Lassen-Volcanic-Nationalpark

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Lassen-Volcanic-Nationalpark
Blick auf den Lassen Peak von Lake Helen
Blick auf den Lassen Peak von Lake Helen
Lassen-Volcanic-Nationalpark (USA)
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Koordinaten: 40° 29′ 17,4″ N, 121° 30′ 18″ W
Lage: Vereinigte Staaten
Nächste Stadt: Redding (Kalifornien)
Fläche: 431,35 km²
Gründung: 9. August, 1916
Besucher: 499.435 (2018[1])
Adresse: Lassen Volcanic National Park
Lassen Volcanic National Park map 2006.07.png
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Der Lassen-Volcanic-Nationalpark ist ein in Nordkalifornien gelegener Nationalpark der Vereinigten Staaten. Der Park liegt im nordöstlichen Teil des heutigen Bundesstaates Kalifornien, ungefähr 200 Kilometer von Sacramento entfernt. Besonderes Merkmal des Parks ist seine Vulkanlandschaft um den zuletzt zwischen 1914 und 1921 aktiven Lassen Peak, dem südlichsten Vulkan der Kaskadenkette. Das 431 km² große Gebiet wurde 1916 – im Zuge des durch den Ausbruch des Lassen Peaks gestiegenen öffentlichen Interesses – unter Schutz gestellt und wird seither vom National Park Service verwaltet.

In der Gegend rund um den Lassen Peak ist die Erde immer noch vulkanisch aktiv, was sich in Schlammtöpfen, heißen Quellen und Fumarolen zeigt. Lassen ist eines der wenigen Gebiete weltweit, in denen vier Formen von Vulkanen gleichzeitig vorkommen: Schildvulkane, Aschenkegel, Lavadome und Stratovulkane.

Heute gehört der Lassen-Volcanic-Nationalpark durch seine abgelegene Lage zu den weniger bekannten und besuchten Nationalparks der Vereinigten Staaten. Von den rund 241 Kilometern an Wanderwegen im Park werden vor allem die am Rande der California State Route 89 liegenden Wege zum Gipfel des Lassen Peak sowie zu den Hydrothermalquellen von Bumpass Hell genutzt. Seit dem Jahr 2008 steht mit dem Kohm Yah-mah-nee ein neues Besucherzentrum am südwestlichen Eingang des Parks für Touristen offen. Die Hauptsaison erstreckt sich über die Monate Juni bis September, da die den Park durchziehende State Route 89 in den übrigen Monaten üblicherweise wegen Schnees gesperrt ist.

Etymologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name des Nationalparks leitet sich von dem aus Dänemark stammenden Immigranten Peter Lassen (1800–1859) ab, der den Lassen Peak (bisweilen auch: „Mount Lassen“) als erster Europäer bestiegen haben soll. Lassen, ein gelernter Schmied, emigrierte 1830 in die Vereinigten Staaten, siedelte zehn Jahre später nach Kalifornien über und erwarb 1844 großflächig Land im heutigen Tehama County. Nach dem Beginn des Kalifornischen Goldrausches erschloss Lassen diesen oberen Teil des Kalifornischen Längstals durch die Erkundung einer neuen Planwagenroute über die Berge. Die Benennung verschiedener Orte in Nordkalifornien ist auf den Umstand zurückzuführen, dass Lassen der erste Europäer war, der sich dauerhaft in diesem Teil Kaliforniens niederließ. Neben dem Lassen Peak und dem Nationalpark ist auch der Lassen National Forest nach ihm benannt. Ob die Lassen zugeschriebene Erstbesteigung des Lassen Peak allerdings stattgefunden hat, ist heute nicht mehr zu klären.[2] Fest steht allein, dass der zuvor als „San Jose“, „Mount Joseph“, oder „Mount Saint Joseph“ bekannte Vulkan seinen heutigen Namen von dem Goldsucher Grover K. Godfrey nach einer Begegnung mit Peter Lassen im Jahr 1851 erhielt. Die erste nachweisbar dokumentierte Besteigung des Lassen Peak wurde von Godfrey selbst durchgeführt.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Straßenkarte der Region um den Nationalpark

Der Lassen-Volcanic-Nationalpark liegt am südlichen Ende der Kaskadenkette, einer Gebirgskette vulkanischen Ursprungs, die parallel zur Westküste Nordamerikas verläuft und zum Pazifischen Feuerring gehört. Das Schutzgebiet umfasst eine Fläche von mehr als 430 Quadratkilometern und liegt östlich des oberen Sacramento Valley, einer stark landwirtschaftlich geprägten Region Nordkaliforniens.

Die zwei Eingänge des Parks werden von der California State Route 89 verbunden, die den Lassen-Volcanic-Nationalpark in einer großen Schleife um den Lassen Peak durchzieht. Von dem an der Interstate 5 gelegenen Verkehrsknotenpunkt Redding aus kann der nordwestliche Eingang zum Park über die California State Route 44 erreicht werden. Von der ebenfalls an der Interstate 5 gelegenen Stadt Red Bluff führt die California State Route 36 zum südwestlichen Eingang. Von der Universitätsstadt Chico aus kann derselbe Parkeingang über die California State Route 32 und dann die California State Route 36 erreicht werden. Besucher aus Reno in Nevada (das über den Flughafen Reno-Tahoe angeflogen werden kann) erreichen den nordwestlichen Parkeingang über die California State Route 44 oder den südwestlichen Eingang über die California State Route 36 durch die Kleinstadt Chester am Lake Almanor.

Vereinfachte Karte des Parks mit hydrothermalen (rote Punkte) und vulkanischen (gelbe Dreiecke) Attraktionen

Die Nationalparkverwaltung teilt das Schutzgebiet in fünf unterschiedliche Regionen ein:[3]

  • Manzanita & Summit Lakes im nordwestlichen Teil des Parks bietet zahlreiche Einrichtungen für Besucher, darunter das Loomis Museum, sowie den größten Campingplatz des Parks am Rande des Manzanita Lake, an den auch ein kleiner Laden angeschlossen ist. Wanderer erreichen 20 Kilometer südlich des Manzanita Lake den Beginn eines Pfades zum Summit Lake.
  • Southwest am südwestlichen Eingang zum Park liegen mit Sulphur Works und Bumpass Hell die bekanntesten hydrothermalen Attraktionen des Parks. Im Besucherzentrum Kohm Yah-mah-nee bieten Ausstellungen und ein kurzer Film Informationen für Touristen. Von einem Parkplatz am Fuße des Lassen Peak aus kann der Vulkan über den Lassen Peak Trail bestiegen werden.
  • Warner Valley im Süden bietet in der Nähe der historischen Drakesbad Guest Ranch weitere hydrothermale Bereiche wie Devils Kitchen, Boiling Springs Lake und Terminal Geyser.
  • Juniper Lake im abgelegenen Südosten ist von dem größten See im Park geprägt.
  • Butte Lake, bekannt für die Blocklava-Felder Fantastic Lava Beds, die Painted Dunes und den Aschenkegel Cinder Cone. Am Rande der Fantastic Lava Beds verläuft ein Teil des von frühen Siedlern genutzten Nobles Emigrant Trail.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zur Ankunft der weißen Siedler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vor der Ankunft weißer Siedler wurde die Gegend um den Lassen Peak von den Volksstämmen der Yahi, Yana, Atsugewi und Maidu bewohnt.[4] Aufgrund der harschen Winter kamen sie lediglich in den Sommermonaten zur Jagd und zum Fischfang sowie zum Sammeln von Beeren und Nüssen in das Gebiet des heutigen Nationalparks.

Bei der Besiedlung Kaliforniens durch europäische Einwanderer spielte die Region nur eine untergeordnete Rolle. Die 1848 von Peter Lassen erstmals genutzte Planwagenroute durch das Gebiet des heutigen Nationalparks stellte sich als zu beschwerlich heraus und erlangte nie die Bedeutung der weiter südlich in der Sierra Nevada gelegenen Gebirgspässe Donnerpass und Carsonpass. Eine in den 1850er Jahren von William H. Nobles entwickelte Route wurde zwar von einer größeren Zahl Siedler genutzt als der Lassen Trail, spielte aber im Vergleich zu den Pässen der Sierra Nevada ebenfalls eine untergeordnete Rolle und wurde schließlich aufgegeben.

Erste Erkundungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lake Helen, benannt nach Helen Brodt, die als erste nicht-indigene Frau den Lassen Peak bestieg

Im Zuge der Besiedlung des Sacramento Valley nahm auch das Interesse an der südlichen Kaskadenkette zu.[5] Im Jahr 1863 schickte der California Geological Survey eine Expedition unter der Leitung von William H. Brewer in die Gegend des heutigen Nationalparks, die erste Ergebnisse für das Verständnis der vulkanischen Ursprünge des Gebiets lieferte. Im August 1863 bestieg Helen Brodt als erste nicht-indigene Frau den Lassen Peak. Nach ihr wurde später der am Fuße des Vulkans gelegene See Lake Helen benannt.

Im Jahr 1873 bestieg der Naturkundler Harvey W. Harkness als Erster den Aschenkegel Cinder Cone. Ab 1883 erforschte der Geologe Joseph S. Diller im Auftrag des United States Geological Survey das Gebiet des heutigen Nationalparks. Seine vierzigjährigen Arbeiten mündeten in zahlreichen Abhandlungen und in der Feststellung, dass Lassen Peak zur südlichen Kaskadenkette und nicht etwa zur Sierra Nevada gehört.

Die Einrichtung des Nationalparks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Poster aus dem Jahr 1938

Als zu Beginn des 20. Jahrhunderts Holzfäller, Rancher und Eisenbahngesellschaften eine zunehmende Bedrohung für das Gebiet des heutigen Nationalparks darzustellen begannen, ordnete der amerikanische Präsident und frühe Verfechter des Naturschutzes Theodore Roosevelt im Mai 1907 die Einrichtung der beiden National Monuments Cinder Cone National Monument und Lassen Peak National Monument an.[6]

Nur sieben Jahre später, am 30. Mai 1914, brach der Lassen Peak aus. Das Ereignis wurde von der Öffentlichkeit mit großem Interesse verfolgt und brachte Journalisten, Fotografen, Wissenschaftler und Schaulustige in das Schutzgebiet. Nach einer Reihe kleinerer Ausbrüche kam es im Mai 1915 zu einer Eruption, die so stark war, dass Vulkanasche bis in die rund 240 Kilometer südöstlich gelegene Stadt Reno gelangte.

Die Vulkanausbrüche erzeugten ein solch großes öffentliches Interesse, dass Präsident Woodrow Wilson am 9. August 1916 eine Fläche von 79.561 Acres (rund 32.197 Hektar) als Nationalpark auswies. Nur zwei Wochen später unterzeichnete Wilson ein Gesetz zur Gründung des National Park Service, der seither für die Verwaltung und des Schutz der Nationalparks in den Vereinigten Staaten zuständig ist.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Mike White: Lassen Volcanic National Park: Your Complete Hiking Guide, 5th edition, Birmingham, AL 2016, ISBN 978-0-89997-799-7

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Lassen-Volcanic-Nationalpark – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. National Park Service: Annual Visitation Report by Years, zuletzt abgerufen am 30. November 2019.
  2. Hierzu und zum folgenden Mike White, Lassen Volcanic National Park: Your Complete Hiking Guide, 5th edition, Birmingham, AL 2016, S. 6.
  3. Lassen Volcanic Guide, hrsg. vom National Park Service, hier in der Ausgabe „Summer / Fall 2020“, S. 2.
  4. Hierzu und zum folgenden vgl. White, Lassen Volcanic National Park S. 4–6.
  5. Hierzu und zum folgenden vgl. White, Lassen Volcanic National Park, S. 6f.
  6. Hierzu und zum folgenden vgl. White, Lassen Volcanic National Park, S. 8f.