J. J. Darboven

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
J.J. Darboven GmbH & Co. KG
JJ-Darboven-Logo.svg
Rechtsform Kommanditgesellschaft
Gründung 21. März 1866
Sitz Hamburg, Deutschland
Leitung Albert Darboven
Umsatz rund 300 Mio €
Branche Kaffeerösterei
Website www.darboven.com
Die Kaffeerösterei J. J. Darboven in Hamburg-Billbrook.
Logovariante J.J. Darboven

Die Firma J. J. Darboven ist eine in Hamburg ansässige international tätige Kaffeerösterei und Firmengruppe mit 14 Tochterfirmen in acht europäischen Ländern sowie mehr als 1.100 Mitarbeiter weltweit. Das Hauptgeschäft des 1866 gegründeten Familienunternehmens ist die Einfuhr, das Rösten und das Handeln mit Kaffee sowie mit Tee und Trinkschokolade. Zu den in der Gastronomie und dem Lebensmittelhandel vertriebenen Marken gehören Idee-, Mövenpick- sowie Eilles-Kaffee.

Firmengeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gegründet wurde das Unternehmen 1866 von Johann Joachim Darboven. Er füllte bereits gerösteten Kaffee in Tüten ab und versandte sie an Haushalte. Beides waren damals neue Methoden des Kaffeevertriebs. Johann Joachim Darboven starb im Jahr 1909. Das Unternehmen wurde von den Söhnen Arthur und Cäsar weitergeführt und in der nachfolgenden Generation durch Albert Darboven.

Logo des IDEE Kaffee

Unter dem bereits 1915 entwickelten Markennamen Idee-Kaffee wurde ab 1927 ein als besonders bekömmlicher Kaffee angepriesen. Er wurde mit einem von Karl Lendrich vom Hygienischen Institut in Hamburg entwickelten Veredelungsfahren hergestellt, das Reiz- und Bitterstoffe bei vollem Erhalt des Geschmacks reduzieren sollte. Die J. J. Darboven erhielt dafür später ein Patent für „magenfreundlichen Kaffee“.

Im Zweiten Weltkrieg wurde aufgrund fehlenden Rohkaffees der Ersatzkaffee Koff hergestellt. Nach der Währungsreform von 1948 stellte die Firma ihre Produktion wieder auf echten Kaffee um.

Der Gastronomievertrieb begann unter Cäsar Darboven im Jahr 1930. Die erste Auslandstochter wurde 1961 in den Niederlanden gegründet. Weitere Töchter im europäischen Ausland folgten. Die erste Fernsehwerbung setzte J. J. Darboven im Jahr 1963 unter der Unternehmensführung von Nicolaus Darboven ein. 1980 begann die Vertriebskooperation mit Mövenpick Kaffee. 1987 wurde die Firma Eilles mit ihren 50 eigenen Fachgeschäften übernommen. 1993 wurde mit Café Intención TransFair-Kaffee auf Basis des fairen Handels eingeführt. Dazu wurden die Marken "Alberto" für Espresso und "Sansibar" (nach der Bar auf Sylt) aufgebaut.

2016 kaufte Arko die 35 Eilles Fachgeschäfte im süddeutschen Raum, die ihren Namen behalten. Gleichzeitig wurde die Arko-Rösterei in Wahlstedt an Darboven abgegeben.[1]

Mit der Darbohne schuf das Unternehmen eine frühe Comicfigur in der Werbung.

Mit Arthur Ernesto Darboven arbeitete die fünfte Generation in dem Unternehmen. Er verließ das Unternehmen nach Meinungsverschiedenheiten mit seinem Vater Albert Darboven 2008.[2] Der Firmenchef hat inzwischen die Schenkung an seinen Sohn Arthur Ernesto Darboven zurückgenommen.[3]

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In diversen Gerichtsurteilen wurde dem Unternehmen mehrfach untersagt, als Werbestrategie des Idee-Kaffees gesundheitsbezogene Werbeaussagen zu treffen, so erstmals 1937 durch das Reichsgericht (RG GRUR 1937, 396[4]).

In ihrem Urteil vom 11. Juli 1975 erkannte der BGH die Werbung als irreführend im Sinne des UWG § 3, da die Werbeaussage „Idee-Kaffee ist magenfreundlich veredelt, also von unerwünschten Röstreizstoffen weitestgehend befreit, die Beschwerden an Magen, Leber und Galle verursachen können“ nicht eindeutig erkennen lasse, dass das Erzeugnis allenfalls für einen Teil der Kaffee-Empfindlichen bekömmlich sei, dass aber ein anderer Teil der Kaffee-Empfindlichen den bearbeiteten Kaffee nicht gut vertrage.[5]

Im Juni 2010 wurde dem Deutschen Kaffee-Verband Hamburg vom Bundeskartellamt vorgeworfen, mit einer Pressemitteilung im Februar 2005 ein Kartell von Kaffeeunternehmen gefördert zu haben, weswegen ein Bußgeld von bis zu 90.000 € verhängt wurde. Zu den beteiligten Kaffeeröstereien gehörten neben den Unternehmen Kraft Foods Außer Haus Service (Bremen), Tchibo (Hamburg), Luigi Lavazza Deutschland (Frankfurt), Seeberger (Ulm), Segafredo Zanetti Deutschland (München), Gebr. Westhoff (Bremen) und Melitta System Service (Minden) auch J. J. Darboven. Den letzteren beiden Unternehmen wurden die Geldbußen, die insgesamt 30 Millionen Euro umfassten, wegen ihrer Kooperation bei der Aufklärung der Vorwürfe reduziert.[6][7]

Darboven IDEE-Förderpreis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Darboven IDEE-Förderpreis ist ein Preis für Gründerinnen und wird seit 1997 aufgrund klar definierter Kriterien vergeben. Im Vordergrund stehen dabei

  • der Innovationsgrad der Geschäftsidee
  • das tragfähige Business-Konzept
  • das persönliche Engagement der Gründerin
  • die Anzahl der geschaffenen bzw. zu erwartenden neuen Arbeitsplätze.[8]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hamburger Abendblatt 2.November 2016 S.6 Arko kauft Geschäfte von Darboven
  2. Albert Darboven setzt Sohn vor die Tür (Memento vom 31. Juli 2012 im Webarchiv archive.is). In: Financial Times Deutschland, abgerufen am 14. Juni 2010.
  3. http://www.ftd.de/karriere-management/management/:hamburger-kaffeeroester-albert-darboven-nimmt-sohn-die-mehrheit-am-familienkonzern/60130280.html (Memento vom 17. November 2011 im Internet Archive). In: Financial Times Deutschland, abgerufen am 16. November 2011.
  4. „Idee-Kaffee ist für Nervöse“.
  5. Anwaltskanzlei Peters; Teilabdruck des Urteils.
  6. Erneut Bußgelder gegen Kaffeeröster, In: Wertheimer Zeitung vom 10. Juni 2010, abgerufen am 5. Juli 2011.
  7. Für Kaffee jahrelang zu viel bezahlt, In: FAZ.NET vom 21. Dezember 2009, abgerufen am 5. Juli 2011.
  8. http://www.darboven.com/unternehmen/engagement/idee-foerderpreis-2015.html.

Koordinaten: 53° 31′ 37″ N, 10° 5′ 38″ O