Königshaus am Schachen

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Königshaus am Schachen

Das Königshaus am Schachen liegt 1866 m ü. NN hoch am Berg Schachen südlich von Garmisch-Partenkirchen im Wettersteingebirge. König Ludwig II. von Bayern ließ das Schlösschen in der Zeit von 18691872 nach Plänen von Georg Dollmann als Ständerbau im Schweizer Chaletstil aus Holz errichten. Oftmals wird für das Gebäude auch der Begriff „Jagdschloss“ verwendet, obwohl Ludwig II. nichts von der Jagd hielt.

Das Königshaus steht unter Denkmalschutz und ist mit der Ausstattung unter der Aktennummer D-1-80-117-277 in die Bayerische Denkmalliste eingetragen.

Baubeschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit seinen hölzernen Fensterläden und kunstgesägten Balkongeländern wirkt das Königshaus, verglichen mit anderen Bauten Ludwigs, von außen eher bescheiden.

Innenraum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während die mit Zirbelholz verkleideten Räume (Wohnraum, Arbeitszimmer, Schlafzimmer, Toilette) im Parterre relativ schlicht gehalten sind, befindet sich im Obergeschoss das Türkische Zimmer, ein Prunksaal im maurischen Stil, den der König nach dem Vorbild eines Palastes in Eyüp bei Istanbul gestalten ließ.[1] Kostbare orientalische Pracht entfaltet sich hier; ein Springbrunnen plätschert, edle Teppiche bedecken den Boden, vergoldete Schnitzereien, Pfauenfedern, luxuriöse Diwane, emaillierte Vasen, prunkvolle Lüster und farbige Glasfenster verbreiten eine Atmosphäre von Tausendundeiner Nacht, in der sich der König als Sultan, Scheich und Emir fühlen konnte. Im Königshaus auf dem Schachen verbrachte Ludwig II. mehrmals seinen Namens- und Geburtstag, den 25. August. Heute versammeln sich zu diesem Anlass jedes Jahr Königstreue, Gläubige und Wanderer zu einer traditionellen Bergmesse.

Wirtschaftsgebäude[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Königshaus mit den ehemaligen Wirtschaftsgebäuden

Die ehemaligen Wirtschaftsgebäude sind heute eine Berghütte, das Schachenhaus.

Alpengarten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unterhalb des Schlösschens befindet sich ein botanischer Alpengarten, der 1901 angelegt wurde. Er ist eine Außenstelle des Botanischen Gartens München und enthält über 1000 Gebirgspflanzen aus allen Gebirgen der Welt, von den Alpen bis zum Himalaya.[2]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Schloss ist über einen Fahrweg von Schloss Elmau (gesperrter Forstweg) – heute als Königsweg bezeichnet – zu erreichen, auf dem sich König Ludwig II. mit Pferdekutsche oder Pferdeschlitten hinauf fahren ließ. Heute ist das Königshaus für Touristen nur zu Fuß (ca. 3–4 Stunden Gehzeit) erreichbar.

Ungefähr auf halber Strecke des Königswegs zwischen Schloss Elmau und dem Königshaus befindet sich die Wettersteinalm, weiter oben, 200 Höhenmeter unterhalb des Schlosses der Schachensee.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ludwig Merkle: Ludwig II. und seine Schlösser. Bruckmann Verlag, München 1995, ISBN 3-7654-2758-6.
  • Michael Neumann-Adrian: Das König-Ludwig-Wanderbuch. Buchendorfer Verlag München, München 2004, ISBN 978-3-937090-09-2.
  • Botanischer Garten München und Gesellschaft der Freunde des Botanischen Gartens (Hrsg.): Botanischer Garten München, MünchenVerlag, München 2014, ISBN 978-3-7630-4013-1

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Klaus Gast: Königliche Alpenträume. 150 Jahre Soiernhaus. In: Heimatverband Lech-Isar-Land e.V. (Hrsg.): Lech-Isar-Land 2017. Heimatkundliches Jahrbuch. Weilheim 2016, S. 129–142, hier S. 135.
  2. Andreas Gröger "Die Alpinensammlung" in Botanischer Garten München, S. 118–127, MünchenVerlag, München 2014, ISBN 978-3-7630-4013-1

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Königshaus am Schachen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 47° 25′ 11,3″ N, 11° 6′ 45,7″ O