Leipziger Verkehrsbetriebe

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Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) GmbH
Leipziger Verkehrsbetriebe LGelb HG hoch cmyk.svg
Basisinformationen
Unternehmenssitz Leipzig
Webpräsenz www.L.de/verkehrsbetriebe
Bezugsjahr 2012
Eigentümer 100 % Leipziger Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft (LVV) mbH
Verkehrsverbund MDV
Mitarbeiter 2.402 LVB-Unternehmensgruppe
Linien
Spurweite 1458 mm
Straßenbahn 13
Bus 61 (Tagesnetz)
10 (Nachtnetz)
Anzahl Fahrzeuge
Straßenbahnwagen 281 Triebwagen
48 Beiwagen
Omnibusse 148 Omnibusse
Statistik
Fahrgäste 142,2 Mio. (2014) [1]
Fahrleistung 25 Mio. km pro Jahr
Haltestellen 756 Bushaltestellen
516 Bahnhaltestellen
Einwohner im
Einzugsgebiet
0,7 Mio.
Betriebseinrichtungen
Betriebshöfe 6
Länge Gleisanlagen 318,7 km
Weichen 726
Logo der Leipziger Verkehrsbetriebe bis Januar 2016
Älteres Logo der Leipziger Verkehrsbetriebe

Die Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) sind ein kommunales Unternehmen der Stadt Leipzig und betreiben den öffentlichen Personennahverkehr (Straßenbahn/Stadtbahn und Busverkehr) in der Stadt und der näheren Umgebung. Das Liniennetz der LVB ist in den Mitteldeutschen Verkehrsverbund (MDV) eingebunden. Am 1. Januar 1917 aus der Fusion der Großen Leipziger Straßenbahn und der Leipziger Elektrischen Straßenbahn entstanden, firmierte das Unternehmen bis zum 29. Juli 1938 noch unter Große Leipziger Straßenbahn.

Struktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gesellschaft ist als Holding organisiert und besteht aus folgenden Unternehmen:

  • Die LeoBus GmbH (am 1. November 2005 hervorgegangen aus Regionalverkehr Leipzig (RVL); Regionalverkehr Taucha (RVT); Dt. Nahverkehrsgesellschaft (DNVG) und der Bussparte der LSVB) übernimmt den Busverkehr in Leipzig sowie im Umland von Leipzig und bietet auch andere Dienstleistungen an. Bis 31. Juli 2008 auch die Personennahverkehrsgesellschaft Riesa mbH (PNV)
  • Die Leipziger Stadtverkehrsbetriebe GmbH & Co. KG (LSVB) betreiben den Straßenbahnverkehr innerhalb des Leipziger Netzes, während die LVB als Besteller fungieren
  • Die LTB Leipziger Transport und Logistik Betriebe GmbH ist verantwortlich für das Fuhrparkmanagement und Instandhaltungsleistungen an Fahrzeugen.
  • Die Verkehrs-Consult Leipzig GmbH (VCL) bietet Beratungs-, Planungs- und Projektierungsleistungen im Verkehrswesen.
  • Die IFTEC, hervorgegangen aus der LFB und der LIB bietet maßgeschneiderte Instandhaltungslösungen für Schiene und Fahrzeuge.
    (Leipziger Fahrzeugservice-Betriebe GmbH (LFB): Industrieserviceleistungen und technische Systemlösungen im Bereich des Verkehrswesens)
    (LIB Leipziger Infrastruktur Betriebe GmbH & Co. KG: Instandhaltung und Bau von Bahn- und Straßenverkehrsanlagen)
  • Die Leipziger Service Betriebe GmbH (LSB) bewirtschaften Parkflächen und bieten Dienstleistungen wie Reinigung und Bewachung im Verkehrswesen.
  • Die LAB Leipziger Aus- und Weiterbildungsbetriebe GmbH sind im Bereich der gewerblichen und kaufmännischen Berufsaus- und Weiterbildung im Verkehrswesen tätig. Zudem ist sie mit der Fahrschulausbildung für Straßenbahn, Omnibus sowie Pkw in der LVB-Gruppe zuständig.

Diese Teilung wurde im Hinblick auf künftige Ausschreibungen des ÖPNV und knappe öffentliche Kassen durchgeführt, die Tochterunternehmen können sich um Aufträge bewerben. Die restlichen Anteile von 49 % am ehemaligen Tochterunternehmen HeiterBlick GmbH wurden am 23. Dezember 2010 an Kirow verkauft und damit die Privatisierung dieses Unternehmens abgeschlossen.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1872–1945[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 18. Mai 1872 nahm die Leipziger Pferdeeisenbahn (LPE) den Linienbetrieb auf. Der Straßenbahnhof Reudnitz war das erste Depot und gleichzeitig der Sitz der Direktion des Unternehmens. 25 Jahre nach ihrer Eröffnung besaß die LPE 1013 Pferde, 172 Wagen und fünf Depots. Die letzte Pferdebahn fuhr am 16. April 1897. Nach der Elektrifizierung nahmen am 17. April 1896 die Große Leipziger Straßenbahn (GLSt) und die Leipziger Elektrische Straßenbahn (LESt) den Linienbetrieb auf. Um 1900 wurde die Leipziger Außenbahn AG (LAAG) gegründet, die sich um eine Verbindung nach Schkeuditz (damals zu Preußen gehörend) bemühte. Dafür war eine Sondergenehmigung des Regierungspräsidenten von Merseburg notwendig. Durch die starke Nachfrage wurde diese Linie dann zweigleisig ausgebaut.

Im Jahr 1913 wurde die Leipziger Allgemeine Kraftomnibus AG (LAKAG) als Konkurrenz zu den Straßenbahnen gegründet. Zu Beginn des Ersten Weltkrieges musste der Busbetrieb wieder aufgegeben werden, da die Busse zum Kriegseinsatz abgezogen wurden. Während des Ersten Weltkrieges waren die Betriebe durch die Armut der Bevölkerung nicht mehr profitabel zu führen, so dass sich die Große Leipziger Straßenbahn und die Leipziger Elektrische Straßenbahn 1916 zusammenschlossen und 1919 von der Stadt übernommen wurden. Ab 1925 wurden wieder Kraftomnibusse eingesetzt. Ab 1938 wurde ein Oberleitungsbus-System in Leipzig aufgebaut, die O-Busse versahen bis 1975 – nach Reduzierung der Linien in den 1960er Jahren – ihren Dienst. Noch im selben Jahr (1938) wurde der Name des Betriebes in Leipziger Verkehrsbetriebe geändert.

1945–1990[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Zweiten Weltkrieg erfolgte nach und nach eine langsame Erneuerung des Fuhrparks, Neubaufahrzeuge ab 1951 mit Wagen vom VEB Lokomotiv- und Waggonbau Werdau (LOWA-Wagen) oder ab Anfang der 1960er Jahre mit vierachsigen Gotha-Gelenktriebwagen. 1969 wurden die ersten Tatra T4D aus der Tschechoslowakei eingesetzt, sie übernahmen bis Ende der 1980er Jahre nahezu den kompletten Linienbetrieb bei der Straßenbahn.

Nach der Wende 1990[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1993 bestehen die Verkehrsbetriebe als GmbH. Um dem großen Fahrgastschwund entgegenzuwirken, setzten die LVB ab 1992 behindertenfreundliche Niederflurbusse und ab 1995 dreiteilige Niederflur-Straßenbahn-Gelenkwagen ein. 1994 waren die Leistungsdaten der LVB 31,5 Mio. Wagenkilometer (2.518,8 Mio. Platzkilometer) bei der Straßenbahn und 6,8 Mio. Wagenkilometer (491,3 Mio. Platzkilometer) beim Omnibus. Die Beförderungszahlen lagen 1994 bei der Straßenbahn bei 98 Mio. und beim Omnibus bei 20 Mio. Passagieren, außerdem 0,5 Mio. im Sonderverkehr. Zu dieser Zeit zählte man noch 2723 Beschäftigte. Am 1. Januar 1995 betrug die Gleislänge 328,2 km, davon 11,6 km auf unabhängigem Gleiskörper und 66,7 km auf besonderem Gleiskörper, 29,7 km gehörten zu Betriebshöfen und Werkstätten. 8,4 km der Strecken waren eingleisig. Es waren 553 Triebwagen und 192 Beiwagen im Bestand, außerdem 92 Solobusse (davon 45 MAN NL 202) und 47 Gelenkbusse (davon 10 Mercedes-Benz O 405 GN Niederflurbusse und 37 Ikarus 280 Hochflurbusse).[3]
1998 wurden nachts erstmals durchgehend Buslinien, die sogenannten Nightliner, eingeführt. 2001 kam es zu einer umfassenden Netzlinienreform.

Betriebsbereiche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Straßenbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Modernisierter Tatra-T4D-M-Großzug der LVB, Beiwagen umgebaut mit Niederflureinstieg in der Mitte

Die LVB betreiben 13 Straßenbahnlinien. Das Streckennetz hat eine Streckenlänge von 150,3 km (7,8 km davon eingleisig) und 516 Straßenbahnhaltestellen (beide Richtungen).

Omnibus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Stadt Leipzig sowie im Umland werden von den LVB derzeit 61 Buslinien betrieben. Im Nachtverkehr verkehren neun (am Wochenende zehn) Linien. Diese Nachtlinien verkehren im Ringverkehr, der Knotenpunkt befindet sich am Hauptbahnhof.

Historische Straßenbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Triebwagen Typ 13:

Technische Daten
Nummernreihe 416–505
Inbetriebnahme 5. November 1906
Hersteller Centralwerkstätten der GLSt, Leipzig
Elektrische Ausrüstung AEG/LEW
Fahrschalter 2 × Typ K26w
Motor 2 × BM 20/600, je 16 kW
Bremsen Druckluftbremse, Handbremse

Triebwagen Typ 27:

Technische Daten des Triebwagens Nummer 981
Baujahr 1913/1929
Sitzplätze 18 (Quersitze)
Stehplätze 20
Gewicht 11,9 t
Länge 8,86 m
Achsstand 2 m
Bremsen Druckluftbremse (Motorkompressor), E-Bremse, Handbremse
Fahrschalter Schleifringfahrschalter AEG-FB3sp41
Motoren 2 × AEG-USL253a je 34 kW

Triebwagen Typ 29:

Technische Daten
Nummernreihe 1001–1056
Inbetriebnahme 18. Juni 1930
Hersteller Linke-Hofmann-Busch AG, Bautzen
Elektrische Ausrüstung Sachsenwerk, Dresden-Niedersedlitz
Fahrschalter 2 × Typ SNF
Motoren 4 × GBv 237, je 45 kW
Bremsen Druckluftbremse, E-Bremse, Handbremse, Schienenbremse

Triebwagen Typ 30:

Technische Daten
Nummernreihe 1601–1615
Inbetriebnahme 13. Oktober 1951

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Leipziger Verkehrsbetriebe – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.lvb.de/wir_ueber_uns/Im_Fokus/2,1,YTozOntzOjc6ImNvbW1hbmQiO3M6MTc6InNob3dEZXRhaWxJbUZva3VzIjtzOjY6ImVudGl0eSI7czo0OiIyOTExIjtzOjg6InJlZGlyZWN0IjtiOjE7fQ%3D%3D
  2. LVZ online am 23. Dezember 2010: Privatisierung beendet
  3. LVB: Zahlen und Fakten 1995