Jan-Wellem-Platz

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Jan-Wellem-Platz
Wappen der Landeshauptstadt Duesseldorf.svg
Platz in Düsseldorf
Jan-Wellem-Platz
Jan-Wellem-Platz, Straßenbahnhaltestelle
Basisdaten
Ort Düsseldorf
Ortsteil Stadtmitte
Angelegt 1879 als Corneliusplatz
Neugestaltet voraussichtlich 2013
Einmündende Straßen Schadowstraße, Berliner Allee, Schadowplatz, Immermannstraße, Hofgartenstraße
Nutzung
Nutzergruppen Fußverkehr, Radverkehr, Autoverkehr, ÖPNV
Platzgestaltung Straßenbahnhaltestelle
Technische Daten
Platzfläche ca. 5.000 m²

Der Jan-Wellem-Platz liegt am Südende des Hofgartens in Düsseldorf-Stadtmitte und war in der Zeit von den 1950er Jahren bis zur Betriebsaufnahme des U-Bahnhofs Heinrich-Heine-Allee im Jahr 1988 zusammen mit dem Hauptbahnhof der wichtigste Knotenpunkt des Öffentlichen Personennahverkehrs in Düsseldorf. Er ist seit dem 6. Mai 1955 benannt nach dem Kurfürsten Johann Wilhelm von Pfalz-Neuburg, der Düsseldorf zur Hauptstadt und Hauptresidenz seiner Länder erhoben hatte und den der Volksmund Jan Wellem nannte. Heute wird auf dem Platz das Projekt Kö-Bogen realisiert.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Corneliusplatz um das Jahr 1900

Seit Beginn der Neuzeit wurde das Gelände des späteren Jan-Wellem-Platzes für die Anlage von Bastionen und Gräben der Stadtbefestigung genutzt. Im Zuge der Stadterweiterungen des 19. Jahrhunderts entstand an seiner Stelle ein Baublock mit dem Bankhaus Trinkaus, der die östliche Fassung des westlich gelegenen Corneliusplatzes darstellte. 1879 war dieser Baublock zusammen mit dem Cornelius-Denkmal errichtet worden. Neben dem Bankhaus Trinkaus war der alte Corneliusplatz im Osten vom Parkhotel, im Norden vom Hofgarten eingerahmt.

Nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges entschied man sich anstatt eines Wiederaufbaues nach historischem Vorbild zu einer kompletten Umgestaltung. Auf der Freifläche wurde ein großer Umsteigepunkt für viele über den Platz führende Bus- und Straßenbahnlinien eingerichtet. Durch das Projekt Wehrhahn-Linie wurde der Umsteigepunkt weitgehend obsolet.

Östlich des Jan-Wellem-Platzes verläuft die Berliner Allee. Sie beginnt im Norden an der Hofgartenstraße, die den Hofgarten durchschneidet, und trifft südlich des Jan-Wellem-Platzes auf die Schadowstraße. Zurzeit wird die Berliner Allee in diesem Bereich in Straßentunnel verlegt. In Verbindung mit dem 2013 erfolgten Abriss der Hochstraße namens Tausendfüßler, die bis dahin die östliche Begrenzung des Jan-Wellem-Platzes bildete, schafft diese Maßnahme Raum für neue Plätze und Grünanlagen.

Bedeutung im Straßenbahnnetz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu seinen Hochzeiten bestand der Haltepunkt Jan-Wellem-Platz aus acht Bahnsteigen und drei Bussteigen. Es führten bis zu 15 Straßenbahnlinien und vier Buslinien über den Jan-Wellem-Platz, im Schnitt fuhr alle 30 Sekunden eine Bahn zur Hauptverkehrszeit.

Mit dem Ausbau der Stadtbahn Düsseldorf verlagerte sich ein Teil des Verkehrs zum U-Bahnhof Heinrich-Heine-Allee, sodass der Platz heute eine geringere Verkehrsdichte hat. Seit der Eröffnung der Wehrhahn-Linie im Februar 2016[1] ist die oberirdische Ost-West-Strecke vollständig abgebaut. Es verbleibt eine einfache Durchgangshaltestelle für die Straßenbahnen in Nord-Süd-Richtung an der Haltestelle Schadowstraße. Die Straßenbahnhaltestelle der Ost-West-Strecke wurde durch den U-Bahnhof Schadowstraße ersetzt. Seit Ende Februar 2016 heißt die Haltestelle "Schadowstraße U".

Zukunft des Jan-Wellem-Platzes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jan-Wellem-Platz während der Bauphasen für den Kö-Bogen und die Wehrhahn-Linie (Februar 2011)

Nach Fertigstellung der Wehrhahn-Linie und der damit verbundenen Stilllegung des größten Teils der Straßenbahnanlagen rund um den Jan-Wellem-Platz wird weniger Platz für den ÖPNV benötigt. Somit ergibt sich die Möglichkeit, den Platz zu bebauen und den derzeit zum Hofgarten hin offenen Schadowplatz zu fassen, wie es vor den Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges war. Da gleichzeitig die als nicht mehr zeitgemäß empfundene Hochstraße (Tausendfüßler) beseitigt wurde, ist geplant, die Straßen im Bereich des Platzes in den Untergrund zu verlegen und auf diese Weise die Königsallee mit dem Hofgarten ebenerdig fußgängerfreundlich zu verbinden. Der Busbahnhof soll in diesem Zusammenhang auf die Heinrich-Heine-Allee und die Wendeschleife an die nordöstlich im Stadtteil Pempelfort gelegene Nordstraße verlegt werden. Damit wird der Jan-Wellem-Platz die Funktion eines großen Knotens im Nahverkehrssystem verlieren.[2] [3] Diese Pläne sind umstritten, werden aber von der Verwaltung und der Ratsmehrheit unterstützt. Am 13. April 2008 gab es gegen den Verkauf des städtischen Grundstückes an private Investoren ein Referendum, welches allerdings an zu geringer Beteiligung der Bevölkerung (das notwendige Quorum wurde nicht erreicht) scheiterte.[4] Realisiert wird nun das Projekt Kö-Bogen durch ein Team um den Architekten Daniel Libeskind.[5]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Christian Herrendorf: Wehrhahn-Linie startet am 20. Februar 2016. Rheinische Post, 4. Dezember 2014, abgerufen am 4. Dezember 2014.
  2. Stadt Düsseldorf
  3. Stadt Düsseldorf
  4. Stadt Düsseldorf
  5. [1]

Koordinaten: 51° 13′ 38″ N, 6° 46′ 52″ O