Komitat Bereg

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Komitat Bereg
(Berg)

(1910)
Wappen von Bereg(Berg)
Verwaltungssitz: Beregszász
Fläche: 3.786 km²
Bevölkerung: 236.611[1]
Volksgruppen: 48 % Ungarn
43 % Russinen
9 % Deutsche[2]
Komitat Bereg

Das Komitat Bereg (deutsch auch Komitat Berg/Berger Gespanschaft; ungarisch Bereg vármegye, lateinisch comitatus Beregiensis) war eine Verwaltungseinheit (Gespanschaft bzw. Komitat) im Königreich Ungarn. Heute liegt der kleinere Teil in Ungarn (im heutigen Komitat Szabolcs-Szatmár-Bereg), der größere Teil in der Ukraine (Oblast Transkarpatien).

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Karte des Komitats Bereg um 1890

Das Komitat grenzte im Norden an das österreichische Kronland Galizien (bzw. vor 1772 an Polen), im Osten an das Komitat Máramaros, im Südosten an das kleine Komitat Ugocsa, im Süden an das Komitat Sathmar (Szatmár), im Südwesten an das Komitat Szabolcs und im Nordwesten an das Komitat Ung.

Es lag zwischen dem Gebirgszug der Karpaten im Norden und dem Fluss Theiß im Süden, 1910 hatte es 208.589 Einwohner auf einer Fläche von 3.783 km².

Bis zum Jahre 1621 wurde die Gespanschaft Bereg als Komitat Borsova bezeichnet. Vom flachen Teil des Komitats aus, der im Süden lag, wurde das Relief in Richtung Nord-Nordosten immer gebirgiger. Der höchste Berg war der Stoj (ungarisch Sztoj, 1681 m), ein wichtiger Pass war der Verecke-Pass. Durch das Gebiet des Komitats flossen die Flüsse Theiß, Serne, Latorica, Irschawa usw.

Die Volkszählung 1910 erbrachte eine Bevölkerungszahl von 208.589 Personen. Darunter waren 93.198 (44,7 %) Ungarn, 18.639 (8,9 %) Deutsche und 95.308 (45,7 %) Russinen (im damaligen Sprachgebrauch „Ruthenen“). Die Ungarn lebten vor allem in dem Flachland in der Nähe der Theiß, die Russinen vorwiegend im Gebirge, weniger im Flachland, und die Deutschen hauptsächlich in den Städten oder in kleineren Gruppen überall im Komitat verteilt. 103.206 Personen bekannten sich als Unierte, 56.289 als Calvinisten, 19.128 als Katholiken (römisch) und 29.052 als Israeliten.

Bezirksunterteilung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im frühen 20. Jahrhundert bestand folgende Verwaltungseinteilung:

Stuhlbezirke (járások)
Stuhlbezirk Verwaltungssitz
Alsóverecke Alsóverecke, heute Нижні Ворота/Nyschni Worota
Felvidék („Oberland“) Ilosva, heute Іршава/Irschawa
Latorca, heute Латориця/Latoryzja Oroszvég, heute Росвигово/Roswyhowo, Stadtteil von Mukatschewo
Mezőkaszony Mezőkaszony, heute Косонь/Kosson
Munkács Munkács, heute Мукачево/Mukatschewo
Szolyva Szolyva, heute Свалява/Swaljawa
Tiszahát („Theißrücken“) Beregszász, heute Берегове/Berehowe
Stadtbezirke (rendezett tanácsú városok)
Beregszász, heute Берегове/Berehowe
Munkács, heute Мукачево/Mukatschewo

Sämtliche Orte liegen in der heutigen Ukraine.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Révai Nagy Lexikona, Band 3

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. A magyar szent korona országainak 1910. évi népszámlálása; Budapest 1912, Seite 12 ff.
  2. A magyar szent korona országainak 1910. évi népszámlálása; Budapest 1912, Seite 22 ff. – Volkszählung von 1910