Leiterrahmen

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Ein De Dion aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg mit Leiterrahmen
über den Achsen gekröpfter Rahmen mit Kreuzverstrebung und gelochten Verstärkungsblechen („X-Rahmen“)
Kastenrahmen (Land Rover Series III)

Als Leiterrahmen bezeichnet man eine Bauart von Fahrzeugrahmen im Automobilbau, das unter anderem die Achsen, Motor, das Getriebe und den Aufbau aufnimmt. Zwischen zwei starken Längsholmen sind mehrere Querstreben eingefügt, die ihm die Form einer Leiter geben. Zur Verbesserung der Verwindungssteifheit werden Leiterrahmen aus geschlossenen Profilen hergestellt. Man nennt sie dann auch Kastenrahmen.

Bis in die 1950er Jahre wurden auch die meisten Pkw mit Rahmen dieser Bauart ausgeliefert, danach setzte sich dort die selbsttragende Karosserie durch. Seitdem verwendet man Leiterrahmen vorwiegend noch zum Bau von Lastkraftwagen, Anhängern, Bussen und Geländewagen.[1]:44

Nutzfahrzeuge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Lastkraftwagen und Anhängern sind die beiden Längsholme meist gerade durchgehend, die Querverstrebung in leiter- oder X-förmiger Bauweise ausgeführt.[2] Die Längsträger werden mit nach innen liegenden U-Profilen ausgeführt. Bei diesen liegt der Schubmittelpunkt auf der Außenseite, Kräfte können über dort montierte Konsolen eingeleitet werden ohne das Profil zu verdrillen. Die Querträger sind U- oder Hutprofile, an kritischen Stellen zusätzlich Knotenbleche angebracht.[1]:45 Die Traversen werden vernietet, verschweißt oder verschraubt.[3]

Personenkraftwagen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vor dem Ersten Weltkrieg begannen einzelne Hersteller, die Leiterrahmen zwischen den Achsen abzusenken (Tief- oder Niederrahmen) oder unter der Achse durchzuführen (Underslung-Rahmen), um den Schwerpunkt zu senken und den Innenraum zu vergrößern. Diese Bauart setzte sich in den 1920er Jahren weitgehend durch.

Bei Luxusfahrzeugen war es üblich, dass der Kunde vom Hersteller nur das Fahrgestell mit Fahrwerk und Antrieb bezog und sich von Karosseriefirmen (Stellmachern) einen eigenen Aufbau speziell anfertigen ließ.

In den 1960er Jahren verschwanden diese Hersteller weitgehend, 1978 wurde das letzte Fahrzeug von Ateliers Henri Chapron hergestellt.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Heribert Braun, Günter Kolb: Lkw. Ein Lehrbuch und Nachschlagewerk. 11. Auflage. Kirschbaum Verlag, Bonn 2012, ISBN 978-3-7812-1850-5.
  2. Bosch: Kraftfahrtechnisches Taschenbuch 10. Auflage 1950, Robert Bosch GmbH Stuttgart, S. 192.
  3. Rolf Gscheidle et al.: Fachkunde Kraftfahrzeugtechnik. 27. Auflage, Verlag Europa-Lehrmittel, Haan-Gruiten, 2001. ISBN 3-8085-2067-1. S. 432.