.

Sein Studium absolvierte Hyanzinth an den Universitäten in Paris, Krakau, Prag und Bologna. Er wurde Doktor für Kanonisches Recht und Theologie. Danach kehrte er nach Polen zurück, wo ihn sein Onkel Iwo von Kątsky, der ein Jahr zuvor zum Bischof von Krakau geweiht worden war, zum Domkanoniker der Wawel-Kathedrale ernannte.

Romreise und Eintritt in den Dominikanerorden

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Dominikanerkirche in Krakau

1217 folgte Hyazinths Reise nach Rom, bei der er von seinem Bruder Ceslaus, dem Adeligen Hermann dem Deutschen und Gerhard von Breslau begleitet wurde. Initiator der Reise war wahrscheinlich Bischof Iwo, der sich damals zu Papst Honorius III. begab, um auf seine Ernennung zum Erzbischof von Gnesen zu verzichten.[1] Dort lernte Hyazinth Dominikus und den von ihm gegründeten Dominikanerorden kennen und wurde sein Schüler. Am Aschermittwoch 1220[1] wurden die Gefährten von Dominikus in den Orden aufgenommen. Ein Wandgemälde in der Basilika Santa Sabina in Rom illustriert die Szene der Übergabe des Habits durch Dominikus an Hyazinth.[3] 1220 erfolgte dann die Aussendung Hyazinths mit weiteren polnischen Dominikanern als Missionare nach Norden beziehungsweise in Richtung Polen.

Erste Klostergründungen

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Seine Missionsreise führte Hyazinth auch nach Friesach, wo er 1221 das erste Dominikanerkloster im deutschen Sprachraum gründete und die Errichtung des Klosters samt Kirche vorantrieb. Hermann den Deutschen setzte er dort als Klostervorsteher ein. Über das Königreich Böhmen gelangte er 1222 wieder nach Krakau, wo Bischof Iwo 1222 die Dreifaltigkeitskirche dem Dominikanerorden übertrug. Dies wurde die Grundlage für Hyazinths zweite Klostergründung. Das Krakauer Dominikanerkloster wurde zum Hauptkloster des Ordens in Polen. Von den polnischen Dominikanern wurde Hyazinth mit der weiteren Ausbreitung des Ordens betraut, weshalb ihn in den nächsten Jahren viele Reisen nach Nord- und Osteuropa führten, wo viele Klostergründungen, u. a. 1226 in Danzig, auf ihn zurückgehen.

Mit der Zeit wuchs die Zahl der polnischen Dominikanerklöster stark an, so dass 1226 die Ordensprovinz Polonia für den ostmitteleuropäischen Raum gegründet werden konnte, deren Provinzial Hyazinth 1228 wurde.

Spätere Missionsreisen und Tod

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Marienerscheinung des heiligen Hyazinth; Ludovico Carracci 1594

1228 begab sich Hyazinth im Zuge seiner russischen Missionierung Russlands nach Kiew und gründete hier ein Kloster (andere Quellen geben das Jahr 1223 als Klostergründung an). Nach Hyazinths Abreise wurde die Missionierung Polens auch nach seiner Abreise 1233 weitergeführt. Weitere Klostergründungen waren u. a. in Halytsch und Wolodymyr.[1] Im Zuge seiner Missionsreise zu den Prußen entstanden Klöster in Chełm (1233) und in Elbing (1236). Des Weiteren gehen die Klostergründungen von Thorn, Sandomierz, Riga, Dorpat und Königsberg auf ihn zurück. Eine weitere Missionsreise nach Rothreußen (Dominikanerkonvent Przemyśl um 1240) wurde durch den Einfall der Goldenen Horde beendet, der nicht nur dem Land, sondern auch den Klöstern schwere Zerstörungen brachte. In der Folge betätigte sich Hyazinth beim Wiederaufbau der Klöster.

Hyazinth starb in der Krakau und wurde in der Dominikanerbasilika begraben. Im 18. Jahrhundert wurde für seine Grabstelle die Kapelle mit dem Patrozinium des hl. Hyazinth (kaplica Św. Jacka) in im Stil des Barock an die Kirche angebaut.

Hyazinths Verehrung setzte bald nach seinem Tod ein, denn ihm wurden viele Wunder, vor allem Marienerscheinungen und Krankenheilungen zugeschrieben. Deshalb wurde er auch als „Wundertäter des Jahrhunderts“[4] bezeichnet. Seine Heiligsprechung erfolgte am 17. April 1594 durch Papst Clemens VIII. Papst Innozenz XI. erklärte ihn 1686 zum Schutzpatron Litauens. Sein Gedenktag in der katholischen Kirche ist der 17. August.

Darstellung in der Kunst

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Meist wird der heilige Hyazinth im Habit seines Ordens dargestellt, ansonsten richtet sich die künstlerische Darstellung nach den vielen überlieferten Legenden über ihn. Oft wird er bei einer seiner vielen Marienerscheinungen, bei der Heilung von Kranken oder mit einer Lilie gezeigt. Andere Darstellungen zeigen ihn eine Monstranz bzw. Hostienschale und eine Statue der Muttergottes als Attribute in den Händen haltend.

Nach einer Legende habe Hyazinth beim Einfall der Goldenen Horde in Kiew das Allerheiligste aus dem brennenden Kloster in Sicherheit bringen wollen. Jedoch habe ihn die in der Kirche aufgestellte Muttergottesstatue aufgefordert, sie nicht den Feinden zu überlassen. Dementsprechend zog er mit der Alabasterstatue und der Monstranz in den Händen durch die Scharen der Goldenen Horde. Den Dnepr überwand er mithilfe seines Mantels, den er als Brücke ausbreitete und soll so wieder nach Krakau gelangt sein.[4] Er wird als Schutzheiliger der Dominikaner und für Ertrinkende verehrt.

Commons: Hyazinth von Polen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. 1 2 3 4 Portal świętego Jacka Odrowąża. 7. Juni 2010, archiviert vom Original am 30. Juni 2010; abgerufen am 30. März 2022 (polnisch).
  2. Portal świętego Jacka Odrowąża. 21. Juni 2009, archiviert vom Original am 19. Juni 2010; abgerufen am 30. März 2022 (polnisch).
  3. Foto des Wandgemäldes (Memento vom 19. Februar 2007 im Internet Archive)
  4. 1 2 Vgl. Erna und Hans Melchers: Das große Buch der Heiligen. München 1978