Janov u Krnova

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Janov
Wappen von Janov
Janov u Krnova (Tschechien)
Paris plan pointer b jms.svg
Basisdaten
Staat: Tschechien
Region: Moravskoslezský kraj
Bezirk: Bruntál
Fläche: 1102 ha
Geographische Lage: 50° 15′ N, 17° 29′ OKoordinaten: 50° 14′ 37″ N, 17° 28′ 33″ O
Höhe: 410 m n.m.
Einwohner: 297 (1. Jan. 2017)[1]
Postleitzahl: 793 84
Kfz-Kennzeichen: T
Struktur
Status: Stadt
Ortsteile: 1
Verwaltung
Bürgermeister: Šárka Šindelářová (Stand: 2011)
Adresse: Janov Nr. 19
793 84 Janov u Krnova
Gemeindenummer: 597431
Website: mestojanov.unas.cz/index.htm

Janov (deutsch Johannesthal ) ist eine Stadt mit 369 Einwohnern im tschechischen Okres Bruntál.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt liegt in den Sudeten in einem Tal im Vorgebirge der Bischofskoppe, sechs Kilometer östlich von Zlaté Hory (Zuckmantel) unweit der polnischen Grenze.

Johannesthal (Johannestl.) südlich von Breslau, östlich von Freiwaldau und westsüdwestlich von Hotzenplotz auf einer Landkarte von 1909
Dreifaltigkeitskirche

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Johannesthal kam durch den Silberbergbau zu zeitweiligem Wohlstand und erlangte 1535 die Privilegien einer Bergstadt. 1741 entstand durch einen Brand großer Schaden. Die Barockkirche zur allerheiligsten Dreifaltigkeit stammt aus dem Jahr 1783. 1784 wurde Johannesthal zur selbständigen Lokal-Curatie erhoben. Erster Pfarrer war der in Johannesthal geborene Sohn des Obermüllers Heinrich Kühn, Ferdinand Kühn. Durch eine Stiftung von Julius Schmidt konnte ein Armen-, Kranken- und Waisenhaus errichtet werden. In der Stadt gab es Webereien und Strickwarenerzeugung.

Die Stadt im Bezirk Jägerndorf war eine mährische Enklave in Schlesien. 1930 lebten 1146 Einwohner in der Stadt, davon 11 Tschechen.

Durch das Münchner Abkommen kam Johannesthal 1938 an das Deutsche Reich. Bis 1945 gehörte Johannesthal zum Landkreis Jägerndorf im Regierungsbezirk Troppau des Reichsgaus Sudetenland des Deutschen Reichs.

Nach Ende des Zweiten Weltkriegs kam Johannesthal im Sommer 1945 gemäß dem Potsdamer Abkommen zusammen mit dem Sudetenland zur Dritten Tschechoslowakischen Republik zurück. Die deutschen Bewohner wurden 1945 vertrieben. Nach dem Zweiten Weltkrieg verlor die Janov die Stadtrechte.

Das ehemalige Schulgebäude wurde als Bürgerzentrum eingerichtet. Im Obergeschoss hat ein Lehrer in mehreren Räumen ein Museum zusammengestellt. Dort sind u. a. sowohl handwerkliches und landwirtschaftliches Gerät als auch Werkzeuge des ehemaligen Erzbergbaues zu besichtigen. Seit dem 23. Jänner 2007 ist Janov wieder eine Stadt.

Demographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung bis 1945
Jahr Einwohner Anmerkungen
1834 1.872 deutsche katholische Einwohner[2]
1930 1.146 [3] (elf Tschechen)
1939 1.158 [3]

Die Stadt Johannesthal hatte am 22. Mai 1947 404 Einwohner. .

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf dem Ringplatz erinnert eine Gedenksäule an die Stadtgründung und an den Erzbergbau. Auf dem Friedhof gibt es ein Mausoleum für ein Ehrenbürger-Ehepaar. Die Barockkirche zur heiligen Dreifaltigkeit stammt aus dem Jahr 1783.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Faustin Ens: Das Oppaland, oder der Troppauer Kreis, nach seinen geschichtlichen, naturgeschichtlichen, bürgerlichen und örtlichen Eigenthümlichkeiten. Band 4: Ortsbeschreibungen der Fürstenthümer Jägerndorf und Neisse österreichischen Antheils und der Mährischen Enclaven im Troppauer Kreise, Wien 1837, S. 139.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Janov (Bruntál District) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Český statistický úřad – Die Einwohnerzahlen der tschechischen Gemeinden vom 1. Januar 2017 (PDF; 371 KiB)
  2. Faustin Ens: Das Oppaland, oder der Troppauer Kreis, nach seinen geschichtlichen, naturgeschichtlichen, bürgerlichen und örtlichen Eigenthümlichkeiten. Band 4: Ortsbeschreibungen der Fürstenthümer Jägerndorf und Neisse österreichischen Antheils und der Mährischen Enclaven im Troppauer Kreise, Wien 1837, S. 139.
  3. a b http://www.verwaltungsgeschichte.de/sud_jaegerndorf.html#ew39jaegjohannesthl