Chemnitz-Kleinolbersdorf-Altenhain

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Wappen von Kleinolbersdorf-Altenhain
Wappen von Chemnitz
Kleinolbersdorf-Altenhain
Stadtteil und Statistischer Stadtteil Nr. 26 von Chemnitz
Lage des statistischen Stadtteils Kleinolbersdorf-Altenhain in Chemnitz
Koordinaten 50° 47′ 45″ N, 13° 0′ 45″ O50.79583333333313.0125Koordinaten: 50° 47′ 45″ N, 13° 0′ 45″ O.
Fläche 13,10 km²
Einwohner 2270 (31. Dez. 2012)
Bevölkerungsdichte 173 Einwohner/km²
Eingemeindung 1. Jan. 1997
Postleitzahl 09127, 09128
Vorwahl 0371
Verkehrsanbindung
Bundesstraße B174
Bus 56, 206, 207

Kleinolbersdorf-Altenhain ist der flächenmäßig zweitgrößte Stadtteil der Stadt Chemnitz. Die Dörfer Kleinolbersdorf und Altenhain bildeten bis zu ihrer Vereinigung am 1. April 1974 selbständige Gemeinden.[1] Am 1. Januar 1997 wurde die vereinte Gemeinde Stadtteil von Chemnitz.[2] Trotz beinaher Verdopplung der Bevölkerung seit 1990 hat dieser Stadtteil bis heute seinen dörflichen Charakter behalten.

Geografie[Bearbeiten]

An die Fluren von Kleinolbersdorf-Altenhain grenzen die Stadtteile Euba, Einsiedel und Adelsberg sowie der Augustusburger Ortsteil Erdmannsdorf, der Gornauer Ortsteil Dittmannsdorf und der Amtsberger Ortsteil Dittersdorf. Im Norden befindet sich das Waldgebiet „Schwarzwald“, welches den Status eines Landschaftsschutzgebietes innehat. Weit nach Süden vorgeschoben liegt die Siedlung „Ruhebank“ am „Schwarzen Holz“. Höchste Erhebungen sind der Adelsberg (509 m), der Hungersberg (441,1 m) und der Spitzberg (504,1 m). Bekanntheit über die Ortsgrenzen hinaus genießen auch das Sternmühlental und das Gasthaus „Goldener Hahn“.

Einrichtungen:

  • Kirche
  • Gaststätte & Hotel
  • Kindergarten „Waldameisen“
  • Grundschule
  • Friseur
  • Freiwillige Feuerwehr
  • Bäcker
  • Physiotherapie

Geschichte[Bearbeiten]

Kirche Kleinolbersdorf

Kleinolbersdorf[Bearbeiten]

Die erste Erwähnung stammt aus dem Jahre 1322, als Olbersdorf von den Herren von Schellenberg an das Kloster Chemnitz übertragen wurde. Nach Aufhebung der Klöster zur Zeit der Reformation gelangte der Ort unter die Aufsicht des landesherrlichen Amtes Chemnitz. Aus dem Jahre 1541 ist die Schreibweise Alberßdorf überliefert. Durch den Zusatz "Klein-" wurde es von anderen Orten gleichen Namens unterschieden.[3]

In der Dorfmitte entstand 1789, nach einem Brand der bis dahin mehrfach umgebauten mittelalterlichen Kirche, der heutige Neubau. Neben etwa 20 Gütern existierten um 1830 26 Häuserstellen. Eine um 1900 bestehende Strumpffabrik beschäftigte 60, eine Möbelfabrik 20 Arbeitskräfte. Die größere Zahl der Arbeitskräfte ging in Chemnitzer Fabriken. In den 1970er Jahren arbeiten drei Viertel der Werktätigen in Chemnitz (damals Karl-Marx-Stadt).[3]

Gaststätte „Sternmühle“[Bearbeiten]

Bereits um 1540 ist von einer „Brettmühle“ im Schwarzbachtal – heute ist das Tal nach der „Sternmühle“ benannt – die Rede. In ihr wurden aus Holzstämmen Bretter gesägt, aber auch schon damals wurde eine Bäckerei und eine Schankwirtschaft betrieben. Der offizielle Schankbetrieb begann im Jahre 1844, als der damalige Besitzer August Bergt für die nun „Sternmühle“ genannte Mühle die Schankkonzession erhielt. Bekannt ist die „Sternmühle“ unter anderem durch die von dem Grünaer Künstler Gerhard Franke gestaltete Fassade eines Seitengebäudes, in der die Geschichte des Gasthauses malerisch dargestellt wird.

Das bei den Chemnitzern beliebte Ausflugsziel ist vom Schwarzwald umgeben und ein Knotenpunkt zahlreicher Wanderwege.

Altenhain[Bearbeiten]

1331 schrieb man den Ortsnamen Aldenhayne. 1548 zählte es zu den Amtsdörfern des Amtes Chemnitz. 1810 gab es 17, im Jahre 1902 noch 16 Bauerngüter mit einer Gesamtfläche von etwa 485 ha. Der Ort war seit 1539 stets nach Kleinolbersdorf gepfarrt, verfügt jedoch über eine Kapelle der Methodistengemeinde. Wirtschaftlich dominierte die Landwirtschaft, zeitweilig arbeitete auch eine Strumpffabrik. In der DDR-Zeit existierte der VEB Meßtechnik, welcher 30 Beschäftigte zählte sowie der 1972 gegründete VEB Gestellbau, welcher aus einer Möbelfabrik hervorging.[4]

Gasthaus „Goldener Hahn“[Bearbeiten]

Im oberen Teil Altenhains befindet sich in Richtung Zschopau das Gasthaus „Goldener Hahn“. Ein Altenhainer Lehnrichter erhielt 1738 die kurfürstliche Genehmigung den Fuhrmanns- und Ausspanngasthof „Alterhahn“ zu errichten. In diesem wurde 1798 eine Schmiedewerkstatt eingerichtet. Bis heute hat sich der Schankbetrieb erhalten und feierte 2013 das 375-jährige Bestehen. Eine Sage besagt, dass beim Einmarsch der Truppen Napoleons ein Hahn krähte und die Verteidigung weckte, was zur Folge hatte, dass die eindringenden Truppen besiegt werden konnten. Deswegen der Name Goldener Hahn.

Gedenkstätten[Bearbeiten]

Ein Gedenkstein an der Dorfstraße des Ortsteiles Kleinolbersdorf erinnert an den Sozialdemokraten und NS-Gegner Georg Hofmann, der ein Jahr nach den 1933 erlittenen Folterungen starb.

Verkehr[Bearbeiten]

Die B 174 Chemnitz – Zschopau – Marienberg – Tschechien (Zschopauer Straße) grenzt an Kleinolbersdorf und Altenhain. Von Chemnitz nach Kleinolbersdorf-Altenhain führt die Buslinie 56 der CVAG. Die Buslinien 206 und 207 der Autobus Sachsen und der BVO auf der Zschopauer Straße erschließen Randlagen.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Richard Steche: Kleinolbersdorf. In: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen. 7. Heft: Amtshauptmannschaft Chemnitz. C. C. Meinhold, Dresden 1886, S. 44.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Chemnitz-Kleinolbersdorf-Altenhain – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern, Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart, 1995, ISBN 3-8246-0321-7, Herausgeber: Statistisches Bundesamt
  2. StBA: Änderungen bei den Gemeinden, siehe 1997
  3. a b Kleinolbersdorf In: Das mittlere Zschopaugebiet, Band 28 der Verlagsreihe Werte unserer Heimat, Akademie Verlag Berlin 1977, S. 90-91
  4. Altenhain. In: Das mittlere Zschopaugebiet (= Werte unserer Heimat. Band 28). 1. Auflage. Akademie Verlag, Berlin 1977, S. 122–123.