Komitat Torontal

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Komitat Torontal
(Torontál)

(1910)
Wappen von Torontal(Torontál)
Verwaltungssitz: Nagybecskerek
Fläche: 10.016 km²
Bevölkerung: 615.151[1]
Volksgruppen: 32 % Serben
27 % Deutsche
21 % Ungarn
14 % Rumänen
3 % Slowaken
1 % Kroaten
2 % andere (vor allem Bulgaren und Zigeuner)[2]
Komitat Torontal

Das Komitat Torontal (ungarisch Torontál vármegye, lateinisch comitatus Torntaliensis) war ein Komitat (regionale Verwaltungseinheit) im historischen Königreich Ungarn.

Lage[Bearbeiten]

Karte des Komitats Torontal um 1890

Das Gebiet lag im historischen Banat und grenzte im Süden ans Königreich Serbien, im Westen an das Komitat Syrmien und das Komitat Bács-Bodrog, im Norden an die Komitate Csongrád und Komitat Csanád, im Nordosten auf einem kurzen Stück an das Komitat Arad sowie im Osten an das Komitat Temes. Dabei stellte die Donau die Südgrenze, die Theiß die Westgrenze und die Ostgrenze der Mures (heute rumänisch Mureș) dar.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Komitat entstand im 15. Jahrhundert. Nach der Besetzung durch die Osmanen kam das Gebiet im 16. Jahrhundert zum Eyâlet Temeşvar und nach der Rückeroberung des Banats 1718 zum Temescher Banat. 1778 wurde es dann Teil des Königreich Ungarn, wobei das Komitat wiederhergestellt wurde. Zwischen 1849 bis 1860 wurde es der serbischen Wojwodschaft und dem Temeser Banat angegliedert und danach wieder als Komitat hergestellt.

Karte mit allen aus der serbischen Wojwodschaft und dem Temeser Banat entstandenen Komitaten nach 1881

Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs 1918 entstand auf dem Gebiet die Banater Republik. Diese wurde aber im Vertrag von Trianon zwischen dem Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen im Süden (der größte Teil), Rumänien im Norden und Ungarn (kleines Gebiet südlich von Szeged) aufgeteilt.

Während der jugoslawische Anteil in die Vojvodina eingegliedert wurde (bis auf einen kleinen Teil bei Belgrad, der zur Stadt Belgrad und damit zu Zentralserbien gehört), liegt der rumänische Anteil des ehemaligen Komitats nun im rumänischen Kreis Timiș, der kleine ungarische Teil gehört heute zum Komitat Csongrád (bis 1950 Teil des Komitats Csanád-Arad-Torontál).

Bezirksunterteilung[Bearbeiten]

Im frühen 20. Jahrhundert bestanden folgende Stuhlbezirke (meist nach dem Namen des Verwaltungssitzes benannt):

Stuhlbezirke (járások)
Stuhlbezirk Verwaltungssitz
Alibunár Alibunár, heute Алибунар/Alibunar
Antalfalva Antalfalva, heute Ковачица/Kovačica
Bánlak Bánlak, heute Banloc
Csene Csene, heute Cenei
Módos Módos (Модош/Modoš), heute Јаша Томић/Jaša Tomić
Nagybecskerek Nagybecskerek (Велики Бечкерек/Veliki Bečkerek), heute Зрењанин/Zrenjanin
Nagykikinda Nagykikinda (Велика Кикинда/Velika Kikinda), heute Кикинда/Kikinda
Nagyszentmiklós Nagyszentmiklós, heute Sânnicolau Mare
Pancsova Pancsova, heute Панчево/Pančevo
Párdány Párdány (Пардањ/Párdány), heute Међа/Međa
Perjámos Perjámos, heute Periam
Törökbecse Törökbecse, heute Нови Бечеј/Novi Bečej
Törökkanizsa Törökkanizsa, heute Нови Кнежевац/Novi Kneževac
Zsombolya Zsombolya, heute Jimbolia
Stadtkreis (törvényhatósági jogú város)
Pancsova, heute Панчево/Pančevo
Stadtbezirke (rendezett tanácsú városok)
Nagybecskerek (Велики Бечкерек/Veliki Bečkerek), heute Зрењанин/Zrenjanin
Nagykikinda (Велика Кикинда/Velika Kikinda), heute Кикинда/Kikinda

Die Orte Banloc, Cenei, Sânnicolau Mare, Periam und Jimbolia liegen im heutigen Rumänien, die restlichen Orte im heutigen Serbien.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. A magyar szent korona országainak 1910. évi népszámlálása; Budapest 1912, Seite 12 ff.
  2. A magyar szent korona országainak 1910. évi népszámlálása; Budapest 1912, Seite 22 ff. – umstrittene Volkszählung von 1910