Ivan Patzaichin

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Ivan Patzaichin Kanu
Ivan Patzaichin 1990cr.jpg

Ivan Patzaichin mit dem Olympischen Orden 1990

Nation Rumänien 1965Rumänien Rumänien
Geburtstag 26. November 1949
Geburtsort Mila 23Rumänien
Größe 176 cm
Gewicht 79 kg
Karriere
Disziplin Kanurennsport
Bootsklasse Canadier (C1, C2)
Verein Dinamo Bukarest
Trainer Radu Huțan, Simion Ismailciuc
Medaillenspiegel
Olympische Spiele 4 × Gold 3 × Silber 0 × Bronze
Weltmeisterschaften 9 × Gold 4 × Silber 9 × Bronze
Olympische Ringe Olympische Spiele
Gold 1968 Mexiko-Stadt C2 1000 m
Gold 1972 München C1 1000 m
Silber 1972 München C2 1000 m
Gold 1980 Moskau C2 1000 m
Silber 1980 Moskau C2 500 m
Gold 1984 Los Angeles C2 1000 m
Silber 1984 Los Angeles C2 500 m
Weltmeisterschaften
Gold 1970 Kopenhagen C2 1000 m
Bronze 1971 Belgrad C1 500 m
Silber 1971 Belgrad C2 1000 m
Bronze 1973 Tampere C1 500 m
Gold 1973 Tampere C1 1000 m
Gold 1973 Tampere C2 1000 m
Bronze 1974 Mexiko-Stadt C1 500 m
Bronze 1974 Mexiko-Stadt C1 1000 m
Bronze 1974 Mexiko-Stadt C1 10.000 m
Silber 1975 Belgrad C1 1000 m
Gold 1977 Sofia C1 1000 m
Bronze 1977 Sofia C1 10.000 m
Bronze 1978 Belgrad C1 1000 m
Gold 1978 Belgrad C1 10.000 m
Bronze 1979 Duisburg C1 1000 m
Bronze 1979 Duisburg C1 10.000 m
Gold 1979 Duisburg C2 500 m
Gold 1981 Nottingham C2 1000 m
Silber 1981 Nottingham C2 10.000 m
Gold 1982 Belgrad C2 10.000 m
Gold 1983 Tampere C2 1000 m
Silber 1983 Tampere C2 10.000 m
 

Ivan Patzaichin [pat͡sai̯cin] (* 26. November 1949 in Mila 23, Kreis Tulcea) ist ein ehemaliger rumänischer Kanute, Trainer und Funktionär. Er nahm von 1968 bis 1984 fünfmal an Olympischen Spielen teil. Mit vier Goldmedaillen und drei Silbermedaillen bei Olympischen Spielen ist Patzaichin der nach Medaillen erfolgreichste männliche Sportler Rumäniens. Vor ihm liegen nur die Turnerin Nadia Comăneci und die Ruderin Elisabeta Lipă mit je fünf Goldmedaillen.

Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ivan Patzaichin

Ivan Patzaichin (russisch Иван Пацайкин, Iwan Pazaikin) stammt aus einer Lipowaner-Familie, einer russischsprachigen, altorthodoxen Minderheit in Rumänien, die besonders in der Region um Tulcea stark vertreten ist.[1] Wie die meisten rumänischen Kanuten seiner Generation wurde Patzaichin von Radu Huțan trainiert.

Bei den Olympischen Spielen 1968 konnte der achtzehnjährige Ivan Patzaichin im Einer-Canadier über 1000 Meter den siebten Platz belegen. Zusammen mit dem fünf Jahre älteren Serghei Covaliov gewann er Gold im Zweier-Canadier. 1970 wurden die beiden Weltmeister.

Bei den Olympischen Spielen 1972 gewann Patzaichin den Wettbewerb im Einer-Canadier mit über drei Sekunden Vorsprung. Zwei Stunden später im Zweier-Finale kam es zu einer Zielfotoentscheidung, nach der Covaliov und er drei Hundertstelsekunden hinter dem siegenden Boot aus der Sowjetunion lagen. 1973 wurde Patzaichin Weltmeister im Einer auf der 1000-Meter-Strecke.

Bei den Olympischen Spielen 1976 wurden erstmals Medaillen im Canadier über 500 Meter und über 1000 Meter vergeben. Patzaichin trat in beiden Einer-Wettbewerben an. Über 500 Meter wurde er Siebter, über 1000 Meter wurde er Fünfter.

1977 wurde Patzaichin Weltmeister im Einer über 1000 Meter, ein Jahr später gewann er den Titel über 10.000 Meter. 1979 wurde er mit Petre Capusta Weltmeister über 500 Meter. Zusammen mit Capusta gewann Patzaichin bei den Olympischen Spielen 1980 Silber über 500 Meter. Tags darauf gewann er mit Toma Simionov Gold über 1000 Meter.

Patzaichin und Simionov wurden 1981 und 1983 Weltmeister über 1000 Meter und 1982 gewannen sie gemeinsam den Titel über 10.000 Meter. Bei den Olympischen Spielen 1984 gewannen die beiden Silber über 500 Meter und Gold über 1000 Meter.

Im Anschluss beendete Patzaichin seine aktive Laufbahn und wurde Trainer. Er betreute von 2000 bis 2009 die rumänische Kanurennsportnationalmannschaft und war bis 2009 zudem Vizepräsident des rumänischen Kanuverbandes. Bei den Wahlen am 6. August 2009 wurde Patzaichin als Vizepräsident abgewählt[2], am 11. September 2009 trat er zudem als Nationaltrainer zurück, da er sich von der Verbandsführung im Stich gelassen fühlte.[3]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Volker Kluge: Olympische Sommerspiele. Die Chronik III. Mexiko-Stadt 1968 – Los Angeles 1984. Sportverlag Berlin, Berlin 2000, ISBN 3-328-00741-5.
  • Karl Adolf Scherer: Chronik Handbuch Sportgeschichte in Zahlen, Gütersloh 1997, ISBN 3-577-14518-8

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Archivlink (Memento des Originals vom 29. August 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.resurseculturale.ro
  2. Alegerile Biroului Federal 2009 (Memento vom 1. August 2013 im Internet Archive), abgerufen am 22. Januar 2011 (rumänisch)
  3. Patzaichin și-a dat demisia, abgerufen am 22. Januar 2011 (rumänisch)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]