Lichnov u Bruntálu

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Lichnov
Wappen von Lichnov u Bruntálu
Lichnov u Bruntálu (Tschechien)
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Basisdaten
Staat: Tschechien
Region: Moravskoslezský kraj
Bezirk: Bruntál
Fläche: 2725 ha
Geographische Lage: 50° 1′ N, 17° 37′ OKoordinaten: 50° 0′ 37″ N, 17° 37′ 25″ O
Höhe: 380 m n.m.
Einwohner: 1.035 (1. Jan. 2017)[1]
Postleitzahl: 793 15 - 794 01
Kfz-Kennzeichen: T
Struktur
Status: Gemeinde
Ortsteile: 2
Verwaltung
Bürgermeister: Marta Huterová Otisková (Stand: 2015)
Adresse: Lichnov 42
793 15 Lichnov u Bruntálu
Gemeindenummer: 597554
Website: www.obeclichnov.cz

Lichnov (deutsch Lichten) ist eine Gemeinde mit rund 1000 Einwohnern im Okres Bruntál in Tschechien.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lichnov liegt in 380 m ü.M. im Tal der Čižina (Cziczina) zehn Kilometer südwestlich von Krnov (Jägerndorf).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort wurde erstmals 1340 urkundlich erwähnt. Die Reste einer Wallburg im Ortsbereich werden auf das Jahr 1120 datiert.

Lichten gehörte zur Herrschaft Jägerndorf und somit zu den Bennischer Stadtdörfern. In der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts verkaufte Johann von Kralitz die Feste Zator inklusive der Dörfer Breitenau, Seifersdorf, Wiese, Friedersdorf sowie Lichten an Johann von Woschütz.

1420 wüteten die Hussiten in der Nähe von Hof und Lichten. 1471, im Zuge des Krieges zwischen Polen und Ungarn, war auch die Umgebung von Lichten betroffen, da sich die Kämpfe bei Troppau abspielten. Johann von Woschitz war von 1497 bis 1507 Oberlandesrichter im Fürstentum Jägerndorf und nannte sich nach dem Besitz Lichten Johann Lichnovsky von Woschütz.

Seine vier Söhne verkauften die Herrschaft Zator und behielten Lichten und Taubnitz. Peter Lichnowsky von Woschitz kaufte 1522 Burg und Dorf Neplachowitz sowie den Ort Pickau. Sein Sohn Nikolaus übernahm Lichten, dessen Bruder Johann Neplachowitz. 1612 fiel Lichten den Markgrafen von Jägerndorf zu.

Vor der Reformation bestand in Lichten eine Pfarrei, zu welcher auch Milkendorf und Taubnitz gehörten. Die Bewohner von Lichten waren bis ins 18. Jahrhundert mehrheitlich protestantisch. Die Matriken beginnen 1664, die ältesten Grundbücher reichen bis 1622 zurück.

Im Ort gab es zwei Meierhöfe, den Oberhof und den Niederhof. Der Niederhof stammt aus dem Jahre 1608.

Die Gemeinde Lichten hatte am 1. Dezember 1930 2057 Einwohner, am 17. Mai 1939 waren es 1676 und am 22. Mai 1947 noch 913 Bewohner.

Nach dem Münchner Abkommen wurde der Ort dem Deutschen Reich zugeschlagen und gehörte bis 1945 zum Landkreis Freudenthal.

Die deutschen Bewohner wurden 1945 vertrieben.

Die Gemeinde hat in der ehemaligen Küffe-Villa ein Museum eingerichtet.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Gemeinde Lichnov gehört der Ortsteil Dubnice (Taubnitz).

Am 1. Dezember 1930 hatte der Ortsteil Taubnitz 263 Einwohner, am 17. Mai 1939 waren es 249 und am 22. Mai 1947 147 Bewohner.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1842 bis 1852 Franz Langer
  • 1852 bis 1856 Josef Bittmann
  • 1856 bis 1885 Josef Link
  • 1885 bis 1898 Josef Kreis
  • 1898 bis 1900 Ernst Blum
  • 1900 bis 1908 Eduard Hein
  • 1908 bis 1914 Emil Rotter
  • 1914 bis 1932 Adolf Schinzel
  • 1932 bis 1945 Wilfried Hein

Partnergemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Český statistický úřad – Die Einwohnerzahlen der tschechischen Gemeinden vom 1. Januar 2017 (PDF; 371 KiB)