Kunst und Krempel

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Seriendaten
Originaltitel Kunst & Krempel
Produktionsland DeutschlandDeutschland Deutschland
Originalsprache Deutsch
Jahr(e) seit 1985
Länge 30 Minuten
Ausstrahlungs-
turnus
wöchentlich samstags
Genre Antiquitätenberatung
Erstausstrahlung 1985 auf Bayerisches Fernsehen

Kunst & Krempel ist eine seit 1985 ausgestrahlte Sendereihe des Fernsehens des Bayerischen Rundfunks, in der Zuschauer bestimmte alte Gegenstände aus ihrem Besitz präsentieren (u. a. Gemälde, Möbel, Spielzeug, Schmuck, Militaria, Musikinstrumente, Uhren, Religiöse Volkskunst), die jeweils von zwei renommierten Experten besprochen, beurteilt und bewertet werden. Das Format ist eine Adaption der britischen Antiques Roadshow, die seit 1979 von der BBC produziert wird. Hauptinitiatoren der Sendung waren Karl Strobel (Redaktion) und Michael Kreitmeir (Regie).

Die Sendung wird drei Mal im Jahr an jeweils einem anderen Ort (in einem Schloss, in einem Museum o. Ä.) aufgezeichnet. Die Beratung und Bewertung durch die Experten ist kostenlos. Zuschauer, die ihre Antiquitäten präsentieren möchten, müssen sich vorher beim BR schriftlich anmelden.

Kunst & Krempel wird wöchentlich samstags um 19.45 Uhr im Bayerischen Fernsehen ausgestrahlt.

Die Experten[Bearbeiten]

Als Experten beraten oder waren tätig: Kunsthistoriker wie Carl Ludwig Fuchs und Herbert Giese, Volkskundler wie Johannes Willers und Wolfgang Brückner, Mineralogen wie Haidrun Wietler, Direktoren bekannter Museen wie Bernd Hakenjos († 2006) (Direktor des Hetjens-Museums/Deutsches Keramikmuseum in Düsseldorf), Bernhard Graf (Leiter des Spielzeugmuseum, Dorf- und Rebbaumuseum in Riehen), Samuel Wittwer (Direktor der Schlösser und Sammlungen der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg), Helmut Ricke (Direktor des museum kunst palast in Düsseldorf) und Hans Ottomeyer (Generaldirektor des Deutschen Historischen Museums in Berlin) sowie Kunsthändler, Musikwissenschaftler, Restauratoren und Kunstauktionatoren wie Gert Nagel.

Besondere Exponate[Bearbeiten]

Am 15. November 2008 wurde das Gemälde "Die Bergpredigt (Paulus in Lystria)" von Frans Francken dem Jüngeren in der Sendereihe vorgestellt, bei dem sich im Nachhinein herausstelle, dass es sich um vermeintlich verschollene Raubkunst handelte.[1][2]

Am 5. Oktober 2013 wurde ein Gemälde mit dem Motiv "Das Tal von Mexiko, vom Hügel Santa Isabel aus gesehen" von José María Velasco Gómez vorgestellt. Sollte sich die Authentizität bewahrheiten, so wäre es mit einem Wert zwischen 350.000 Euro und 500.000 Euro einer der wertvollsten Kunstgegenstände, der jemals bei Kunst und Krempel gezeigt wurde.[3]

Als wertvollstes Exponat der Sendereihe gilt bislang das Gemälde "Rathausplatz Breslau" des Berliner Malers Eduard Gärtner, welches 1991 gezeigt und auf einen Wert von ca. 1 Million DM geschätzt wurde. Es befindet sich heute im Kunstforum Ostdeutsche Galerie in Regensburg. [4]

Adaptionen anderer Sender[Bearbeiten]

Eine Sendung desselben Konzeptes zeigt der NDR unter dem Titel Lieb und Teuer. Der WDR zeigte bis Anfang der neunziger Jahre unter dem Titel Schatz oder Schätzchen? ein ähnliches Format. Anfang des 21. Jahrhunderts wurden ähnliche Formate auf anderen Regionalprogrammen ausgestrahlt, wie etwa Kitsch oder Kunst?, das beim HR läuft. Am 17. September 2006 startete auch beim SWR eine Antiquitätensendung unter dem Titel echt antik?!. Im englischsprachigen Raum gibt es ähnliche Konzepte unter dem Namen Antiques Roadshow.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. spiegel.de, Zugriff am 9. Dezember 2012
  2. augsburger-allgemeine.de, Zugriff am 9. Dezember 2012
  3. Bayerischer Rundfunk, Zugriff am 5. Oktober 2013
  4. http://www.augsburger-allgemeine.de/bayern/Raubkunst-bei-Kunst-Krempel-aufgetaucht-id6447511.html Zugriff am 19. Oktober 2013