Wirtschaftsrat der CDU

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Wirtschaftsrat der CDU e. V.
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Zweck: Wahrnehmung der Berufs- und Standesinteressen der selbstständigen Unternehmer und Weiterentwicklung der Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung im Sinne der Sozialen Marktwirtschaft
Vorsitz: Werner M. Bahlsen (Präsident)
Gründungsdatum: 9. Dezember 1963 in Bonn
Mitgliederzahl: rund 12.000 (Stand: 03/2018)
Sitz: Luisenstraße 44
10117 Berlin
Website: wirtschaftsrat.de

Der Wirtschaftsrat der CDU e. V. ist ein CDU-naher Verband. Er vertritt die Interessen der unternehmerischen Wirtschaft gegenüber der Partei und will deren Wirtschaftspolitik in ihrer Interpretation der Sozialen Marktwirtschaft mitgestalten. Gleichzeitig soll bei den Unternehmern für die christdemokratischen Grundsätze geworben werden.

Innere Struktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der eingetragene Verein hat 2018 rund 12.000 Mitglieder. Diese sind in Landesverbänden organisiert. Die Landesverbände bestehen ihrerseits aus Sektionen. Für jüngere Mitglieder besteht die Möglichkeit, sich im „Jungen Wirtschaftsrat“ mit zusammen etwa 700 Mitgliedern zu engagieren. Der Präsident des Rates ist Werner M. Bahlsen und Generalsekretär ist Wolfgang Steiger.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gründung geht auf das Jahr 1963 zurück. Am 9. Dezember wurde er in Bonn als Zusammenschluss deutscher Unternehmer auf berufsständischer Basis ins Leben gerufen. Vorbild war dabei der schon seit 1948 bestehende CSU-nahe Wirtschaftsbeirat der Union. Mit der Gründung des Wirtschaftsrates sollte ein Gegenpol zu den damals starken CDU-Arbeitnehmerausschüssen geschaffen werden. Konkreter Anlass waren besonders die Auseinandersetzungen um die Sozialpolitik zum Ende der Kanzlerschaft Konrad Adenauers.

Die Schaffung einer anfangs gedachten neuen Vereinigung innerhalb der CDU konnte nicht umgesetzt werden. Daher ergriff der Bundestagsabgeordnete und Fabrikant Alphons Horten die Initiative und schlug vor, eine Organisation außerhalb der offiziellen Parteistrukturen zu gründen.

Aufmerksamkeit innerhalb einer breiteren Öffentlichkeit erregte der Wirtschaftsrat während der Zeit der sozial-liberalen Koalition der 1970er Jahre. Auf den seit 1965 durchgeführten Wirtschaftstagen setzte er sich vor allem mit deren Wirtschafts- und Sozialpolitik auseinander. Dem Umzug von Bundestag und Bundesregierung nach Berlin folgte der Wirtschaftsrat am 1. Juli 2000 und verlegte den Sitz seiner Bundesgeschäftsstelle ebenfalls in die Bundeshauptstadt.

Vorsitzende[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Junger Wirtschaftsrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Junge Wirtschaftsrat ist ein Zusammenschluss von jungen Unternehmern und Führungskräften im Verein. Er widmet sich in seiner Arbeit den Interessen dieser Gruppe bis zu einem Alter von 35 Jahren und vertritt eine Wirtschaftspolitik im Sinne der Sozialen Marktwirtschaft. Auf Bundesebene werden die Forderungen des Jungen Wirtschaftsrats von der Bundesfachkommission „Junge Generation“ vertreten, die sich um die Ausarbeitung kümmert.

Innere Struktur und Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Junge Wirtschaftsrat hat in Deutschland rund 700 Mitglieder und ist in 14 Landesverbänden organisiert. Vorsitzender des Bundesvorstands ist Marcus Ewald. Der Ehrenvorsitzende des Jungen Wirtschaftsrates ist Paul Jörg Feldhoff (Bundesvorsitzender 2006–2011). Im Jahr 1987 wurde der Junge Wirtschaftsrat als Zusammenschluss junger Führungskräfte des Wirtschaftsrats der CDU gegründet.

Ziele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Junge Wirtschaftsrat vertritt die Interessen seiner Mitglieder gegenüber den Abgeordneten auf Landes- und Bundesebene und gegenüber anderen Organisationen und Verbänden. Besonders junge Abgeordnete stehen im Fokus der Bemühungen für eine Vertretung unternehmerischer Grundsätze. Gesellschaftliches Engagement für eine soziale und freie Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung steht im Mittelpunkt der Arbeit des Verbandes. Dazu gehören Forderungen wie:

  • Abbau der Staatsverschuldung
  • leistungsfreundliche Steuer- und Abgabenpolitik
  • leistungsgerechter Umbau des Sozialstaates
  • attraktive Möglichkeiten zur Existenzgründung
  • konsequente Nutzung technologischer Fortschritte
  • Vereinbarkeit von Karriere und Familie
  • mehr Eigeninitiative und Eigenverantwortung fördern.

Junger Wirtschaftstag[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Diese Tagung mit Junioren aus allen Landesverbänden („Juniorenkreis“) an wechselnden Veranstaltungsorten in Zentren der deutschen Wirtschaft fördert den Dialog mit Entscheidungsträgern aus Wirtschaft und Politik.

Positionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 27. September 2013 (wenige Tage nach der Bundestagswahl 2013) schrieb der Generalsekretär des Wirtschaftsrates, Wolfgang Steiger, die Folgekosten des Klimawandels für die deutsche Volkswirtschaft betrügen in den nächsten 50 Jahren bis zu 800 Milliarden Euro. Mehrheitlich werde die deutsche Wirtschaft diese Kosten zu tragen haben.[1]

Diese Prognose stammte aus einer Studie des DIW von 2007 für den Fall, dass kein „forcierter Klimaschutz betrieben würde“.[2]

Im Dezember 2015, kurz vor dem CDU-Bundesparteitag 2015, kritisierte der Wirtschaftsrat die Flüchtlingspolitik der Bundesregierung (Flüchtlingskrise in Deutschland 2015, Flüchtlingskrise in Europa 2015). Durch „verschiedene falsche Botschaften“ sei eine Sogwirkung auf Flüchtlinge nach Deutschland entstanden; man sollte dringend Obergrenzen für Flüchtlinge festlegen.[3]

Am 22. Mai 2018 äußerte sich der Wirtschaftsrat „sehr besorgt“ angesichts der Regierungsbildung in Italien durch „eine Koalition aus zwei europafeindlichen Parteien“. Was sich in Italien anbahne, habe „das Potenzial, zum Endspiel um den Euro zu werden“. Der Wirtschaftsrat habe seit langer Zeit gewarnt, dass „Deutschland sich durch seine Europapolitik, die auf durchwurschteln und Verdrängung setzt, in eine erpressbare Situation“ bringe. Deutschlands offene Target-Forderungen in Höhe von fast 1000 Mrd. Euro an andere Zentralbanken im Eurosystem würden seine Verhandlungsposition massiv schwächen. Die Bundesregierung müsse die geforderte Mithaftung deutscher Sparer für italienische Bankkredite deutlich ablehnen.[4]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Klimabewertung des UN-Klimarats ist irreführend, abgerufen am 27. Juni 2017.
  2. Publikationen des DIW Berlin, abgerufen am 27. Juni 2017.
  3. FAZ.net / Philip Plickert 6. Dezember 2015: CDU-Wirtschaftsrat attackiert Merkels Flüchtlingspolitik, abgerufen am 27. Juni 2017.
  4. Presseerklärung vom 22. Mai 2018: Italien müssen klare Antworten gegeben werden