Chemnitz-Klaffenbach

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Wappen von Klaffenbach
Wappen von Chemnitz
Klaffenbach
Stadtteil und Statistischer Stadtteil Nr. 41 von Chemnitz
Lage des statistischen Stadtteils Klaffenbach in Chemnitz
Koordinaten 50° 45′ 40″ N, 12° 54′ 50″ OKoordinaten: 50° 45′ 40″ N, 12° 54′ 50″ O.
Fläche 8,66 km²
Einwohner 2273 (31. Dez. 2013)
Bevölkerungsdichte 262 Einwohner/km²
Eingemeindung 1. Jan. 1997
Postleitzahl 09123
Vorwahl 0371
Verkehrsanbindung
Straßenbahn C11
Bus 39

Klaffenbach ist der am weitesten nach Süden vorgeschobene Stadtteil der Stadt Chemnitz. An ihn grenzen die Stadtteile Markersdorf, Harthau und Einsiedel sowie der Ortsteil Adorf der Gemeinde Neukirchen und die Gemeinde Burkhardtsdorf. Höchste Erhebung Klaffenbachs und zugleich der gesamten Stadt Chemnitz ist die Klaffenbacher Höhe (523,4 m).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick nach Chemnitz-Klaffenbach
Klaffenbacher Hauptstraße
Gebäude in der Chemnitzer Straße
Kreuzkirche Chemnitz-Klaffenbach

Klaffenbach gehört zu den ältesten Orten des Chemnitzer Bezirks. Schon um das Jahr 1200 wird er urkundlich erwähnt. Damals bedeckte ein dichter Urwald das Erzgebirge. Kaiser Lothar fasste den Entschluss, in der Pflege des heutigen Chemnitz ein Kloster entstehen zu lassen. Er schenkte deshalb der Römischen Kirche ein Stück Land. Diese übertrug die Verwaltung des kaiserlichen Geschenks Mönchen aus dem Benediktinerkloster zu Pegau. 1136 konnte das neue Kloster feierlich eingeweiht werden. Die Mönche machten die zugehörigen Länderstriche urbar und holten dazu fränkische Siedler ins Land. Um 1200 wird Klaffenbach bereits als ein zum Klostergebiet gehörender Ort erwähnt. So kann angenommen werden, dass Klaffenbach um 1150 entstanden ist.

Der Name Klaffenbach als Ableitung von Glava Bog, die Mordstelle, in Verbindung mit der Sage vom St.-Arno-Kreuz über den Bischof Arno von Würzburg ist nicht zu halten. Dieses Kreuz, das sich früher im oberen Ortsteil befand, ist ein Grenzstein des Chemnitzer Klosters. Andere deuten Klaffenbach als Bach in der Klaffe, ein enges, tief einschneidendes Tal. Wieder andere leiten den Namen von klappernder, murmelnder Bach ab. Diese beiden letzten Deutungen sind wahrscheinlicher. Die erste urkundliche Erwähnung lautet Claffinbach.

Um 1537 zählte Klaffenbach ungefähr 250 Einwohner, 28 begüterte und 20 Hausgenossen. Um 1539, als Folge der Reformation, wurde das Kloster aufgehoben. Klaffenbach, Burkhardtsdorf und Neukirchen kamen 1543 durch Kauf an Wolf Hünerkopf. Klaffenbach war 1593 von Hexenverfolgung betroffen, geriet Martin Marx in einen Hexenprozess.[1] Im 17. Jahrhundert brach während des Dreißigjährigen Krieges 1632–1634 die Pest aus. Von 1543 an mussten die Klaffenbacher Frondienste auf dem Rittergut Neukirchen leisten. Nach der französischen Revolution brach am 20. August 1790 ein Aufruhr aus.

Am 1. Januar 1997 wurde Klaffenbach nach Chemnitz eingemeindet.[2]

Verwaltungszugehörigkeit[3][Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wasserschloss Klaffenbach ist beliebtes Ausflugsziel und Austragungsort kultureller Aktivitäten. Es wurde im 16. Jahrhundert errichtet und beherbergte bis 2008 das Museum für sächsische Fahrzeuge. Das Hauptgebäude wird von einem Wassergraben umsäumt und besitzt somit den Charakter eines Wasserschlosses.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf der 1895 eröffneten Eisenbahnstrecke Chemnitz–Stollberg (Sachs) betreibt die City-Bahn Chemnitz seit dem 15. Dezember 2002 eine Regionalstadtbahn mit zwei an Klaffenbach grenzenden Stationen. Vom Bahnhalt Neukirchen-Klaffenbach aus erschließt die Buslinie 39 der CVAG die gesamte Ortslage.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Chemnitz-Klaffenbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Manfred Wilde: Die Zauberei- und Hexenprozesse in Kursachsen, Köln, Weimar, Wien 2003, S. 596.
  2. StBA: Änderungen bei den Gemeinden, siehe 1997
  3. Angaben vom Digitalen Historischen Ortsverzeichnis