Dreieich

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Dreieich
Dreieich
Deutschlandkarte, Position der Stadt Dreieich hervorgehoben
Koordinaten: 50° 1′ N, 8° 42′ O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Darmstadt
Landkreis: Offenbach
Höhe: 170 m ü. NHN
Fläche: 53,33 km²
Einwohner: 40.082 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 752 Einwohner je km²
Postleitzahl: 63303
Vorwahlen: 06103, 06074
Kfz-Kennzeichen: OF
Gemeindeschlüssel: 06 4 38 002
Stadtgliederung: 5 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Hauptstraße 45
63303 Dreieich
Webpräsenz: www.dreieich.de
Bürgermeister: Dieter Zimmer (SPD)
Lage der Stadt Dreieich im Landkreis Offenbach
Neu-Isenburg Dreieich Langen (Hessen) Egelsbach Rödermark Dietzenbach Heusenstamm Mühlheim am Main Rodgau Obertshausen Hainburg Seligenstadt Mainhausen Darmstadt Landkreis Darmstadt-Dieburg Landkreis Darmstadt-Dieburg Bayern Main-Kinzig-Kreis Offenbach am Main Kreis Groß-Gerau Frankfurt am MainKarte
Über dieses Bild

Dreieich ist eine Stadt im Landkreis Offenbach in Hessen und liegt südlich von Frankfurt am Main. Sie ist mit rund 40.000 Einwohnern die zweitgrößte Kommune des Landkreises. Der Verwaltungssitz befindet sich im größten Stadtteil Sprendlingen.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dreieich liegt im Landkreis Offenbach. Der nördlichste Stadtteil Sprendlingen liegt etwa 10 km südlich von Frankfurt am Main und etwa 20 km nördlich von Darmstadt.

Mit Ausnahme von Offenthal reihen sich die bebauten Flächen aller Stadtteile am Oberlauf des Hengstbachs auf, der das Stadtgebiet von Südosten nach Nordwesten durchzieht und weiter im Westen als Quellfluss den Schwarzbach speist, der wiederum südlich der Mainspitze in den Rhein mündet. Nördlich von Götzenhain entspringt die Bieber und nimmt ihren Lauf nach Nordosten durch Dietzenbach, Heusenstamm und Offenbach-Bieber nach Mühlheim am Main. Ganz in der Nähe des Quellgebiets der Bieber beginnt der Luderbach seinen Lauf nach Norden durch Neu-Isenburg in den Main bei Frankfurt-Niederrad. Den Stadtteil Offenthal entwässert der Fritzenwiesengraben[2] nach Südwesten zum Hegbach, auch Rutschbach genannt. Der höchsten Punkte des Stadtgebietes liegt im Westen der Gemarkung Offenthal bei 195,3 Meter im Koberstädter Wald und auf der Stadtgrenze östlich von Offenthal, wo das Stadtgebiet am Westhang der Bulau 203 Meter erreicht.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dreieich grenzt im Norden an die Stadt Neu-Isenburg, im Nordosten an die kreisfreie Stadt Offenbach, im Osten an die Städte Heusenstamm, Dietzenbach und Rödermark, im Süden an die Gemeinde Messel (Landkreis Darmstadt-Dieburg) und die kreisfreie Stadt Darmstadt sowie im Westen an die Stadt Langen.

Stadtgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Entlang des Hengstbachs reihen sich, von Nordwesten beginnend, die Stadtteile Buchschlag, Sprendlingen, Dreieichenhain und Götzenhain nahtlos aneinander. Offenthal ist, rund 1000 Meter von Götzenhain entfernt, der südöstlichste Stadtteil.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name der Stadt geht auf einen Wildbannforst, den Wildbann Dreieich zurück, der bereits im 9. Jahrhundert erstmals erwähnt wurde. Dabei handelte es sich um ein Gebiet, in dem ausschließlich der Kaiser das Jagdrecht besaß. Der Bezirk dieses Wildbanns Dreieich erstreckte sich entlang des Untermains von Aschaffenburg bis Rüsselsheim und von Vilbel bis zur Neunkircher Höhe im Odenwald. Die Eichbäume im Wappen vieler Gemeinden in diesem Gebiet verweisen auf diesen Ursprung. Zum Zentrum des Wildbannforsts Dreieich entwickelte sich im 11. Jahrhundert Dreieichenhain, als hier eine Turmburg der Herren von Hagen (1075) errichtet wurde.

Stadtgründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zuge der Gebietsreform in Hessen wurden am 1. Januar 1977 durch das Gesetz zur Neugliederung des Landkreises Offenbach die Städte Dreieichenhain und Sprendlingen und die Gemeinden Buchschlag, Götzenhain und Offenthal zu einer Stadt mit dem Namen Dreieich zusammengeschlossen.[3][4]

Buchschlag[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen Buchschlags

Der Name Buchschlag bezeichnete früher an dieser Stelle einen Waldbezirk. Er leitet sich von einem alten Buchenbestand bei einem Schlagbaum der früheren Dreieicher Ringlandwehr an der Straße in Richtung Mitteldick ab.[5] Vor der Gründung des Ortes Buchschlag bestand an dieser Stelle seit 1837 eine großherzoglich hessische Revierförsterei. 1879 entstand an der Main-Neckar-Bahnlinie ein Bahnhof mitten im Wald. Um die Jahrhundertwende wurden die beiden Gebäude durch das Gestüt Maria-Hall des Frankfurter Fabrikanten Viktor Mössinger ergänzt.

Der Ort wurde 1904 vom Frankfurter Kaufmann Jakob Latscha als Villenkolonie in der Waldgemarkung Mitteldick gegründet. Erster Bürgermeister war ab 1913 Rudolf Binding.

Buchschlag hat den Charakter einer Villenkolonie bis heute größtenteils bewahren können: viele Jugendstilvillen im Ortskern sind erhalten und stehen als Ensemble unter Denkmalschutz. Die neueren Teile Buchschlags bestehen größtenteils ebenfalls aus freistehenden Wohnhäusern.

Dreieichenhain[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Dreieichenhain

Älterer Tradition nach bestand bereits ab dem 9. Jahrhundert ein einfaches Jagdhaus, das um 950 zu einem königlichen Jagdhof aus Steingebäuden mit Schutzgraben ausgebaut wurde.[6] Die frühe Datierung in das 9. und 10. Jahrhundert wird in der wissenschaftlichen Forschung inzwischen bestritten.[7]

Das Jagdhaus wurde von den Kaisern und Königen mit ihren Begleitern bewohnt, solange sie sich hier zur Jagd aufhielten. Das Hengstbach-Tal soll Karl dem Großen so gut gefallen haben, dass er beschloss hier sein Jagdhaus zu errichten. Karls vierte Ehefrau Fastrada soll der Sage nach einen Zauberring besessen und hier in den Burgteich versenkt haben. Der Kaiser soll dadurch an dieses Jagdhaus im Hain magisch gebunden gewesen sein und machte es zu seinem Lieblingsjagdplatz.[8]

Im 11. Jahrhundert wurde eine Turmburg, die Burg Hayn, errichtet. Von hier verwalteten die Herren von Hagen, später: Hagen-Münzenberg (1075–1255), den kaiserlichen Wildbannforst Dreieich. Die neben der Burg entstandene Siedlung wurde am 23. September 1256 erstmals als Stadt erwähnt (cives in hagen = lat.: Bürger in Hagen). Territorial teilte die Stadt das Schicksal des Wildbanns Dreieich.

Götzenhain[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen Götzenhains

Obwohl aus der Gemarkung Funde aus vor- und frühgeschichtlicher sowie aus der Römerzeit bekannt sind, wird die Entstehung kurz vor dem Jahr 1200 vermutet.[9] Als Grund für die Ortsgründung wird angegeben, die Reichsvögte auf der Burg Dreieichenhain benötigten weiteres Ackerland. Deshalb sei auf dem Landrücken Im Höchsten (bis zu 192 Meter über NN) im Osten von Dreieichenhain Land gerodet und der Ort angelegt worden. Götzenhain wurde früher auch als Küchendorf für die Burgbewohner bezeichnet, was seinen Ursprung in diesen Umständen haben könnte.[10] Die erste urkundliche Erwähnung Götzenhains stammt aus dem Jahr 1318.

Offenthal[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen Offenthals

In der Grenzbeschreibung der Langener Mark wurde Ovemdan wahrscheinlich erstmals erwähnt. Diese Urkunde lässt sich allerdings nicht genau datieren, sondern fällt in einen möglichen Zeitraum von 834 bis 840. Die erste sicher datierbare urkundliche Erwähnung Offenthals stammt aus dem Jahr 837, weshalb man auch 1987 das 1150-jährige Bestehen des Ortes feierte.[11] Offenthal ist damit nach Sprendlingen die älteste Siedlung im heutigen Dreieich. Die Grafen von Isenburg besaßen ab 1489 Offenthal. Als bedeutendes Baudenkmal ist die gotische Kirche von Offenthal erhalten geblieben. Sie wurde um 1400 gestiftet und gehört somit zu den ältesten Kirchen im Landkreis Offenbach. Nach Einführung der Reformation 1528 wurde die Pfarrei lutherisch, ab 1596 wurde versucht, den Calvinismus einzuführen.

Sprendlingen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen Sprendlingens

Die erste urkundliche Erwähnung der Gemarkung Sprendlingens als Spiren Dilinger marca fällt in das Jahr 834. Seit 880 ist die Existenz einer dem Heiligen Laurentius geweihten Kirche in Sprendilingun urkundlich belegt.

Aufgrund der Endung des Ortsnamens auf -ingen kann von einer Gründung durch die Alemannen ausgegangen werden, welche ab dem Jahr 250 nach Christus in dieser Gegend siedelten. Deren Ortsnamen beinhalten gewöhnlich einen Personennamen, weshalb der Name Sprendlingen stehen kann für „Leute des Sprand“, „…des Sprendilo“ oder „…des Spiridio“.[12]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ort Ew.
1834
Ew.
1961
Ew.
1970
Ew.
1977
Ew.
2012
Buchschlag 2.422 2.796 2.984 2.727
Dreieichenhain 998 5.073 6.858 8.000 8.030
Götzenhain 705 2.250 3.871 4.696 4.667
Offenthal 441 1.959 2.517 3.020 5.151
Sprendlingen 1.788 16.571 22.746 21.351 20.422

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stangenpyramide

Dreieichenhain ist vor allem für die Haaner Kerb (Kirchweihfest) zu Pfingsten bekannt und veranstaltet einen Weihnachtsmarkt, der dank Dreieichenhains schöner Altstadt überregionales Renommee besitzt. Die Haaner Kerb ist das größte Kirchweihfest Südhessens und zieht jährlich über 80.000 Besucher an. Höhepunkte sind das Feuerwerk am Samstagabend und der traditionelle Kerbborschemarsch am Montag. Weiterhin werden in Dreieichenhain jährlich die Burgfestspiele und Jazz in der Burg veranstaltet.

Hofgut Neuhof bei Dreieich

Die Burg Hayn ist eine hochmittelalterliche Burgruine. Der älteste Teil der Burganlage, der Wohnturm, ist in salischer Zeit entstanden. Er ist einer der wenigen profanen Architekturzeugnisse der Salierzeit in Deutschland. Kulturelle Veranstaltungen in der Burg sind die überregional bekannten Burgfestspiele, das Hayner Burgfest sowie das Jazzfestival Jazz in der Burg.

Im Rahmen der Regionalparkinitiative wurde an der höchsten Stelle in Götzenhain am Weg „Auf der Hub“ eine von den Landschaftsarchitekten Ipach und Dreisbusch entworfene Skulptur errichtet. Sie gehört zur Regionalparkroute. Dieses Stangenpyramide (50° 0′ 41″ N, 8° 43′ 11″ O) genannte Werk besteht aus 450 verleimten Rundhölzern von 24 cm Durchmesser. Die Skulptur ist zweigeteilt und begehbar und bildet eine Sichtachse zum Taunus und zur Frankfurter Skyline.[13]

Buchschlag am westlichen Rand von Dreieich besitzt herausragende Bauwerke des Jugendstils von Architekten wie Wilhelm Koban, Ludwig Bernoully und Alois Beck, die als geschlossenes Ensemble unter Denkmalschutz gestellt sind.

In Götzenhain ist vor allem der Neuhof (50° 1′ 2″ N, 8° 43′ 46″ O) sehenswert. Hier ist ein altes Hofgut durch Fachwerkbauten erweitert worden. Diese Anbauten beherbergen auch eine Gastwirtschaft. Rund um den Neuhof ist ein Golfplatz angesiedelt.

Auch das Schloss Phillipseich, zwischen Götzenhain und Offenthal gelegen, ist sehenswert, jedoch leider nicht zu besichtigen, da es in Privatbesitz ist.

Die evangelischen Kirchen in Offenthal und Sprendlingen bestechen durch ihre klaren Linien und ihren Wehrcharakter. Die evangelische Kirche in Götzenhain ist ein ab 1776 entstandener Barockbau.

Das Hainer Lied[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Dreieichenhainer Heimatdichter Johannes Winkel VIII. (1861–1941) widmete seinem Geburtsort das Dreieichenhainer Volkslied „Mein ist der Hain“. Die Melodie floß dem Dreieichenhainer Pfarrer Fritz Creter (1903–1978) am 8. Januar 1931 zwischen 17.00 und 17.30 Uhr abends in die Feder. Von dem Evangelischen Kirchenchor Dreieichenhain (Leitung Fritz Creter) wurde das vertonte Lied zum ersten Mal in der Waldstraße 16, dem Wohnort des Heimatdichters Winkel, ihm zu Ehren gesungen. [14]

Wirtschaft und Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Öffentlicher Nahverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dreieich liegt im Gebiet des Rhein-Main-Verkehrsverbundes. Am Bahnhof in Buchschlag besteht Anschluss an die S-Bahn-Linien S 3 und S 4. Die Dreieichbahn DieburgRödermark-Ober RodenDreieich-Buchschlag mit den Bahnhöfen Dreieich-Offenthal, Dreieich-Götzenhain, Dreieich-Dreieichenhain, Dreieich-Weibelfeld, Dreieich-Sprendlingen und Dreieich-Buchschlag erschließt das Stadtgebiet; die Regionalbahnen der DB Regio AG verkehren werktags halbstündlich, samstags und sonntags stündlich. Von Montag bis Freitag im Berufsverkehr verkehren einige Züge über Dreieich-Buchschlag hinaus direkt von und nach Frankfurt (Main) Hbf. Zudem verkehren in Dreieich einige Buslinien:

  1. Dreieich-Offenthal – Dreieich-Buchschlag – Flughafen Frankfurt (OF-64; Stadtbus)
  2. Dreieich-Sprendlingen – Neu-Isenburg – Flughafen Frankfurt (OF-67)
  3. Dreieich-Buchschlag – Langener Waldsee – nur saisonal während der hessischen Schulsommerferien (OF-65)
  4. Buskreisquerverbindung Langen – Dreieich – Dietzenbach – Rodgau – Seligenstadt (OF-99)
  5. Dreieich-Offenthal – Dietzenbach – Heusenstamm (OF-96)
  6. Dreieich-Götzenhain Bf – Neu-Isenburg – Frankfurt Südbahnhof (653)
  7. Darmstadt-Arheilgen – Langen – Dreieich-Sprendlingen – Neu-Isenburg Bf (662)
  8. Mörfelden Bf – Langen – Dreieich – Neu-Isenburg Bf (663)
  9. Langen – Dreieich – Neu-Isenburg – Offenbach/Main Hbf (661)
  10. Nachtbus Frankfurt – Neu-Isenburg – Dreieich-Sprendlingen – Langen – Darmstadt (n71)

Straßenverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bundesautobahn 661 stellt mit der Anschlussstelle Dreieich die Straßenanbindung nach Frankfurt am Main her. Zudem bindet die Landesstraße 3262 Dreieich an die im Westen liegende Bundesautobahn 5 an. Des Weiteren stellt die Bundesstraße 486 über Langen ebenfalls einen Anschluss zur Bundesautobahn 5 her.

Ende 2006 wurde dagegen auf der Kreisquerverbindung die neue Umgehungsstraße um den Stadtteil Dreieich-Götzenhain eröffnet, der damit spürbar vom Durchgangsverkehr entlastet wurde.

Ende 2013 wurde schließlich die Ortsumgehung von Dreieich-Offenthal im Zuge der Bundesstraße 486 in Betrieb genommen; die bisherige Ortsdurchfahrt stellte insbesondere im morgendlichen und abendlichen Berufsverkehr lange Jahre ein Nadelöhr dar und sorgte für ärgerliche Staus in Richtung Rödermark-Urberach und Langen.

Durch Dreieich-Sprendlingen verläuft die ehemalige Bundesstraße 3, die südlich von Hamburg beginnt (Buxtehude) und an der Landesgrenze zur Schweiz in der Nähe von Basel (Weil-Otterbach) endet. Außerdem beginnt in Dreieich-Sprendlingen die Bundesstraße 46 nach Offenbach.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dreieichs ursprünglicher Fokus lag auf dem Gebiet der Textilherstellung und -verarbeitung. In den letzten 5 bis 10 Jahren hat sich Dreieich jedoch zu einem zentralen Ballungsgebiet des IT-Dienstleistungsgewerbes entwickelt. Bedeutende ansässige IT-Unternehmen sind u.a.:

Darüber hinaus ist die Stadt regionaler Anlaufpunkt für Einkäufe aller Art. Neben Filialen von Obi, Real (ehem. Walmart) und Mann Mobilia steht in Dreieich die größte BMW-Verkaufsfiliale (der Niederlassung Frankfurt) außerhalb Münchens. Weitere bedeutende Arbeitgeber in Dreieich sind:

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtverordnetenversammlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadtverordnetenversammlung ist das oberste Organ der Stadt. Ihre politische Zusammensetzung wird alle fünf Jahre in der Kommunalwahl durch die Wahlbevölkerung der Stadt bestimmt. Wählen darf, wer das 18. Lebensjahr vollendet hat und Deutscher Staatsbürger im Sinne des Grundgesetzes oder Staatsangehöriger eines der übrigen Mitgliedstaaten der Europäischen Union ist. Für alle gilt, dass sie seit mindestens drei Monaten in der Stadt gemeldet sein müssen.

Die Kommunalwahl am 6. März 2016 lieferte folgendes Ergebnis,[15] in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:[16][17]

Sitzverteilung in der Stadtverordneten­versammlung 2016
       
Von 45 Sitzen entfallen auf:
Parteien und Wählergemeinschaftenb 2016 2011 2006 2001
Anteila Sitze Anteila Sitze Anteila Sitze Anteila Sitze
Sozialdemokratische Partei Deutschlands SPD 28,9 13 28,9 13 33,4 15 33,8 15
Christlich Demokratische Union Deutschlands CDU 28,9 13 28,4 13 36,5 17 43,1 19
Bündnis 90/Die Grünen GRÜNE 15,5 7
Freie Demokratische Partei FDP 9,3 4 6,2 3 6,4 3 5,8 3
Alternative für Deutschland AfD 7,5 3
Freie Wählergemeinschaft Dreieich FWG 6,6 3 7,1 3 7,5 3 4,6 2
Die Linke LINKE 3,3 2 2,2 1
Grüne und Bürgerinitiativen-Liste Dreieich GRÜNE/Bi 24,6 11 16,1 7 12,7 6
prozentualer Anteil ungültiger Stimmabgaben 3,7 4,6 4,0 2,3
Sitze gesamt 45 45b 45 45
Wahlbeteiligung 46,1 % 47,9 % 47,5 % 48,0 %
a prozentualer Anteil an den abgegebenen gültigen Stimmen
b In der Tabelle fehlt 2011 die Unabhängige Gemeinschaftsliste Dreieich mit 1,5 % und einem Sitz.

Es waren 45 Stadtverordnete sowie die Ortsbeiräte der Stadt für die Legislaturperiode vom 1. April 2016 bis 31. März 2021 zu wählen. Von 31.298 Wahlberechtigten gingen 14.444 zur Wahl. Somit fiel die Wahlbeteiligung von 47,9 % im Jahr 2011 auf 46,1 % im Jahr 2016.

Ausländerbeirat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dreieich hat einen Ausländerbeirat, der aus 15 Personen besteht. Darin sind verschiedene Nationalitäten vertreten, etwa Personen aus der Türkei, Serbien, Italien, Äthiopien, Eritrea und Russland. Die Ausländerbeiratssitzung tagt immer zwei Wochen vor der Stadtverordnetenversammlung. Die aktuelle Vorsitzende ist Betül Gülmez-Götzmann.

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dreieichs Bürgermeister ist der aus Offenthal stammende Dieter Zimmer (SPD).

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grundschulen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wingertschule in Dreieich-Offenthal
  • Karl-Nahrgang-Schule in Dreieich-Götzenhain
  • Ludwig-Erk-Schule in Dreieich-Dreieichenhain
  • Schillerschule in Dreieich-Sprendlingen
  • Gerhart-Hauptmann-Schule in Dreieich-Sprendlingen
  • Erich-Kästner-Schule in Dreieich-Sprendlingen
  • Selma-Lagerlöf-Schule in Dreieich-Buchschlag

Gesamtschulen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Weibelfeldschule in Dreieich-Dreieichenhain (kooperative Gesamtschule mit Förderstufe und gymnasialer Oberstufe)
  • Heinrich-Heine-Schule in Dreieich-Sprendlingen (kooperative Gesamtschule)

Gymnasien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ricarda-Huch-Schule in Dreieich-Sprendlingen
  • Gymnasium und Realschule für Erwachsene im HLL (Haus des Lebenslangen Lernens, Campus Dreieich)

Berufsbildende Schulen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Max-Eyth-Schule in Dreieich-Sprendlingen (mit gymnasialer Oberstufe, Haus des Lebenslangen Lernens, Campus Dreieich)

Förderschule/Schule für Lernhilfe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Georg-Büchner-Schule in Dreieich-Sprendlingen

Internationale Privatschule[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Strothoff-International-School (Haus des Lebenslangen Lernens, Campus Dreieich), gegründet 2008 von Hans Strothoff

Sonstige[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kreisvolkshochschule Offenbach (Haus des Lebenslangen Lernens, Campus Dreieich)
  • Volkshochschule Dreieich (Haus des Lebenslangen Lernens, Campus Dreieich)
  • Musikschule Dreieich (Haus des Lebenslangen Lernens, Campus Dreieich)

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Johann Philipp Holzmann wurde am 22. April 1805 in der Kreuzmühle – die Mühle gehörte damals zur Gemarkung Götzenhain – geboren. Er legte hier im Jahre 1849 den Grundstein für seine spätere Baugesellschaft, die Weltfirma Philipp Holzmann AG.
  • Ludwig Erk (1807–1883), Musikpädagoge, Volksliedsammler und -forscher, verbrachte die Jahre seiner Kindheit (1813 bis 1820) in Dreieichenhain im Fachwerkhaus Schulgasse 4 (heute Alte Schulgasse).
  • Henri Vieuxtemps (1820–1881), berühmter belgischer Geigenspieler und Komponist, war – als er von 1855 bis 1864 mit seiner Familie in Dreieichenhain lebte – auf dem Höhepunkt seiner Karriere als „reisender Violinvirtuose“.
  • Jean Ruhl (1877–1957) wurde in Götzenhain geboren und war Anfang der 1930er Jahre Abgeordneter des Reichstags
  • Horst Schmidt (1925–1976) wurde in Sprendlingen geboren und war von 1969 bis zu seinem Unfalltod 1976 hessischer Sozialminister (SPD). Viele bedeutende Einrichtungen sind heute nach ihm benannt, so die Horst-Schmidt-Kliniken (HSK) in der hessischen Landeshauptstadt Wiesbaden.
  • Jochem Jourdan (* 1937), Architekt
  • Barbara Beisinghoff (* 1945), Künstlerin
  • Horst Ludwig Störmer (* 1949 in Frankfurt am Main). Er wurde 1998 mit dem Nobelpreis für Physik ausgezeichnet und wohnte in seiner Jugendzeit im Stadtteil Sprendlingen.
  • Dieter Müller (* 1954) wuchs in Dreieich-Götzenhain auf. Er ist ein ehemaliger deutscher Fußballnationalspieler (12 A-Länderspiele), Torschützenkönig der Fußball-Bundesliga und der Fußball-Europameisterschaft 1976.
  • Claus Hormel (* 1957) wohnt in Dreieich-Sprendlingen. Er ist ein ehemaliger deutscher Handballnationalspieler und wurde 1978 Weltmeister.
  • Josef Neckermann (1912–1992), Unternehmer und Dressurreiter, lebte in Götzenhain und zuletzt in Dreieichenhain.
  • Armin Hary (* 1937), deutscher Sprinter, wohnte um 1960 in Dreieichenhain.
  • Daniel Koch (* 1985), deutscher Rennfahrer aus Dreieichenhain. Wurde 2008 deutscher Meister in der DMV European Scooter Trophy Klasse 3.
  • Max Moutschka (* 1986), deutscher Rennfahrer aus Fürth. Zog 2009 nach Sprendlingen und wurde 2010 deutscher Meister in der DMV European Scooter Trophy Klasse 2.

Medien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Senderlogo SFD

Das SFD begann 1996 die Mitarbeit am lokalen Kabelsender „Kultur & lokale Information im Kabelnetz“ – kurz Klik TV – in Dreieich. Das Projekt „Schüler machen Fernsehen in ihrer Stadt: STADT-FERNSEHEN-DREIECH (SFD V)“ wird im Rahmen einer dreijährigen Teilnahme an einem Modellversuch entwickelt. Die Podiumsdiskussion mit damaligem Bildungsminister Hartmut Holzapfel wird in der Weibelfeldschule aufgezeichnet.

Anfang Juli 1999 trennen sich SFD und Klick TV. Letzteres löst sich kurz danach auf. Für „Jazz in der Burg“ erhält das SFD eine Sendelizenz der LPR Hessen vom 18. – 23. August und sendet 50 Stunden auf Kanal S16 der MEDICOM. Das SFD erhält dazu einen eigenen Einspeisepunkt in das Kabelnetz.

Bis Ende 2002 folgen neun weitere Event-Sendewochen mit vorproduzierten Beiträgen und Live-Sendungen, z.B. von der Ausbildungsmesse oder Konzerten in und außerhalb der Schule. Finanziell unterstützt wird das SFD von der MEDICOM sowie den Firmen das Werk, Lufthansa, Techem und dem Autohaus Tarnow & Stegbauer. Seit 2005 sendet das SFD ein 24-Stunden Programm und ist seit Anfang 2011 in Dreieich auf dem Kabelkanal S13 empfangbar.

Weiteres[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dreieichs Stadtbücherei unterhält eine Hauptstelle und fünf Zweigstellen in den Stadtteilen Sprendlingen (zwei Büchereien), Dreieichenhain (zwei Büchereien), Götzenhain und Offenthal.

Dreieich ist der Sitz des 1993 gegründeten und nach eigenen Angaben weltweit ersten Vereins für „zeitversetzt und langschlafende Menschen“ (Nachtmenschen) Delta t e.V.[18]

Dreieich war im Jahr 1977 Hessentagsstadt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Alfred Kurt: Stadt und Kreis Offenbach in der Geschichte, 1998, Bintz-Verlag, ISBN 3-87079-009-1
  • Eberhard Morell & Peter Hörr: Dreieich – Bilder einer Stadt,1996, ImHayn Verlag, ISBN 3-928149-05-9
  • Hanne Kulessa: Dreieich – Eine Stadt, 1989, Verlag Waldemar Kramer, ISBN 3-7829-0377-3
  • Hans Ludwig Schäfer: Dreieich-Lexikon. Zeittafel und Nachschlagewerk, 2009 / 2. erw. u. verb. Aufl. [2012], ImHayn Verlag, ISBN 978-3-928149-13-6
  • Henning Jost & Timo Seibert: Dreieich. Bilder einer längst vergangenen Zeit, 2001, Sutton Verlag, ISBN 978-3-89702-390-1
  • Henning Jost, Timo Seibert & Marco Seibert: Dreieich. Bilder aus fünf Ortsteilen erzählen, 2004, Sutton Verlag, ISBN 978-3-89702-711-4
  • Henning Jost & Timo Seibert: Dreieich in der Nachkriegszeit: Von der Stunde Null bis zur Stadtgründung, 2012, Sutton Verlag, ISBN 978-3-86680-983-3

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Dreieich – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Dreieich – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung der hessischen Gemeinden (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gewässername laut WRRL Hessen
  3. Gesetz zur Neugliederung des Landkreises Offenbach vom 26. Juni 1974 (GVBl. I S. 316)
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 374.
  5. vgl. Hans Obermann: Buchschlag in Hanne Kulessa: Dreieich – Eine Stadt, S. 16
  6. vgl. Gernot Schmidt: Dreieichenhain in Hanne Kulessa: Dreieich – Eine Stadt, S. 36
  7. vgl. Horst Wolfgang Böhme: Kritische Bemerkungen zur salischen Turmburg von Dreieichenhain und ihrer Vorgängerbauten. In: Hessisches Jahrbuch für Landesgeschichte, Jg. 55.2005, S. 251-262.
  8. vgl. Gernot Schmidt, S. 36
  9. vgl. Rudolf Miedtank: Götzenhain in Hanne Kulessa: Dreieich – Eine Stadt, S. 84
  10. vgl. Rudolf Miedtank, S. 84
  11. vgl. Walther Raffius: Offenthal in Hanne Kulessa: Dreieich – Eine Stadt, S. 102
  12. vgl. Heinrich Runkel, S. 126
  13. http://www.regionalpark-rheinmain.de/default.asp?action=article&ID=38
  14. Creter, Fritz: Kirchenchronik Dreieichenhain, Eintragung 1931.
  15. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnis der Gemeindewahl am 6. März 2016
  16. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnisse der Gemeindewahlen von 2011 und 2006
  17. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnisse der Gemeindewahlen von 2001 und 1997
  18. Website von Delta t, abgerufen 16. April 2016