Chemnitz-Euba

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Wappen von Euba
Wappen von Chemnitz
Euba
Stadtteil und Statistischer Stadtteil Nr. 16 von Chemnitz
Lage des statistischen Stadtteils Euba in Chemnitz
Koordinaten 50° 50′ 15″ N, 13° 1′ 30″ OKoordinaten: 50° 50′ 15″ N, 13° 1′ 30″ O.
Fläche 11,74 km²
Einwohner 1985 (31. Dez. 2013)
Bevölkerungsdichte 169 Einwohner/km²
Eingemeindung 1. Mrz. 1994
Postleitzahl 09128
Vorwahl 03726
Verkehrsanbindung
Bus 83, 86

Euba ist ein Stadtteil der kreisfreien Stadt Chemnitz in Sachsen. Er wurde am 1. März 1994 eingemeindet und ist somit der erste nach der Wiedervereinigung eingemeindete Chemnitzer Stadtteil.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Euba liegt im Osten der Stadt Chemnitz am Eubaer Bach. Der Ort hat bis heute seinen dörflichen Charakter behalten. Höchste Erhebungen sind der Galgenberg (472,7 m) und der Katzenberg (471,4 m). Umsäumt ist Euba von den Wäldern „Struth“, „Schwarz-“ und „Zeisigwald“. Bekanntestes Bauwerk Eubas ist die Talsperre Euba im südwestlichen Ortsteil.

Nachbarorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An Euba grenzen die Chemnitzer Stadtteile Hilbersdorf, Adelsberg und Kleinolbersdorf-Altenhain sowie die Stadt Flöha, die Gemarkung Oberwiesa der Gemeinde Niederwiesa und der Ortsteil Erdmannsdorf der Stadt Augustusburg.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Evangelische Kirche Chemnitz-Euba

Das Waldhufendorf Euba, vermutlich Ende des 12. Jahrhunderts gegründet, wurde 1250 als „Iwen“ in den Meißner Bistumsartikeln erstmals in einer Urkunde erwähnt. Zu dieser Zeit gehörte das Dorf zur Herrschaft der „Herren von Waldenburg“. Schon früh war Euba ein mittelalterlicher Herrensitz. Dieser wurde 1317 mit „Ullrich von Ywan“ und „Heinrich de Jwe“ erstmals erwähnt, als „Ullrich von Ywan“ die ihm gehörende Waldung von Altenhain an das Kloster Chemnitz verkaufte. Eine Wasserburg diente dem Lehnsinhaber in Euba als Wohnsitz. Sie befand sich vermutlich am Standort des heutigen Dorfteichs. Das Lehngut besaß die Gerichtsbarkeit sowie das Brau- und Schankrecht. Euba war zu dieser Zeit dem Archidiakonat Zschillen zinspflichtig. Nachdem Euba 1323 durch die „Schellenberger Fehde“ unter die Herrschaft der Wettiner gelangte, wurde es vermutlich schon Amtsdorf, spätestens Ende des 16. Jahrhunderts war es dem kursächsischen Amt Schellenberg unterstellt, welches infolge des Baus des Jagdschlosses Augustusburg ab 1590 Amt Augustusburg genannt wurde. Auf dem Lehngut Euba waren im 16. Jahrhundert die Herren von Staupnitz, von Wesewitz (Wesenick), von Reinsberg und von Klettewitz ansässig. Nach zwei Bränden in den Jahren 1684 und 1856 wurde das Lehngut Euba wieder aufgebaut. Nachdem das Lehngut im 18. Jahrhundert den sächsischen Landesherren gehörte und an verschiedene Staatsbeamte verlehnt wurde, kam es im frühen 19. Jahrhundert unter Aufhebung des Lehens in Privatbesitz.

Gegen Ende des 16. Jahrhunderts wurden im unteren Ortsteil Eubas Gold-Seifen betrieben. 1597 gab es die 3 Gewerkschaften (Schürfstellen) „Grube Goldener Löwe“ am Grundbach (Niederdorf), „Goldenes Horn“ im Fuchsgrund und „Goldenes Schwert“ am Hahnebach. Von den Kriegswirren des Hussitenkrieges, des Schmalkaldischen Krieges und des Dreißigjährigen Krieges blieb Euba nicht verschont. Die Pest wütete zusätzlich im Jahr 1633 im Dorf. Im 18. Jahrhundert arbeiteten die Eubaer nicht nur in den nahegelegenen Steinbrüchen des Zeisigwalds, sondern trugen bis 1870 auch in den ortseigenen – auf dem Wachtelberg und dem Bergeshöh – Schiefer ab. Im 19. Jahrhundert siedelten sich in Euba Leineweber und Strumpfwirker an. Dieser Erwerbszweig kam aber aufgrund des mangelndes Absatzes in Chemnitz und dem größer werdenden Konkurrenzkampf nicht zur Blüte.

Euba gehörte bis 1856 zum kursächsischen bzw. königlich-sächsischen Amt Augustusburg.[1] Nach dem Ende der sächsischen Ämterverfassung 1856 lag Euba im Zuständigkeitsbereich des Gerichtsamts Augustusburg und ab 1875 der Amtshauptmannschaft Chemnitz.[2] Das Lehngut Euba wurde im Jahr 1928 von der Stadt Chemnitz gekauft und als Stadtgut genutzt. Die Enteignung im Zuge der Bodenreform in der Sowjetischen Besatzungszone ab 1945 wurde 1948 wieder rückgängig gemacht.[3]

Durch die zweite Kreisreform in der DDR kam die Gemeinde Euba im Jahr 1952 zum Kreis Chemnitz-Land im Bezirk Chemnitz (1953 in Kreis Karl-Marx-Stadt-Land und Bezirk Karl-Marx-Stadt umbenannt), der ab 1990 als sächsischer Landkreis Chemnitz fortgeführt wurde. Euba wurde am 1. März 1994, d. h. fünf Monate vor der Auflösung des Landkreises Chemnitz, in die kreisfreie Stadt Chemnitz eingemeindet.[4]

Talsperre Euba[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die 1912 bis 1914 errichtete Talsperre diente als Wasserspeicher für die Deutsche Reichsbahn. Unterirdische Rohrleitungen transportierten das Wasser bis zum Bahnbetriebswerk Hilbersdorf. Die Staumauer ist 14 m hoch und 180 m lang. Ab den 1950er Jahren nutzte man den Stausee als Naturbad, welches in den 1980er Jahren wegen Baufälligkeit geschlossen werden musste. Der im Oktober 2008 gegründete Verein Rettet die Talsperre Euba! e.V. hat sich zum Ziel gesetzt, die schon seit längerer Zeit vernachlässigte Talsperre Euba vor dem drohenden Verfall zu retten und den Einwohnern der Gemeinde Euba, der Stadt Chemnitz und den umliegenden Gemeinden wieder als Erholungsanlage zur Verfügung zu stellen.

Partnerschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 2. Oktober 1990 schloss die damals noch eigenständige Gemeinde Euba eine Gemeindepartnerschaft mit Schwanau, um den Aufbau einer selbständigen Verwaltung zu unterstützen und die Verbundenheit beider deutscher Staaten zu unterstreichen. Diese Partnerschaft besteht weiterhin, trotz der Eingemeindung zu Chemnitz.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Entlang der von West nach Ost führenden Eubaer Straße fährt die Buslinie 86 der CVAG vom Chemnitzer Gablenzplatz bis zum Ortskern und dann weiter nach Norden auf der Hauptstraße bis Ober- und Niederwiesa. Die am Westrand am Weißen Weg gelegenen Siedlungsgebiete „Beutenberg-Häuser“, „Neueuba“ und „Anton-Günther-Siedlung“ werden mit der Buslinie 89 bedient. Geplant ist die Erweiterung des Südverbundes östlich dieser Siedlungen von der Augustusburger Straße bis zur Dresdner und Frankenberger Straße.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Das mittlere Zschopaugebiet (= Werte unserer Heimat. Band 28). 1. Auflage. Akademie Verlag, Berlin 1977, S. 56–58.
  • Richard Steche: Euba. In: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen. 7. Heft: Amtshauptmannschaft Chemnitz. C. C. Meinhold, Dresden 1886, S. 40.
  • Euba. In: August Schumann: Vollständiges Staats-, Post- und Zeitungslexikon von Sachsen. 2. Band. Schumann, Zwickau 1815, S. 575–577.
  • Der Landkreis Chemnitz in historischen Ansichten, Geiger Verlag Horb am Neckar, 1992, ISBN 3-89264-730-5 (zur Geschichte von Euba: S. 92–93)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Chemnitz-Euba – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Karlheinz Blaschke, Uwe Ulrich Jäschke: Kursächsischer Ämteratlas. Leipzig 2009, ISBN 978-3-937386-14-0; S. 70 f.
  2. Die Amtshauptmannschaft Chemnitz im Gemeindeverzeichnis 1900
  3. Das Lehngut Euba auf www.sachsens-schlösser.de
  4. Euba auf gov.genealogy.net