Kruszwica

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Kruszwica
Wappen von Kruszwica
Kruszwica (Polen)
Kruszwica
Kruszwica
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Kujawien-Pommern
Landkreis: Inowrocław
Fläche: 6,64 km²
Geographische Lage: 52° 40′ N, 18° 20′ O52.66666666666718.333333333333Koordinaten: 52° 40′ 0″ N, 18° 20′ 0″ O
Einwohner: 9190
(30. Jun. 2013)[1]
Postleitzahl: 88-150
Telefonvorwahl: (+48) 52
Wirtschaft und Verkehr
Straße: WłocławekGniezno
Nächster int. Flughafen: Posen-Ławica
Gemeinde
Gemeindeart: Stadt- und Landgemeinde
Fläche: 262,19 km²
Einwohner: 19.934
(30. Jun. 2013)[2]
Bevölkerungsdichte: 76 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 0407063
Verwaltung (Stand: 2007)
Bürgermeister: Tadeusz Gawrysiak
Adresse: ul. Nadgoplańska 4
88-150 Kruszwica
Webpräsenz: kruszwica.um.gov.pl
Der Mäuseturm bei Kruschwitz, 1866

Kruszwica (deutsch Kruschwitz, 1940–1943 Wikingen) ist eine Stadt im Powiat Inowrocławski der Woiwodschaft Kujawien-Pommern in Polen und zugleich Sitz der gleichnamigen Stadt- und Landgemeinde.

Lage[Bearbeiten]

Kruschwitz liegt am Ausfluss der Noteć (dt. Netze) aus dem Goplosee.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Ort wurde von Gallus Anonymus beschrieben als castrum Crusuicz, Stammort der Piasten, dann 1133 Cruciuis und 1193 Crusvicia genannt. Nach der frühen Sage vom „Mäuseturm von Kruschwitz am Goplosee“ sollen die Piasten von dem Rademacher Piast abstammen, dessen Sohn Siemowit nach dem Untergang einer älteren Dynastie zum Herzog von Großpolen aufgestiegen sei.

Nach Jan Dlugosz soll unter Mieszko I., laut Boguchwal unter Mieszko II. Lambert in Kruschwitz ein Bistum für Kujawien geschaffen worden sein, das aber bald aufgelöst wurde, welches aber nicht dokumentiert ist. Erst Bolesław III. Schiefmund ließ es um 1123 in Włocławek (dt. Leslau) entstehen.

1149 fand hier eine Zusammenkunft mit Markgraf Albrecht der Bär, Otto I. und anderen Fürsten statt. Im Jahr 1157 führte Kaiser Friedrich I. (Barbarossa) ein Heer in diese Gegend.

Im Juni 1230 gab Konrad von Masowien dem Deutschen Orden im Vertrag von Kruschwitz das benachbarte Kulmerland als Lehen oder Schenkung zwischen den Flüssen Weichsel, Drewenz und Ossa mit einer Reihe von Hoheitsrechten, die nur dem Landesherrn zustanden, wie z. B. das Salzregal und das Münz- und Zollrecht. Damit erhielt der Orden weitgehende Souveränität in diesem Gebiet. Alles von den Pruzzen zu erobernde Land sollte dem Orden zu gleichen Rechten gehören.

Im Jahr 1332 wurde der Ort von deutschen Rittern erobert.

Im 2. Schwedenkrieg wurde die Stadt 1655 von schwedischen Truppen eingenommen und bis Juni 1657 gehalten.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

1772 wurde Kruschwitz preußisch, als damals kleinste Stadt (79 Einwohner) im Gesamtstaat.

  • 1816: 135
  • 1837: 306
  • 1861: 639

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Die Stiftskirche St. Marien (ehemals St. Peter und Paul) entstand wahrscheinlich 1120-40 unter Herzog Boleslaw III. Sie ist eine der ältesten Kirchen in Polen, wenn nicht die älteste überhaupt. Sie wurde Mitte des 19. und noch einmal Mitte des 20. Jahrhunderts restauriert und so weit wie möglich in den romanischen Ursprungszustand zurückversetzt.

Verkehr[Bearbeiten]

Der Bahnhof Kruszwica liegt an der Bahnlinie 231 Inowrocław Rąbinek – Mogilno.

Gmina[Bearbeiten]

Zur Stadt- und Landgemeinde Kruszwica gehören folgende Ortschaften:

polnischer Name deutscher Name
(1815-1918)
deutscher Name
(1939-45)
Bachorce Bacharcie Bachenbruch
Baranowo Gut Baranowo Lammfeld
Bródzki Königsthal Königstal
Brześć Gut Brzesc Briesen
Chełmce Chelmce Grünholm
Chełmiczki Chelmiczki Bühlau
Chrosno Chrosno Reisern
Cykowo Cykowo Ziegenfeld
Giżewo Gut Gizewo Gießbach
Głębokie Gut Glembokie Deipenhof
Gocanówko Gut Gocanowko Gotenheim
Gocanowo Gocanowo Gotendorf
Grodztwo Grodztwo Winrichsburg
Janocin Gut Janocin Ginsterbusch
Janowice Gut Janowitz Hansenhof
Karczyn Gut Karczyn Talrode
Karsk Karsk Karsen
Kicko Kicko Katten
Kobylnica Kobelnica Blessendorf
Kobylniki Gut Kobelnik Roßau
Kruszwica Kruschwitz 1939-43 Wikingen
1943-45 Kruschwitz
Lachmirowice Gut Lachmirowitz Möwenhof
Łagiewniki Lagiewnik Büttenhof
Mietlica Gut Mietlica Schmalsee
Orpikowo Orpikowo Seebach
Ostrówek Gut Ostrowek Oberwerth
Ostrowo Gut Ostrowo am Goplo Spitzwerder
Papros Papros Farnen
Piaski Gut Piaski Sandfeld
Piecki Pietzki Teerofen
Polanowice Gut Polanowitz Waltersmark
Popowo Gut Popowo Strandhof
Przedbojewice Gut Przedbojewitz
1908-18 Gut Schedbojewitz
Albrechtshof
Racice Gut Racice
1906-18 Raschleben
Raschleben
Różniaty Rozniaty Barnefeld
Rusinowo Gut Ruschinowo
1908-18 Ruschingen
Ruschingen
Rzepiszyn Emmowo Emmenhofen
Rzepowo Friedrichowo
1906-18 Friedrichau
Röwenfeld
Skotniki Königlich Skotniki
1906-18 Gut Skotniki
Hürdenfeld
Słabęcin Slabencin Ruppertsfeld
Słabęcinek Slabencinek Ruppertshof
Sławsko Górne Liliendorf Liliendorf
Sławsko Wielkie Groß Slawsk Lilienfeld
Sokolniki Sokolnik Falken
Sukowy Gut Sukowy Wächterhof
Szarlej Scharley Altschanze
Tarnówko Gut Tarnowko Tarnen
Tarnowo Gut Tarnowo Schlehen
Witowice Gut Witowice
1910-18 Weitendorf
Weitendorf
Witowiczki Gut Witowiczki Weitenhof
Wola Wapowska Wola Wapowska 1940-43 Freidorf
1943-45 Freiwappen
Wróble Gut Wroble Sperlingshof
Zaborowo Zaborowo Hinterwalden
Żerniki Zernik Schönwerth
Złotowo Zlotowo Schlotterbach

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Population. Size and Structure by Territorial Division. As of June 30, 2013. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF), abgerufen am 15. November 2013.
  2. Population. Size and Structure by Territorial Division. As of June 30, 2013. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF), abgerufen am 15. November 2013.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kruszwica – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien