Kaspersky Lab

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Kaspersky Lab ZAO
Logo
Rechtsform ZAO
(Geschlossene Aktiengesellschaft)[1]
Gründung 1997
Sitz Moskau, Russland
Leitung Jewgeni Kasperski, Mitgründer und CEO
Mitarbeiter 3000[2]
Umsatz 667 Mio. US-Dollar (2013)[2]
Branche Softwareentwicklung
Website www.kaspersky.com

Kaspersky Lab ist ein russisches Softwareunternehmen, das 1997 von Natalja Kasperskaja und Jewgeni Kasperski gegründet wurde. Das auf die Entwicklung von Sicherheitssoftware spezialisierte Unternehmen hat seinen Hauptsitz in Moskau mit nationalen Vertrieben.

Unternehmensgeschichte und -organisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das in Moskau ansässige Kaspersky Lab wurde 1997 von den zeitweilig verheirateten Natalja Kasperskaja und Jewgeni Kasperski gegründet.

Kasperskaja übernahm 2007 die Führung im neu geschaffenen Verwaltungsrat, welchen sie im Sommer 2011 wieder verließ, um sich dem als Tochtergesellschaft von Kaspersky Lab 2003 gegründeten InfoWatch als CEO zu widmen. InfoWatch entwickelte Lösungen zur Verhinderung von Datenlecks oder der unautorisierten Weitergabe vertraulicher Informationen und ist mittlerweile eine eigenständige Unternehmensgruppe.

Seitdem fungiert Jewgeni Kasperski als Vorsitzender des Verwaltungsrats sowie als CEO des Unternehmens Kaspersky Lab.

Das Unternehmen ist in drei große Geschäftsfelder gegliedert:

  • Kaspersky Hosted Security Services – Managed Services
  • Kaspersky Open Space Security
  • Kaspersky Small Office Security

Seit September 2004 bedient ein deutsches Tochterunternehmen von Ingolstadt aus Kunden in der D-A-CH-Region. Ab 2007 wurden die skandinavischen Länder Schweden, Norwegen, Dänemark und Finnland, ab 2008 dann auch Tschechien, Ungarn und die Slowakei von Deutschland aus betreut. Mittlerweile erfolgt die Betreuung der skandinavischen Länder über eine Niederlassung in Stockholm, die Beneluxstaaten werden von einem Tochterunternehmen in Utrecht betreut. Weitere Niederlassungen gibt es in Großbritannien, Frankreich, Polen, Rumänien, Schweden, Italien, Spanien, Portugal, Japan, China, Korea und den USA.

Im Jahr 2012 beteiligte sich Natalja Kasperskaja mit einem Prozentsatz von 16,8 % am deutschen Hersteller für Sicherheitslösungen G Data Software und wurde kurz darauf als neues Mitglied in den Aufsichtsrat dieser gewählt.[3]

Auch das von Kaspersky Lab entwickelte heuristische Analysetool, um Viren zu erkennen, die noch keine bekannte Signatur haben, wurde patentiert.

Produktübersicht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kaspersky Lab wurde durch hohe Erkennungsleistung seiner Virenscanner bekannt und hierfür mehrfach preisgekrönt. Einer Studie der International Data Corporation von 2010 zufolge war Kaspersky Lab der viertgrößte Anbieter von Sicherheitssoftware für Endgeräte weltweit, was den Erlös der verkauften Software betrifft.

Die von Kaspersky Lab entwickelten Technologien werden von einigen anderen Unternehmen lizenziert und als Engine (Kerneinheit) in ihren Antivirenprogrammen eingesetzt.

Wichtige Produkte für den Heimanwenderbereich von Kaspersky Lab sind:

Produkt Aktuelle Version Beschreibung
Kaspersky Anti-Virus 17.0.0.611, „2017“[4] Antivirenprogramm
Kaspersky Internet Security 17.0.0.611, „2017“ Sicherheitspaket
Kaspersky Total Security 17.0.0.611, „2017“ Sicherheitspaket mit zusätzlichen Funktionen zur Verschlüsselung und integriertem Passwortmanager
Kaspersky Internet Security for Mac 16.0.0.245, „2016“ Sicherheitspaket für Mac OS
Kaspersky Internet Security for Android Juni 2016 Schutz vor Crimeware und Datendiebstahl bei Verlust für Smartphones.

Unterstützte Betriebssysteme: Android

Kaspersky Password Manager 8.0.5.485 Passwortmanager mit diversen Sicherheitsfeatures wie Virtuelle Tastatur, Passwortgenerator, Backup, usw. für Mac OS und Windows sowie Smartphones.
Kaspersky Safe Kids - Kindersicherung für Windows und Mac OS sowie Smartphones, mit Filter für unangemessene Webseiten und Beschränkung der Nutzungsdauer.

Kaspersky Endpoint Security for Business umfasst den Schutz für Workstations, Dateiserver, E-Mail-Server und Gateways. Für die zentrale Administration und Installation der Kaspersky-Software im Netzwerk ist das Kaspersky Security Center enthalten.

Innerhalb der Laufzeit des Lizenzschlüssels kann dieser mit einer neu erschienenen Version weiterverwendet werden. Insofern ist das Software-Upgrade bei bestehender Lizenz also „kostenlos“.

Im Februar 2010 wurde bekanntgegeben, dass das Unternehmen einen „Hardware-Antivirus“ patentiert habe.[5]

Des Weiteren gab Kaspersky im November 2016 die Entwicklung eines auf Sicherheit spezialisierten Betriebssystems namens Kaspersky OS bekannt.[6]

Positionen zum Datenschutz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In einem Interview mit einem russischen Medienmagazin äußerte sich Unternehmenschef Jewgeni Kasperski 2013 zum Verhältnis seines Unternehmens zur Überwachung des Internets durch Geheimdienste so:

„Wir kooperieren nicht nur mit dem FSB, sondern auch mit den Amerikanern und den Brasilianern und mit einer Reihe von Europäischen Agenturen in Sicherheitsfragen und Cyberkriminalität. Bei uns gibt es eine Expertengruppe, die Codes besser knacken kann als irgendwer sonst auf der Welt, vielleicht nach dem FBI. [...] Wir haben nicht die Möglichkeit, uns um alle Arten von Detektivarbeit zu kümmern, das ist nicht unser Job. Aber wir geben ihnen die Informationen, mit denen sie weiter Verbrecher fangen können.“

In dem Interview zählt Kasperski auch russische Oppositionelle, soweit sie gegen russische Gesetze verstießen, zu solchen Verbrechern und erwähnt dabei namentlich den russischen Oppositionellen und Internet-Blogger Alexei Nawalny.[7]

Kasperskis Ex-Frau und Geschäftspartnerin Natalja Kasperskaja ist Mitglied einer Arbeitsgruppe in Putins Präsidialamt. Sie bekräftigte, dass die russischen Geheimdienste den gesamten Internet-Verkehr aller Russen entschlüsseln und für den Staat zugänglich machen wollen. Sie betonte, dass das eine „absolut richtige Sache“ sei, „weil es jetzt einen Teil des Internets gibt, der von unserem eigenen Land nicht kontrolliert werden kann, und das ist nicht richtig.“ Besonders im Hintergrund, dass es so Putin, keine ehemaligen KGB-Agenten gäbe und das Unternehmen mit dem Kreml kooperiert.[8][9]

Eine mit Kasperskaja verbundene Gesellschaft liefert die Software für die Polizei Brandenburg und Berlin, die hoch sensible Daten enthält. Die Vergabe wird laut Aussage des Vergaberechtlers Wolfram Krohn als rechtswidrig bezeichnet, wegen einer zu frühen Festlegung auf das Produkt der EgoSecure GmbH, die zur Infowatch-Gruppe von Kasperskaja gehört.[10][11]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kaspersky Lab – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. https://www.ripe.net/membership/indices/data/ru.kl.html
  2. a b Kaspersky Lab: About Kaspersky Lab. Abgerufen am 3. April 2015.
  3. Natalya Kaspersky beteiligt sich an der G Data Software AG und wird Mitglied im Aufsichtsrat
  4. Kaspersky Download Portal. In: www.kaspersky.com. Abgerufen am 28. September 2016.
  5. Gegen Rootkits: Hardware-Antivirus soll Festplatte schützen auf pcwelt.de
  6. Finally, Our Own OS – Oh Yes! | Nota Bene: Eugene Kaspersky's Official Blog. In: eugene.kaspersky.com. Abgerufen am 19. November 2016.
  7. Lenta.ru: Interview mit Kasperski (russisch), abgerufen am 29. Mai 2015
  8. "Kommersant": Kaspersky bestätigte die Pläne der Behörden den gesamten Internet-Verkehr der Russen zu entziffern (russisch) newsru.com, abgerufen am 13. Oktober 2016
  9. Kaspersky soll russische Geheimdienste beliefern Futurezone, abgerufen am 13. Oktober 2016
  10. Polizei nutzt umstrittene Software zur Datensicherung Welt.de, abgerufen am 13. Oktober 2016
  11. Berliner Polizei nutzt umstrittene russische Software Morgenpost.de, abgerufen am 13. Oktober 2016