iFixit

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iFixit
IFixit new logo.png
de.ifixit.com
Beschreibung Reparaturanleitungen und Werkzeugvertrieb
Sprachen Chinesisch, Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Japanisch, Niederländisch, Portugiesisch, Russisch, Spanisch, Türkisch
Eigentümer iFixit, San Luis Obispo, Kalifornien, Vereinigte Staaten
Erschienen 2003

iFixit ist eine von einem gleichnamigen, US-amerikanische Unternehmen betriebene Website, die unter anderem für ihre „Teardowns“ bekannt ist.[1] Es handelt sich um eine Wiki-basierte Website, die zeigt, wie man IT-Geräte, Haushaltsgeräte, Fahrzeuge und weitere Dinge reparieren kann. Jeder kann hier eine Reparaturanleitung für ein Gerät erstellen, und alle können bereits existierende Anleitungen bearbeiten und verbessern. Zudem werden über die Seite Werkzeuge und IT-Ersatzteile vertrieben.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

iFixit wurde 2003 in San Luis Obispo von den Studenten der California Polytechnic State University Kyle Wiens und Luke Soules gegründet. Die Idee entstand dabei, als die Gründer ein defektes iBook reparieren wollten und keine Reparaturanleitung verfügbar war.[2] Sie wollen mit ihrer Webseite erreichen, dass möglichst viele Personen ihre technischen Geräte selbst reparieren können und stellen dafür eigene Anleitungen bereit.[3] Überregionale Bekanntheit erreichte das Portal durch die Veröffentlichung der Zerlegung von neuen Mobiltelefonen und Tablets, kurz nachdem sie erschienen waren – sogenannte „Teardowns“.[4] Bevorzugt werden neue Geräte von Apple auseinandergenommen. Dafür fliegen die Gründer auch zum Verkaufsstart nach Australien, um dort ein neues Gerät zu erwerben und als Erste im „Teardown“ zu dokumentieren. Wegen der Zeitzonen startet in Australien der Verkauf Apples neuer Geräte zuerst.[5]

Die Reparaturanleitungen werden unter einer Creative Commons-Lizenz (CC-BY-NC-SA) veröffentlicht.[6] Zusammen mit Greenpeace untersucht iFixit regelmäßig grüne Elektronik, d. h. sie analysieren wie viele gefährliche Chemikalien in den Produkten enthalten sind, ob Rohstoffe recycelt werden können und wie gut sich die technischen Geräte reparieren lassen.[7][8] In Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer-Institut IZM und anderen Teilnehmern ist iFixit am Aufbau der CloseWEEE Recycler Information Center Datenbank beteiligt.[9][10]

iFixit erstellte 2011 mit Dozuki eine SaaS-Plattform für die Erstellung technischer Dokumentationen und Reparaturanleitungen,[11] die frühzeitig von O’Reilly und Make: genutzt wurde.[12]

Seit 2013 besitzt iFixit in Stuttgart eine deutsche Niederlassung, von der in 28 Länder Europas versendet wird.[13] In der Stuttgarter Fluxus-Mall eröffnete 2017 das erste Geschäft als Repair-Cafe.[14]

Im April 2014 ging iFixit eine Kooperation mit Fairphone ein.[15] 2014 starteten iFixit und das Microsoft Registered Refurbisher Program ihre Zusammenarbeit im Pro Tech Network zur Unterstützung kleiner Reparaturbetriebe, die gebrauchte Hardware zur Weiternutzung aufarbeiten.[16][17]

Wegen der Veröffentlichung eines geöffneten Apple-TV vor Verkaufsstart im Jahr 2015 wurde iFixit der Apple-Entwicklerzugang gestrichen und somit auch der Anbieterzugang für den App-Store, in dem die Entwickler eine App veröffentlicht hatten. Seitdem gibt es keine iOS-App für iFixit mehr.[18]

Teardown[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Teardown bedeutet wörtlich niederreißen, im Sinne von etwas zerstören oder zerlegen.[19] Dabei werden alle Einzelteile eines technischen Gerätes sichtbar. iFixit benutzt diesen Begriff seit mindestens 2007 für die Schritt-für-Schritt Präsentation zerlegter Geräte. Es werden dabei detaillierte Fotos und Röntgenaufnahmen angefertigt, die Schritte des Zerlegens beschrieben und die verbauten Teile identifiziert. Zum Abschluss der Untersuchung vergibt iFixit eine Punktnote von 1 bis 10 zur Einschätzung der Reparaturmöglichkeit, die Reparierbarkeits-Index genannt wird. 10 Punkte bekommen Geräte, die sehr einfach zu reparieren sind. In einem Fazit geht iFixit auf Besonderheiten ein, die das untersuchte Gerät von anderen unterscheidet.[4]

Das Fairphone 2 erreichte dabei einen Index von 10,[20] das Microsoft Surface Laptop einen Index von 0 (nicht reparierbar).[21]

Internationale Magazine und Online-Medien verwenden regelmäßig die Ergebnisse der Untersuchungen in ihren Artikeln und referenzieren dabei den „Teardown“.[22]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. iPhone X iFixit teardown exposes Face ID, reveals two battery cells – The Verge In: The Verge, 3. November 2017, abgerufen am 14. November 2017.
  2. Daniel Kuhn: iFixit: Ein Blick hinter das Manifest der Selbstreparierer. In: androidmag.de. 24. Mai 2015, abgerufen am 15. November 2017.
  3. Woher wir kommen – iFixit In: iFixit, abgerufen am 14. November 2017.
  4. a b Gadget Teardowns – iFixit In: iFixit, abgerufen am 14. November 2017.
  5. mak: Das iPhone 5s von innen. In: spiegel.de. 20. September 2013, abgerufen am 15. November 2017.
  6. Inhalts-Lizenzierung – iFixit In: iFixit, abgerufen am 15. November 2017.
  7. Greenpeace kürt grüne Elektronik N-TV , 17. Oktober 2017, abgerufen 15. November 2017
  8. Kristina Beer und Julius Beineke: Tech-Hersteller im Greenpeace-Ranking. In: heise.de. 2017, abgerufen am 15. November 2017.
  9. Europäische Kommission: Integrated solutions for pre-processing electronic equipment, closing the loop of post-consumer high-grade plastics, and advanced recovery of critical raw materials antimony and graphite In: cordis.europa.eu, abgerufen am 15. November 2017.
  10. Georg Weigelt: Aus alt mach neu - Rohstoffquelle Elektroschrott - Fraunhofer IZM. In: izm.fraunhofer.de. 12. Mai 2015, abgerufen am 15. November 2017.
  11. John Biggs: iFixIt Launches Dozuki, A Cloud Service For Manuals In: TechCrunch, abgerufen am 15. November 2017.
  12. Jeff Blagdon: Dozuki: iFixit releases content creation and Q&A tools for the Kickstarter generation In: The Verge, 18. April 2012, abgerufen am 15. November 2017.
  13. Daniel Bachfeld: Reparatur-Seite iFixit mit deutschem Shop. In: heise.de. Make, 25. Oktober 2013, abgerufen am 15. November 2017.
  14. Nina Ayerle: Netzwerk IFixit im Fluxus in Stuttgart: Reparieren macht glücklich. In: stuttgarter-zeitung.de. 21. Januar 2017, abgerufen am 15. November 2017.
  15. iFixit and Fairphone In: ifixit.com, abgerufen am 14. November 2017.
  16. Peter Lacy, Jakob Rutqvist, Philipp Buddemeier: Wertschöpfung statt Verschwendung: Die Zukunft gehört der Kreislaufwirtschaft. Redline Wirtschaft, 2015, ISBN 978-3-86414-747-0, S. 110 (Vorschau in der Google-Buchsuche).
  17. Pedro Hernandez: Microsoft, iFixit Want Entrepreneurs to Give New Life to Old Gadgets. In: eweek.com. 10. August 2014, abgerufen am 15. November 2017 (englisch).
  18. Ben Schwan: Wegen Apple-TV-Teardown: Apple wirft iFixIt aus dem App Store. In: heise.de. 1. Oktober 2015, abgerufen am 15. November 2017.
  19. teardown In: wiktionary, abgerufen am 15. November 2017.
  20. Christian Wölbert: iFixit: Fairphone 2 erhält die volle Punktzahl. In: heise.de. 19. November 2015, abgerufen am 15. November 2017.
  21. Vera Bauer: Durchgefallen: Surface Laptop erreicht bei iFixit 0 von 10 Punkten. In: mobilegeeks.de. 17. Juni 2017, abgerufen am 15. November 2017.
  22. Jason Koebler: How iFixit Became King of the iPhone Teardown – Motherboard. In: vice.com. 3. November 2017, abgerufen am 15. November 2017 (englisch).