Karl Friedrich von Hohenzollern

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Karl Friedrich von Hohenzollern

Karl Friedrich Emich Meinrad Benedikt Fidelis Maria Michael Gerold Prinz von Hohenzollern[1][2] (* 20. April 1952 in Sigmaringen) ist ein deutscher Unternehmer und seit 2010 Oberhaupt des Hauses Hohenzollern-Sigmaringen, der schwäbischen Linie der Hohenzollern. In der Öffentlichkeit tritt er unter dem historischen Adelstitel Fürst von Hohenzollern auf.[3]

Biographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Karl Friedrich von Hohenzollern ist der älteste Sohn von Friedrich Wilhelm von Hohenzollern (1924–2010) und Margarita, geborene Prinzessin zu Leiningen (1932–1996).

Ausbildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 1958 bis 1968 besuchte er die Grundschule und das Gymnasium in Sigmaringen. Im Jahr 1969 wechselte er an das Institut auf dem Rosenberg in St. Gallen, Schweiz, das er 1973 mit dem Abitur verließ. Nach seinem Wehrdienst bei der Bundeswehr, den er von 1973 bis 1975 als Zeitsoldat ableistete (zuletzt Hauptmann der Reserve), studierte er von 1975 bis 1980 Betriebswirtschaft an der Universität im schweizerischen Freiburg im Üechtland. Im Anschluss absolvierte er eine Lehre als Bankkaufmann in Stuttgart, Frankfurt und New York und erwarb ein Lizenziat (lic. rer. pol.) der Universität Bern.[4]

Berufstätigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1984 arbeitet er im Familienunternehmen und übernahm bereits vor dem Tode seines Vaters 2010 als Bevollmächtigter die Geschäfte des Hauses.[5]

Von Hohenzollern ist Generalbevollmächtigter der Unternehmensgruppe Fürst von Hohenzollern mit Sitz in Sigmaringen und Gesellschafter der Zollern GmbH und Co. KG, einem der größten Arbeitgeber im Landkreis Sigmaringen. Als alleiniger Gesellschafter und Vorsitzender des Beirats der Prinz von Hohenzollern Capital GmbH & Co. KG besitzt er eine Reihe von Unternehmensbeteiligungen. Des Weiteren ist er über die Arber-Bergbahn eine wichtige Person im Tourismuskonzept des Bayerischen Waldes. Er nahm Beirats- und Aufsichtsratsmandate in verschiedenen Bankhäusern wahr;[4] er ist Mitglied im Beirat der Südwestbank[6], seit 2007 Mitglied des Beirates der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW)[7] und seit 2008 Mitglied des Regionalbeirats Südwest der Commerzbank[8].

Privatleben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Karl Friedrich Prinz von Hohenzollern[1] heiratete die acht Jahre jüngere Alexandra Schenk Gräfin von Stauffenberg[5] (* 25. Mai 1960), Tochter des Clemens Anton Schenk Graf von Stauffenberg und der Clementine Elisabeth, geborene Gräfin Wolff-Metternich zur Gracht am 17. Mai 1985 in Sigmaringen standesamtlich und am 16. Juni in der Beuroner Klosterkirche kirchlich. Aus der Ehe gingen ein Sohn und drei Töchter hervor:

  • Alexander Friedrich Antonius Johannes (* 16. März 1987 in New York City, USA)
  • Philippa Marie Carolina Isabelle (* 2. November 1988 in New York City, USA)
  • Flaminia Pia Eilika Stephanie (* 9. Januar 1992 in München)
  • Antonia Elisabeth Georgina Tatiana (* 22. Juni 1995 in München)

Bis zur Trennung der Eheleute 2006 lebte die Familie auf Schloss Krauchenwies. Danach bewohnte von Hohenzollern den Wilhelmsbau von Schloss Sigmaringen am Karl-Anton-Platz. Am 21. Januar 2010 wurde die Ehe geschieden.[5] Alexandra behielt den Ehenamen Prinzessin von Hohenzollern.[9][10]

Landhaus Josefslust

Am 17. Juli 2010 heiratete von Hohenzollern in Umkirch bei Freiburg die Hamburger Geschäftsfrau Katharina Maria de Zomer[11] (* 1959), die seither den Ehenamen Prinzessin von Hohenzollern[1] trägt.[9] Schloss Umkirch hatte sein Vater vom rumänischen König Carol I., ebenfalls aus dem Haus Hohenzollern-Sigmaringen, geerbt. Nach dem Tod des Vaters 2010 zog das Ehepaar in das zuvor renovierte Landhaus Josefslust bei Sigmaringen.

Von Hohenzollern ist begeisterter Jazzmusiker (Sänger, Saxophonist und Gitarrist). Schon während seines Wirtschaftsstudiums in der Schweiz besuchte er einmal wöchentlich die Berner Swiss Jazz School. Bis 2016 trat er als Charly regelmäßig mit seiner Band „Charly and the Jivemates“ auf, mit der er auch zwei CDs bei Satin Doll Productions veröffentlichte; ein weiteres Album spielte er mit dem Frieder Berlin Trio ein.[12]

Er ist Besitzer mehrerer historischer Fahrzeuge und Schirmherr von Oldtimer-Rundfahrten des Vereins Ferienland Hohenzollern.[13]

Ehrenämter und Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von Hohenzollern ist seit Juni 2007 Mitglied im Bundesvorstand des Wirtschaftsrates Deutschland der CDU.[14] Zudem ist er Mitglied im Bund Katholischer Unternehmer und in der Stiftung Familienunternehmen.

Er ist Vorstandsmitglied im Verein der Freunde und Förderer der Hochschule Albstadt-Sigmaringen e. V.[15] Außerdem förderte er in der Tradition seiner Familie das Erzbischöfliche Kinderheim Haus Nazareth in Sigmaringen sowie die Kinderkrebsnachsorgeklinik Tannheim und ist Vereinsmitglied im Mariaberg e. V.[16] Er ist stellvertretender Vorsitzender der Prinz Lennart von Hohenzollern-Stiftung. Die Stiftung wurde 2006 durch Nathalie Prinzessin von Hohenzollern, die Frau seines Bruders Albrecht, gegründet, um Gelder für die Forschung im Bereich der molekularen Pädiatrie zu sammeln.[17] Zudem organisierte und beteiligte er sich an musikalischen Benefizveranstaltungen. Er ist stellvertretender Vorstand des Vereins der Freunde der Erzabtei St. Martin e. V.[18]

Am 13. Oktober 2009 verlieh ihm der Innenminister des Landes Baden-Württemberg Heribert Rech in der Villa Reitzenstein in Stuttgart das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.

Traditionelle Bezeichnung „Fürst“[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von Hohenzollern trat bis 2010 unter dem historischen ErstgeburtstitelErbprinz“ auf und nennt sich seit dem Tode seines Vaters am 16. September 2010 „Chef des fürstlichen Hauses Hohenzollern“ mit dem durch die Weimarer Reichsverfassung (1919) abgeschafften traditionellen Titel „Fürst“ (Anrede: Hoheit). In einem Artikel der Schwäbischen Zeitung vom 26. Februar 2011 zur Namensthematik erklärte von Hohenzollern dazu: „Die namensrechtliche Regelung betrachte ich als nicht relevant, wenn die Bürger den Titel akzeptieren. In Sigmaringen denkt so die überwiegende Mehrheit. Ich betrachte den Titel als Berufsbezeichnung.“[3]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Günter Schmitt: Sigmaringen. In: Günter Schmitt: Burgenführer Schwäbische Alb. Band 3: Donautal. Wandern und entdecken zwischen Sigmaringen und Tuttlingen. Biberacher Verlagsdruckerei, Biberach 1990, ISBN 3-924489-50-5, S. 41–62.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Karl Friedrich von Hohenzollern – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Der Familienname lautet gemäß einer Melderegisterauskunft vom 20. September 2010 amtlich Prinz von Hohenzollern. In manchen Quellen wird auch fälschlicherweise die seit 1869 nicht mehr gebräuchliche Form Prinz von Hohenzollern-Sigmaringen verwendet.
  2. Karl Friedrich Fürst von Hohenzollern-Sigmaringen auf thepeerage.com, abgerufen am 26. Juli 2015 (englisch)
  3. a b Michael Hescheler: Name: Im Pass heißt der Fürst Prinz. In: Schwäbische Zeitung vom 26. Februar 2011, abgerufen am 5. Mai 2011.
  4. a b S. D. Karl Friedrich Erbprinz Von Hohenzollern Lic. Rer. Pol. In: Bloombergs Businessweek, abgerufen am 13. Juni 2010.
  5. a b c Hohenzollern-Ehe endet vor dem Amtsgericht. In: Schwäbische Zeitung vom 4. Februar 2010, abgerufen am 5. Mai 2011.
  6. Mitglieder des Beirates auf www.suedwestbank.de
  7. LBBW: Geschäftsbericht 2007 (Memento vom 14. Juni 2011 im Internet Archive) (abgerufen am 13. Juni 2010) bis Geschäftsbericht 2016 (abgerufen am 24. April 2019)
  8. Commerzbank: Geschäftsbericht 2008 (Memento vom 17. Februar 2015 im Internet Archive) (abgerufen am 13. Juni 2010) bis 2018: Regionalbeirat Südwest Mitgliederverzeichnis 2018 (PDF)(abgerufen am 24. April 2019)
  9. a b Erbprinzessin trägt weißen Schleier. In: Schwäbische Zeitung vom 19. Juli 2010, abgerufen am 5. Mai 2011.
  10. Prinzessin lädt Stiftungsrat in ihr Landhaus ein. In: Schwäbische Zeitung vom 19. Juli 2010, abgerufen am 5. Mai 2011.
  11. Werner Semmler: Auf die echte Fernseh-Hochzeit folgte eine echte Fürsten-Hochzeit: Karl Friedrich Erbprinz von Hohenzollern heiratete in Umkirch. In: Umkircher Nachrichten vom 19. Juli 2010.
  12. Website von Charly and the Jivemates
  13. Kurt Loescher(loe): Mit Oldtimern durch Hohenzollern. In: Südkurier vom 20. Juni 2011.
  14. Bundesvorstand auf der Website des Wirtschaftsrates der CDU
  15. Websites des Vereins der Freunde und Förderer der Hochschule Albstadt-Sigmaringen (Memento vom 2. April 2015 im Internet Archive).
  16. Leute in Mariaberg. In: Schwäbische Zeitung vom 25. Februar 2010.
  17. Benefizkonzert. Goldene Gesellschaft feiert in goldenen Saal. In: Schwäbische Zeitung vom 15. Mai 2010.
  18. Website des Vereins der Freunde der Erzabtei St. Martin e. V. (Memento vom 22. November 2010 im Internet Archive), abgerufen am 24. November 2010.
VorgängerAmtNachfolger
Friedrich WilhelmChef des ehemals fürstlichen Hauses Hohenzollern
seit 2010
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