Kurort Rathen (Schiff, 1911)

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Kurort Rathen
Raddampfer König Friedrich August an der Brühlschen Terrasse
Raddampfer König Friedrich August an der Brühlschen Terrasse
Schiffsdaten
Flagge Deutsches ReichDeutsches Kaiserreich Deutsches Reich

Sowjetunion 1923Sowjetunion Sowjetunion

andere Schiffsnamen
  • König Friedrich August bis 1919
  • Rathen bis 1935
Schiffstyp Raddampfer
Heimathafen Dresden
Eigner Sächsisch-Böhmische Dampfschiffahrts-Gesellschaft
Bauwerft Schiffswerft Laubegast
Stapellauf 1911
Indienststellung 1911
Verbleib unbekannt
Schiffsmaße und Besatzung
Länge
55,86 m (Lüa)
Breite 5,03 m
über Radkästen: 10,22 m
Maschinenanlage
Maschine 2-Flammrohr-Zylinderkessel
2-Zyl.-Verbundmaschine
Maschinen-
leistung
150 PS (110 kW)
Propeller 2 Patent-Seitenräder ⌀ 3,50 m
Transportkapazitäten
Zugelassene Passagierzahl maximal 755

Der Raddampfer Kurort Rathen wurde 1911 in der Schiffswerft Laubegast gebaut. Das Schiff wurde unter dem Namen König Friedrich August mit der Baunummer 51 im Jahr 1911 auf Kiel gelegt. Die Schiffstaufe fand am 8. Juli 1911 durch den Namensgeber und sächsischen König Friedrich August III. persönlich statt. 1919 erhielt es den Namen Rathen.

Die Zeit nach der Indienststellung bis 1945[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Rathen vor dem Blauen Wunder

Anlässlich des 75-jährigen Bestehens der Gesellschaft trug das Schiff bei den Probefahrten statt eines Namens die Nummer 75 auf den Radkästen. Nach der Indienststellung als Oberdeckdampfer fuhr das Schiff bis 1923 für die Sächsisch-Böhmische Dampfschiffahrts-Gesellschaft (SBDG). Nach der Einstellung des Geschäftsbetriebes 1923, fuhr das Schiff für die 1923 neu gegründete Sächsisch-Böhmische Dampfschiffahrt, Aktiengesellschaft (SBDA). Der neue weiße Anstrich der Schiffe brachte ihr den Namen Weiße Flotte ein. Das Schiff verfügte schon über eine Dampfsteuermaschine und ein Ruderhaus. Gebaut wurde die Dampfsteuermaschine von der Dresdner Maschinenbau und Schiffswerft Uebigau AG, mit der Fabrik-Nr. 1347. In der Größe ist sie mit der 1886 gebauten und seit 1956 so benannten Kurort Rathen vergleichbar. Die Passagierzahl dürfte nach heutigen Maßstäben bei ca. 350 Plätzen liegen.

1918 war das Schiff aufgrund schwieriger wirtschaftlicher Bedingungen am Ende des Ersten Weltkrieges aufgelegt.

Im Oktober 1919 wurde sie wie alle Schiffe, die Namen eines Monarchen oder einer Monarchie trugen, umbenannt und erhielt den Namen Rathen.

Raddampfer Rathen in Meißen

1929/30 wurde für die Unterdecksalons eine Dampfheizung eingebaut. Nachdem Rathen 1935 den Titel „Kurort“ erhalten hatte, wurde das Schiff in Kurort Rathen umbenannt. Bei einem weiteren Umbau wurden die Radkästen ausgebaut um Platz für den Einbau von Toiletten zu schaffen.

Im Sommer 1943 erhielt die Kurort Rathen wie alle Dampfer einen Tarnanstrich. Über ihren Einsatz im Zweiten Weltkrieg ist nichts bekannt. Zuletzt war sie als Büroschiff der Junkers Flugzeug- und Motorenwerke in Dessau im dortigen Leopoldshafen stationiert.

Die Zeit nach 1945[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Schiff kam nicht wieder in Fahrt und wurde 1946 in den Bestand der neu gegründeten Sowjetischen Staatlichen Oderschiffahrts-AG (SOAG) eingegliedert und am 3. Juli 1946 als Reparationsleistung beschlagnahmt und in die Sowjetunion überführt. In der Schiffswerft in Roßlau wurden die Decksaufbauten und Radkästen entfernt, um auf dem Weg nach Stettin die niedrigen Brücken und engen Schleusen passieren zu können. Nach Aussagen von Touristen wurde das Schiff nach dem Weg über die Ostsee im Raum Moskau eingesetzt. Über den weiteren Verbleib ist nichts bekannt.

Die Dampfmaschine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Dampfmaschine war eine oszillierende Hochdruck-Zweizylinder-Verbund-Dampfmaschine mit Einspritzkondensation. Gebaut wurde sie, wie der Zwei-Flammrohr-Zylinderkessel, von der Dresdner Maschinenfabrik und Schiffswerft Uebigau AG, mit der Fabrik-Nr. 1334. Die Leistung betrug 150 PS. Der Dampfkessel hatte 10 bar Dampfdruck. Die Dampfmaschine wirkte auf zwei seitliche Schaufelräder.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Erlpeter Kulturblatt für Pirna, Ausgabe 34 / April 2004
  • Hans Rindt: Die Weisse Flotte Dresden. Deutsches Schiffahrtsarchiv 3, S. 69–114.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]