Käte Duncker

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Käte Duncker in Friedrichroda (Denkmal bis 2009 im dortigen Kurpark)

Käte Duncker; eigentlich Paula Kathinka Duncker (geb. Döll; * 23. Mai 1871 in Lörrach; † 2. Mai 1953 in Bernau) war eine deutsche sozialdemokratische, später kommunistische Politikerin.

Ausbildung und Lehramt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1880 besuchte Käte Duncker die Höhere Töchterschule Friedrichroda, 1888–90 erhielt sie ihre pädagogische Ausbildung im Lehrerinnenseminar Eisenach. 1893 wurde sie Lehrerin in der von Steyberschen Höheren Mädchenschule an der Nordstraße in Leipzig, ab 1894 hielt sie Abendkurse des Leipziger Arbeiterbildungsvereins und in der Gesellschaft für ethische Kultur, 1896 wurde ihr gekündigt. Sie ging nach Hamburg an die Private Höhere Mädchenschule der Elisa Magdalena Green, unterrichtete nebenbei im Bildungsverein „Humboldt“. 1896 nahm sie am Kongress der Schneidergewerkschaft teil und begegnete Clara Zetkin. Wegen ihrer Unterstützung der streikenden Hafenarbeiter wurde ihr 1897 erneut gekündigt.

Vortragstätigkeit und SPD-Beitritt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1898 heiratete sie Hermann Duncker. Sie bildete sich weiter als Gasthörerin an der Universität und trat in die SPD ein. Neben der Organisation von Diskussionsabenden im Leipziger Volkshaus hielt sie Vorträge im Arbeiterbildungsverein (Literatur, Pädagogik, Geschichte, Sozialpolitik, Nationalökonomie). Sie wurde Vorsitzende des „Vereins für Frauen und Mädchen der Arbeiterklasse“, Mitglied der Abteilung Kunstpflege des Bildungsvereins und organisierte Sommerfeste für Arbeiterfamilien. 1899 brachte sie ihre Tochter Hedwig zur Welt.

Polizeibericht 1901: „Die geistig hervorragendste Agitatorin der hiesigen sozialdem. Frauenbewegung ist die frühere Lehrerin, jetzige Frau Duncker, die fast in allen Frauenversammlungen als Rednerin auftritt und dabei die bürgerlichen Frauenvereinigungen bekämpft.“

Sie gab eine Schrift Über die Beteiligung des weiblichen Geschlechts an der Erwerbstätigkeit heraus. 1902 brach sie gesundheitlich zusammen, und 1903 zog sie nach Dresden um. Hier hielt sie Vorträge über Kinderschutz, Erziehung und Frauenrecht. Anfang Februar 1903 wurde ihr Sohn Karl geboren (* 2. Februar 1903), der zu einem der namhaftesten Vertreter der Gestaltpsychologie werden sollte.

1906 gab sie eine Schrift über Die Kinderarbeit und ihre Bekämpfung heraus. Im gleichen Jahr hielt sie ein Referat über Fürsorge für Schwangere und Wöchnerinnen auf der 4. sozialdemokratischen Frauenkonferenz in Mannheim. 1907 wurde sie zweite Redakteurin der Gleichheit, verantwortlich für die Kinderbeilage (Pseud. „Neuland“). 1907 übersiedelte die ganze Familie nach Stuttgart; sie schloss Freundschaft mit Clara Zetkin. 1908 hielt sie ein Referat über Erziehung auf der Frauenkonferenz in Nürnberg. 1910 nahm sie an der Internationalen Frauenkonferenz in Kopenhagen teil mit einem Referat über Mutterschafts- und Kinderfürsorge. Sie war auch am Beschluss über den Internationalen Frauentag beteiligt.

Nach der Geburt des dritten Kindes (Wolfgang, geb. am 5. Februar 1909) schied sie aus der Redaktion aus. 1911 hielt sie ein Referat auf dem sozialdemokratischen Parteitag in Jena, wo sie Rosa Luxemburg begegnete. Sie nahm die Arbeit im Bildungsausschuss der SPD auf. 1912 zog sie nach Berlin.

Beitritt zum Spartakusbund und zur KPD[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1915 war sie Mitbegründerin der Zeitschrift Die Internationale, im gleichen Jahr Delegierte zur internationalen sozialistischen Frauenkonferenz Bern. 1916 wurde die Gruppe Internationale in „Spartakusgruppe“ umbenannt unter Teilnahme von Käte Duncker. Sie beteiligte sich an der illegalen Herausgabe der Spartakusbriefe und übernahm zeitweilig die Leitung des Zentralen Bildungsausschusses sowie die Betreuung von Jugendgruppen in Steglitz und Neukölln. Es folgten Haussuchungen, Verhöre und am 30. Mai 1916 das Redeverbot. Im September 1916 vertrat sie die Spartakusgruppe auf der Reichskonferenz der Sozialdemokratischen Partei, erkrankte und brachte drei Monate im Sanatorium zu. 1917 kam es zum Anschluss der Spartakusgruppe an die USPD. Neben ihrer Arbeit als Zwischenmeister in der Reichsstelle für Obst und Gemüse besuchte sie 1917 die Frauenkonferenz in Stockholm. Am 11. November 1918 wurde der Spartakusbund gegründet. Sie arbeitete in dessen Zentrale. In dieser Zeit schrieb sie einen Entwurf über die Schule der Zukunft. Am 30. Dezember 1918, bei der Gründung der KPD, wurde sie ins ZK gewählt. Die Folge waren wiederum Verhaftung, Verhöre und im März 1919 die Flucht aus Deutschland.

Sie suchte Erholung bei ihrem Sohn in Kopenhagen; nach einem Aufenthalt in Schweden kehrte sie nach Berlin zurück. Hier wirkte sie an der Arbeiterbildungsschule und lebte auch von Übersetzungen. 1920 folgte der Umzug nach Thüringen. Hier wurde sie 1921 Landtagsabgeordnete und forderte Maßnahmen zur Bekämpfung des Kinderelends. 1924 reiste sie nach Moskau, 1925 war sie wieder in Berlin und schrieb Die Frau in der Sowjetunion (1927).

Verfolgung und Emigration[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1933 verstärkte sich die Verfolgung mit Hausdurchsuchung, Verbrennung der Bibliothek und Verhaftung des Mannes. 1936 zog sie nach Friedrichroda, und im November 1938 emigrierte sie nach Amerika; dort lebte sie in einem Blockhaus bei New York. Ihren Unterhalt verdiente sie als Dienstmädchen bei amerikanischen Familien; schwer traf sie 1937 der Freitod ihres Sohnes Karl. Ihr jüngstes Kind, Wolfgang war 1938 in der Sowjetunion verhaftet worden und im Lager verschwunden († 1942). 1941 konnte sie sich über die Ankunft des Ehemannes freuen, zu dieser Zeit gab sie Deutschunterricht an einer Highschool. 1947 kehrte sie nach Deutschland zurück und lebte in Rostock und später in Bernau.

Ehrungen und Gedenkorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ihrem Wunsche entsprechend wurde ihre Urne auf dem Friedrichrodaer Friedhof beigesetzt, wo auch ihre Mutter bestattet wurde. Im Westteil des Friedhofes, nur wenige Schritte vom Mahnmal für die Opfer des Faschismus befindet sich ihr Grabdenkmal. Ein weiteres Denkmal zeigt Käte Duncker als Lehrerin in Friedrichroda, es befand sich bis 2009 im Kurpark der Stadt und wurde mit der Neugestaltung der Kurpromenade entfernt.

Die Fraktion DIE LINKE. im Thüringer Landtag benannte am 15. Oktober 2013 ihren Fraktionssitzungssaal (Raum 201 im Funktionsgebäude des Landtages) als „Käte-Duncker-Saal“.[1]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Käte Duncker – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Pressemitteilung der Fraktion (Memento des Originals vom 5. Januar 2016 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.die-linke-thl.de