Salzburger Dom

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Fassade des Salzburger Doms

Der Salzburger Dom ist die Kathedrale der römisch-katholischen Erzdiözese Salzburg und damit Metropolitankirche der Kirchenprovinz Salzburg; sie ist den hll. Rupert und Virgil geweiht, das Patrozinium wird am Rupertitag, dem 24. September, begangen.[1]

Der Barockbau hat eine Länge von 101 Meter, das Querschiff misst 69 Meter. Die Turmhöhe beträgt 81 Meter, die Kuppelhöhe 79 Meter und die Höhe des Hauptschiffs 32 Meter. Der Dom verfügt über 900 Sitzplätze. Er steht unter Denkmalschutz und gehört zum UNESCO-Welterbe Historisches Zentrum der Stadt Salzburg.

Innenansicht des Salzburger Doms

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Salzburger Dom: Blick von der Festungsgasse
50-Schilling-Silbermünze zum 1200-Jahr-Jubiläum (1974)

Der erste romanische Dom war eine dreischiffige Basilika mit vorgelagertem Paradies und eigenem Baptisterium. Der romanische Bau wurde 774 vollendet. Abtbischof Virgil weihte den Sakralbau am 25. September 774 ein. In der Nacht von 4. zum 5. April 1167 brannte der Dom ab. Angeblich ließen damals die Grafen von Plain im Auftrag Kaiser Friedrich Barbarossas die Stadt anzünden, weil der Salzburger Erzbischof Konrad II. von Babenberg den vom Kaiser ernannten Gegenpapst Viktor IV. nicht anerkannte (siehe auch Schisma von 1159). Darauf wurde unter Bischof Konrad III. der noch stattlichere fünfschiffige (bzw. dreischiffige mit seitlichen Kapellenreihen) Konradinische Dom errichtet, die damals größte Basilika nördlich der Alpen. (Das heutige Taufbecken stammt noch aus diesem Bauwerk.)

Nach dem Brand des romanischen Doms 1598 ließ Erzbischof Wolf Dietrich von Raitenau den schwer beschädigten alten Dom gemeinsam mit 55 Bürgerhäusern niederreißen. Auf diese Weise sollte Platz für die Errichtung des heutigen Residenzplatzes geschaffen werden, den nordseitigen Vorplatz des Domes, der ursprünglich auf diesen Platz hin ausgerichtet werden sollte. Die frühen Planungen wurden vor allem von Vincenzo Scamozzi durchgeführt. Erzbischof Wolf Dietrichs Nachfolger Markus Sittikus Graf von Hohenems engagierte als Baumeister dann aber Santino Solari, der die früheren Pläne deutlich verkleinerte. 1614 fand die Grundsteinlegung des Neubaus statt. Am 25. September 1628 wurde der Dom von Fürsterzbischof Paris von Lodron konsekriert; dabei erklangen u. a. auch die zwei neuen Vierungs-Orgeln, die der Hoforgelmacher Leopold Rotenburger geschaffen hatte. Das achttägige Domweihefest war das vermutlich größte historische Fest, das die Stadt Salzburg je feierte.

Im Oktober 1682 wurde im Rahmen der Feierlichkeiten zum 1100-jährigen Bestehen des Erzstifts Salzburg die 53-stimmige Missa Salisburgensis vermutlich erstmals aufgeführt.

Am 16. Oktober 1944 stürzte beim ersten Luftangriff auf Salzburg die Domkuppel ein.[2] Von 1945 bis 1959 wurde der Dom saniert und die Kuppel rekonstruiert. An die „Bombardierung“ des Domes erinnert z. B. die sogenannte „Bombenmesse“, komponiert von Domkapellmeister Joseph Messner.

Die sechs Brände im Dom[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1127: Das Feuer, das bei einem Glockenguss auf dem Domplatz entstanden war, vernichtete große Teile der Stadt, darunter die Stiftskirche von St. Peter sowie den Dom selbst.
  • 1167: In diesem Jahr brannten angeblich die Grafen von Plain im Auftrag von Kaiser Friedrich Barbarossa die Stadt nieder, weil diese den vom Kaiser ernannten Gegenpapst nicht anerkannte.
  • 1312: Bei diesem Brand schmolzen durch die große Hitze sogar die Glocken.
  • 1598: In der Nacht vom 11. auf den 12. Dezember brannten die Dachstühle des Domes ab. Der unglücklicherweise danach einsetzende mehrwöchige Dauerregen und anschließende Schneefälle ließen die Gewölbe nach und nach einstürzen, was zu einer Art Totalschaden am Dombau führte.
  • 1859: Ein erneuter Brand, der durch Unachtsamkeit bei Renovierungsarbeiten im Dachstuhl entstand.
  • 1944: Am 16. Oktober stürzte bei der ersten Bombardierung Salzburgs im Zweiten Weltkrieg die Kuppel ein.

Ensemble[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Residenzplatz, rechts die Nordfassade des Doms, Bildmitte Bürgerhäuser, links die erzbischöfliche Residenz
Domplatz, rechts das Westwerk des Doms, Bildmitte die erzbischöfliche Residenz, das Westwerk flankierend die Dombögen

Der Dom steht weitgehend frei in der Salzburger Innenstadt. Auf der Nordseite, zur Salzach hin, befindet sich der weitläufige Residenzplatz, zum Festungsberg gegen Süden hin der Kapitelplatz, hinter dem Dom eine zum Residenzplatz gehörende Gasse. Gegen Westen stehen die (alte) erzbischöfliche Residenz am Residenzplatz und das Kloster St. Peter am Kapitelplatz. Dom, Residenz und St. Petersstift umstehen gemeinsam den Domplatz, von dem eine breite Freitreppe zu den Domportalen ansteigt. Mit beiden Gebäuden ist der Dom über Bogengänge verbunden, den Dombögen, die die Durchgänge zu Residenz- und Kapitelplatz darstellen. Der Domplatz selbst wird auf der gegenüberliegenden Seite, zur Franziskanergasse und dem Festspielhaus hin, ebenfalls von einem Bogengang geschlossen, dem Wallistrakt der Residenz. In der Mitte des Domplatzes steht ein stilisierter Brunnen mit Marienfigur.

Dadurch ist die prächtige barocke, marmorweiße Hauptfassade des Doms mit ihrem Programm nur aus der Nähe betrachtbar, während sich die Hauptsichtseite zur Stadt hin als völlig schmuck- und nahezu fensterloses wuchtiges rohes Mauerwerk darstellt. Seit jüngster Zeit ist Besuchern des Dommuseums auch wieder der Zugang zum Dom über die Dombögen möglich.

Fassade[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Tor der Hoffnung“, Ewald Mataré 1957/1958

Das zum Domplatz hingewandte barockklassizierende Westwerk mit seinem reichen Figurenschmuck und den flankierenden 81 m hohen Türmen ist besonders prachtvoll. Die Fassade ist mit Untersberger Marmor, einem marmorähnlichen feinen und hellen Kalkstein, verkleidet. Die Seitentürme sind ebenfalls dreigeteilt. Die Fassade ist horizontal mit verkröpftem Gurtgesimswerk dreigeteilt, die Geschoßhöhe nimmt nach oben hin ab, und die Geschoße sind mit toskanischen, ionischen und korinthischen Pilastern bestückt. Auf das dritte Geschoß ist ein Tambourgeschoß mit Kuppel aufgesetzt. Das zweite Geschoß der Türme trägt die Turmuhr. Die anderen Fassaden des Domes in romanisierendem Stil wirken roh und schmucklos in Konglomeratmauerwerk (Nagelfluh),[3] einem in Salzburg häufigen Baumaterial.

Die Torgitter zur Vorhalle (Paradies) tragen als Inschriften die drei Weihejahre 774, 1628, 1959. Vor den Portalen stehen auf Sockeln vier überlebensgroße Figuren. Die Sockel tragen die Wappen der Erzbischöfe Guidobald von Thun und Johann Ernst von Thun. Die äußeren beiden Figuren aus dem Jahr 1660 stammen von Bartholomäus van Opstal. Sie stellen die Kirchenpatrone – rechts den heiligen Rupert mit einem Salzfass und links den heiligen Virgil mit der Kirche – dar. Die beiden mittleren Figuren wurden 1697–1698 von Bernhard Michael Mandl geschaffen. Links steht, erkennbar am Schlüssel, der heilige Petrus, und rechts der heilige Paulus mit dem Schwert. Hinter den vier großen Figuren liegt der Eingang des Doms. Die drei Bronzetore des Doms wurden in den Jahren 1957/1958 von Giacomo Manzù (Porta dell’Amore), Toni Schneider-Manzell (Tor des Glaubens) und Ewald Mataré (Tor der Hoffnung) gestaltet. Auf der Balustrade im 2. Stock sieht man die Figuren der vier Evangelisten. In den Giebelaufsätzen der Fenster findet man Löwe und Steinbock, die Wappentiere von Paris Lodron und Markus Sittikus. Über dem Mittelfenster sind zwei Engelsfiguren angebracht, die eine Krone halten. Diese krönt die Marienstatue, die auf dem Domplatz steht, wenn man – vom heutigen Festspielhaus kommend – durch die Arkaden des Wallistrakts auf den Dom zuschreitet. Auf dem Giebel des Doms stehen links Moses mit der Gesetzestafel, rechts Elias und erhöht in der Mitte Christus Salvator. Diese drei Figuren dürften um das Jahr 1660 von Tommaso Garove Allio, dem Meister des Residenzbrunnens, geschaffen worden sein.

Die schon schwer angegriffene Fassade wurde zuletzt ab den späten 1990er Jahren generalrestauriert. Das Gesamtbudget hierfür betrug 70 Mio. öS (5 Mio. €), die unter Engagement von Prälat Domdechant Johannes Neuhardt gesammelt wurden.[4]

Auf dem Domplatz wird alljährlich im Rahmen der Salzburger Festspiele der Jedermann aufgeführt, ein an die mittelalterlichen Mysterienspiele angelehntes Theaterstück von Hugo von Hofmannsthal.

Hauptschiff[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Presbyterium des Salzburger Doms in Panoramaansicht
Die Flucht der linksseitigen Seitenkapellen

Im 32 m hohen Hauptschiff befinden sich Deckengemälde von Donato Mascagni und Ignazio Solari (Sohn des Santino) aus Ramponio Verna, die Szenen aus dem Leben und der Passion Christi zeigen. In 15 großflächigen Bildern wird das Leiden Christi bis zur Kreuzigung dargestellt. Zehn kleinere Querbilder zeigen Ausschnitte aus dem Leben Christi, von der Hochzeit zu Kana bis zu Jesus auf der Tempelzinne. Die Stuckaturen in diesem Bereich – wie im gesamten Dom – stammen aus der Werkstatt von Giuseppe Bassarino. Diese Arbeiten dürften um das Jahr 1628 entstanden sein. Der weiße, in Vertiefungen und Unterschneidungen schwarz gefasste Stuck schmückt in Ranken-, Putten- und Akanthusblattform den Dom.

Seitenkapellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Dom zu Salzburg hat ein Langhaus mit vier Jochen und einem zusätzlichen Emporenjoch über der Vorhalle. Beiderseits des Langhauses befindet sich eine Kapellenreihe. Die je vier Kapellen sind untereinander verbunden und öffnen sich gegen das Hauptschiff mit einem Rundbogen. In jeder dieser Kapellen befindet sich ein eigener Seitenaltar. Auf der nördlichen Seite befindet sich der Altar der Taufe Christi; in dieser Kapelle befindet sich auch das Taufbecken. An diese Kapelle reihen sich die der heiligen Anna mit dem Altargemälde von Joachim von Sandrart, der Verklärung Christi und Christus am Kreuze (die letztere Kapelle mit dem Altarblatt von Karel Škréta). An der Südwand befinden sich die Altäre der Hl. Rochus und Sebastian, des Hl. Karl Borromäus, des Hl. Martin Hieronymus und der Sendung des Hl. Geistes (Karel Škréta). Die Gemälde der drei ersten Altäre an der Südwand sind Werke von Johann Heinrich Schönfeld. Jede Kapelle hat neben dem Altar auch eigene Deckenfresken.

Chorbereich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der gesamte Chorbereich ist als Drei-Konchen-Anlage gestaltet. Er knüpft somit an romanische, d. h. an vorreformatorische Traditionen an, hat aber möglicherweise auch den Petersdom in Rom zum Vorbild.

Altarraum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Inschrift zum Gedenken an den Papstbesuch 1988 vor den Stufen zum Altarraum

Der Hochaltar von 1628 wird im Entwurf dem Baumeister des Doms, Santino Solari, zugeschrieben. Er hat einen freistehenden Marmoraufbau. Das Altarbild zeigt die Auferstehung Christi, gemalt von Mascagni. Über dem Altarbild befinden sich Statuen der Kirchenpatrone – des Heiligen Rupert und des heiligen Virgil – sowie Allegorien auf Religio und Caritas. Diese Figuren werden den Meistern Pernegger d. J. und Hans Waldburger zugeschrieben. Zwischen den Figuren befindet sich die lateinische Inschrift NOTAS MIHI FECISTI VIAS VITÆ – (Du hast mir die Wege des Lebens gezeigt) aus Psalm 16, 11.

Auf dem Giebel des Hauptaltares finden sich drei Engel. Jener auf der Giebelspitze trägt ein vergoldetes Kreuz. Links und rechts des Hauptaltars befinden sich die Epitaphen der Erzbischöfe Markus Sittikus († 1619) und Paris Lodron († 1653). Wie alle Marmorepitaphen der Erzbischöfe im Dom sind sie zweigeschoßig, umrahmt von trauernden Putten und von Todessymbolen. Im Mittelteil befindet sich ein Medaillon, mit einem auf Kupfer gemalten Porträt des Erzbischofs. Im Giebel des Epitaphs ist eine Wappenkartusche angebracht. An Wänden und Decke befinden sich im Chor und über dem Altar des Doms Bilder der Auferstehung und Himmelfahrt Christi.

Querschiff[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den Querarmen befinden sich entsprechend den Patrozinien der Nebenaltäre an der Nordseite ein Franziskus- und an der Südseite ein Marienzyklus. Im linken Querschiff befindet sich ein Altar (um 1628) mit dem Altarbild der Verklärung des heiligen Franz von Assisi. Der Tabernakel ist aus vergoldetem Messing, flankiert von Silberstatuen der vier Evangelisten. Ein getriebenes Relief des letzten Abendmahls und das Wappen des Erzbischofs Paris Lodron sind ebenfalls an diesem Altar zu finden. Links und rechts des Altars befinden sich Marmorepitaphe der Bischöfe Leopold Anton von Firmian († 1744), Guidobald von Thun († 1668), Max Gandolf von Kuenburg († 1687) und Jakob Ernst von Liechtenstein-Kastelkorn († 1747). An den Wänden und der Decke befinden sich Szenen des Lebens und Todes des heiligen Franziskus. Der Altar im rechten Querschiff trägt ein Altarbild von Ignazio Solari; es zeigt Maria Schnee und der Tabernakel eine Kopie des Gnadenbildes der Altöttinger Madonna. In den Nischen und auf den Giebelschenkeln des Altars finden sich Statuen weiterer Heiliger. Neben dem Altar aus dem Jahr 1628 befinden sich Marmorepitaphen der Erzbischöfe Andreas Jakob von Dietrichstein († 1753), Johann Ernst von Thun († 1709), Franz Anton von Harrach († 1727) und Sigismundus Christoph von Schrattenbach († 1771). An Wänden und der Decke sind Stationen aus dem Leben und der Himmelfahrt Mariens zu sehen.

Taufbecken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Taufbecken

Das Taufbecken steht zur Nordseite in der ersten Seitenkapelle, welche der Taufe Jesu geweiht ist. Es ist ein Bronzeguss aus der 1. Hälfte des 14. Jahrhunderts; laut einem Inschriftenband wurde es 1321 von Meister Heinrich geschaffen. Die romanischen Bronzelöwen, auf denen das Taufbecken ruht, stammen schon aus der 2. Hälfte des 12. Jahrhunderts. An der Beckenwand sind in Rundbogenarkaden 16 Reliefdarstellungen von Heiligen, Bischöfen und Äbten von Salzburg zu finden, nämlich S. Rupertus, S. Virgilius, S. Martinus, S. Eberhardus, S. Hartwigus, S. Ditmarus, S. Vitalis, S. Augustinus (zwei Namen unleserlich), S. Valentinus, S. Ditmarus Martyr, S. Eberhardus, S. Johannes, S. Maximilianus und S. Amandus. Der Deckel des Taufbeckens stammt aus dem Jahr 1959 von Toni Schneider-Manzell und zeigt zwölf alt- und neutestamentliche Motive zur Taufsymbolik.

Kuppel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fresken in der Domkuppel

Über der Vierung befindet sich die 71 Meter hohe Tambourkuppel des Doms. In der Kuppel finden sich in zwei Reihen jeweils acht Fresken mit Szenen aus dem Alten Testament, die wie die Malereien im Hauptschiff Fra Arsenio (Donato) Mascagni (1579–1636) und Ignazio Solari zugeordnet werden. Die alttestamentlichen Szenen stehen in Bezug zu den Szenen der Passion Christi im Hauptschiff.

An den Segmentflächen der Kuppel finden sich Darstellungen der vier Evangelisten, darüber sind die Wappen von Erzbischof Paris Lodron und Erzbischof Andreas Rohracher zu sehen, jener beiden Erzbischöfe, die den Dom geweiht beziehungsweise nach dem Wiederaufbau zweitgeweiht haben.

Seelsorger am Dom[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Domdechanten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Orgeln und Kirchenmusik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Dom verfügt über sieben selbstständige Orgeln. Auf der Westempore befindet sich die Hauptorgel aus dem Jahre 1988, in der Vierung die vier nach 1990 wiederhergestellten Instrumente, die einst für die polyphone barocke Kirchenmusikpraxis wichtig waren, von denen eine ein zweites, eigenständig zu bespielendes Continuo-Werk besitzt,[5] sowie ein Truhenpositiv.

Glocken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Marienglocke und Virgilglocke sind aus dem barocken Dom, geschaffen von den Augsburger Bronzegießern Wolfgang II. (1575–1632) und Johann Neidhart (um 1600–1635). Sie gehören zu den wertvollsten Klanginstrumenten ihrer Zeit.

Am 24. September 1961 wurden die neuen Glocken (hergestellt von der Salzburger Glockengießerei Oberascher) geweiht. Die Salvator-Glocke zählt zu den größten Kirchenglocken der Welt und ist nach der Pummerin im Wiener Stephansdom die zweitgrößte Glocke Österreichs.[6][7] Zudem gilt das Salzburger Domgeläute als das klangschönste in Österreich und ist mit einem Gesamtgewicht von 32.443 kg eines der schwersten Großgeläute im deutschsprachigen Raum.

Datenübersicht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nr.
[anm. 1]
Name Gussjahr Gießer Durchmesser
(mm)
Gewicht
(kg)
Nominal
(HT-1/8)
Turm Inschrift
[lateinisch]
7 Salvator 1961 Robert Schwindt und Ing. Georg Sippel
(Glockengießerei Oberascher)
2790 14256 es0 +4 Nord [„Dich, Gott, loben wir, Dich Herr, preisen wir, Dich, den Vater unermessbarer Majestät, Deinen wahren und einzigen Sohn und den Heiligen Fürsprecher Geist. Wir loben in Ewigkeit Deinen Namen.“]
6 Rupertus 2330 8273 ges0 +4 Süd „Heiliger Rupertus, Schutzpatron unserer Erzdiözese, erhalte uns den Glauben!“
5 Maria 1628 Wolfgang und Johann Neidhart 1830 4004 b0 +4 [„Heilige Maria, Pforte des Himmels, öffne deine Hilfen den Flehenden und halte alle Angriffe des widerwärtigen Feindes fern beim Klange dieses Metalles, das deinem glorreichen Namen geweiht hat Paris aus dem Geschlecht derer von Lodron, Erzbischof und Fürst von Salzburg im Jahre des Heiles 1628.“]
4 Josef 1961 Robert Schwindt und Ing. Georg Sippel
(Glockengießerei Oberascher)
1560 2517 des1 +4 „Sankt Josef ist von Gott ersehn, das Werkvolk zu beschirmen. Das unbesiegt es möge stehen, in aller Zeiten Stürmen.“
3 Virgil 1628 Wolfgang und Johann Neidhart 1360 1648 es1 +4 [„Hl. Rupert, Lehrer und getreuester Patron! Damit du für deine Herde die Ohren Gottes fleißig bestürmst und Pest, Hunger, Krieg und die Nachstellungen des Erzfeindes vertreibst, ließ diese Glocke dir weihen Paris aus dem Geschlecht derer von Lodron, Erzbischof und Fürst von Salzburg, im Jahre des Heiles 1628.“]
2 Leonhard 1961 Robert Schwindt und Ing. Georg Sippel
(Glockengießerei Oberascher)
1190 1025 ges1 +4 „Gott schütze die Salzburger Bauernschaft.“
1 Barbara 1040 715 as1 +4 „Heilige Barbara, Patronin der Sterbenden, bitte für uns!“
  1. Die Nummerierung der Glocken am Salzburger Dom erfolgt entgegen der Norm, der größten Glocke die Nr. 1 zuzuordnen.

Läuteordnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Läuteordnung sieht Folgendes vor: Dreimal täglich ertönt das Angelusläuten; morgens um 07:00, mittags um 12:00 und abends je nach Jahreszeit um 18:00, 19:00 oder 20:00 Uhr. Die Auswahl der Einzelglocke richtet sich nach der liturgischen Ranghöhe des Tages. Werktags läutet Glocke 4, sonntags Glocke 5, festtags Glocke 6 und an den höchsten Festtagen läutet Glocke 7 (Salvator). Abends läutet im Anschluss die kleine Glocke 1 zum Gedenken an die Armen Seelen. Am Donnerstag schließt sich daran zusätzlich Glocke 5 an zum Gedächtnis an die Todesangst Jesu auf dem Ölberg. Jeden Freitag um 15.00 Uhr läutet Glocke 6 zur Erinnerung an die Sterbestunde Jesu.[8] Zur werktäglichen Kapitelsmesse läutet Glocke 3.

Samstags und vor Feiertagen um 15.00 Uhr wird der Sonn- oder Feiertag eingeläutet. Dies geschieht in der Regel mit der gleichen Glockenkombination, die auch für das Hochamt/Pontifikalamt bestimmt ist. An den höchsten Festtagen läuten zunächst alle sieben Glocken zusammen, darauf jede Glocke einzeln (mit der kleinsten beginnend) und zum Schluss erklingt noch einmal das Vollgeläut, aufbauend von Glocke 7 aus. Dieser Läutezyklus dauert etwa eine Viertelstunde. Wird vor ebendiesen Hochfesten bereits eine Vesper gefeiert, so verschiebt sich dieses Läuten auf das Zusammenläuten zur Vesper und entfällt somit um 15.00 Uhr.

Das Läuten zu den Messen ist nach einem klaren und gleichbleibenden Prinzip gestaltet. Zunächst gibt es das „Viertelläuten“, eine Viertelstunde vor Messbeginn mit der Einzelglocke, die im folgenden „Zusammenläuten“ die Basis bildet:

  • Werktag: 3…1+2+3;
  • Sonntag: Pfarrmesse 4…1+2+3+4, Hochamt 5…1+2+3+4+5;
  • Festtag: Pfarrmesse 5…1+2+3+4+5, Pontifikalamt 6…1+2+3+4+5+6;
  • Hoher Festtag: Pfarrmesse 6…1+2+3+4+5+6,[9] Pontifikalamt 7…1+2+3+4+5+6+7.[10][11]

Das Läuten zur Hl. Wandlung erfolgt mit der Glocke, die zum „Viertelläuten“ verwendet wurde.

Nach der Vorabendmesse zum 1. Advent läuten um 18.00 Uhr alle Glocken Salzburgs zum Einläuten des neuen Kirchenjahres.

Den Tod des Papstes oder des Salzburger Erzbischofs verkündet die große Salvatorglocke. Beim Tod eines Salzburger Domkapitulars wird mit der Rupertusglocke geläutet.

Maße[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hauptschiff Länge: 101 Meter
  • Hauptschiff Breite: 45 Meter
  • Querschiff Länge: 68 Meter
  • Höhe Hauptschiff: 32 Meter
  • Höhe Vierungskuppel: 79 Meter
  • Höhe Türme: 81 Meter
  • 11 Altäre
  • 900 Sitzplätze
  • Stehplätze für 10.000 Menschen

Fotos[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Patrick Bircher: „Ad maiorem Dei gloriam“. Aspekte der Beziehungen zwischen Architektur, Kunst, Musik und Liturgie am Hohen Dom zu Salzburg im 17. Jahrhundert. Schnell & Steiner, Regensburg 2015, ISBN 978-3-7954-3061-0.
  • Franz Fuhrmann: Salzburger Dom. 18. Auflage. St. Peter, Salzburg 1999. (Christliche Kunststätten Österreichs, Nr. 4).
  • Ferdinand Grell: Das Salzburger Dombüchlein – zum 350-jährigen Bestand des Doms, geweiht von Paris Lodron am 25. September 1628. Verlag der Salzburger Druckerei, Salzburg 1978, ISBN 3-85338-125-1.
  • Ernst Hintermaier: Die Organisten am Salzburger Dom von den Anfängen bis zur Gegenwart. In: Metropolitankapitel von Salzburg (Hrsg.): Festschrift zur Weihe der neuen großen Orgel im Salzburger Dom 1988. Salzburg 1988, S. 41–56.
  • Wolfgang Lippmann: Der Salzburger Dom 1598–1630: unter besonderer Berücksichtigung der Auftraggeber und des kulturgeschichtlichen Umfeldes. VDG, Weimar 1999, ISBN 3-89739-059-0. (Zugleich: Dissertation. Universität Bonn 1992 unter dem Titel: Der Salzburger Dom und die italienische Kirchenbaukunst nördlich der Alpen um 1600.)
  • Heribert Metzger: Die Orgeln im Dom zu Salzburg. Hrsg.: Metropolitankapitel zu Salzburg. Salzburg 2011.
  • Johannes Neuhardt: Der Dom zu Salzburg: offizieller Führer des Domkapitels. Fotos: Kurt Gramer. 2. Auflage. Schnell & Steiner, Regensburg 1998, ISBN 3-7954-1139-4. (Große Kunstführer, Nr. 78).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Salzburger Dom – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Personalstand der Welt- und Ordens-Geistlichkeit der Erzdiözese Salzburg für das Jahr 1957 (Schematismus 1957), hrsg. vom Erzbischöflichen Ordinariat Salzburg 1957, S. 133.
  2. 1. Angriff. In: Die Luftangriffe auf die Stadt Salzburg. Nach gleichzeitigen Aufzeichnungen und gef. Mitteilungen des Städtischen Statistischen Amtes. In: Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde, Nr. 86/87, Jahrgang 1946/47, S. 119.
  3. Renovierung und Restauration von Sakralbauten, historischen Baudenkmälern und Profanbauten mit Gollinger Konglomerat. Hubert Steiner, Konglomerat-Steinbruch.
  4. Johannes Neuhardt. In: Salzburger Nachrichten: Salzburgwiki.
  5. Ausführlich Gerhard Walterskirchen zur Funktion der neuen Vierungsorgeln.
  6. Turmaufnahme der Salvatorglocke auf YouTube.
  7. Glocken des Doms zu Salzburg Video, Salvator-Glocke auf YouTube.
  8. Glocken des Doms zu Salzburg Video, Rupert-Glocke auf YouTube.
  9. Turmaufnahme der 6 Südturmglocken auf YouTube.
  10. Glocken des Doms zu Salzburg Video, Plenum Teil 1 auf YouTube.
  11. Glocken des Doms zu Salzburg Video, Plenum Teil 2 auf YouTube.


Koordinaten: 47° 47′ 52,3″ N, 13° 2′ 47,9″ O