Chemnitz-Furth

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Wappen von Furth
Wappen von Chemnitz
Furth
Stadtteil und Statistischer Stadtteil Nr. 11 von Chemnitz
Lage des statistischen Stadtteils Furth in Chemnitz
Koordinaten 50° 51′ 45″ N, 12° 55′ 15″ OKoordinaten: 50° 51′ 45″ N, 12° 55′ 15″ O.
Fläche 2,47 km²
Einwohner 1436 (31. Dez. 2013)
Bevölkerungsdichte 581 Einwohner/km²
Eingemeindung 1. Jul. 1913
Postleitzahl 09113, 09114
Vorwahl 0371
Verkehrsanbindung
Bundesstraße B107
Bus 22, 23

Furth, am 1. Juli 1913 eingemeindet, ist ein nördlich gelegener Ortsteil von Chemnitz, durch den der Fluss Chemnitz fließt. Durch Furth führt die B 107 (Chemnitztalstraße). Der Ortsteil ist reich an Industrieanlagen, so befinden sich u. a. an der Blankenburgstraße das Heizkraftwerk Chemnitz-Nord und der Abfallentsorgungsbetrieb ASR. Die Stadtwerke und enviaM befinden sich an der Chemnitztalstraße.

Angrenzende Stadtteile sind (von Norden im Uhrzeigersinn) Glösa, Ebersdorf, Zentrum, Schloßchemnitz und Borna. Die Gemarkungsgrenze bildet im Süden und Westen die Eisenbahnstrecke nach Rochlitz, im Osten die Eisenbahnstrecke nach Riesa.

Mit den Buslinien 22 und 23 ist Furth mit dem Stadtzentrum verbunden. Bis 1972 führte noch die eingleisige Straßenbahnlinie 7 bis zum Further Trift.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Furth wird 1338 (Forth), erneut 1402 (Furt), erstmals urkundlich erwähnt. Der Name deutet auf eine Furt hin, durch die der Chemnitzfluss fließt. Westlich des Chemnitzflusses befanden sich die Fischteiche des Chemnitzer Benediktinerklosters, daran erinnert heute noch der Damm- und der Fischweg. Furth gehörte ursprünglich zur Herrschaft Blankenau, die 1338 an das Kloster Chemnitz kam und nach dessen Auflösung im Amt Chemnitz aufging.

An der Blankenauer Straße lag nördlich der beiden Eisenbahnbrücken ein ehemaliges Landgut („Die Scheibe“). Es war seinerzeit das größte Landgut (53,9 ha) innerhalb der alten Stadtgrenzen. Es gehörte von 1841 bis 1843 der Interessengruppe „Comitee der erzgebirgischen Eisenbahn“, das den Bau der ersten Eisenbahn nach Chemnitz initiierte. Bis zum Zweiten Weltkrieg diente es als Ausflugsziel mit Gasthof und Tiergarten. Heute befindet sich an dieser Stelle eine Tankstelle.

ehem. Cammann-Weberei – ältestes Hochhaus der Stadt Chemnitz (Cammann-Hochhaus)

Die Möbelstoff-Weberei Cammann & Co. AG ließ nördlich dieses Gasthofes von 1923 bis 1925 das erste Chemnitzer Hochhaus nach einem Entwurf des Architekten Willy Schönefeld errichten. Dieses 40 m hohe, achtgeschossige Gebäude befindet sich in der Blankenauer Straße 74 und wird heute unter anderem von der Firma Agilion als Bürogebäude genutzt.

Hochwasser der Chemnitz in Chemnitz-Furth (Januar 1932)

Auch in Furth begann im frühen 19. Jahrhundert die Industrialisierung. So gründete z.B. J. C. Irmscher 1812 eine Maschinenspinnerei, die in den 1950er Jahren für die Verbreiterung der Chemnitztalstraße weichen musste.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Chemnitz-Furth – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Furth im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen