Kaipara Harbour

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Nordinsel Neuseelands mit der Lage des Kaipara Harbour.
Detailansicht der Lage des Kaipara Harbour.

Der Kaipara Harbour, übersetzt etwa Kaipara-Bucht oder Hafen am Kaipara, ist eine Bucht an der Tasmansee auf der North Auckland Peninsula der Nordinsel von Neuseeland in der Nähe von Pouto, nordwestlich von Auckland. Benannt ist er nach dem Fluss Kaipara, der im südlichen Arm bei Helensville mündet

Die Bucht wurde von Captain James Cook im Januar 1770 als erstem Europäer entdeckt. Von den Maori wurde das Gebiet jedoch bereits vor dieser Zeit verschiedentlich genutzt.

Administrativ gehört heute der nördliche Teil des Kaipara Harbour zur Northland Region (Kaipara District), der südliche Teil zur Region Auckland (Rodney District). Der hier ansässige Māoristamm sind die Ngāti Whātua.

Sein Name und der des Flusses leitet sich nach einer regionalen Sage aus dem 15. Jahrhundert von den Maoriwörtern für Essen und Farn ab, die der Arawahäuptling Kahumatamomoe als Name für die Gegend festlegte, als es bestimmte Farnwurzeln bei einem Fest als Hauptgericht gab.

Geografie[Bearbeiten]

Der durch die Bucht gebildete Naturhafen ist einer der größten auf der Erde. Die weit verzweigenden Arme der Bucht bilden insgesamt eine Wasserfläche von 530 km² (ca. 330 Quadratmeilen) und weisen eine Uferlinie von 3200 Kilometern Länge auf. Der Kaipara Harbour weist eine Nord-Süd-Ausdehnung von rund 60 km und eine Breite von etwa 10 km (ohne die weiter in das Land hineinragenden Arme) auf.

Die Einfahrt zur Kaipara-Bucht, der Kaipara Entrance, befindet sich etwa mittig und hat eine Breite von etwa vier Kilometern. Direkt vor der Kaipara Entrance befinden sich mehrere veränderliche Sandbänke und Klippen, die eine Navigation mit einem Schiff sehr erschweren. An den Landspitzen der Pouto Peninsula im Norden und South Head im Süden können am Strand Teile von Schiffswracks gefunden werden.

In den nördlichen Arm der Bucht mündet der Ausfluss des Wairoa River. Weitere kleinere Flüsse münden in die anderen Arme des Naturhafens.

Nutzung als Hafen[Bearbeiten]

Trotz seiner Bezeichnung als Harbour (Hafen) ist die Bucht heute nicht mehr als Wirtschaftshafen in Nutzung. Mehrere Strandungen und Schiffsunglücke besonders in der Hafeneinfahrt auf den durch Ebbe und Flut ständig veränderlichen Wassertiefen und Sandbänken bis in die 1950er Jahre führte zur Einstellung der Schifffahrt. Reste der ehemaligen Hafenanlagen in den zahlreichen Siedlungen entlang der Küstenlinie werden heute aber zunehmend von Sport- und Segelbooten genutzt. Da die schwierigen Verhältnisse in der Zufahrt schon immer bekannt waren, entstand entlang der Uferlinie auch keine wirklich größere Ansiedelung.

Flora und Fauna[Bearbeiten]

Der Kaipara Harbour ist auch ein international bedeutsames Feuchtland-Gebiet. Durch Umweltschutzverbände wird in Neuseeland für die Aufnahme des Gebietes in die Liste der Feuchtland-Schutzgebiete nach der Ramsar-Konvention von 1971 geworben. Zahlreiche Watvögel sind in den sumpfigen Uferbereichen beheimatet, darunter viele gefährdete Arten. Das Gebiet ist vor allem Winterheimat vieler Vögel, bei mehreren Zählungen wurden regelmäßig über 30.000 Wasservögel gezählt.

Gezeitenkraftwerkprojekt[Bearbeiten]

Anfang Dezember 2006 wurde dem Northland Regional Council ein Projekt zum Bau eines Gezeitenkraftwerkes im Zugang zum Kaipara Harbour übergeben. Das Projekt sieht vor, bis zum Jahr 2011 mit einer Investitionssumme von rund 400 Millionen Neuseeland-Dollar (etwa 200 Mio. Euro) den Einbau der Turbinen, die Verlegung der Kabel quer durch die Bucht und den Aufbau der notwendigen Umspannanlagen realisiert zu haben. Es ist geplant, die Turbinen nur etwa 16 Fuß (ca. 5 Meter) unter der mittleren Wasserlinie einzubauen, was dank der fehlenden wirtschaftlichen Nutzung des Naturhafens möglich wäre. Nach der notwendigen öffentlichen Beteiligung und dem Genehmigungsverfahren könnte Mitte 2007 die Genehmigung für das Projekt vorliegen.

Weblinks[Bearbeiten]

-36.828888888889174.75083333333Koordinaten: 36° 49′ 44″ S, 174° 45′ 3″ O