WAS-2101

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Schiguli
1980 - VAZ 2101.JPG
WAS-2101
(Export Lada 1200/1300)
Verkaufsbezeichnung: Жигули 2101
Produktionszeitraum: 1970–1988
Klasse: Untere Mittelklasse
Karosserieversionen: Limousine
Motoren: Ottomotoren:
1,2–1,3 Liter
Länge: 4073 mm
Breite: 1611 mm
Höhe: 1382 mm
Radstand: 2424 mm
Leergewicht: 970 kg
Vorgängermodell keines
Nachfolgemodell WAS-2105

Der WAS-2101 (russisch BA3-2101, englische Transkription VAZ-2101) ist eine Limousine, die von AwtoWAS ab 1970 als erstes Modell der Schiguli-Reihe (russisch: Жигули) bis 1988 produziert wurde. Die Modellreihe wurde auch im Export anfangs als Shiguli bezeichnet, später wurde für den Export der Markenname Lada verwendet, während in der Sowjetunion weiterhin alle Modelle Shiguli behielten. Im russischen Volksmund wurden zumindest die Limousinen der Modellreihe WAS-2101 Kopeika (zu Deutsch Pfennig/Groschen) genannt. In den Export außerhalb der Sowjetunion gelangte das Modell als Lada 1200/1200S und 1300 (auch als Kombi). Bereits ab 1979 löste der WAS-2105, im Export als Lada Nova, nach und nach den 2101 ab. Die Kombiversion hat eine eigene Bezeichnung: WAS-2102.

WAS-2101 (1970–1988)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die sowjetische Regierung beschloss 1966 den Bau eines staatlichen Automobilwerks. Für das technische Wissen schloss man einen Vertrag mit Fiat. 1967 begann man die Bauarbeiten in Stawropol-Wolschskij und benannte diese Stadt nach dem 1964 verstorbenen Vorsitzenden der Kommunistischen Partei Italiens, Palmiro Togliatti, in Toljatti um. Der Hintergrund hierfür war, dass die KP Italiens damals eine starke Position bei Fiat innehatte, weswegen u. a. auch die Wahl des Kooperationspartners auf Fiat fiel. Im Rahmen des Vertrages erhielt die gegründete Fabrik AwtoWAS die Lizenz, den 1966 zum Auto des Jahres gewählten Fiat 124 zu produzieren. Gegenüber der Stadt liegen die Schiguli-Berge, wodurch das neue Modell seinen Namen erhielt. Der Schiguli hatte dickere Karosseriebleche als der Fiat 124, eine erhöhte Bodenfreiheit, einen 1198-cm³-Motor mit obenliegender Nockenwelle (anstelle des Fiat-OHV-Motors) und Trommelbremsen an den Hinterrädern an Stelle von Scheibenbremsen. Erste Versionen waren auch mit einer Kurbel zum Anlassen des Motors versehen, sollte die Batterie aufgrund des sibirischen Winters versagen, sowie einer manuell bedienbaren Hilfs-Kraftstoffpumpe. Bis 1974 war AwtoWAS der Verkauf des Autos auf Märkten verboten, wo er mit dem Fiat 124 konkurriert hätte. So gab es den WAS-2101 nur in RGW-Ländern, Belgien, den Niederlanden, Finnland und ab 1973 in Frankreich. Nachdem der Fiat 131 den 124 ersetzt hatte, begann man, das überarbeitete Modell WAS-21011 je nach Markt unter der neu gegründeten Marke Lada (Auto) als Lada 1300 und den WAS-2101 als Lada 1200 und ab 1977 als Lada 1200S nach ganz Westeuropa zu exportieren. Bereits ab 1979 wurde die Modellreihe nach und nach vom weiter entwickelten Modell WAS-2105 im Export abgelöst. Dieses wurde im Export wiederum unter verschiedenen Namen angeboten, in Deutschland als Lada Nova. Der WAS-21011 wurde 1981 eingestellt, während der WAS-2101 noch bis 1984 exportiert wurde und in der Sowjetunion bis 1988 im Angebot war.

Modellgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • WAS-2101 (1970–1988) Die erste Variante, ausgestattet mit einem 1,2-Liter-Motor mit 60 PS und einer Höchstgeschwindigkeit von 139 km/h bei einer Beschleunigung 0–100 km/h in etwa 18 Sekunden. Das Fahrwerk war gegenüber dem Fiat 124 ebenfalls geändert, ebenso der Vergaser und weitere Teile, um den unterschiedlichen russischen klimatischen Bedingungen gerecht zu werden. Unter anderem ergab sich hierbei eine Federung, die schlechten Straßen der Sowjetunion angepasst war und sogar auf harten Schotterpisten eine sehr bequeme Fahrt ermöglichte. In kürzester Zeit wurde der Schiguli ein echter Hit in der Sowjetunion.

Da aber das Werk in Toljatti nicht mit der Nachfrage der Verbraucher mithalten konnte, mussten die Kunden jahrelange Wartezeiten in Kauf nehmen, um das Auto zu kaufen.

  • WAS-21011 (1974–1981) Diese modifizierte Variante wurde mit einem 1,3-Liter-Motor mit 69 PS ausgestattet. Zudem gab es selbstnachstellende Trommelbremsen an der Hinterachse, welche nun auch im WAS-2101 verbaut wurden. Die Scheinwerfer wurden ebenfalls verbessert, während die Hörner auf den Stoßfängern entfielen und ein Gummistreifen auf der ganzen Länge des Stoßfängers aufgebracht wurde. Die Rückleuchten erfuhren ebenso eine Überarbeitung und erhielten einen passiven Reflektor integriert, während beim WAS-2101 weiterhin ein kleines rechteckiges Teil extra angebracht war. Die Scheibenwasserpumpe bediente man im WAS-21011 gegenüber dem WAS-2101 mit dem Fuß, anstatt per Gummi-Taste auf dem Armaturenbrett. Das Armaturenbrett hatte bei diesem Modell eine Holz-Kunststoff-Verkleidung, und statt schwarz war es nun hellgrau oder weiß-schwarz. Die Sitze wurden komfortabler gestaltet und die Beleuchtung der Instrumententafel kraftvoller. Auf den hinteren Säulen gab es jeweils ein Belüftungsgitter und oberhalb der vorderen Stoßstange vier horizontale ovale Belüftungslöcher. All diese Maßnahmen wurden speziell für den Export geschaffen, um das Modell wettbewerbsfähiger anbieten zu können, was anfänglich auch der Fall war.

1979 gab es für die Exportmodelle optische Überarbeitungen, so geänderte Außenspiegel, andere Lüftungsgitter und ein überarbeitetes Armaturenbrett. Der Exportname dieses Modell war meist Lada 1300.

  • WAS-21013 (1977–1988) Ein WAS-2101 mit den vielen Änderungen des WAS-21011 und einem modernisierten 1,2-Liter-Motor, exportiert als Lada 1200S.
  • WAS-21016 (1976–1981) Spezielle Variante für die sowjetische Miliz mit einem 1,5-Liter-Motor des Lada 1500
  • WAS-21018 (1978) Ein WAS-21011 mit Wankelmotor für die sowjetische Miliz und den KGB mit 80 PS.
  • WAS 2105 (1979) Überarbeitete Modellreihe, im Export u. a. als Lada Nova erschienen.
  • WAS-21019 „Arkan“ (1983) Ebenfalls ein WAS-21011 mit Wankelmotor für die sowjetische Miliz und KGB mit nun 120 PS.
  • Der WAS-21011 wird eingestellt.
  • 1984 Einstellung des Exports des WAS-2101 (Lada 1200/1200S)
  • 1988 Produktionseinstellung der Modellreihe

Technische Daten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kenngrößen WAS-2101
Masse 970 kg
Maximal zulässige Gesamtmasse 1355 kg
Länge 4073 mm
Breite 1611 mm
Höhe 1440 mm
Radstand 2425 mm
Spurweite 1345 mm
Reifen 6.15-13 oder 155 SR 13 oder 165 R 13
Motorbaumuster 2101
Motorbauart Wassergekühlter Reihenvierzylinderottomotor
Gemischaufbereitung 1 Fallstrom-Registervergaser Type Weber 32 DCR
Hubraum 1198 cm3
Bohrung × Hub 76 mm × 66 mm
Verdichtungsverhältnis 8,8 : 1
Nennleistung (GOST) 44 kW (60 PS) bei 5600 min−1
Max. Drehmoment (GOST) 87 N·m (8,9 kp·m) bei 3400 min−1
Höchstgeschwindigkeit 140 km/h
Beschleunigung (0–100 km/h) 20 s
Kraftstoffverbrauch (kombiniert, l/100 km) 8,5 l
Kraftstoffbehältervolumen 39 l
Quelle [1]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: WAS-2101 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Werner Oswald: Kraftfahrzeuge der DDR, 2. Auflage Motorbuchverlag, Stuttgart, 2000, ISBN 3-613-01913-2. S. 160