Interkantonale Lehrmittelzentrale

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Die Interkantonale Lehrmittelzentrale ilz ist ein Interkantonales Konkordat von 21 Kantonen (Kanton Aargau, Kanton Appenzell Ausserrhoden, Kanton Appenzell Innerrhoden, Kanton Basel-Landschaft, Kanton Basel-Stadt, Kanton Bern, Kanton Freiburg, Kanton Glarus, Kanton Graubünden, Kanton Luzern, Kanton Nidwalden, Kanton Obwalden, Kanton Schaffhausen, Kanton Schwyz, Kanton Solothurn, Kanton St. Gallen, Kanton Thurgau, Kanton Uri, Kanton Wallis, Kanton Zug, Kanton Zürich und dem Fürstentum Liechtenstein). Die ilz ist eine öffentlich-rechtliche Körperschaft der Kantone mit eigener Rechtspersönlichkeit.

Portfolio[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ilz wurde von Schweizer Schulpolitikern und kantonalen Ämtern 1973 zur Koordination der Entwicklung von Bildungsmedien gegründet. Bis heute koordiniert die ilz die Lehrmittelentwicklung unter den in Bildungsfragen unabhängigen Kantonen der deutsch- und mehrsprachigen Schweiz. Sie initiiert und begleitet Lehrmittelprojekte, die in Verantwortung der Kantone in einem öffentlichen Verlag produziert werden. Die ilz bietet den Kantonen im Sinne eines Kompetenzzentrums Dienstleistungen, die sie in ihrer Lehrmittelarbeit unterstützen. Die ilz entwickelt selbst keine Lehrmittel. Ihre Geschäftsstelle ist in Rapperswil im Kanton St. Gallen ansässig.

Produkte mit dem von der Konferenz der kantonalen Lehrmittelverantwortlichen (KKL) der ilz vergebenen «Label», entsprechen den Anforderungen der kantonalen Lehrpläne, resp. neu dem gemeinsamen sprachregionalen Lehrplan. Etliche Lehrmittel wurden mit dem «Worlddidac Award», «Die Schönsten Schweizerbücher», «Goethepreis», «Goldene Schiefertafel» und EEPG-Award «Best European Schoolbook» ausgezeichnet.

Das von der ilz entwickelte Instrument «levanto» dient zur Evaluation von Lehrmitteln. «levanto» ist ein auf gemeinsam entwickelten Qualitätskriterien basierendes, webbasiertes Instrument zur Unterstützung der Lehrmittelverantwortlichen in den Kantonen. Es kann auf unterschiedliche Beurteilungssituationen angepasst werden. Die Kantone können mit dem Tool selbständig und dezentral Lehrmittelbeurteilungen durchführen. «levanto» respektiert damit die kantonale Lehrmittelhoheit und gilt heute in der Deutschschweiz als Standardinstrument für die Lehrmittelevaluation.

Das Magazin «ilz.ch» (bis 2009 «i-mail») erscheint drei Mal pro Jahr und beinhaltet ein Schwerpunktthema und Informationen zu aktuellen Themen sowie Produkten der öffentlichen Verlage. Es richtet sich an Lehrpersonen und Lehrmittelinteressierte im Bildungswesen.

Das Lehrmittelsymposium findet alle zwei Jahre auf dem Wolfsberg in Ermatingen, Kanton Thurgau statt und steht allen Lehrmittelinteressierten offen. Die Geschäftsstelle der ilz ist für die Organisation und Austragung verantwortlich. Das letzte Symposium fand am 28./29. Januar 2016 statt.

Zweckartikel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Interkantonale Lehrmittelzentrale bezweckt, in gegenseitiger Zusammenarbeit der Kantone neuzeitliche Bildungsmedien zu fördern, interkantonal zu koordinieren und durch die öffentlichen Verlage preisgünstig schaffen zu lassen. Das Ziel der Lehrmittelschaffung soll erreicht werden durch:

  • Gegenseitige Orientierung über kantonale Bedürfnisse und Projekte;
  • Koordination der kantonalen Bestrebungen in der Lehrmittelschaffung;
  • Schaffung interkantonaler Lehrmittel;
  • Übernahme von Lehrmitteln öffentlicher Verlage (der Kantone).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 27. März 1973 in Solothurn gründeten der Kanton Aargau, Kanton Basel-Landschaft, Kanton Basel-Stadt, Kanton Bern, Kanton Graubünden, Kanton Luzern, Kanton Solothurn und Kanton Zürich die ilz. Herbert Plotke war Gründungspräsident, Jules Siegfried wurde als erster Leiter der Geschäftsstelle in Zürich gewählt.

1974 trat der Kanton St. Gallen der ilz bei, 1976 folgte der Kanton Glarus. 1977 wurde Robert Stadelmann Geschäftsstellenleiter und dann Direktor der Interkantonalen Lehrmittelzentrale. Der Kanton Thurgau wurde 1989 Mitglied der ilz. 1991 folgte der Kanton Appenzell Ausserrhoden. 1994 wurde der Kanton Schaffhausen Mitglied der ilz. Im selben Jahr wurde Josef Winkelmann neuer Direktor. Die Geschäftsstelle wurde 1998 nach Rapperswil-Jona verlegt.

2002 trat der Kanton Appenzell Innerrhoden bei und 2003 folgten der Kanton Zug und das Fürstentum Liechtenstein. 2004 entschloss sich der Kanton Uri zur Mitarbeit bei der ilz. Der Kanton Freiburg wurde 2007 aufgenommen. Marcel Gübeli wurde 2007 Direktor der ilz. Als 19. Mitglied trat 2008 der Kanton Wallis bei.

Am 1. Januar 2014 trat das neue Statut der ilz in Kraft. Damit wurde die Plenarversammlung der Mitgliederkantone mit allen Bildungsdirektorinnen und Bildungsdirektoren der deutsch- und mehrsprachigen Kantone zum obersten Organ der ilz. Gleichzeitig wurden der Kanton Nidwalden, der Kanton Obwalden und der Kanton Schwyz als Mitglieder der ilz aufgenommen. Damit sind nun alle deutsch- und mehrsprachigen Kantone der Schweiz Mitglieder der ilz.

Organe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Besetzung der Organe der Interkantonalen Lehrmittelzentrale seit Januar 2017:

  • Plenarversammlung der Mitgliederkantone; Präsident Stephan Schleiss, Regierungsrat Kanton Zug
  • Aufsichtsrat; Präsident Stephan Schleiss, Regierungsrat Kanton Zug
  • Konferenz der kantonalen Lehrmittelverantwortlichen; Präsident Stefan Wehrle Kanton St. Gallen
  • Verlagskonferenz; Präsident Patrick Hossmann, Lehrmittelverlag Solothurn
  • Direktor; Marcel Gübeli

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]