Ks-Signalsystem

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Das Bild zeigt ein Ks-Signal in Allersberg in der Funktion eines Hauptsignals. Zu sehen ist das Signal Ks 1 (ein grünes Licht) und darüber das Signal Zs 3 - Geschwindigkeitsanzeiger (eine weiß leuchtende Kennziffer), das eine 10 zeigt. Dieses Signal erlaubt die Fahrt mit 100 km/h.
Ks-Signal in Allersberg in der Funktion eines Hauptsignals. Signalbegriff: Ks 1 (Fahrt ...) und Zs 3 - Geschwindigkeitsanzeiger (... mit 100 km/h)

Das Ks-Signalsystem (Ks steht für Kombinationssignal) wird seit 1994 bei der Deutschen Bahn AG (vorher Deutsche Bundesbahn und Deutsche Reichsbahn) verwendet. Es kommen Signale zum Einsatz, die Vor- und/oder Hauptsignalfunktion in einem Signalschirm vereinen. Sie ersetzen nach und nach im Rahmen von Stellwerksneubauten die alten H/V-Licht- und Formsignale, die Hl-Signale sowie die Sv-Signale. Ihr Einsatzgebiet ist auf elektronische Stellwerke (ESTW) beschränkt, da die Entwicklung entsprechender Relaisbaugruppen als nicht wirtschaftlich betrachtet wurde.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zuge der deutschen Wiedervereinigung und der damit verbundenen Zusammenlegung der Deutschen Bundesbahn mit der Deutschen Reichsbahn entstand die Notwendigkeit, die in Ost und West unterschiedlichen Signalsysteme zu vereinheitlichen.

Das bei der Bundesbahn übliche H/V-Signalsystem und das bei der Reichsbahn verwendete Hl-Signalsystem waren allerdings nicht zueinander kompatibel, sodass eine kurzfristige Umstellung aller Signale in einem Teil Deutschlands unmöglich war.

1987 gründete die Deutsche Bundesbahn eine Arbeitsgruppe, um die erweiterten Möglichkeiten der neu errichteten elektronischen Stellwerke (ESTW) besser zu nutzen. Das Ks-Signalsystem war daher von vornherein nur für den Einsatz bei ESTW vorgesehen. Eine Rückportierung auf Relaisstellwerke war nicht angedacht. Die Arbeitsgruppe erarbeitete ihren Vorschlag dabei auf der Basis des auf der Strecke Augsburg - Donauwörth erprobten neuartigen Signalsystems (Sk-Signalsystem).

Die Vorstände der Bundes- und Reichsbahn beschlossen im März 1991 die Einführung dieses neuen Signalsystems. Es wurde dabei Ks-Signalsystem genannt, weil Vor- und Hauptsignal in einem Signal kombiniert werden konnten. Die Bezeichnung ist nicht mit dem ebenfalls bei der Bundesbahn eingeführten Kompaktsignalen (KS) zu verwechseln, welche einen neuartigen Signalschirm für H/V-Signale darstellen und den Ks-Signalen optisch ähneln.

Der erste mit Ks-Signalen ausgestattete Streckenabschnitt MagdeburgSudenburgMarienborn wurde 1993 innerhalb des Steuerbezirkes des elektronischen Stellwerkes Eilsleben durch die Deutsche Reichsbahn in Betrieb genommen. Es war gleichzeitig das erste ESTW der Reichsbahn, während die Bundesbahn bereits zuvor ESTW - jedoch mit H/V-Signalen - in Betrieb genommen hatte.

Rechtlich sind Ks-Signale bis heute kein Teil der Eisenbahn-Signalordnung (ESO). Sie wurden allerdings als Betriebsversuch mit Bescheid (EBA Pr.2412 Aks521.doc Frau Rudolph) zur ESO des Eisenbahn-Bundesamtes vom 30. November 1995 bis zum Inkrafttreten der 4. Änderungsverordnung zur ESO genehmigt.[1] Die genannte Änderungsverordnung wurde jedoch nie erlassen, sodass der Betriebsversuch bis heute andauert.

Aufbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beispiel eines Ks-Vorsignals (links; Signalbegriff Ks 1 mit Zs 3v „80 km/h erwarten“) und dazugehörigem Ks-Mehrabschnittssignal (rechts; Signalbegriff Ks 2 mit Zs 3 „80 km/h“)

Das Ks-Signalsystem orientiert sich dabei am UIC-Merkblatt 732 E („Grundsätze für die Signalisierung von Zugfahrten mit ortsfesten Signalen“). Wesentliches Merkmal ist die im Merkblatt geforderte Trennung von Zugfolge- und Geschwindigkeitssignalisierung.

Ks-Signale können (wie beim Hl-Signalsystem) die Funktion

  • eines Hauptsignals,
  • eines Vorsignals oder
  • eines Haupt- und Vorsignals (Mehrabschnittssignal)

haben.

Im Gegensatz dazu sind beim H/V-Signalsystem an Standorten von Vor- und Hauptsignalen beide Signale am gleichen Standort aufgestellt und elektrisch miteinander verschaltet. Dadurch konnten für Signale ohne Geschwindigkeitsbeschränkungen die Anzahl der Lichtpunkte (ohne Zusatzlichter) von sieben bei H/V (Hp 0 (Hp 00), Hp 1, Vr 0 und Vr 1) auf drei (Hp 0, Ks 1 und Ks 2) reduziert werden. Außerdem konnte Platz eingespart werden, da nur noch ein Signalschirm erforderlich ist.

Die Hauptsignaloptiken sind Volllinsen mit 136 mm Durchmesser (V 136), während die für sonstige Zwecke benötigten Signallampen (für Zs 1 - Ersatzsignal, Zs 7 - Vorsichtsignal, Sh 1/Ra 12 - Rangierfahrtsignal (DV 301), Zusatzlichter (verkürzter Bremsweg, Vorsignalwiederholer), Kennlicht) einen Durchmesser von 70 mm (St 70) aufweisen. Eine Weißlampe kann für mehrere Zwecke (Zs 1, Sh 1/Ra 12 (DV 301)) verwendet werden, ähnlich wie beim Hl-Signalsystem. Beim H/V-Signalsystem war die Mehrfachausnutzung von Lichtpunkten nicht möglich.

Im Gegensatz zum H/V-Signalsystem entfällt eine komplizierte elektrotechnische Verschaltung am Signal. Alle Hauptoptiken sind einzeln angesteuert. Dies soll eine Erhöhung der Zuverlässigkeit und Verfügbarkeit bewirken. Im Gegensatz zum H/V-Signalsystem, bei dem der Ausfall einer Lampe schon gravierende Folgen haben konnte, ist das Ks-Signalsystem in der Lage, entsprechende Ausfälle zu kompensieren. Wenn beispielsweise beim H/V-Signalsystem eine Gelblampe des Vorsignals ausfällt, kann ein am gleichen Standort stehendes Hauptsignal nicht auf Fahrt gehen, da zunächst das Signalbild Vr 0 des Vorsignals sichergestellt sein muss.

Beim Ks-Signalsystem bleibt hingegen das Signal bei ausgefallener Gelblampe auf Halt, wechselt jedoch auf Ks 1 (Fahrt), wenn das folgende Signal auf Fahrt geht und die gelbe Signallampe daher nicht mehr benötigt wird. Ist hingegen die Grünlampe ausgefallen, wechselt das Signal auf Ks 2 (Halt erwarten), auch, wenn das folgende Signal schon Fahrt zeigt. Beim H/V-Signalsystem blieb beim Ausfall der Grünlampe des Hauptsignals das Signal auf Halt. Dadurch kann das Ks-Signalsystem mit minimalen betrieblichen Auswirkungen auf Lampenausfälle reagieren und den Betrieb dadurch flüssig halten.

Besondere Ausführungen von Ks-Signalen sind Signale, die nur als Zielsignal für Zugfahrten dienen (nur rote Optik vorhanden, sogenannte „fahrtbildlose“ Hauptsignale) und Signale, die nur Richtung Stumpfgleisen stehen (keine grüne Optik vorhanden). Auch Zufahrtssicherungssignale, die nicht ETCS-geführte Züge vor der Einfahrt in einen ETCS-Bereich ohne Signale zurückhalten, können ohne grüne Optik ausgeführt sein, wenn es von dort nur Fahrwege in die ETCS-Strecke gibt.

Teilweise werden an Ks-Signalen LED-Leuchtmittel verwendet. Damit können in einem Signalgeber statt einer bis zu drei Farben dargestellt und die Signalschirme verkleinert werden (von 64x125 auf 50x97 cm). Dabei wird das Licht von einem Mehrfarbsignalgeber per Lichtwellenleiter zum Lichtwellenaustrittspunkt geleitet.[2]

Kennlicht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Signale, die zeitweilig betrieblich abgeschaltet sind, zeigen an Stelle der sonst vorgesehenen Signalbilder ein weißes Licht (Kennlicht)“[3], um den Triebfahrzeugführer darüber zu informieren, dass das Signal zeitweilig betrieblich abgeschaltet, jedoch nicht gestört ist. Die hierfür verwendeten Signaloptiken finden - je nach Signal - auch Verwendung als weißes Zusatzlicht zur Signalisierung eines - bei Vor- und Mehrabschnittssignalen - um mehr als 5 % verkürzten Bremswegs zur Strecke (oben links im Signalschirm) oder - bei Vorsignalen - eines Vorsignalwiederholers (unten links im Signalschirm). Beim H/V-Signalsystem gibt es diese Zusatzlichter nur an den Lichtvorsignalen.

In der Anfangszeit hatten Vorsignalwiederholer einen großen runden Kreis um die Signallaternen der Hauptoptiken. Diese Kennzeichnung wurde später nach und nach umgerüstet.

Dunkelschaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine vollständige Dunkelschaltung ist im Bereich von LZB CE 2 vorgesehen, wenn im folgenden Abschnitt nur ein bis zu einem Blockkennzeichen reichender Blockabschnitt frei ist (sogenannter Teilblockmodus). In diesem Fall wird die rote Signallampe abgeschaltet. Bei ETCS Level 2 ist dagegen sogar eine vollständige Dunkelschaltung aller Signale realisiert, sodass ein in ETCS Level 2 fahrender Zug ausschließlich an dunklen Signalschirmen vorbeifährt, solange er anzeigegeführt fährt. Dabei ist die bei LZB CE 2 noch übliche Anzeige von grünen oder gelben Signallichtern, sofern sie nicht im Widerspruch zu den Führungsgrößen stehen, abgeschafft worden.

Geschwindigkeiten werden an Ks-Signalen ausschließlich durch die Signale Zs 3v - Geschwindigkeitsvoranzeiger und Zs 3 - Geschwindigkeitsanzeiger signalisiert. Dabei besteht, wie schon beim Hl-Signalsystem, die Möglichkeit des Hochsignalisierens.

Signalbilder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ks-Vorsignal Symbol stellwerksbedient.svg
Ks-Vorsignal Symbol zugbedient.svg
Ks-Vorsignal Symbol zug- oder stellwerksbedient.svg
Symbole für Ks-Vor­signale (von links: stell­werks­bedient, zug­bedient, zug- und stell­werks­bedient) in sicherungstechnischen Plänen

Je nach Funktion des Ks-Signals haben die Signalschirme ein unterschiedliches Aussehen:

Ks-Vorsignal
Reine Ks-Vorsignale verfügen über zwei meist waagerecht nebeneinander angeordnete Signallampen in den Farben grün und gelb. Im Unterschied zu den reinen Hl-Vorsignalen ist die Anordnung dabei meist gegensätzlich: Beim Ks-Signalsystem ist die grüne Laterne links und die gelbe Laterne rechts.: Am Signalmast ist das Signal Ne 2 - Vorsignaltafel angebracht (in den ersten ESTW-Bereichen der Deutschen Reichsbahn kam zur Kennzeichnung ein mit der Spitze nach unten zeigendes gelbes Dreieck zum Einsatz).
Ks-Hauptsignal
Reine Ks-Hauptsignale verfügen über zwei meist senkrecht übereinander angeordnete Signallampen mit den Farben rot und grün. Im Gegensatz zum H/V-Signalsystem ist dabei in der Regel die rote Laterne oben und darunter die grüne Laterne angeordnet.: Am Signalmast ist ein weiß-rot-weißes Mastschild (oder selten abweichende Mastschilder für Hauptsignale) angebracht. In den ESTW-Pilotprojekten der Deutschen Reichsbahn war es ursprünglich ein Mastschild mit einem mit der Spitze nach oben weisendes rotes Dreieck auf weißem Grund.
Ks-Mehrabschnittssignal
Ks-Mehrabschnittssignale sind Hauptsignale die zugleich Vorsignalfunktion besitzen. Sie haben normalerweise im Dreieck angeordnete Signallampen, wobei rot oben mittig, grün links und gelb rechts waagrecht nebeneinander unter der roten Signallampe angebracht sind. Bei Einfahrsignalen für ein Stumpfgleis kann die grüne Signallaterne fehlen und die gelbe Signallampe - sofern sie nicht als Blindoptik vorhanden ist - wie beim reinen Hauptsignal anstelle der dort grünen Signallampe direkt unter der roten Signallampe angeordnet sein.: Ist am Signalmast ein weiß-rot-weißes Mastschild angebracht, befindet sich zur Kennzeichnung der zusätzlichen Vorsignalfunktion ein mit der Spitze nach unten weisendes gelbes Dreieck. Bei den ESTW-Pilotprojekten der Deutschen Reichsbahn war das mit der Spitze nach oben weisende rote Dreieck über dem mit der Spitze nach unten weisendem gelben Dreieck angeordnet.
Signalbegriff, -bedeutung und -beschreibung Signalbilder
Vorsignal Hauptsignal Mehrabschnittssignal
mit

verkürztem Bremsweg

als

Vorsignal-wiederholer

Signal Hp 0 – "Halt"[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein rotes Licht. Ks-Hauptsignal (Hp 0).png Ks-Mehrabschnittssignal (Hp 0 - Halt).png

Ks 1 – "Fahrt"[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein grünes Licht bzw. ein grünes Blinklicht.

Das Signal zeigt ein grünes Blinklicht, wenn an diesem Signal ein Signal Zs 3v gezeigt wird.

Das an einem Haupt- oder Mehrabschnittssignal gezeigte Signal erlaubt die Anwendung der im Fahrplan zugelassenen Geschwindigkeit, wenn kein Signal Zs 3 - Geschwindigkeitsanzeiger angezeigten wird.

Ein solches lässt sich daran erkennen, „dass ein Ks-Signal in seiner Funktion als Hauptsignal immer durch ein Mastschild kenntlich gemacht ist“.[4] Trägt das Signal weder ein Mastschild, noch ein Signal Ne 2 - Vorsignaltafel, handelt es sich um einen Vorsignalwiederholer.

Handelt es sich um ein Signal mit Vorsignalfunktion, steht das nächste Hauptsignal auf Fahrt. Handelt es sich um ein Signal vor einer Fahrwegverzweigung, bei der nur in einer bestimmten Richtung ein weiteres Hauptsignal folgt, kündigt das Signal unter Umständen auch trotz gelbem Dreieck kein weiteres Hauptsignal an.

Ks-Vorsignal (Ks 1).png

Ks-Vorsignal (Ks 1) mit verkürztem Bremsweg.png

Ks-Vorsignalwiederholer (Ks 1).png Ks-Hauptsignal (Ks 1).png Ks-Mehrabschnittssignal (Ks 1).png

Ks 2 – "Halt erwarten"[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein gelbes Licht.

Das Signal erlaubt die Vorbeifahrt und kündigt Halt an. am folgenden Hauptsignal, hoch stehendem Sperrsignal oder Schutzhaltsignal Sh 0 (alt) bzw. Sh 2 (neu) an Prellböcken an. Die gelbe Lampe zeigt immer Ruhelicht, auch wenn ein Signal Zs 3v an dem Signal leuchtet oder fest als Tafel aufgestellt ist. Wenn das folgende Signal in einem verkürzten Vorsignalabstand steht, leuchtet zusätzlich ein weißes Zusatzlicht bei erstmaliger Ankündigung (oben links im Signalschirm, unten wenn es sich um einen Vorsignalwiederholer handelt). Unter Umständen ist in diesem Fall ein Geschwindigkeitsanzeiger Zs 3 aktiv.

Ks-Vorsignal (Ks 2).png Ks-Vorsignal (Ks 2) mit verkürztem Bremsweg.png Ks-Vorsignalwiederholer (Ks 2).png Ks-Hauptsignal (Ks 2).png Ks-Mehrabschnittssignal (Ks 2).png

Verkürzter Bremsweg und Zusatzlicht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein ausgeleuchteter voll ausgerüsteter Ks-Mehrabschnittssignalschirm mit den Signalbegriffen • Kennlicht oder • Zusatzlicht (verkürzter Bremsweg), • Hp 0 - Halt, • Ks 1 - Fahrt, • Ks 2 - Halt erwarten, • Zs 7 - Vorsichtsignal, • Sh 1/Ra 12 - Rangierfahrtsignal (DV 301), • Zs 1 - Ersatzsignal oder • Zusatzlicht (Vorsignalwiederholer).

„Kombinationssignale mit Vorsignalfunktion, die in einem um mehr als 5% verkürzten Abstand des Bremswegs der Strecke vor dem zugehörigen Signal stehen, zeigen bei Signal Ks 1 mit Zs 3v und bei Signal Ks 2 ein weißes Zusatzlicht über dem Signallicht.“[5] Dies gilt allerdings nur für Mehrabschnittssignale und Vorsignale mit einem Signal Ne 2 am Mast.

Ist der Bremswegabstand sehr kurz und spielen weitere Faktoren wie beispielsweise ein Gefälle eine Rolle, kann mithilfe des Signals Zs 3 an einem Mehrabschnittssignal eine geringere Geschwindigkeit signalisiert (oftmals 70 km/h) werden, wenn dieses Ks 2 "Halt erwarten" zeigt. In diesem Fall könnten theoretisch auch Selbstblocksignale mit einem Zs 3 ausgerüstet werden, wobei das Ende des anschließenden Weichenbereiches dann am Signal selbst läge. Schaltet das Signal auf Ks 1 um, erlischt die Kennziffer des Geschwindigkeitsanzeigers bzw. wird auf die eigentlich zugelassene Geschwindigkeit heraufgesetzt.

„Vorsignalwiederholer zeigen bei Ks 1 mit Zs 3v und bei Ks 2 ein weißes Zusatzlicht unter dem Signallicht.“[5]

Dabei wurde das Signalbild des nächsten Hauptsignals schon vorher angekündigt, muss aber (u.a. aufgrund schlechter Sichtverhältnisse zum dazugehörigen Hauptsignal) erneut signalisiert werden.

Das Zusatzlicht ist nicht zu verwechseln mit dem Kennlicht.

Sh 1 Lichtsignal (DS 301)/Signal Ra 12 - Rangierfahrtsignal (DV 301)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei Verwendung auf Betriebsstellen, auf denen rangiert wird, kann das Signal Sh 1 Lichtsignal (DS 301)/Ra 12 - Rangierfahrtsignal (DV 301) (Zwei weiße Lichter nach rechts steigend.) gezeigt werden. In Verbindung mit Signal Hp 0 zeigt das Signal an, dass das Haltegebot für Rangierfahrten aufgehoben ist und signalisiert, dass Rangierfahrten die Vorbeifahrt am Halt zeigenden Signal erlaubt ist.

Zusatzsignale (Zs)[6][Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Signalschirm des Signals kann das Zusatzsignal

vorhanden sein. Ortsfeste Zusatzsignale werden in der Regel an Haupt- oder Vorsignalen gezeigt. Zusatzsignale gelten nur für Zugfahrten, mit Ausnahme vom Signal Zs 103 - Rautentafel - (DV 301), welches nur für Rangierabteilungen gilt.

Das Signal Zs 1 - Ersatzsignal kommt im Ks-Signalsystem ausschließlich in der Variante als weißes Blinklicht zur Anwendung. Kann an diesem Signalschirm auch das Signal Sh 1 (DS 301)/Ra 12 - Rangierfahrtsignal (DV 301) gezeigt werden, dann wird die Signallampe unten links, ansonsten eine eigene weiße Signallampe - die sich mittig im unteren Bereich des Signalschirms befindet - dafür verwendet.

Das Signal Zs 7 - Vorsichtsignal wird durch drei gelbe Lichter in Form eines V dargestellt. Es beauftragt die Vorbeifahrt am Signal Hp 0 oder am gestörten Lichthauptsignal ohne schriftlichen Befehl und ordnet die Weiterfahrt auf Sicht an (u.a. wenn der nachfolgende Streckenabschnitt nicht auf das Freisein von Fahrzeugen überprüft werden konnte und sich deshalb Fahrzeuge im nachfolgenden Streckenabschnitt befinden könnten).

Weitere Zusatzsignale können durch zusätzlich (in der Regel) unter oder über dem eigentlichen Signalschirm, aber auch seitlich (u.a. bei eingeschränkten Sichtverhältnissen) angebrachten Signalschirmen angezeigt werden. Die maximale Anzahl an Zusatzanzeigern an einem Signal beträgt dabei in der Regel Vier (einer über dem Signalschirm, drei darunter). Dabei können auch in einem Anzeiger verschiedene Zusatzsignale untergebracht sein, zum Beispiel die Signale Zs 2 und Zs 6.

Beispiel eines Zs 3 - Geschwindigkeitsanzeiger mit den Anzeigemöglichkeiten „40/60/80 km/h“

Zusatzsignale, die in der Regel über dem eigentlichen Signalschirm angebracht/angezeigt werden:

  • Zs 3 - Geschwindigkeitsanzeiger
    • „Die durch die Kennziffer angezeigte Geschwindigkeit darf vom Signal ab im anschließenden Weichenbereich nicht überschritten werden.“
    • Formsignal: Eine weiße Kennziffer auf dreieckiger schwarzer Tafel mit weißem Rand. Die Tafel steht in der Regel auf der Spitze; bei beschränktem Raum kann die Spitze nach oben zeigen.
    • Lichtsignal: Eine weiß leuchtende Kennziffer.
Beispiel eines Zs 3v - Geschwindigkeitsvoranzeiger mit den Anzeigemöglichkeiten „30/40/60/80/110 km/h erwarten“

Zusatzsignale, die in der Regel unter dem eigentlichen Signalschirm angebracht/angezeigt werden:

  • Zs 2v - Richtungsvoranzeiger
    • „Richtungsanzeiger (Zs 2) erwarten.“
    • Ein gelbleuchtender Buchstabe.
    • Im Geltungsbereich der DV 301 darf der Richtungsvoranzeiger bis auf weiteres auch weißleuchtend sein.
  • Zs 3v - Geschwindigkeitsvoranzeiger
    • „Geschwindigkeitsanzeiger (Zs 3) erwarten.“
    • Lichtsignal: Eine gelbleuchtende Kennziffer.
    • Formsignal: Eine gelbe Kennziffer auf dreieckiger schwarzer Tafel mit gelbem Rand.
    • Die gezeigte Kennziffer bedeutet, dass der 10fache Wert in km/h als Fahrgeschwindigkeit zugelassen ist.
    • Wird an einem Ks-Signal ein Signal Zs 3v gezeigt, zeigt das Signal grünes Blinklicht.
  • Zs 6 - Gegengleisanzeiger
    • „Der Fahrweg führt in das Streckengleis entgegen der gewöhnlichen Fahrtrichtung.“
    • Lichtsignal: Ein weiß leuchtender schräger Lichtstreifen, dessen Enden in der Regel senkrecht nach oben und unten abgebogen sind. (DV 301: Die Enden können bis auf weiteres nicht abgewinkelt sein.)
    • Formsignal: Eine rechteckige schwarze Scheibe mit weißem Rand und einem weißen von rechts nach links steigenden Streifen, dessen Enden senkrecht abgewinkelt sind. Das Formsignal ist rückstrahlend.
    • Der Gegengleisanzeiger zeigt an, dass auf zweigleisiger Strecke das Gleis entgegen der gewöhnlichen Fahrtrichtung befahren werden darf. Der Auftrag, das Gleis entgegen der gewöhnlichen Fahrtrichtung zu befahren, gilt bis zum nächsten Bahnhof. Liegt davor eine Abzweig- oder Überleitstelle, gilt der Auftrag bis dahin.
  • Zs 8 - Gegengleisfahrt-Ersatzsignal
    • „Am Halt zeigenden oder gestörten Hauptsignal vorbeifahren, der Fahrweg führt in das Streckengleis entgegen der gewöhnlichen Fahrtrichtung.“
    • Ein weißblinkender Lichtstreifen von rechts nach links steigend. Die Enden des weißblinkenden Lichtstreifens können nach oben und unten senkrecht abgebogen sein.
    • Der Auftrag, das Gleis entgegen der gewöhnlichen Fahrtrichtung zu befahren, gilt bis zum nächsten Bahnhof. Liegt davor eine Abzweig- oder Überleitstelle, gilt der Auftrag bis dahin.
  • Zs 12 - M-Tafel
    • „Am Halt zeigenden oder gestörten Hauptsignal auf mündlichen oder fernmündlichen Auftrag vorbeifahren.“
    • Eine weiße Tafel mit rotem Rand und rotem „M“ in Schreibschrift.
    • Züge dürfen nach dem Halten am Halt zeigenden oder gestörten Hauptsignal auf mündlichen oder fernmündlichen Auftrag des Fahrdienstleiters vorbeifahren.
  • Zs 13 - Stumpfgleis- und Frühhaltanzeiger
    • „Fahrt in ein Stumpfgleis oder in ein Gleis mit verkürztem Einfahrweg.“
    • Formsignal: Ein um 90° nach links umgelegtes gelbes rückstrahlendes „T“ auf einer rechteckigen schwarzen Tafel.
    • Lichtsignal: Ein um 90° nach links umgelegtes gelbleuchtendes „T“.
    • Das Signal wird nicht angewendet, wenn das Signal Zs 3 zur Signalisierung gezeigt wird.

Hochsignalisieren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Signalbilder bei zusätzlichem Zs 3 zwischen Vor- und Hauptsignal

Beim Hochsignalisieren handelt es sich um die Möglichkeit, einen Fahrtbegriff mit geringerer Höchstgeschwindigkeit in einen Fahrtbegriff mit höherer zulässiger Geschwindigkeit umzuschalten, wovon hauptsächlich auf dicht befahrenen Streckenabschnitten Gebrauch gemacht wird, auf denen die Signale in sehr kurzen Abständen aufeinander folgen. Diese Möglichkeit existierte bereits bei den Hl-Signalen, nicht jedoch beim H/V-Signalsystem, bei dem ein einmal eingestellter Fahrtbegriff nicht verändert werden konnte.

Gestufte Heruntersignalisierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Steht zwischen zwei Hauptsignalen ein allein stehendes Signal Zs 3 - Geschwindigkeitsanzeiger, kann dies auch durch ein Signal Zs 3v - Geschwindigkeitsvoranzeiger an einem Ks 2-zeigenden Hauptsignal angekündigt werden.

Solche Konstellationen gibt es beispielsweise in Frankfurt (Main) Flughafen Fernbahnhof aus Richtung Frankfurter-Kreuz-Tunnel oder in Heidelberg Hauptbahnhof aus allen Richtungen.

Die mit Hilfe des Geschwindigkeitsvoranzeigers angekündigte Geschwindigkeitsbegrenzung bezieht sich in diesem Fall nicht eine am folgenden Hauptsignal zu erwartende Geschwindigkeitsbeschränkung. Es handelt sich um eine gestufte Heruntersignalisierung, die nur in Verbindung mit einem Halt zeigenden Zielsignal und daher mit einem Signalbild Ks 2 am vorherigen Signal angewendet wird. Eine analog mögliche Heraufsignalisierung ist vom Prinzip ähnlich, kommt aber ohne Geschwindigkeitsvoranzeiger aus.

Auch im H/V-Signalsystem sind derartige Signalisierungen möglich.

Bilder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Reinhold Heißmann, Alfred Slama: Die Ks-Signale und ihre Anwendung. In: Signal+Draht. 84, Nr. 9/1992, S. 246–252.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ks-Signale – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Zusammenstellung der Bestimmungen der Eisenbahn-Signalordnung 1959 (ESO 1959), einschließlich der gemäß ESO (4) genehmigten Signale mit vorübergehender Gültigkeit und der gemäß ESO (5) erlassenen Anweisungen zur Durchführung der ESO, gültig für das Netz der Eisenbahnen des Bundes (EdB). [1]
  2. Wie funktioniert eigentlich ... ein Signal mit Mehrfarbenoptik. In: DB Welt. Nr. 6, Juni 2017, S. 15.
  3. DB Netz AG, Ril 301 - Signalbuch, Modul 301.0002 Abschnitt 2 Absatz 2
  4. DB Netz AG, Ril 301 - Signalbuch, Bekanntgabe 6
  5. a b DB Netz AG, Ril 301 - Signalbuch, Modul 301.0102 - Kombinationssignale (Ks)
  6. DB Netz AG, Ril 301 - Signalbuch, Modul 301.0301 - Zusatzsignale (Zs)