Line (Instant Messaging)

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Line
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Entwickler Line Corporation
(Tochter der Naver Corporation)
Erscheinungsjahr 2011
Aktuelle Version variiert[1] (Android)

7.1.2 (iOS)
4. März 2017[2]

3.3.9 (Blackberry)
21. Oktober 2016[3]

5.4.7 (Win 10 Mobile)
Februar 2017[4]

1.7.3 (Firefox OS)
11. Mai 2015[5]

4.12.2 (macOS)
18. März 2017[6]

Betriebssystem Android, iOS, Blackberry, Windows Phone 8, Windows 10 Mobile, Firefox OS, Windows, macOS
Kategorie Instant Messaging
Lizenz proprietär
deutschsprachig ja
line.me

Line ist ein Instant-Messaging-Dienst des japanischen Unternehmens Line Corporation, das zur koreanischen Naver Corporation gehört. Mitte 2014 hatte der Dienst über 400 Millionen registrierte Kunden.[7]

Als nach dem Tōhoku-Erdbeben 2011 das japanische Telefonnetz nicht gut funktionierte, lancierte das koreanische Mutterunternehmen Naver Corporation dort das kostenlose Programm Line für Android und iOS und konnte darauf in ganz Japan spektakuläre Erfolge feiern. Später wurde Line Japan von anderen Naver-Aktivitäten wie z. B. Gaming abgespalten und tritt fortan japanisch auf. Die Firma vermarktet sich seither als international erfolgreiche, japanische Firma im Social-Web-Segment, auch wenn sie noch immer eine Tochtergesellschaft ist.

Die App ist in bis zu siebzehn Sprachen und auch für Blackberry, Windows Phone, Windows 10 Mobile, Firefox OS, Nokia Asha, Windows und macOS verfügbar. Sie will in Asien dem chinesischen WeChat, dem koreanischen KakaoTalk und dem indischen Hike sowie in Europa vor allem WhatsApp und dem Facebook Messenger Konkurrenz machen.

Mit dem Programm lassen sich sowohl kostenfreie VoIP-Anrufe tätigen als auch Nachrichten versenden (vgl. Skype). Man kann den Dienst auch zu einem rudimentären sozialen Netzwerk ausbauen, in diesem Sinn ist er in Japan auch Konkurrenz von Mixi.

Zensur in China[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Mai 2013 wurde bekannt, dass Line (beziehungsweise der dahinter stehende App-Anbieter Lianwo) in die Mobile-App einen Code eingebaut hat, der bestimmte Wörter erkennen und daraufhin das Versenden der dazugehörigen Nachricht unmöglich machen soll.

Die ursprüngliche Liste der betroffenen Wörter umfasste 150 Einträge. Die meisten davon im Zusammenhang mit aktuellen politischen Ereignissen in China, Menschenrechten und generell heiklen politischen Themen. Zusätzlich waren auch etliche Begriffe enthalten, die zumindest aktuell keine brisante Bedeutung erkennen ließen. Interessant ist es zu wissen, dass Line auch international verwendet wird und außerhalb Chinas keinerlei Zensur stattfindet. Wird aber während der Installation China als Ursprungsland erkannt, lädt die App automatisch die aktuelle Zensurliste herunter und wirft gleichzeitig die Blockierung entsprechender Nachrichten an. Das Citizen Lab, eine Einrichtung an der University of Toronto, hat nach eigenen Angaben darüber hinaus noch Zugriff auf zwei weitere Listen, von denen „Version 20“ 223 Wörter und „Version 21“ 370 Wörter umfasst. Prominente Vertreter dabei sind zum Beispiel das Tian’anmen-Massaker, die Falun Gong oder Wen Jiabao.

Das Vorgehen von Line ist kein Einzelfall, sondern trifft auf viele große Firmen in China zu, die alle ohne Ausnahme fürchten müssen, von der chinesischen Regierung mit Sanktionen bis hin zur Einstellung aller Aktivitäten belegt zu werden. Momentan hat Line 280 Millionen registrierte Nutzer und ist – bezogen auf den Marktanteil – die größte Messaging-App in Japan, Thailand und Taiwan. Der chinesische Markt gilt als erklärtes Expansionsziel der Firma, was eine wohlgesinnte Haltung der Regierung voraussetzt.[8]

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stiftung Warentest bewertete Line im Februar 2014 als „sehr kritisch“ in Sachen Datenschutz.[9] Bei ihrem zweiten Test im August 2015 bewertet sie Line jedoch als „befriedigend“ im „Umgang mit persönlichen Daten“.[10]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Installationsseite für Android bei play.google.com, abgerufen am 21. August 2015.
  2. Vorschauseite für iOS bei itunes.apple.com, abgerufen am 5. März 2017.
  3. Installationsseite für Blackberry bei appworld.blackberry.com, abgerufen am 25. Oktober 2016 (teilweise englisch).
  4. Installationsseite für Windows 10 (Mobile) und Windows Phone 8 bei microsoft.com, abgerufen am 7. Februar 2017 (teilweise englisch).
  5. Installationsseite für Firefox OS bei marketplace.firefox.com, abgerufen am 21. August 2015 (teilweise englisch).
  6. Vorschauseite für macOS bei itunes.apple.com, abgerufen am 22. März 2017 (teilweise englisch).
  7. Kakao Talk fusioniert mit Portal Daum. In: Handelsblatt Online. 26. Mai 2014, abgerufen am 10. März 2016.
  8. China: Chat-App "Line" zensiert politische Wörter. In: gulli.com. 15. November 2013, abgerufen am 10. März 2016.
  9. WhatsApp und Alternativen: Datenschutz im Test. In: Stiftung Warentest. 26. Februar 2014, abgerufen am 2. Februar 2017.
  10. Messenger-Apps: Ein Außenseiter schlägt WhatsApp & Co. In: Stiftung Warentest. 14. August 2015, abgerufen am 2. Februar 2017.