Bohemia (Schiff, 1863)

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Bohemia
Raddampfer Bohemia in Diesbar
Raddampfer Bohemia in Diesbar
Schiffsdaten
Flagge Deutsches ReichDeutsches Kaiserreich Deutsches Reich
Schiffstyp Raddampfer
Heimathafen Dresden
Eigner Sächsisch-Böhmische Dampfschiffahrts-Gesellschaft
Bauwerft Werft Blasewitz
Stapellauf 1863
Indienststellung 1863
Verbleib Abbruch
Schiffsmaße und Besatzung
Länge
52,36 m (Lüa)
Breite 4,85  m
Maschinenanlage
Maschine 2-Flammrohr-Kofferkessel
2-Zylinder-Zwillingsmaschine

Braunkohle­verbrauch ca. 402 kg/h

Maschinen-
leistungVorlage:Infobox Schiff/Wartung/Leistungsformat
95 PS (70 kW)
Höchst-
geschwindigkeit
stromaufwärts: ca. 10,0 km/h
stromabwärts: ca. 15,1 km/h
Propeller 2 Patent-Seitenräder

Der Raddampfer Bohemia wurde 1863 in der Schiffswerft Blasewitz gebaut. Das Schiff wurde mit der Baunummer 8 auf Kiel gelegt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Indienststellung fuhr der Glattdeckdampfer für die Vereinigte Sächsisch-Böhmische Dampfschiffahrt, die im März 1867 in die Sächsisch-Böhmische Dampfschiffahrts-Gesellschaft (SBDG) umgewandelt wurde. Nach der Einstellung des Geschäftsbetriebes im Jahr 1923 fuhr das Schiff für die 1923 neu gegründete Sächsisch-Böhmische Dampfschiffahrt, Aktiengesellschaft (SBDA). Der ab 1926 übliche weiße Anstrich der Schiffe brachte ihr den Namen Weiße Flotte ein.

Um es dem Zugriff des Königreiches Preußen zu entziehen, wurde das Schiff im Mai 1866 im Vorfeld des Preußisch-Österreichischen Kriegs nach Theresienstadt verlegt und erst nach Kriegsende im August 1866 wieder nach Dresden verlegt.

Im Winter 1872/73 erhielt das Schiff einen neuen Zwei-Flammrohr-Kofferkessel. 1889 wurde dieser Kessel durch einen neuen Zwei-Flammrohr-Kofferkessel der Sächsischen Dampfschiffs- und Maschinenbauanstalt der Österreichischen Nordwest Dampfschiffahrtsgesellschaft ersetzt. Bei den Umbauarbeiten erhielt das Schiff Patent-Schaufelräder.

Raddampfer Bohemia vor der Augustusbrücke in Dresden

In den Jahren 1919–1922 war das Schiff aufgrund schwieriger wirtschaftlicher Bedingungen am Ende des Ersten Weltkrieges aufgelegt.

1927 wurde das Schiff ausgemustert und abgewrackt. Es war zu diesem Zeitpunkt mit 63 Jahren das älteste Schiff der Flotte. Die Dampfmaschine erhielt das Deutsche Museum in München.

Die Dampfmaschine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Maschine war eine oszillierende Niederdruck-Zweizylinder-Zwillings-Dampfmaschine mit Einspritzkondensation mit einer Leistung von 95 PS. Gebaut wurde sie, wie auch der erste Zwei-Flammrohr-Kofferkessel, von der Prager Schiffs- und Maschinenbauanstalt Ruston & Co. Der ursprüngliche Einsatz der 1857 gebauten Maschine ist unbekannt.

Kapitäne des Schiffes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ferdinand Hübner 1863–1865
  • Friedrich Ignatz Beckel 1866–1869
  • Ignaz Hora 1870
  • Wilhelm Hübel 1871–1872
  • Franz Rosche 1873
  • Carl August Lehmann 1874–1877
  • Gustav Theodor Röhrig 1878–1880
  • Hora 1881–1883
  • Carl August Kunze 1884–1886
  • Carl Eduard Richter 1887
  • Carl Friedrich Hering 1888–1894
  • Arno Julius Junghans 1895–1896
  • Ernst Heinrich Oskar Höhle 1897
  • Carl Friedrich Hering 1898–1903
  • Ernst August Jahn 1904–1912
  • Karl Richard Viehrig 1913–1918

Hinweis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Datum der Indienststellung ist unklar. In den Jahren 1857–1862 wird in den Mannschaftslisten ein Schiff Bohemia geführt. Die Bohemia I wurde aber schon 1856 außer Dienst gestellt. Hier besteht noch Forschungsbedarf.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Bohemia (Schiff, 1863) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien