Kallenhardt

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Kallenhardt
Stadt Rüthen
Wappen von Kallenhardt
Koordinaten: 51° 27′ 6″ N, 8° 25′ 26″ O
Höhe: 410 m
Einwohner: 1665 (31. Dez. 2014)
Eingemeindung: 1. Januar 1975
Postleitzahl: 59602
Vorwahl: 02902
Blick auf Kallenhardt
Blick auf Kallenhardt

Kallenhardt ist ein Stadtteil von Rüthen im Kreis Soest (Nordrhein-Westfalen). Am 31. Dezember 2014 hatte die Ortschaft 1665 Einwohner.[1]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kallenhardt befindet sich im Sauerland, südlich der Stadt Rüthen im Arnsberger Wald auf 284–528,9 m über NN.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Vorgängersiedlung mit Kirche wurde 1072 in der Stiftungsurkunde des Klosters Grafschaft als kurkölnischer Haupthof Ostervelde erwähnt. Die planmäßige Stadtgründung erfolgte vor 1297 auf einer Bergkuppe zur Absicherung gegen Arnsberg durch den Kölner Erzbischof. Der Ort mit der Kirche St. Clemens und einem Rathaus war durch eine Stadtmauer und drei Tortürme bewehrt.[2] Seit dem Mittelalter gehörte Kallenhardt zum kurkölnischen Herzogtum Westfalen und kam 1802 an die Landgrafschaft Hessen-Darmstadt. Ab 1808 wurde die Stadtmauer abgetragen. 1811 erfolgte die Gründung des Schultheißbezirks Kallenhardt. Dieser kam 1815 an das Königreich Preußen und in den Kreis Brilon. 1820 wechselte der Ort in den Kreis Lippstadt. Am 1. Januar 1975 wurde Kallenhardt in die Stadt Rüthen eingemeindet.[3] und gehört seitdem zum Kreis Soest.

Von 1573 bis 1619 wurden zahlreiche Einwohner Opfer von Hexenprozessen. Insgesamt beläuft sich die Zahl möglicherweise auf mehr als 40 Personen. Am 31. März 2011 beschloss die Stadtvertretung Rüthen eine sozialethische Rehabilitation der im Bereich der heutigen Stadt Rüthen während des 16. und 17. Jahrhunderts im Rahmen der Hexenverfolgungen unschuldig verurteilten und hingerichteten Personen.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kallenhardt
  • 1861: 1038 Einwohner
  • 1939: 0997 Einwohner
  • 1950: 1376 Einwohner
  • 1961: 1362 Einwohner
  • 1970: 1541 Einwohner
  • 1974: 1506 Einwohner
  • 1975: 1482 Einwohner
  • 2007: 1950 Einwohner
  • 2008: 1975 Einwohner
  • 2011: 1690 Einwohner
  • 2013: 1656 Einwohner
  • 2014: 1665 Einwohner

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsvorsteher ist Bernd Postler (SPD).

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kriegerdenkmal

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Besonderheit ist das Schloss Körtlinghausen. Das barocke Wasserschloss wurde 1714 errichtet. Sehenswert ist auch die katholische Kirche St. Clemens. Sie wurde 1722 im Barockstil errichtet. Das ehemalige Rathaus stammt aus dem Mittelalter (14./15. Jahrhundert). Außerdem gibt es eine Köhlerhütte und die Kulturhöhle „Hohler Stein“ zu besichtigen. Zahlreiche Wohn- und Wirtschaftsgebäude des 17. und 18. Jahrhunderts sind trotz etlicher Brände, insbesondere 1791, erhalten geblieben. Die Stadtmauer aus der Zeit um 1300 wurde nach den Stadtbränden 1791 und 1836 überarbeitet. An der nordöstlichen Unteren Straße wurde der halbrunde Lubleisturm rekonstruiert.[2] Sehenswert ist das denkmalgeschützte alte Rathaus, Kirchstraße 31.

Freizeit und Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Warsteiner Bikepark

Am Rabennest befinden sich Rodelhänge und eine Skipiste mit einem Schlepplift. Langlaufloipen führen bis zur Nuttlarer Höhe (ca. 540 m ü. NHN). Darüber hinaus gibt es einen Bikepark.

Im Ort ist der Fußballverein TV 1897 Kallenhardt zu Hause.

Kallenhardt zeichnet sich durch ein reges Vereinsleben aus. 1829 wurde das Blas- und Tanzorchester und 1921 das Tambourcorps "Einigkeit" gegründet. Beide Vereine bereichern durch ihre Jugendarbeit und musikalischen Darbietungen das Dorfleben.

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Lebensmittelladen, eine Metzgerei, ein Bäcker, zwei Hotels, zwei Gastwirtschaften.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Buslinie der Westfalenbus GmbH, die Linie R77 von Warstein nach Rüthen, verläuft durch Kallenhardt. Die Busse fahren werktags stündlich in beide Richtungen.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Katholischer Kindergarten
  • Grundschule (Kath. Teilstandort der Nikolaus-Grundschule Rüthen)

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gorgen Bodeker, ein Schneider, geriet 1576 in einen Hexenprozess, seine Mutter 1586.
  • Cort Synneman war Bürgermeister von Kallenhardt. Er wurde 1521 in einer Urkunde erwähnt, er fungierte als Bürge für den zum Tode verurteilten und dann begnadigten Heinrich Steyns. Das Verfahren fand vor dem Schöffengericht in Brilon statt. Hermann von Oeynhausen war Richter zu Brilon.[4]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kallenhardt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Stadt & Tourismus > Ortsteile, abgerufen am 17. Mai 2016
  2. a b Ursula Quednau (Bearb.): Dehio-Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler, Nordrhein-Westfalen, Band II: Westfalen. Deutscher Kunstverlag, Berlin / München 2011, ISBN 978-3-422-03114-2, S. 944.
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 335.
  4. Alfred Bruns: Inventar des Stadtarchivs Brilon, Bestand A. hrsg. vom Landesamt für Archivpflege, Verlag Aschendorff, Münster 1970, S. 23.