Königreich Dänemark

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Kongeriget Danmark
Königreich Dänemark
Flag of Denmark.svg
Royal coat of arms of Denmark.svg
Flagge Wappen
Wahlspruch: Guds hjælp, Folkets kærlighed, Danmarks styrke (dänisch)
„Gottes Hilfe, des Volkes Liebe, Dänemarks Stärke“
Amtssprache Dänemark:
Dänisch
– Färöer:
Dänisch, Färöisch
– Grönland:
Dänisch, Grönländisch
Hauptstadt Kopenhagen
Staats- und Regierungsform parlamentarische Monarchie
Staatsoberhaupt Königin
Margrethe II.
Regierungschef Ministerpräsidentin
Mette Frederiksen
Fläche 2.210.403 km²
Einwohnerzahl 5.944.983
Bevölkerungsdichte 2,7 Einwohner pro km²
Währung Dänische Krone (DKK)
Gründung 980 n. Chr.
National­hymne Der er et yndigt land (national)

Kong Christian stod ved højen mast (königlich)
Internet-TLD .dk, .gl, .fo
Telefonvorwahl +45
ÄgyptenTunesienLibyenAlgerienMarokkoMauretanienSenegalGambiaGuinea-BissauGuineaSierra LeoneLiberiaElfenbeinküsteGhanaTogoBeninNigeriaÄquatorialguineaKamerunGabunRepublik KongoAngolaDemokratische Republik KongoNamibiaSüdafrikaEswatiniMosambikTansaniaKeniaSomaliaDschibutiEritreaSudanRuandaUgandaBurundiSambiaMalawiSimbabweBotswanaÄthiopienSüdsudanZentralafrikanische RepublikTschadNigerMaliBurkina FasoJemenOmanVereinigte Arabische EmirateSaudi-ArabienIrakIranKuwaitKatarBahrainIsraelSyrienLibanonJordanienZypernTürkeiAfghanistanTurkmenistanPakistanGriechenlandItalienMaltaFrankreichPortugalSpanienMauritiusRéunionMayotteKomorenSeychellenMadagaskarSão Tomé und PríncipeSri LankaIndienIndonesienBangladeschVolksrepublik ChinaNepalBhutanMyanmarKanadaDänemark (Grönland)IslandMongoleiNorwegenSchwedenFinnlandIrlandVereinigtes KönigreichNiederlandeBelgienDänemarkSchweizÖsterreichDeutschlandSlowenienKroatienTschechische RepublikSlowakeiUngarnPolenRusslandLitauenLettlandEstlandBelarusRepublik MoldauUkraineNordmazedonienAlbanienMontenegroBosnien und HerzegowinaSerbienBulgarienRumänienGeorgienAserbaidschanArmenienKasachstanUsbekistanTadschikistanKirgisistanRusslandVereinigte StaatenMaledivenJapanNordkoreaSüdkoreaRepublik China (Taiwan)SingapurMalaysiaPhilippinenThailandVietnamLaosKambodschaIndienVenezuelaGuyanaSurinameFrankreich (Französisch-Guayana)BrasilienKap VerdeSpanien (Kanaren)Dominikanische RepublikPuerto RicoDominikanische RepublikBahamasJamaikaKubaMexikoMexikoVenezuelaGuyanaSurinameFrankreich (Französisch-Guayana)BrasilienKap VerdeSpanien (Kanaren)Dominikanische RepublikPuerto RicoDominikanische RepublikBahamasJamaikaKubaMexikoMexikoDänemark (Färöer)Staatsgebiet des Königreichs Dänemark
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Staatsgebiet des Königreichs Dänemark
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Das Königreich Dänemark (dänisch Kongeriget Danmark, färöisch Kongsríki Danmarkar, grönländisch Kunngeqarfik Danmarki) ist ein souveräner Staat und eine parlamentarische Monarchie in Europa und im Nordatlantik. Der Staat ist in die drei Länder Dänemark, die Färöer und Grönland gegliedert. Jedes der drei zum Königreich gehörenden Länder ist autonom und hat ein eigenes Parlament und eine eigene Regierung. Die Färöer und Grönland verfügen darüber hinaus über je zwei Abgeordnete im dänischen Folketing. Gemeinsame Aufgaben des Königreichs bestehen vor allem in der Außen- und Sicherheitspolitik sowie in Angelegenheiten der Staatsangehörigkeit. Zum Ausdruck der gemeinsamen Zugehörigkeit ist der Begriff Rigsfællesskab („Reichsgemeinschaft“) üblich. Das Königreich ist in dieser Form aus dem dänischen Kolonialreich entstanden. Dänemark bildet zusammen mit den Färöern, die wie das Mutterland geographisch zu Nordeuropa gehören, und Grönland, das zu Nordamerika zählt, einen interkontinentalen Staat.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Färöer wurden im 9. Jahrhundert von Wikingern aus Norwegen besiedelt, die dort zuvor niedergelassene Mönche aus Irland verdrängten.[1] Island wurde im 9. Jahrhundert von Wikingern besiedelt und war bis zur Mitte des 13. Jahrhunderts ein Freistaat, als es unter norwegische Besteuerung kam.[2]

Grönland, das bereits Inuit der Dorset-Kultur bewohnten, wurde von den Wikingern im 10. Jahrhundert besiedelt, darunter auch von Erik dem Roten.[3] Im 12. Jahrhundert dominierten wiederum aus Kanada eingewanderte Inuit der Thule-Kultur die Insel, deren Verbindung nach Europa im 15. Jahrhundert vorübergehend verloren ging. Diese wurde 1721 seitens Dänemark-Norwegen durch den Missionar Hans Egede wieder hergestellt.[3]

Norwegen schloss 1814 eine Union mit Schweden und wurde 1905 unabhängig. Island wurde 1918 unabhängig und 1944 zur Republik erklärt, womit die bis dahin bestehende Realunion aufgelöst wurde.

Durch die Teilung der unbewohnten Hans-Insel hat das Königreich seit 2022 neben der Grenze zu Deutschland auch eine Landgrenze mit Kanada.[4]

Verfassungsstatus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Folketing hat den Färöern und Grönland per Gesetz weitgehende Autonomie eingeräumt. Die Färöer erhielten 1948 die Autonomie, Grönland erhielt seine Hjemmestyre 1979. 2005 erhielten die Färöer die erweiterte Autonomie, Grönland 2009 seine Selvstyre.[1][3] Die Gesetze haben einen Sonderstatus, sodass Änderungen die Zustimmung des färöischen Løgting bzw. des grönländischen Inatsisartut erfordern.[5][6] Mitens, ein färöischer Jurist und Politiker, argumentierte, dass die färöische Hausordnung sowohl vom Løgting als auch vom Rigsdag genehmigt worden sei, es sei also eine Vereinbarung zwischen zwei Parteien, insbesondere weil die Genehmigung durch die Løgting nach besonderen Regeln erfolgte 1940 mit Zustimmung des dortigen dänischen Vertreters während der Besetzung durch das Vereinigte Königreich.[5] Max Sørensen sagte, die Absicht mit der färöischen Hausordnung sei, dass sie nicht einseitig geändert werden sollte, wie in der Präambel angegeben, sodass sie diese Wirkung hatte.[6] Frederik Harhoff betrachtete in seiner Dissertation 1993 die Home-Rule-Gesetze der Färöer und Grönlands irgendwo zwischen der Verfassung und einem üblichen Gesetz des Folketings, da es als solches behandelt wurde.[5]

Internationale Zusammenarbeit und Verhältnis zur EU[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Königreich Dänemark ist in seiner Gesamtheit Mitglied unter anderem in den folgenden internationalen Organisationen:

Obwohl das Königreich prinzipiell Mitglied der Europäischen Union ist, gelten für Grönland und die Färöer spezielle Klauseln. Grönland verließ nach dem dänischen Beitritt 1973 und einem Referendum 1982 die Europäische Gemeinschaft drei Jahre später durch Inkrafttreten des Grönland-Vertrags wieder. Es ist heute Teil der „überseeischen Länder und Hoheitsgebiete“ der EU, wodurch Europarecht nur marginal zur Anwendung kommt, Grönlander keine Unionsbürgerschaft besitzen und das Land weder Teil des EU-Binnenmarkts noch des Schengen-Raums noch des EU-Zollgebiets ist. Die Färöer wurden bei den EU-Verträgen jeweils explizit vom Gültigkeitsbereich ausgenommen, weshalb sie niemals Teil des Unionsgebiets waren und kein Merkmal einer EU-Mitgliedschaft aufweisen.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Königreich Dänemark – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Eva Heinzelmann, Stefanie Robl, Thomas Riis (Hrsg.): Der dänische Gesamtstaat. Ein unterschätztes Weltreich? Ludwig, Kiel 2006, ISBN 978-3-937719-01-6.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Vagn Wåhlin: Færøernes historie (dänisch) In: danmarkshistorien.dk. Aarhus University. 16. August 2011. Abgerufen am 28. April 2020.
  2. Agnes S. Arnórsdóttir: Islands historie (dänisch) In: danmarkshistorien.dk. Aarhus Universitet. 3. September 2018. Abgerufen am 28. April 2020.
  3. a b c Axel Kjær Sørensen: Grønlands historie (dänisch) In: danmarkshistorien.dk. Aarhus University. 26. August 2019. Abgerufen am 28. April 2020.
  4. Dänemark hat eine neue Landgrenze – mit Kanada, spiegel.de, 14. Juni 2022
  5. a b c Hans Andrias Sølvará: Færøernes statsretlige stilling i historisk belysning– mellem selvstyre og selvbestemmelse. In: Faroese Law Review. 3. Jahrgang, 2003, S. 146–181 (dänisch, setur.fo [PDF]).
  6. a b Mikael Hertig: Indkald tvistnævnet: Er Selvstyreloven forfatningsstridig? In: Tidsskriftet Grønland. 1. Jahrgang. Det Grønlandske Selskab, März 2018, S. 17–30 (dänisch, Online (Memento vom 26. Februar 2020) [abgerufen am 29. September 2021]).  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.aquut.com