Kaspersky Lab

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Kaspersky Lab ZAO
Logo
Rechtsform ZAO
(Geschlossene Aktiengesellschaft)[1]
Gründung 1997
Sitz Moskau, Russland
Leitung Jewgeni Kasperski, Gründer und CEO
Mitarbeiter 2.700[2]
Umsatz 612 Mio. US-Dollar (2011)[2]
Branche Softwareentwicklung
Website www.kaspersky.com

Kaspersky Lab ist ein russisches Softwareunternehmen, das 1997 von Natalja Kasperskaja und Jewgeni Kasperski gegründet wurde. Seinen Hauptsitz hat es in Moskau mit nationalen Vertrieben. Das Unternehmen hat sich auf die Entwicklung von Sicherheitssoftware spezialisiert. Natalja Kasperskaja übernahm 2007 die Führung im neu geschaffenen Verwaltungsrat, welchen sie im Sommer 2011 wieder verließ, um sich ihrem Unternehmen InfoWatch als CEO zu widmen, seitdem fungiert Jewgeni Kasperski als Vorsitzender des Verwaltungsrats sowie als CEO des Unternehmens Kaspersky Lab. InfoWatch wurde im Jahr 2003 als Tochtergesellschaft von Kaspersky Lab gegründet und entwickelte Lösungen zur Verhinderung von Datenlecks oder der unautorisierten Weitergabe vertraulicher Informationen. Mittlerweile sind beide Unternehmen völlig unabhängig voneinander und es bestehen keine geschäftlichen Beziehungen mehr.

Kaspersky Lab wurde in den letzten Jahren durch die hohe Erkennungsleistung seiner Virenscanner bekannt, was dem Unternehmen einen guten Ruf und viele Auszeichnungen einbrachte. Kaspersky Lab ist der viertgrößte Anbieter von Sicherheitssoftware weltweit.

Die von Kaspersky Lab entwickelten Technologien werden von einer Vielzahl anderer Unternehmen lizenziert und als Engine (Kerneinheit) in ihren Antivirenprogrammen eingesetzt.

Heuristische Analyse[Bearbeiten]

Kaspersky entwickelte eine heuristische Analyse von Daten, um Viren zu erkennen, die noch keine Signatur haben, also noch nicht bekannt sind. Damit lassen sich zu einem hohen Prozentsatz Viren blockieren, bevor sie analysiert sind und sich die Signatur im Update der Programme wiederfindet. Dieses Analysetool ist von Kaspersky patentiert worden.

Produktübersicht[Bearbeiten]

Jewgeni Kasperski
Logo vom Kaspersky Anti-Virus

Wichtige Produkte von Kaspersky Lab sind:

Heimanwenderbereich:

Produkt Aktuelle Version Beschreibung
Kaspersky Anti-Virus 14.0.0.4651 (d), „2014“ Antivirenprogramm
Kaspersky Internet Security 14.0.0.4651 (d), „2014“ Sicherheitspaket
Kaspersky Pure Total Security 13.0.2.588, „3.0“ Sicherheitspaket mit zusätzlichen Funktionen zur Überprüfung anderer Computer im Heimnetzwerk.
Kaspersky Anti-Virus for Mac 14.0.1.46, „2014“ Antivirenprogramm für Mac OS
Kaspersky Mobile Security 9.4.130 (Betriebssystemabhängig) Schutz vor Crimeware und Datendiebstahl bei Verlust für Smartphones.

Unterstützte Betriebssysteme: Android, Symbian OS, Windows Mobile und Blackberry

Kaspersky Tablet Security 10.5.45 Schutz vor Crimeware und Datendiebstahl bei Verlust für Tablets.

Unterstützte Betriebssysteme: Android

Kaspersky Password Manager 5.0.0.174 Passwortmanager mit diversen Sicherheitsfeatures wie Virtuelle Tastatur, Passwortgenerator, Backup, usw.
Kaspersky One Universal Security - Universallösung zum Schutz von Windows-PCs, Macs, Smartphones und Android-Tablets

Seit dem 15. Oktober 2010 ist die Version 11.0 (genannt „2011“, aktuelle Versionsnr. 11.0.2.556) von Kaspersky Anti-Virus und Kaspersky Internet Security in unterschiedlichen Sprachen erhältlich. Wie z. B. auch bei F-Secure und Symantec (bekannt durch seine Norton Security Suite) kann bei Kaspersky die Lizenz einer alten Version innerhalb der Laufzeit des Lizenzschlüssels mit einer neu erschienenen Version weiterverwendet werden. Insofern ist das Software-Upgrade bei bestehender Lizenz also „kostenlos“.

Kaspersky Open Space Security umfasst den Schutz für Workstations, Dateiserver, E-Mail-Server und Gateways. Für die zentrale Administration und Installation der Kaspersky-Software im Netzwerk ist das Kaspersky Administration Kit enthalten.

Außerdem wurde im Februar 2010 bekanntgegeben, dass das Unternehmen einen „Hardware-Antivirus“ patentiert hat.[3]

Unternehmensorganisation[Bearbeiten]

Das Unternehmen ist in drei große Geschäftsfelder gegliedert:

  • Kaspersky Hosted Security Services – Managed Services
  • Kaspersky Open Space Security
  • Kaspersky Small Office Security

Seit September 2004 bediente ein deutsches Tochterunternehmen von Ingolstadt aus Kunden in der D-A-CH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz). Ab 2007 wurden die skandinavischen Länder Schweden, Norwegen, Dänemark und Finnland, ab 2008 dann auch Tschechien, Ungarn und die Slowakei von Deutschland aus betreut. Mittlerweile erfolgt die Betreuung der skandinavischen Länder über eine Niederlassung in Stockholm, die Beneluxstaaten werden von einem Tochterunternehmen in Utrecht betreut. Weitere Niederlassungen gibt es in Großbritannien, Frankreich, Polen, Rumänien, Schweden, Italien, Spanien, Portugal, Japan, China, Korea und den USA.

Positionen zum Datenschutz[Bearbeiten]

In einem Interview mit dem russischen Medienmagazin Lenta.ru im Herbst 2013 äußerte sich Firmenchef Jewgenij Kasperski zum Verhältnis seines Unternehmens zur Überwachung des Internets durch Geheimdienste so: „Wir kooperieren nicht nur mit dem FSB (dem russischen Inlandsnachrichtendienst) sondern auch mit den Amerikanern und den Brasilianern und mit einer Reihe von Europäischen Agenturen in Sicherheitsfragen und Cyberkriminalität. Bei uns gibt es eine Expertengruppe, die Codes besser knacken kann als irgendwer sonst auf der Welt, vielleicht nach dem FBI. ... Wir haben nicht die Möglichkeit, uns um alle Arten von Detektivarbeit zu kümmern, das ist nicht unser Job. Aber wir geben ihnen die Informationen, mit denen sie weiter Verbrecher fangen können.“ In dem Interview zählt Kaspersky auch russische Oppositionelle, soweit sie gegen russische Gesetze verstießen, zu solchen Verbrechern und erwähnt dabei namentlich den russischen Oppositionellen und Internet-Blogger Alexei Nawalny. Weiterhin äußert Kaspersky seine Bewunderung für die autoritären politischen Systeme in Singapur und China, die besonders effektiv seien und meint, er könne keinen Unterschied zwischen dem Ein-Parteien-System der Sowjetunion, die er als Kind für ein glückliches und gerechtes Land gehalten habe, und dem politischen System der USA erkennen.[4]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. https://www.ripe.net/membership/indices/data/ru.kl.html
  2. a b Kaspersky Lab: About Kaspersky Lab. Abgerufen am 25. August 2013.
  3. Gegen Rootkits: Hardware-Antivirus soll Festplatte schützen auf pcwelt.de
  4. [1] Interview mit Kasperski auf Lenta.ru, abgerufen am 1. Oktober 2013

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kaspersky Lab – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien