Mövenpick

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Mövenpick Holding AG[1]
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Rechtsform Aktiengesellschaft
Gründung 1948
Sitz Baar, Schweiz
Leitung Gernot Haack (Mitglied der Geschäftsleitung Mövenpick Holding AG und CEO Mövenpick Schweiz AG)

Frank Brinker (CFO und Mitglied der Geschäftsleitung Mövenpick Holding AG)

Luitpold von Finck (VR-Präsident)

Mitarbeiter 19'968 (2013)
Umsatz 1,591 Mrd. CHF (2013)
Branche Gastronomie und Hotellerie
Website Mövenpick Gruppe Mövenpick Hotels Mövenpick Wein

Die Mövenpick Holding AG[1] mit Sitz in Baar (Kanton Zug, Schweiz) ist eine international tätige Unternehmensgruppe mit Schweizer Wurzeln. Die Mövenpick-Gruppe ist mit vier selbständigen Unternehmensbereichen organisiert: Mövenpick Hotels & Resorts, Marché International und Mövenpick Restaurants, Mövenpick Wein und Mövenpick Fine Foods.[2] Geographisch präsent ist die Gruppe in Europa, dem Nahen und Mittleren Osten, Afrika, Asien und Nordamerika. Mövenpick erwirtschaftete 2013 einen Umsatz von 1,592 Milliarden CHF mit einem Gewinn von 26,4 Millionen CHF und beschäftigte Ende 2013 weltweit 19.968 Mitarbeiter auf Vollzeitbasis.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 19. Juli 1948 eröffnete der Schweizer Hotelierssohn Ueli Prager (1916–2011) das erste Mövenpick-Restaurant, den Claridenhof in Zürich. Entwickelt für Menschen mit wenig Zeit, zeigte das damalige Logo von Mövenpick eine Möwe, die schnell «wie im Flug zum Aufpicken» versorgt wird.

In den Folgejahren wurden weitere Restaurants in Zürich, Luzern, Bern, Genf und Lugano eröffnet. 1960 gründete Prager eine eigene Einkaufs- und Importgesellschaft sowie eine zentrale Produktionsstätte. In Zürich wurde 1962 die erste Silberkugel als Fast-Food- und Take-Away-Restaurant eröffnet. Fast gleichzeitig lancierte Mövenpick die ersten Markenartikel. 1965 eröffnete Prager das erste Mövenpick-Restaurant in Deutschland. Unter dem Namen Caves Mövenpick entstanden seit 1970 eigene Weinkeller in der Schweiz und in Deutschland.

1972 wurde in Bursins die Produktion von «Mövenpick Ice Cream» aufgenommen. Wenig später eröffnete Mövenpick in Glattbrugg und Regensdorf die beiden ersten Gross-Hotels in der Schweiz und vergab Lizenzen für Markenprodukte nach Deutschland, z. B. das Eis an Theo Schöller. In Ägypten wurden die ersten Hotels ausserhalb Europas eröffnet. In den frühen 1980er Jahren wurden zwei weitere Gastronomiekonzepte lanciert: Die Caveau Weinbar und das Mövenpick Marché mit Selbstbedienungsrestaurants, welche die Speisen à la minute vor den Augen der Gäste zubereiteten.

1986 erwarben die Schwartauer Werke eine Lizenz zur Verwendung des Namens Mövenpick für Fruchtaufstriche[3] und etablierten diesen als Premiummarke im deutschen Markt. Im August 2004 wurde der Vertrag langfristig verlängert.[4]

1992 verkaufte Gründer Ueli Prager seine Aktienmehrheit an den deutschen Unternehmer August von Finck. 1995 trennte sich Mövenpick von der Marke Silberkugel. An der Autobahn in Wädenswil bei Zürich öffnete das erste Cindy’s Diner. Im April 2003 verkaufte Mövenpick die internationalen Markenrechte für «Mövenpick Ice Cream» an Nestlé.

Seit Beginn der 2000er-Jahre wurden in Deutschland und der Schweiz kontinuierlich Mövenpick-Restaurants geschlossen oder verkauft, darunter am Kurfürstendamm in Berlin und am Opernplatz in Frankfurt. In Deutschland gibt es (Stand Ende 2014) nur noch wenige Mövenpick-Restaurants, z.B. Kröpcke Hannover oder Historische Mühle Potsdam. Zum Jahreswechsel 2013/2014 wurden die Schweizer Autobahnbetriebe (das Kernstück der Schweizer Marché-Gastronomiebetriebe) an den Schweizer Detailshandelskonzern Coop verkauft.

Konzernstruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit Anfang 2003 wandelte sich Mövenpick zu einer klassischen Holdingorganisation. Die Unternehmensbereiche werden als selbständige Tochter- und Beteiligungsgesellschaften primär über finanzielle und strategische Richtlinien geführt.

Unternehmensbereiche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mövenpick Resort Laem Yai Beach Samui
Mövenpick Hotels & Resorts
Ist eine internationale Hotelgruppe im gehobenen Segment und betreibt weltweit über 82 Hotels und Resorts sowie Nilfahrtschiffe in 25 Ländern[5]
Marché International und Mövenpick Restaurants
Betreiben 85[6] Gastronomie-Standorte an Hochfrequenz- und Stadtlagen in Mitteleuropa, Nordamerika und in Asien, sowie die Mövenpick Restaurants in Deutschland und der Schweiz.
Mövenpick Wein
Zählt zu den führenden Importeuren und Anbietern internationaler Qualitätsweine und ist fokussiert auf die Heimmärkte Schweiz und Deutschland. Für den Vertrieb nutzt der Unternehmensbereich die Weinkeller und den Online-Shop.
Mövenpick Fine Foods
Ist ein in der Schweiz, Europa und Asien tätiger Anbieter von Premium-Food-Produkten. Vermarktung über Lizenz- und Vertriebspartner.[7]

Besitzverhältnisse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Aktien der Mövenpick-Holding wurden am 12. Juni 2007 das letzte Mal an der Schweizer Börse SIX Swiss Exchange Zürich gehandelt. Seither ist Mövenpick ein privates Familienunternehmen und im Besitz der Carlton-Holding AG in Allschwil (Schweiz), die bereits seit Juli 2001 von Luitpold Ferdinand von Finck[8], dem Sohn von August von Finck junior kontrolliert wird.

Interessenkonflikt der Besitzerfamilie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Januar 2010 wurden Parteispenden der Substantia AG an die deutsche FDP sowie an die CSU durch die Deutsche Presse-Agentur publik. Die Substantia AG gehört der Familie Finck (August von Finck junior) und hatte zwischen Oktober 2008 und Oktober 2009 1,1 Millionen Euro an die FDP und im Vorfeld der Bayerischen Landtagswahl 2008 820.000 Euro an die CSU überwiesen.[9][10] Aufgrund der Mehrheitsbeteiligung der Familie Finck an der Mövenpick-Gruppe, die in Deutschland ehemals 14 Hotels betrieben (seit 3 Jahren wurden 6 Hotels geschlossen) hat,[11] wurden die Spenden von den Oppositionsparteien im Deutschen Bundestag kritisiert. Diese sehen einen Zusammenhang zwischen den Spenden an die FDP bzw. die CSU und der von diesen Parteien betriebenen steuerlichen Entlastung der Hotelunternehmen in Deutschland durch das so genannte Wachstumsbeschleunigungsgesetz, das am 1. Januar 2010 in Kraft trat.[12] Die FDP wurde infolgedessen teils spöttisch als „Mövenpick-Partei“ bezeichnet.[13] Die FDP selbst wehrte sich gegen die Bezeichnung mit der Begründung, dass in der Vergangenheit auch viele Tourismuspolitiker aller im Bundestag vertretenen Parteien die Steuersenkung gefordert hätten.[14][15]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Mövenpick-Hotels – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Eintrag der «Mövenpick Holding AG» im Handelsregister des Kantons Zug
  2. Daten auf der Firmenhomepage, moevenpick.com, abgerufen am 23. Januar 2014
  3. Geschichte, Mövenpick Fine Foods
  4. Mövenpick und Schwartau verlängern Lizenzpartnerschaft, Mövenpick Fine Foods, 31. August 2004
  5. Daten auf der Firmenhomepage
  6. Daten auf der Firmenhomepage
  7. Daten auf der Mövenpick Fine Foods Homepage
  8. Mövenpick.com: Geschichte
  9. Großgeschenke: Unternehmer spendete der FDP 1,1 Millionen Euro. In: Spiegel Online. 16. Januar 2010; abgerufen am 30. September 2017.
  10. Parteispende: Die CSU erhielt hohe Parteispende von Hoteliers. In: Zeit Online. 18. Januar 2010; abgerufen am 30. September 2017.
  11. Mövenpick Hotels & Resorts. In: movenpick.com. Abgerufen am 30. September 2017.
  12. Geld für FDP und CSU: Spenden werfen Fragen auf. In: n-tv.de. 18. Januar 2010; abgerufen am 30. September 2017.
  13. Debatte um FDP-Spende: Hohn und Spott für die „Mövenpick-Partei“. In: Spiegel Online. 19. Januar 2010; abgerufen am 30. September 2017.
  14. FDP-Fraktion: Mehrwertsteuersenkung für die Hotellerie war politischer Konsens. In: liberale.de. 19. Januar 2010, archiviert vom Original am 23. Januar 2010; abgerufen am 30. September 2017.
  15. Parteienfinanzierung: FDP und CSU wollen Finck-Spenden nicht zurückzahlen. In: FAZ.NET. 19. Januar 2010; abgerufen am 30. September 2017.

Koordinaten: 47° 11′ 17″ N, 8° 30′ 53″ O; CH1903: 681564 / 226893