Maxdorf

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Dieser Artikel beschreibt die Ortsgemeinde in Rheinland-Pfalz. Für andere Bedeutungen siehe Maxdorf (Begriffsklärung)
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Maxdorf
Maxdorf
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Maxdorf hervorgehoben
Koordinaten: 49° 29′ N, 8° 17′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Rhein-Pfalz-Kreis
Verbandsgemeinde: Maxdorf
Höhe: 95 m ü. NHN
Fläche: 7,35 km2
Einwohner: 7020 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 955 Einwohner je km2
Postleitzahl: 67133
Vorwahl: 06237
Kfz-Kennzeichen: RP
Gemeindeschlüssel: 07 3 38 018
Adresse der Verbandsverwaltung: Hauptstraße 79
67133 Maxdorf
Webpräsenz: www.vg-maxdorf.de
Ortsbürgermeister: Werner Baumann (CDU)
Lage der Ortsgemeinde Maxdorf im Rhein-Pfalz-Kreis
Frankenthal (Pfalz) Kreis Bergstraße Landkreis Alzey-Worms Landkreis Bad Dürkheim Landkreis Germersheim Landkreis Karlsruhe Neustadt an der Weinstraße Landkreis Südliche Weinstraße Ludwigshafen am Rhein Mannheim Rhein-Neckar-Kreis Speyer Worms Altrip Beindersheim Birkenheide Bobenheim-Roxheim Böhl-Iggelheim Dannstadt-Schauernheim Dudenhofen Fußgönheim Großniedesheim Hanhofen Harthausen Heßheim Heuchelheim bei Frankenthal Hochdorf-Assenheim Kleinniedesheim Lambsheim Limburgerhof Maxdorf Mutterstadt Neuhofen (Pfalz) Otterstadt Rödersheim-Gronau Römerberg (Pfalz) Schifferstadt Waldsee (Pfalz)Karte
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Maxdorf ist eine Ortsgemeinde im rheinland-pfälzischen Rhein-Pfalz-Kreis mit der Funktion eines Unterzentrums. Es ist Verwaltungssitz der gleichnamigen Verbandsgemeinde.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Maxdorf liegt westlich der Großstadt Ludwigshafen in der nördlichen Vorderpfalz. Durch den Ort fließt von Süd nach Nord der Floßbach, ein rechter Zufluss der Isenach.

Geologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Grabenbruch bildet in der Oberrheinebene eine Staffelbruchzone mit mehreren Schollen. Maxdorf liegt auf der westlichen Grabenscholle, die hier etwa 10 km breit ist und vom Rhein bis zur Haardt reicht. Mitten durch Maxdorf verläuft in Nord-Süd-Richtung ein Geländeanstieg von wenigen Metern. Es handelt sich um den Übergang von der Niederterrasse, auch Frankenthaler Terrasse genannt, zu der westlich gelegenen Hochterrasse. Die Geländestufe wurde in der letzten Eiszeit gebildet, als der Rhein die Niederterrasse überflutete. Dadurch erklären sich auch die Unterschiede der Bodenstruktur: Im östlichen Teil von Maxdorf, wo der Ursprung des Siedlungsgebietes liegt, findet sich ein fast löss­freier, sehr fruchtbarer Schwarzerde-Boden, im Westen ein lockerer Flugsandboden, der nur wenig ertragreiche Landwirtschaft ermöglicht.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Entstehung der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Besiedelungen im Gebiet des heutigen Maxdorf konnten bereits für die Antike nachgewiesen werden, die Geschichte der Gemeinde Maxdorf begann aber erst im 18. Jahrhundert. 1736 ließ Kurfürst Karl Philipp III. ein Salinarium bei Dürkheim erbauen, konnte aber das in leiningischem Besitz befindliche Holz der Dürkheimer Wälder nicht verwenden, sondern musste aus südlicher gelegenen Wäldern Holz heranflößen. An der Stelle, wo der Floßbach die Landstraße nach Dürkheim kreuzte, wurde ein Holzlagerplatz mit Wärterhaus eingerichtet, der 1750 erstmals erwähnte Holzhof. Auf diesem zuvor unbewohnten, zur Gemarkung von Lambsheim gehörenden Gebiet siedelten ab 1816 einige Lambsheimer Familien.

Lambsheim mit dem späteren Maxdorf gehörte bis zum Ende des 18. Jahrhunderts zur Kurpfalz. Im Ersten Koalitionskrieg wurde im Oktober 1794 das Linke Rheinufer und somit auch die Pfalz von französischen Revolutionstruppen besetzt. Die Region wurde 1798 an Frankreich angegliedert. Lambsheim und der Holzhof gehörten bis 1814 zum Kanton Frankenthal im Departement Donnersberg. Aufgrund der auf dem Wiener Kongress getroffenen Vereinbarungen kam das Gebiet im Juni 1815 zu Österreich. Am 14. April 1816 wurde zwischen Österreich und Bayern ein Staatsvertrag geschlossen, in dem ein Austausch verschiedener Staatsgebiete vereinbart wurde. Hierbei wurden die linksrheinischen österreichischen Gebiete zum 1. Mai 1816 an das Königreich Bayern abgetreten.

Vom 22. bis 29. Juni 1816 bereiste König Maximilian I. Joseph von Bayern die soeben erlangte Pfalz, nicht jedoch jenen kleinen Weiler, der seinerzeit noch als Holzhof bezeichnet wurde und als der Ursprung des heutigen Maxdorf anzusehen ist.[2] Erst am 6. Mai 1819 wurde die inzwischen auf 227 Einwohner angewachsene Ansiedlung nach Maximilian I. Joseph Maxdorf benannt. Anlässlich ihrer Pfalzreise besuchten am 7. Juni 1829 sein Sohn, König Ludwig I. von Bayern, und dessen Gattin Königin Therese den Ort, wo sie feierlich begrüßt wurden.[3] Die Gemeinde, die bis dahin eine gewisse Selbstständigkeit gehabt hatte, verlor diese jedoch 1865 und wurde vollständig in die Gemeinde Lambsheim eingegliedert.[4] Es gab schon recht bald Bestrebungen der Bewohner, die Unabhängigkeit zu erreichen, aber erst am 1. Oktober 1952 erhielt Maxdorf durch Landesgesetz die Eigenständigkeit und ein eigenes Wappen.

BASF-Siedlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ab 1934 wurde von Werktätigen der BASF die damals zu Fußgönheim gehörende Arbeitersiedlung aufgebaut. Die Siedler hatten sich für ein Jahr von der Arbeit freistellen lassen und in gemeinsamer Eigenarbeit die Häuser errichtet. Die Grundstücke waren ursprünglich sehr groß bemessen (ca. 1000 m²), da ein politisches Ziel der damaligen Zeit die Eigenversorgung der Bürger mit landwirtschaftlichen Erzeugnissen war.

1938 wurde als Ortsmittelpunkt und Veranstaltungsort für Feste und Aufführungen das Feierabendhaus (heute: Carl-Bosch-Haus) gebaut. Es bildet zusammen mit der im gleichen Jahr errichteten Grundschule (heute: Haidwaldschule) einen Gebäudekomplex.

War die Grundschule früher ausschließlich den Kindern der BASF-Siedlung vorbehalten, wurden später auch Kinder aus Maxdorf aufgenommen, da die Kapazitäten der Maxdorfer Bürgermeister-Kraft-Schule nicht mehr ausreichten. Zwischenzeitlich ist die Haidwaldschule alleinige Grundschule für den ganzen Ort. 2004 wurde beschlossen, sie in eine Ganztagsschule umzuwandeln.

Erst während des Zweiten Weltkriegs wurde im Ort die Kanalisation verlegt, teilweise durch französische Kriegsgefangene. Zwischen 2000 und 2004 wurde das inzwischen stark erneuerungsbedürftige Abwassersystem durch ein neues ersetzt, dabei wurde auch der Straßenraum neu aufgeteilt (z. B. Parkplätze und Radwege angelegt, Gehwege verbreitert) und die Oberflächen der Straßen gepflastert.

Am 7. Juni 1969 wurde im Zuge der rheinland-pfälzischen Verwaltungsreform die BASF-Siedlung mit damals 1602 Einwohnern an Maxdorf angegliedert, mit dem sie inzwischen räumlich zusammengewachsen war.[5]

Flugzeugunglück[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 18. Dezember 1989 wurde der Ort von einem Flugzeugunglück betroffen. Dabei kam es zur Kollision zweier Kampfjets der amerikanischen Luftwaffe im hohen Luftraum von Frankenthal.

Beide Maschinen stürzten in einer noch einige Kilometer nach Südwest verlaufenden parabolischen Kurve ab. Das eine Flugzeug schlug auf freiem Feld auf, aber nur 200 m neben den Häusern des Ludwigshafener Stadtteils Oggersheim und unmittelbar westlich der vierspurigen Bundesstraße 9. Das zweite Flugzeug stürzte mitten in eine Halle des Großmarktes der benachbarten Gemeinde Maxdorf. Die Markthalle war zur Unglückszeit leer, so dass es nicht zu Toten oder Verletzten kam.

Der Pilot der in Maxdorf abgestürzten Maschine konnte sich mit dem Schleudersitz retten und ging am Fallschirm 11 km nordöstlich, zwischen Frankenthal und Bobenheim-Roxheim, nieder. Der andere Flugzeugführer, dessen Schleudersitz nicht ausgelöst wurde, starb in seinem Cockpit.

Aufgrund des Absturzes wurde am 7. Februar 1990 eine Bürgerinitiative gegen militärische Flugübungen gegründet. Sie schloss sich später als Ortsgruppe dem Verein Mittelhaardter gegen Fluglärm an und machte bis zur Auflösung dieses Vereins mit Mahnwachen, ökumenischen Gottesdiensten und Demonstrationen auf das Unglück aufmerksam. Ebenfalls 1990 wurde beim pfälzischen Mundartwettbewerb Dannstadter Höhe das Gedicht Fluuchiewung (Flugübung), das sich mit dem Vorfall befasste, mit einem Preis ausgezeichnet.[6][7]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat in Maxdorf besteht aus 22 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:[8]

Wahl SPD CDU GRÜNE FDP Gesamt
2014 8 12 2 22 Sitze
2009 9 9 4 22 Sitze
2004 10 8 1 3 22 Sitze

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der bereits 2009 mit 61,7 Prozent der Stimmen zum Ortsbürgermeister gewählte Werner Baumann (CDU) wurde 2014 mit 61,8 Prozent wiedergewählt.[9]

  • 1952–1962: Hugo Kraft
  • 1962–1964: Ludwig Pfarr
  • 1964–1987: Albert Funk (SPD)
  • 1987–1994: Hans Marnet (SPD)
  • 1994–2009: Theo Hauck (SPD)
  • ab 2009: Werner Baumann (CDU)

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1952 wurde Maxdorf das Wappen mit folgender amtlicher Beschreibung verliehen: „Unter von Silber und Blau gerautetem gesenktem Schildhaupt, belegt mit einer goldenen Königskrone, von Silber und Rot geviert, belegt mit einem blauen Wellenbalken, darin ein goldener Baumstamm.“

Die Rauten stehen für das Königreich Bayern, unter dessen Herrschaft die Gründung Maxdorfs fällt, die Königskrone symbolisiert die Genehmigung des Ortsnamens durch König Maximilian. Aus dem Lambsheimer Ortswappen stammt der silbern-rot gevierte Schildteil der Adelsfamilie Leyser von Lambsheim, der Wellenbalken mit Baumstamm erinnert an die Entstehung des Ortes aus dem Holzhof, der für die Flößerei angelegt wurde.[10]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die katholische Pfarrkirche St. Maximilian wurde in den Jahren 1904/05 im neuromanischen Stil erbaut.
  • Die protestantische Pfarrkirche wurde in den Jahren 1914–1921 im neugotischen Stil erbaut.
  • In der BASF-Siedlung wurde 1952/53 die protestantische Johanneskirche erbaut, die vom Pfarramt in Birkenheide betreut wird.
  • Die 1993 gebaute Pyramide Maxdorf ist eine dreiseitige Glaspyramide, in der kulturelle Veranstaltungen abgehalten werden.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unmittelbar östlich von Maxdorf führt als Nord-Süd-Verbindung die A 61 (KoblenzHockenheim) vorbei, 4 km weiter östlich parallel dazu die B 9 (Ludwigshafen–Speyer). Als West-Ost-Verbindung dient die A 650 (Bad Dürkheim–Ludwigshafen), die südlich des Ortes verläuft.

Durch die schmalspurige Rhein-Haardtbahn, befahren von der RNV-Linie 4 von Mannheim nach Bad Dürkheim, ist Maxdorf mit zwei Haltestellen an das Schienennetz angebunden. Der Ort gehört zum Tarifgebiet des Verkehrsverbunds Rhein-Neckar. Zusätzlich gibt es die Buslinie 483, die Maxdorf mit Birkenheide verbindet. Außerdem gibt es eine nur sehr selten bediente Busverbindung nach Bad Dürkheim.

Ein Bürgerbus verbindet zudem die Orte der Verbandsgemeinde an Stellen, an denen kein oder nur sehr selten ein Linienbus fährt.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schule Maxdorf

In Maxdorf gibt es eine Grundschule, eine Realschule plus und seit 2008 ein Gymnasium:

  • Lise-Meitner-Gymnasium, G8GTS, Maxdorf
  • Justus-von-Liebig-Realschule plus, Maxdorf und Lambsheim
  • Grundschule Haidwaldschule, BASF-Siedlung

Außerdem betreibt die Gemeinde eine öffentliche Gemeindebücherei und bietet Volkshochschulkurse an.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wilhelm Becker: Maxdorf. Chronik einer jungen Gemeinde. Emil Sommer Verlag, Grünstadt 1987.
  • Otto Reis: Bilder eines Dorfes. Kunstverein Maxdorf (Hrsg.), Maxdorf 1986.
  • Walter Sattel: Die Maxdorfer Ortsgeschichte. Grafik & Werbung Faulhaber, Neuhofen 2006.
  • Walter Sattel: Familien und Personen in Maxdorf, ein Ortssippenbuch von 1748–1900. Grafik & Werbung Faulhaber, Neuhofen.
  • Wolfgang Kunz, Henning Cramer, Wolfgang Fluck: Maxdorf: Geschichte und Natur. Knecht-Verlag, Landau 2014.
  • Wolfgang Kunz: Des Königs Reise - Max I. Joseph auf Pfalzreise 1816. Knecht-Verlag, Landau 2016.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Maxdorf (Pfalz) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Anzahl der Einwohner in den Kommunen am 31. Dezember 2015 (Hilfe dazu).
  2. Wolfgang Kunz: Des Königs Reise – Max I. Joseph auf Pfalzreise 1816. Knecht-Verlag, Landau 2016, S. 9.
  3. Georg von Jäger: Des Rheinkreises Jubelwoche, 1829, S. 32; (Digitalscan des Buches).
  4. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 463.
  5. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Gemeindeverzeichnis 2006, S. 186 (PDF; 2,6 MB).
  6. Website des Mundartwettbewerbs Dannstadter Höhe.
  7. Albert H. Keil: Fluuchiewung. Verlag PfalzMundArt, abgerufen am 25. Januar 2017.
  8. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen.
  9. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Wahl der ehrenamtlichen Orts- und Stadtbürgermeister, abgerufen am 2. Dezember 2015.
  10. PDF Dokument zum Maxdorfer Wappen.