Stadtmitte (Düsseldorf)

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Wappen der Landeshauptstadt Düsseldorf
Stadtmitte

Stadtteil der Landeshauptstadt Düsseldorf
Führt kein Wappen.svg
Lage im Stadtgebiet
Basisdaten[1]
Geographische Lage: 51° 13′ N, 6° 47′ OKoordinaten: 51° 13′ N, 6° 47′ O
Höhe: 44 m ü, NN
Fläche: 1,72 km²
Einwohner: 13.220 (31. Dezember 2013)
Bevölkerungsdichte: 7.686 Einwohner je km²
Stadtbezirk: Stadtbezirk 1
Stadtteilnummer: 013
Verkehrsanbindung
DB-Regionalverkehr: RE 1 RE 2 RE 3 RE 4 RE 5 RE 6 RE 10 RE 11 RE 13 RE 19 RB 38
S-Bahn: S 1 S 6 S 8 S 11 S 28 S 68
Stadtbahn: U 70 U 71 U 72 U 73 U 74 U 75 U 76 U 77 U 78 U 79 U 83
Straßenbahn: 701 704 705 706 707 708 709
Schnellbus: SB 50 SB 55 SB 85
Buslinie: 721 722 732 737 738 752 754 780 782 785 834
Nachtverkehr: NE1 NE2 NE3 NE4 NE5 NE6 NE7 NE8 805 807 812 817

Stadtmitte ist einer der 50 Stadtteile von Düsseldorf und befindet sich im Stadtbezirk 1. Mit 1,72 Quadratkilometern und 13.220 Einwohnern gehört Stadtmitte zu den dicht besiedelten Stadtteilen. Stadtmitte ist das wirtschaftliche Zentrum der Landeshauptstadt. Der Stadtteil wird im Westen durch die Altstadt mit der Carlstadt und im Osten durch die Bahnstrecke Köln–Duisburg mit dem Hauptbahnhof begrenzt. Stadtmitte ist durch große Gegensätze geprägt, die sich in der Bildung verschiedener, inoffizieller Viertel zeigen. Neben zahlreichen Büros bietet der Stadtteil die höchste Konzentration von Einzelhandelsgeschäften in Düsseldorf, darunter vier große Kaufhäuser sowie drei Einkaufszentren. Die wichtigste Einkaufsstraße ist die Schadowstraße, die zu den meistfrequentierten und umsatzstärksten Straßen Deutschlands gehört.[2] Überregional und international bekannt ist die Königsallee, Düsseldorfs Luxuseinkaufsstraße.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Herzen von Stadtmitte

Stadtmitte liegt östlich der Altstadt und der Carlstadt. Im Norden grenzen Pempelfort, im Osten Düsseldorf-Düsseltal, Flingern-Nord, Flingern-Süd, im Südosten Oberbilk und im Süden Friedrichstadt an. Die Abgrenzungen zu den anderen Stadtteilen sind oftmals selbst Einheimischen nicht bekannt. Die südliche Grenze des Stadtteils bildet die Graf-Adolf-Straße, die östliche die Bahnstrecke Köln–Duisburg mit dem Hauptbahnhof. Im Westen trennen die Heinrich-Heine-Allee sowie die Kasernenstraße den Stadtteil von der Altstadt mit der Carlstadt und im Norden der Hofgarten von Pempelfort, wobei der Teil der Parkanlage mit der Landskrone sowie der Bereich südlich der Achse der Reitallee zu Stadtmitte gehört.

Trotz seiner geringen Fläche ist die Struktur des Stadtteils Stadtmitte nicht homogen, was sich unter anderem an den Bodenpreisen zeigt, die etwa nördlich des Hauptbahnhofes bei rund 1400 Euro pro Quadratmeter liegen, während kaum einen Kilometer entfernt auf der Königsallee Werte von bis zu 13.000 Euro pro Quadratmeter ermittelt werden.[3] Im Rahmen des Düsseldorfer Parkleitsystems hat die Stadt die Innenstadt in Quartiere aufgeteilt. Auf den Stadtteil Stadtmitte entfallen die Parkraumquartiere „Kö“, „Hauptbahnhof“ und „Schadowstraße“.[4] Daneben gibt es mehrere inoffizielle Viertel, die lokal bekannt sind und deren Abgrenzung nicht immer eindeutig ist.

Bankenviertel und Königsallee[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Königsallee bei Nacht mit Blick auf die Deutsche Bank

Das Bankenviertel umfasst die drei parallel in Nord-Süd-Richtung verlaufenden Straßen Kasernenstraße, Breite Straße und Königsallee. In diesem knappen Dutzend Straßenblocks befinden sich die Niederlassungen der Deutschen Bank und der Commerzbank sowie die Gebäude der ehemaligen Niederlassung der Dresdner Bank, die nun zur Commerzbank gehören. Bis in die 1990er Jahre war Düsseldorf Sitz eines Teils des Vorstandes der drei großen deutschen Geschäftsbanken. Die einstige Bedeutung der Düsseldorfer Filialen zeigt sich in deren Monumentalarchitektur der Gründerzeit. Weitere bedeutende Bankniederlassungen sind die Targobank, das traditionsreiche Bankhaus Trinkaus & Burkhardt, die Kreissparkasse Düsseldorf (die jedoch genau genommen in Carlstadt liegt), die HypoVereinsbank sowie die Bank of Tokyo-Mitsubishi UFJ. Des Weiteren sind hier zahlreiche Unternehmensberatungen und große Anwaltskanzleien ansässig. Die Westdeutsche Zeitung und die Rheinische Post haben hier große Lokalredaktionen und auf der Kasernenstraße befindet sich der Hauptsitz des Handelsblattverlages (ebenfalls in Carlstadt). Das Bankenviertel ist ein begehrter Bürostandort. Hier werden die höchsten Büromieten der Landeshauptstadt gezahlt. Der Einzelhandel konzentriert sich auf der Ostseite der Königsallee. Das Viertel verfügt mit dem Breidenbacher Hof und dem Intercontinental über zwei Hotels der Luxusklasse.

Japanisches Viertel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Deutsch-Japanisches Center auf der Immermannstraße

In Düsseldorf sind etwa 450 japanische Unternehmen ansässig,[5] etwa 8.600 Japaner leben im Regierungsbezirk Düsseldorf.[6] In dem Bereich zwischen Berliner Allee, Klosterstraße, Charlottenstraße und Graf-Adolf-Straße finden sich auf einem knapp dreißig Hektar großen Gebiet zahlreiche Niederlassungen japanischer Unternehmen. Das Zentrum der japanischen Aktivitäten ist die Immermannstraße. Hier wurde 1978 das „Deutsch-Japanische Center“ errichtet, welches neben 12.000 m² Bürofläche das 600-Betten-Hotel Nikko umfasst. Das Center ist Sitz der japanischen Handelskammer, des Generalkonsulats und europäischer Hauptsitz des Marubeni-Konzerns. Neben japanischen Handelsunternehmen, Banken, Versicherungen, Transportunternehmen und Werbeagenturen hat sich ein weites Spektrum japanischer Dienstleister, Gastronomen und Einzelhändler angesiedelt. So finden sich auf der Immermannstraße sowie in den benachbarten Straßenzügen zwei japanische Supermärkte, mehrere Buchhandlungen, Videotheken, Spezialgeschäfte und japanische Ärzte. Deutsche Dienstleister wie Apotheken, Metzgereien, Hotels oder Handyshops haben sich mit speziellen Angeboten auf die fernöstliche Klientel eingestellt. In der deutschen Cosplayszene ist das japanische Viertel von Düsseldorf bekannt, da Liebhaber von Mangas und Animes die neuesten Hefte und Filme aus Japan finden.

Düsseldorfer Schauspielhaus

In den letzten Jahren haben sich im japanischen Viertel zudem zahlreiche andere asiatische Dienstleister und Restaurants niedergelassen, insbesondere Chinesen und Südkoreaner, so dass im Herzen der Düsseldorfer Innenstadt eine große Bandbreite ostasiatischer Alltagskultur angeboten wird. Während viele japanische Familien in den linksrheinischen Stadtteilen Oberkassel und Niederkassel[7] wohnen, sind zahlreiche japanische Mitarbeiter mit befristeten Arbeitseinsätzen in Firmenwohnungen oder spezialisierten Hotels in Stadtmitte untergebracht.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platz der Deutschen Einheit vor der Deutschen Bundesbank, im Hintergrund die Johanneskirche

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Individualverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mehrere wichtige Hauptverkehrsachsen führen in und durch den Stadtteil, allerdings keine Straßen von überörtlicher Bedeutung. Ein bekanntes Verkehrsbauwerk war bis zu ihrem Abriss im Jahre 2013 eine als Tausendfüßler bezeichnete Hochstraße, die eine Zufahrt zur Berliner Allee ermöglichte, eine der verkehrsreichsten Düsseldorfer Straßen und die wichtigste Nord-Süd-Achse der Stadt. Der Stadtteil verfügt über rund 20 Parkhäuser, trotz derer es in Stoßzeiten zu Engpässen in der Parkraumversorgung kommen kann. Das Parken auf der Straße ist fast überall kostenpflichtig oder Anwohnern vorbehalten. Fahrradwege sind bis auf den Bereich Königsallee nur rudimentär vorhanden.

Öffentlicher Personennahverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sämtliche Stadtbahnlinien durchqueren den Stadtteil unterirdisch. Hinzu kommt ein dichtes Netz von Bussen und Straßenbahnen. Wichtige Umsteigepunkte sind der Hauptbahnhof und der U-Bahnhof Heinrich-Heine-Allee, von dem die Busse in die Vororte und Nachbarstädte abfahren. Des Weiteren liegen an der neuen Wehrhahn-Linie die U-Bahnhöfe Schadowstraße und Pempelforter Straße, die Umsteigemöglichkeiten zur Straßenbahn bieten.

Bahnregional- und Bahnfernverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Düsseldorfer Hauptbahnhof wird täglich von 250.000 Personen genutzt und ist ein Fernverkehrsknoten. Hier treffen der Fern-, Regional- und S-Bahnverkehr aufeinander. Zudem bestehen Umsteigemöglichkeiten zu Stadtbahnen, Straßenbahnen und Bussen.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Amt für Statistik und Wahlen der Landeshauptstadt Düsseldorf: Statistiken für den Stadtteil 013 – Stadtmitte
  2. Handelsimmobilien Report Nr. 4 vom 31. August 2007 (PDF, S. 5), ISSN 1860-6369, abgerufen am 20. Februar 2016.
  3. Bodenrichtwertinformationssystem NRW
  4. Parkleitsystem Düsseldorf
  5. Japans Hauptstadt am Rhein, duesseldorf.de, abgefragt am 26. März 2008.
  6. Japaner in Düsseldorf, Seite des Japanischen Generalkonsulats, abgefragt am 26. März 2008
  7. Website der Landeshauptstadt Düsseldorf: Stadtteile:Niederkassel. Abgerufen am 27. Februar 2012

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Düsseldorf-Stadtmitte – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien