Jakob Funke

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Jakob Funke (* 4. Mai 1901 in Altendorf; † 1. Februar 1975 in Essen-Bredeney) war ein deutscher Verleger, Journalist und Unternehmer.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jakob Funke wurde in einer Arbeiterwohnung der Arbeiterkolonie Kronenberg in der Gemeinde Altendorf geboren, die später im August 1901 zur Stadt Essen eingemeindet wurde. Funke war eines von sechs Kindern des kruppschen Schlossers Johann Heinrich Funke und seiner Ehefrau Bertha. Jakob Funke heiratete 1926 seine erste Frau Katharina, aus deren Ehe die Tochter Gisela verheiratete Holthoff hervorging. Nach dem Tod seiner ersten Frau heiratete Funke erneut. Mit seiner zweiten Frau Rosemarie hatte er drei weitere Töchter: Renate Schubries, Ute de Graffenried und Petra Grotkamp (seit 1960 verheiratet mit Günther Grotkamp).

Nach seiner Schulzeit und ohne richtigen Abschluss und akademische Ausbildung war Funke als Journalist in Essen tätig. Er arbeitete ab 1915 zunächst bei der Rheinisch-Westfälischen Zeitung RWZ und wurde 1926 Redakteur beim Essener Anzeiger, der wie die RWZ zum Reismann-Grone-Verlag in Essen gehörte.[1] Als die Nationalsozialisten 1941 das Ende des Essener Anzeigers erzwangen, war er dessen Chefredakteur.[2] Er trat im April 1941 auf Verlangen seines derzeitigen Arbeitgebers, dem Deutschen Nachrichtenbüro, wo er als Büroleiter tätig war, in die NSDAP ein.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs war Funke als Journalist bei der von den englischen Besatzungsbehörden herausgegebenen Ruhr Zeitung, für die er bis zum Februar 1946 schrieb. Danach arbeitete er weiterhin in Essen für das SPD-Parteiblatt Rhein-Echo, das von Dietrich Oppenberg herausgegeben wurde. Nachdem dieser am 13. Juli 1946 die Neue Ruhr Zeitung NRZ gegründet hatte, folgte ihm Funke dorthin und wurde erster Lokalchef. In dieser Zeit lernte er den Chefredakteur der NRZ, Erich Brost, kennen.

Funke, der sich nach dem Krieg der CDU angeschlossen hatte, gründete 1948 gemeinsam mit dem Journalisten und Sozialdemokraten Erich Brost die Tageszeitung Westdeutsche Allgemeine Zeitung (WAZ).[3] Beide verfügten über jeweils 50 Prozent der Gesellschaftsanteile am Verlag.[4] 1960 holte Funke Günther Grotkamp, seinen angeheirateten Schwager, zur WAZ und trieb mit ihm gemeinsam den Beginn der Zeitungsgruppe WAZ voran.

Bis zu seinem Lebensende fungierte Funke als Verlagsleiter und Mitherausgeber der WAZ.[1] Ein Jahr nach seinem Tod wurde das Unternehmen in Zeitungsgruppe WAZ umbenannt.

Jakob Funke, der vier Tage nach seiner zweiten Ehefrau Rosemarie starb, wurde auf dem Friedhof Bredeney in Essen beigesetzt.

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2017 erhielt der Bereich an der neu errichteten Unternehmenszentrale der Funke Mediengruppe im Essener Westviertel den Namen Jakob-Funke-Platz.[5]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bernd Haunfelder: Nordrhein-Westfalen. Land und Leute 1946-2006: Ein biographisches Handbuch. Aschendorff-Verlag, Münster 2006, ISBN 978-3-402-06615-7, S. 161.
  • Erwin Dickhoff: Essener Köpfe. Hrsg.: Stadt Essen–Historischer Verein für Stadt und Stift Essen. Klartext-Verlag, Essen 2015, ISBN 978-3-8375-1231-1, S. 112.
  • Michael Weeke: Der Architekt des Erfolgs. Hrsg.: Westdeutsche Allgemeine Zeitung; 70 Jahre WAZ – Jubiläumsausgabe. Essen 31. März 2018.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Elisabeth Klaus (Hrsg.) et al.: Medienfrauen der ersten Stunde. „Wir waren ja die Trümmerfrauen in diesem Beruf“. Edition Ebersbach im eFeF-Verlag, Zürich 1993, ISBN 3-905493-42-X, S. 233.
  2. Westdeutsche Allgemeine Zeitung: Die Gründer
  3. Katharina Heimeier: Eigentümerstrukturen deutscher Zeitungsverlage. Eine Betrachtung der Entwicklung und Organisation klassischer Familienverlage im Vergleich mit alternativen Eigentumsformen. De Gruyter, Berlin 2013, ISBN 978-3-11-030156-4. S. 153.
  4. Erich Schumann ist tot: Miteigentümer der WAZ-Mediengruppe im Spital gestorben
  5. Pressemeldung der Stadt Essen vom 20. September 2017