Chemnitz-Euba

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen von Euba
Wappen von Chemnitz
Euba
Stadtteil und Statistischer Stadtteil Nr. 16 von Chemnitz
Lage des statistischen Stadtteils Euba in Chemnitz
Koordinaten 50° 50′ 15″ N, 13° 1′ 30″ OKoordinaten: 50° 50′ 15″ N, 13° 1′ 30″ O.
Fläche 11,74 km²
Einwohner 1985 (31. Dez. 2013)
Bevölkerungsdichte 169 Einwohner/km²
Eingemeindung 25. Mrz. 1994
Postleitzahl 09128
Vorwahl 03726
Verkehrsanbindung
Bus 83, 86

Euba, der erste nach der Wiedervereinigung eingemeindete Chemnitzer Stadtteil, hat bis heute seinen dörflichen Charakter behalten. An Euba grenzen die Stadtteile Hilbersdorf, Adelsberg und Kleinolbersdorf-Altenhain sowie die Stadt Flöha, die Gemarkung Oberwiesa der Gemeinde Niederwiesa und der Ortsteil Erdmannsdorf der Stadt Augustusburg. Höchste Erhebungen sind der Galgenberg (472,7 m) und der Katzenberg (471,4 m). Umsäumt ist Euba von den Wäldern „Struth“, „Schwarz-“ und „Zeisigwald“. Bekanntestes Bauwerk Eubas ist die Talsperre im südwestlichen Ortsteil.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Evangelische Kirche Chemnitz-Euba

Das Waldhufendorf Euba, vermutlich Ende des 12. Jahrhunderts gegründet, wurde 1250 als „Iwen“ in den Meißner Bistumsartikeln erstmals in einer Urkunde erwähnt. Zu dieser Zeit gehörte das Dorf zur Herrschaft Waldenburg. Nachdem Euba 1323 durch die Schellenberger Fehde unter die Herrschaft der Wettiner gelangte, wurde es vermutlich schon Amtsdorf – spätestens Ende des 16. Jahrhunderts war es dem Amt Augustusburg unterstellt. Bis zur Eingemeindung nach Chemnitz im Jahr 1994 bildete Euba eine selbständige Gemeinde.

Schon früh war Euba ein mittelalterlicher Herrensitz. Eine Wasserburg diente dem Lehnsherrn als Wohnsitz. Das Lehngut besaß die Gerichtsbarkeit sowie das Brau- und Schankrecht. Gegen Ende des 16. Jahrhunderts sind im unteren Ortsteil Eubas Gold-Seifen betrieben worden. Von den Kriegswirren des Hussitenkrieges, des Schmalkaldischen Krieges und des Dreißigjährigen Krieges blieb Euba nicht verschont. Die Pest wütete zusätzlich im Jahr 1633 im Dorf. Im 18. Jahrhundert arbeiteten die Eubaer nicht nur in den nahegelegenen Steinbrüchen des Zeisigwalds, sondern trugen bis 1870 auch in den ortseigenen – auf dem Wachtelberg und dem Bergeshöh – Schiefer ab.

Talsperre Euba[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die 1912 bis 1914 errichtete Talsperre diente als Wasserspeicher für die Deutsche Reichsbahn. Unterirdische Rohrleitungen transportierten das Wasser bis zum Bahnbetriebswerk Hilbersdorf. Die Staumauer ist 14 m hoch und 180 m lang. Ab den 1950er Jahren nutzte man den Stausee als Naturbad, welches in den 1980er Jahren wegen Baufälligkeit geschlossen werden musste. Der im Oktober 2008 gegründete Verein Rettet die Talsperre Euba! e.V. hat sich zum Ziel gesetzt, die schon seit längerer Zeit vernachlässigte Talsperre Euba vor dem drohenden Verfall zu retten und den Einwohnern der Gemeinde Euba, der Stadt Chemnitz und den umliegenden Gemeinden wieder als Erholungsanlage zur Verfügung zu stellen.

Partnerschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 2. Oktober 1990 schloss die damals noch eigenständige Gemeinde Euba eine Gemeindepartnerschaft mit Schwanau, um den Aufbau einer selbständigen Verwaltung zu unterstützen und die Verbundenheit beider deutscher Staaten zu unterstreichen. Diese Partnerschaft besteht weiterhin, trotz der Eingemeindung zu Chemnitz.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Entlang der von West nach Ost führenden Eubaer Straße fährt die Buslinie 83 der CVAG vom Chemnitzer Gablenzplatz bis zum Ortskern und dann weiter nach Norden auf der Hauptstraße bis Ober- und Niederwiesa. Die am Westrand am Weißen Weg gelegenen Siedlungsgebiete „Beutenberg-Häuser“, „Neueuba“ und „Anton-Günther-Siedlung“ werden mit der Buslinie 86 bedient. Geplant ist die Erweiterung des Südverbundes östlich dieser Siedlungen von der Augustusburger Straße bis zur Dresdner und Frankenberger Straße.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Das mittlere Zschopaugebiet (= Werte unserer Heimat. Band 28). 1. Auflage. Akademie Verlag, Berlin 1977, S. 56–58.
  • Richard Steche: Euba. In: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen. 7. Heft: Amtshauptmannschaft Chemnitz. C. C. Meinhold, Dresden 1886, S. 40.
  • Euba. In: August Schumann: Vollständiges Staats-, Post- und Zeitungslexikon von Sachsen. 2. Band. Schumann, Zwickau 1815, S. 575–577.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Chemnitz-Euba – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien