Johann Joseph Abert

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Johann Joseph Abert, 1866. Grafik von Krüll und Michael.
Johann Joseph Abert (ca. 1900)

Johann Joseph Abert, auch Jan Josef Abert (* 20. September 1832 in Kochowitz (Kochovice) bei Gastorf (Hoštka) (Böhmen); † 1. April 1915 in Stuttgart) war ein deutsch-böhmischer Komponist, Dirigent und Kontrabassist.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Er studierte am Prager Konservatorium bei Josef Hrabě (Kontrabass) sowie bei Johann Friedrich Kittl und August Wilhelm Ambros (Theorie). Im Jahre 1853 erhielt er unter Peter Joseph von Lindpaintner ein Engagement als Kontrabassist in der Hofkapelle Stuttgart. Er wirkte an der Stuttgarter Oper von 1867 bis 1888 als Hofkapellmeister und war als Komponist erfolgreich tätig. Am Morgen nach der Uraufführung seiner Oper Astorga, die am 20. Mai 1866 stattgefunden hatte, ließ ihn der König von Württemberg, der die Premiere besucht hatte, zu sich rufen um ihn persönlich zum Königlichen Musikdirektor zu ernennen.[1]

Seine Werke, darunter mehrere Opern und sieben Sinfonien, fanden zu seiner Zeit große Anerkennung im In- und Ausland. Er komponierte zudem auch Lieder und Kammermusik. Sein musikalischer Nachlass befindet sich in der Württembergischen Landesbibliothek in Stuttgart und teilweise im Deutschen Literaturarchiv Marbach. Zahlreiche Werke Aberts, unter anderem die Columbus-Sinfonie, zwei Kontrabaßkonzerte, Ouvertüren, sein Streichquartett, Klavierstücke, Lieder und seine Messe kamen in den vergangenen Jahren in Konzertsälen in Deutschland, Österreich, der Tschechischen Republik und in den USA und zum Teil im Rundfunk und Fernsehen zu Wiederaufführungen.

Sein Sohn Hermann Abert (1871–1927), Professor für Musikwissenschaft in Halle, Leipzig und Berlin, veröffentlichte 1919/1921 – aufbauend auf Otto Jahns Monographie W.A. Mozart – eine „neubearbeitete und erweiterte Ausgabe“, die noch heute oft zitiert und als erste aus eigener wissenschaftlicher und künstlerischer Schau gewachsene Biographie Mozarts gilt. Seine Enkelin Anna Amalie Abert (1906–1996), Professorin für Musikwissenschaft in Kiel, führte das Vermächtnis ihres Vaters fort, u.a. mit Geschichte der Oper, 1994.

Kompositionen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Opern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Anna von Landskron. Oper in 4 Akten. Libretto: Christian Gottfried Nehrlich (* 22. April 1802 Ruhland, Oberlausitz; † 8. Januar 1868 Berlin). UA 1858 Stuttgart (Hoftheater)
  • König Enzio. Oper in 4 Akten. Libretto: Albert Dulk. UA 1862 Stuttgart (Hoftheater)
    • Neufassung: Enzio von Hohenstaufen. Libretto: Albert Dulk. UA 1875 Stuttgart (Hoftheater)
  • Astorga. Romantische Oper in 3 Akten. Libretto: Ernst Pasqué (nach Episoden aus dem Leben des Komponisten Emanuele d’Astorga). UA 27. Mai 1866 Stuttgart (Hoftheater). Deutsche Erstaufführung 1866 Leipzig; danach u.a. 1870 Wien (Carltheater), 1876 Prag (in tschechischer Übersetzung) und Basel, 1888 Posen
  • Enzio von Hohenstaufen Uraufführung 1875 in Stuttgart
  • Ekkehard. Oper in 5 Akten. Libretto: ? (nach dem Roman von Joseph Victor von Scheffel über Ekkehard von St. Gallen). UA 11. Oktober 1878 Berlin (Hofoper)
  • Die Almohaden. Libretto: ?. UA 1890 Leipzig

Sinfonien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Sinfonie c-moll 1852
  • Sinfonie A-dur 1856
  • Columbus. Programmsinfonie 1864
  • Sinfonie d-moll 1890
  • Frühlingssinfonie C-Dur 1893

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Johann-Joseph-Abert-Gesellschaft, Stuttgart

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Astorga in der Niederrheinischen Musik-Zeitung vom 7. Juli 1866, abgerufen am 14. Juli 2016

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Johann Josef Abert – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien