Kirchenschweizer

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Laning, Lothringen, Kirchenschweizer mit Hellebarde beim Sonntagsgottesdienst
Gustave Courbet: Ein Begräbnis in Ornans (in der Mitte zwei Kirchenschweizer in roter Kleidung)
Bildausschnitt (Kirchenschweizer links)

Der Kirchenschweizer (oder auch Kirchenschweitzer) ist ein Türhüter und Aufseher in katholischen Kirchen. Aufgabe der Kirchenschweizer ist es, bei der Liturgie und im Kirchengebäude für Ordnung und Ruhe zu sorgen. Beim Gottesdienst sorgt bei besonderen Anlässen der Kirchenschweizer mit seiner festlichen Gewandung (meist eine rote Robe mit Barett und ein langer schwarzer Stab mit einer runden Schnitzerei an der Spitze) für Ordnung, hilft bei der Platzsuche und kümmert sich darum, dass der liturgische Ein- und Auszug sowie der Empfang der Heiligen Kommunion würdevoll und geordnet verlaufen. In der Regel ist der Kirchenschweizer Angestellter einer Kirchengemeinde, Pfarrei oder der Diözese.

Bezeichnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bezeichnung soll von Schweizern abgeleitet sein, die außer Landes gegangen waren und unter anderem als Soldaten oder als Wachpersonal ihr Einkommen verdienten. So wurde ein Türhüter oder Hausmeister eines reichen Privathauses im 17. und 18. Jahrhundert auf Französisch Suisse (Schweizer) genannt. In der Schweiz wird für dieses Amt die Bezeichnung Kirchenweibel verwendet. In der anglikanischen Kirche wird der Kirchenschweizer Verger (Kirchendiener) genannt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits im Mittelalter gab es so genannte Domstäbler, die für Ruhe während des Gottesdienstes verantwortlich waren und während der Messe in den Seitenschiffen auf- und abgingen. In Mainz wurde während der französischen Besatzungszeit zu Beginn des 19. Jahrhunderts eine Kultpolizei (frz.: Police du culte) eingesetzt, deren Uniformen an die Uniformen französischer Offiziere angelehnt war. Auch in Bayern (z. B. Basilika Vierzehnheiligen, Prien am Chiemsee, Basilika Gößweinstein) trägt der Kirchenschweizer eine Uniform mit Zweispitz, Schärpe und Stulpen.

An großen Bischofskirchen ist der Dienst des Domschweizers üblich, so etwa in den Domen von Köln, Speyer, Mainz, Trier, Limburg/Lahn, Bamberg, Aachen und im Freiburger Münster sowie auch im Salzburger Dom. Auch an anderen großen Kirchen, etwa Wallfahrtskirchen, geht bei feierlichen Gottesdiensten oft ein Schweizer vor der Prozession zum Ein- und Auszug. Im Kölner Dom sind seit dem Frühjahr 2019 auch Domschweizerinnen angestellt.[1][2] Bisher war dieses Amt eine Männerdomäne.

An vielen Orten sind Schweizer nur bei den großen Gottesdiensten anwesend, im Kölner Dom dagegen führen die Schweizer in traditioneller Kleidung während der Öffnungszeit des Domes, unterstützt von einem privaten Sicherheitsdienst, die Aufsicht.[3]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ecclesiastical guards – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
WiktionaryWiktionary: Kirchenschweizer – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Belege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Körpergröße und Gewicht spielen keine Rolle Joachim Frank Kölner Stadt-Anzeiger 2. Februar 2019, abgerufen am 3. Februar 2019
  2. Kölner Dom Erste weibliche Domschweizer werden öffentlich vorgestellt
  3. rundschau-online.de: Taschenkontrollen Von nun an gelten strengere Sicherheitsbedingungen im Kölner Dom