Lime Bike

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Neutron Holdings, Inc.
Lime Bike

Logo
Rechtsform Kapitalgesellschaft
GmbH (deutsche Niederlassung)
Gründung Juni 2017
Sitz San Mateo (Kalifornien), Vereinigte Staaten
Leitung 8 Personen[1]
Branche Fahrradvermietung
Website www.limebike.de
Stand: 16. Dezember 2019

Lime E in Berlin-Lichtenberg

Lime Bike (Eigenschreibweise LimeBike) ist ein US-amerikanischer Fahrrad- und E-Rollervermieter. Das Betreiberunternehmen, Neutron Holdings Inc., 2017 gegründet von Toby Sun und Brad Bao, hat sich auf die modernen Varianten der mit Elektroantrieb unterstützten City-Fahrräder und Elektroroller spezialisiert. Lime bietet seine Dienste in 99 Städten der USA an, darüber hinaus hat Lime Ausleihmöglichkeiten in Kanada, Mexiko, Australien und Neuseeland, Singapur sowie in neun europäischen Ländern. In Deutschland verleiht die deutsche Niederlassung (als GmbH) seit Frühjahr 2018 in Berlin, Frankfurt am Main, Hamburg, Köln, Bonn, Dresden, München, Nürnberg[2] und Stuttgart Fahrräder.[3] Rund 35.000 Fahrzeuge sollen im Einsatz sein (Stand vom Juli 2019).

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Überblick[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Verleih befinden sich Fahrräder und Pedelecs, seit Juni 2019 auch e-Scooter und seit Mai 2020 E-Bikes. Alle Fahrzeuge sind stationslos (dockless bike sharing), aber auf öffentlichem Verkehrsgrund abgestellt. Sie sind rund um die Uhr verfügbar, dürfen aber nur innerhalb des Stadtgebietes genutzt werden (Ausnahme: in Berlin können die Räder auch bis nach Potsdam gefahren und dort abgestellt werden.)

Die Ausleihe aller Fahrzeuge ist auf 24 Stunden begrenzt. Im Medienauftritt bezeichnete sich LimeBike 2018 als einziger Verleiher, der neben normalen Fahrrädern auch E-Bikes in Berlin verteilt hat, beginnend mit 500 Fahrrädern und 500 E-Bikes in Berlin-Mitte und Berlin-Prenzlauer Berg.[4]

Alle eingesetzten Zweiräder werden über eine zuvor auf mobile Endgeräte heruntergeladene mobile App und mit einem Scan des QR-Codes entsperrt, der sich sowohl am Lenkkopf als auch auf dem Akkuträger über dem Hinterrad befindet. Der Standort der nächsterreichbaren freien Fahrzeuge wird auch über die App angezeigt. Zur weiteren und schnelleren Verbreitung hat LimeBike (allerdings vorerst nur in den USA, Seattle) auch eine Ausleihe ganz ohne Smartphone-App entwickelt – der potenzielle Nutzer besorgt sich zuvor in einem Büro von LimeBike eine Cashkarte, die er dort unmittelbar mit einem gewünschten Betrag aufladen kann.

Die Fahrzeuge sind in grün und gelb lackiert, was entsprechend der Namensgebung und dem gewählten Firmenlogo einer Limette (engl.: lime) entspricht.

Nachdem sich die Google-Holdinggesellschaft Alphabet Inc. sowie Google Ventures mit rund 300 Millionen US-Dollar an dem Unternehmen beteiligten, stellt Google Maps in Stadtplänen verfügbare Roller und Räder in der Routenplanung dar. Es wird angezeigt, was eine Fahrt mit einem Roller kosten würde, wie weit er entfernt ist und wie viele es in der Nähe gibt. Konkurrierende Anbieter werden bislang nicht in dieser Weise von Google Maps unterstützt.

Fahrräder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Räder sind technisch einfach gestaltet, auf den Felgen befinden sich Vollgummireifen und sie besitzen keine mechanische Gangschaltung. Am vorderen Rahmenteil ist ein metallener Gepäckkorb für eine maximale Last von 6,8 kg montiert. Die Akkus sollen für eine Reichweite von 100 km ausgelegt sein, über ein Solarpanel können sie während der Stand- oder Nutzungszeit auch geladen werden. Leere Akkus werden durch Mitarbeiter der Firma getauscht.[5][4]

Die Stiftung Warentest nahm im Mai 2019 eine Sicherheitsprüfung der Lime-Bike-Räder vor. Aufgrund einer unzureichenden Bremswirkung und des Fehlens eines vorgeschriebenen Sicherungsmechanismus für den Elektromotor der Pedelecs erhielt Lime Bike insgesamt nur die Note „mangelhaft“.[6]

E-Scooter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Elektroroller in Wien

Lime betreibt auch ein E-Scooter-Verleihsystem. Die ersten rund 1000 E-Scooter (auch E-Tretroller genannt) wurden im Juni 2019 auf die Berliner Straßen gebracht: Standorte befinden sich am Alexanderplatz, am Brandenburger Tor und am Checkpoint Charlie. Der Elektromotor kann auf bis zu 20 km/h beschleunigen, die Reichweite ist konkret angegeben, hängt aber auch vom Straßenzustand sowie Steigungen ab. Die Ausleihe nach dem beschriebenen Procedere kostet pro halbe Stunde 6 Euro.[7] Die E-Scooter werden jeweils ab 21 Uhr von sogenannten Juicern eingesammelt, aufgeladen und bis gegen 7 Uhr am Folgetag wieder in den Gebieten verteilt; die Juicer sind keine Mitarbeiter der Firma und werden pro Aufladung bezahlt.[8][9] Nach Angaben der Gewerkschaft ver.di zahlt Lime für die Aufladung vier Euro pro Stück, der Juicer muss aber sämtliche anfallenden Kosten tragen, insbesondere für Transport und Ladestrom.[10]

Mittlerweile (Stand August 2020) können die E-Scooter in folgenden Städten ausgeliehen werden: Basel, Berlin, Bonn, Dortmund, Dresden, Duisburg, Düsseldorf, Essen, Frankfurt a. M., Hamburg, Hannover, Köln, Linz, Lübeck, Mainz, München, Münster[11], Nürnberg, Stuttgart, Wien, Wiesbaden und Zürich. Zürich hatte wegen massiver Anfangsprobleme dem Unternehmen das Aufstellen von Rädern untersagt, dies jedoch im Jahr 2019 wieder aufgehoben.[12] Kosten entstehen für die Nutzer durch das Entsperren und die zeitliche Dauer der Ausleihe.[13]

Anfang 2020 stellte Lime sein Angebot in zwölf Städten ein: Atlanta, Bogotá, Buenos Aires, Lima, Linz, Montevideo, Phoenix, Puerto Vallarta, Rio de Janeiro, San Antonio, San Diego, São Paulo. Damit einher ging eine Reduzierung der Belegschaft um ein Siebtel.[14]

JUMP E-Bikes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Mai 2020 hat Lime die E-Bikes der Marke Jump von Uber übernommen.[15]

Zwischenfälle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Schweiz wurden Anfang 2019 sämtliche E-Miniroller aus dem Verkehr gezogen; 500 Trottis waren zuvor in Basel und Zürich im Einsatz. Der Grund für die Aktion: wegen blockierender Vorderbremse infolge eines Software-Totalausfalls war es zu mehreren schweren Unfällen gekommen.[16] Seit September 2019 ist Lime mit neuen Modellen, welche eine externe Sicherheitsprüfung bestanden haben, zurück in der Schweiz.[12]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Lime Bike – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. About us/Unser Team
  2. Neuer E-Scooter-Verleih: Lime legt in Nürnberg los auf nordbayern.de, vom 31. Juli 2020, abgerufen am 4. August 2020
  3. li.me: Locations
  4. a b Thomas Heuzeroth: Fahrrad-Sharing: LimeBike vermietet in Berlin E-Bikes auf welt.de, 20. April 2018; abgerufen am 10. Dezember 2018.
  5. Website LimeBike.
  6. Ein Rad, überall, test, Ausgabe 5/2019, Seite 66ff.
  7. Annika Leister: Spaß ohne Sinn. In: Berliner Zeitung, 20. Juni 2019, S. 9.
  8. Lime Bike-Juicer, abgerufen am 8. Juli 2019.
  9. High Roller? Das riskante Geschäft mit Leih-Scootern. In: Der Standard. 27. April 2019, abgerufen am 16. Juli 2019.
  10. ver.di: Da rollt noch was. Abgerufen am 29. August 2019.
  11. Westfälische Nachrichten, 29. August 2020.
  12. a b André Müller: E-Scooter in Zürich: Lime kehrt zurück. 4. September 2019, ISSN 0376-6829 (nzz.ch [abgerufen am 24. September 2019]).
  13. ePowers: Kosten und Gebiete LimeBike E-Scooter Sharing. Abgerufen am 13. August 2019.
  14. Lime gibt in 12 Städten auf
  15. JUMP gehört jetzt zu Lime. Abgerufen am 7. Januar 2021.
  16. Nach Unfall-Serie: Lime zieht in der Schweiz alle E-Trottis aus dem Verkehr. In: watson.ch. 8. Januar 2019, abgerufen am 9. Januar 2019.